Seelenreise im Dunkeln

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Die Träume dieser Nacht drehten sich heute mal wieder um die Frage, wie man im luziden Traum Reisen in andere Welten unternehmen könne. Die Traumerlebnisse trugen dabei den Charakter eines bebilderten Gedankengefüges. Ein szenisch kohärenter Traum war es nicht. Stattdessen gingen die Szenen und Bilder mit dem Fluss der Gedanken ineinander über. Aus der Erinnerung die Inhalte dieser Traumsequenzen zu rekonstruieren, war mir im Nachhinein nicht mehr möglich. In jedem Fall fand ich mich schließlich auf einem Gartengrundstück wieder. Links neben mir grenzte ein weiteres Rasengrundstück an, das zu einem Reihenhaus gehörte. Der Bewohner dieses Hauses, eine mir nicht bekannte Person männlichen Geschlechts, war ebenfalls mit dem Thema des luziden Träumens befasst (erneut eine „Begegnung“ dieser Art in einem Traum!). Obgleich ich keinen direkten Kontakt mit dieser Person hatte (womöglich war es tatsächlich wieder dieser junge, südländische Typ, dem ich letztens begegnet war!), konnte ich deutlich ihre Gedanken wahrnehmen. Sie experimentierte offenbar recht exzessiv damit, luzide Träume durch Alkoholeinfluss herbeizuführen, und durchdachte gerade die Frage, was sie wohl unternehmen würde, wenn es ihr mal wieder gelänge, zwei bis drei bewusste Träume in schneller Folge herbeizuführen. Als der junge Mann gerade daran dachte, dass er in seinen Träumen schon öfter einfach so luzid geworden sei, ohne irgendetwas Gezieltes dafür getan zu haben, bemerkte ich in dem Reihenhausgarten ein eigentümliches, hoch in die Luft aufragendes geriffeltes Blechrohr, das oben U-förmig abgewinkelt war. Beim Betrachten dieser sinnlosen Konstruktion hatte ich zugleich die Gedanken des Mannes im Ohr. Und endlich wurde mir nun klar, gerade in diesem Moment selbst in einem Traum zu sein! Zudem wurde mir vollauf bewusst, dass mein Körper gerade schlafend und träumend im Bett lag. Im Zuge dieses Gedankens verschwand die Traumszenerie und Dunkelheit legte sich über alles. Ich hatte das überdeutliche Gefühl, bei meinem Körper zu sein, wusste aber zugleich, dass der Traumzustand augenblicklich noch stabil war. Im Brustschwimmstil stieß ich nach oben in die undurchdringliche Dunkelheit um mich her. Ein wenig orientierungslos flog ich den dunklen Raum entlang und wünschte mir, dass es heller wird und ich in eine neue Traumszenerie eintreten kann. Doch es brachte nichts! Auch mein Versuch, mich durch Drehen und Überschlagen in der Luft in eine andere Szenerie zu versetzen, scheiterte. Die Anmutung eines langen dunklen Raumes, gleich einem Campingtrailer mit verdunkelten Fenstern, blieb bestehen. Nach einigen weiteren Kapriolen meinte ich schließlich, erwacht zu sein. Rechts neben mir glomm ein grünlicher Lichtfleck, den ich als die verschwommenen Leuchtziffern eines Radioweckers interpretierte, und ich führte einen Fingertest durch. Diesmal glückte der Test aber nicht und ich glaubte daher für diesen Augenblick, tatsächlich erwacht zu sein. Erst als ich mich gleich darauf wirklich in meinem Bett wiederfand, bemerkte ich, dass ich dem „falschen Erwachen“ in die Falle getappt war. Ich hätte es eigentlich bemerken können, da es in meinem Schlafzimmer gar keinen Radiowecker mit Leuchtziffern gibt. Traumende um 3:48 Uhr.

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