Am Ufer

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Wie so oft werde ich heute beim Fliegen luzid. In einem Supermarkt, einem großen quadratischen Flachbau mit Glasfenstern zu allen Seiten, fliege ich u.a. über und unter den mit Metallfolie eingeschlagenen Rohren an der Decke umher, und mache mir Gedanken darüber, wie schön es wäre, diese Fähigkeit auch außerhalb des Traumes zu demonstrieren. Die Traumszenerie erweist sich als wechselhaft; die Situation im Supermarkt wechselt gleitend in die einer großen Halle über. Aus einer Ecke in einer Turnhalle – ich sehe unter mir einen Sporthallenboden – starte ich in meinem üblichen Brustschwimmstil zu einer weiteren Flugrunde. Im oberen Teil der Halle geht der Raum in Dunkelheit über und ich erwarte, weiter oben auf so etwas wie eine dunkle Wasseroberfläche zu treffen, durch die ich in eine andere Traumumgebung übertreten kann. Tatsächlich stoße ich einen Augenblick später durch eine entsprechende Wasseroberfläche, ohne allerdings Nässe oder Kälte zu verspüren. Über dem Wasserspiegel ist es dunkel und ich kann noch nicht klar sehen. Auch bin ich mir nicht sicher, ob ich überhaupt Lust auf eine neue Umgebung habe. Daher tauche ich wieder ab und halte für einen Moment auf einen diffusen, dunkelgrauen Fleck in der Tiefe zu und denke dabei daran, in mein Schlafzimmer zurückzutauchen. Dann jedoch entschließe ich mich, doch zu der Wasseroberfläche zurückzukehren und mich auf das einzulassen, was ich darüber vorfinde. Über Wasser herrscht Nacht. Direkt vor mir blicke ich in einen Mondaufgang; eine schöne, in dunkle Wolken gebettete Mondscheibe mit klar erkennbaren Mondmeeren muss gerade eben über den Horizont gestiegen sein. Ich schwimme in Richtung dieses Mondaufgangs und gelange recht schnell an den Sandstrand eines kleinen Sees bei einer Siedlung; jenseits einer Baumreihe sind Straßenlaternen mit neonweißem Licht zu sehen und Wohnblöcke zu erahnen. Der nächtliche Strandabschnitt, auf den ich zuhalte, ist von einem warmen gelblichen Licht erhellt. Zwei kleine Mädchen spielen dort; eines hat lange, gewellte, blonde Haare und erinnert mich ein bisschen an das Nürnberger Christkindl. Jedenfalls befürchte ich, die Kinder zu erschrecken, wenn ich urplötzlich aus der Dunkelheit vor ihnen aus dem Wasser steige. Doch ist die Befürchtung unbegründet; die Kinder nehmen mich kaum wahr, als ich, lediglich mit einer Badehose bekleidet, das Ufer betrete. Schnell gehe ich den Stand entlang davon. Als ich mich noch einmal umdrehe, stelle ich fest, dass der See verschwunden ist. Was ich sehe, erinnert mich an die Grünanlage südlich meines Elternhauses. Deutlich wird mir bewusst, wie oft sich die Szenerien in luziden Träumen von etwas Neuem und Anderen in etwas umwandelt, das – zumindest teilweise – Altbekanntem und Vertrautem ähnelt. Weiter vorn auf meinem Weg stoße ich auf eine Querstraße mit Bürgersteig, die mich an die Adolf-Kolping-Straße in NW erinnert. Ich biege links und gleich wieder links in einen Seitenweg ab. Auf der Höhe einer Buchshecke links neben mir halte ich inne, betrachte meine Hände und wundere mich darüber, wie lang dieser luzide Traum jetzt schon andauert und wie klar und bewusst ich mir bin; mein Geist scheint mir so klar und normal wie im vollen Wachbewusstsein zu funktionieren. Schließlich gehe ich weiter und treffe auf eine junge, etwas mollige Frau mit Sommersprossen und halblangen, roten Haaren. Obgleich ich sie nicht kenne, kommt sie gleich an meine Seite und bietet sich mir als Begleiterin an. Sie geht so vertraut mit mir um wie eine alte Bekannte. Diese Situation verwirrt mich ein bisschen, sodass ich erst mit ein wenig Verspätung bemerke, dass die Umgebung während des Gehens nahtlos vom Freien in einen geschlossenen Wohnraum übergegangen ist. Irgendwie berühre ich beiläufig die mit weißer Raufaser tapezierte Wand mit der Hand und entdecke daraufhin, dass ich die Tapete unterhalb eines Lichtschalters mit etwas Blut verschmiert habe. Aus irgendeinem mir nicht bekannten Grund blute ich ein wenig aus dem Zeige- und Mittelfinger meiner rechten Hand. Da in einem Traum alles kraft des Willens gerichtet werden kann, überstreiche ich die Flecken an der Wand mit den Fingern und konzentriere mich darauf, die Flecke mit dem Geist wieder zu löschen. Das klappt sogar ganz gut. Schließlich wende ich mich von der Tapete ab und komme nach einigen Schritten zu einer Spüle an einer Wand, die mir wie ein Riegel den weiteren Weg versperrt. Die sommersprossige Frau ist aus meinem Traum verschwunden. Für einen Moment muss ich unwillkürlich an meinen Bruder denken. Im Becken der Spüle steht Wasser und etwas Spülmittelschaum schwimmt obenauf. Bei diesem Anblick erwache ich. Es ist 5:38 Uhr. Um ca. 0:20 Uhr war ich eingeschlafen.

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