Eine unangenehme Begegnung

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Meistens, aber nicht immer sind luzide Träume angenehme Erfahrungen. Gelegentlich kann es auch zu ziemlich unerfreulichen Begegnungen kommen.
Diesen Morgen träume ich von einem Lokal, in dem rustikale Hausmannskost serviert wird. Irgendwann beginne ich mich zu ärgern, dass ich von einem blöden Lokal träume, anstatt einen luziden Traum zu haben. Schließlich dämmert mir, dass ich diese Situation ändern und das Ganze in einen bewussten Traum umwandeln könnte. M. ist bei mir im Hof dieses Gastronomiebetriebs und gibt mir zu verstehen, dass sie jetzt langsam nach Hause will. Da ich weiß, wie es schneller geht, nehme ich sie entschlossen an der Hand, um zwischen den grünen Sonnenschirmen, die auf dem Hof aufgestellt sind, hindurch in den Himmel aufzusteigen. Sie ist sich unsicher, ob sie das will, und ihr Sohn (?), der ebenfalls in dem Traum auftaucht, ist ganz dagegen. M. soll am Boden bleiben. Trotzdem steigen wir auf, M. an meiner linken Hand, eine andere Frau, die die Reisegelegenheit nutzen will, an der rechten Hand. Draußen vor dem Laden kommen wir aber wieder herunter und schweben zusammen in gut zwei Metern Höhe über dem Kopfsteinpflaster eines großen Platzes zwischen städtischen Wohnanlagen. Es scheint jetzt später Nachmittag zu sein, denn es dämmert schon ein wenig und der Himmel nimmt eine tiefblaue Färbung an. Der Sohn ist jetzt auf dem Platz unter uns und versucht, seine Mutter zu erwischen, in dem er aufwärts springt und irgendjemand von uns am Fuß packen will. Noch bereitet uns die Koordination des Fliegens zu Dritt Schwierigkeiten. Die Damen schlagen ungleichmäßig mit den Armen, sodass wir uns wie ein ungleichförmig gerudertes Boot um uns selbst drehen. Nachdem ich die Damen darauf hingewiesen habe, wird der Flug gleichmäßig und wir kommen endlich voran. Einer Straßenflucht folgend fliegen wir, im Rhythmus der Armschwünge auf und absteigend, davon und versuchen, unseren Verfolger abzuschütteln. Gerade denke ich daran, wie toll doch Klarträume sind, als ich urplötzlich den harten, schlanken und drahtigen Rumpf einer männlichen Person (defintiv nicht M.s Sohn!) auf meinem Rücken spüre; der männliche Körper taucht ohne jede Vorwarnung als „Aufsitzer“ auf. Der Aufsitzer bewegt sich zwar für den Augenblick nicht, lässt aber dennoch eindeutig sexuelle Absichten erkennen – eine unangenehme und Abscheu erregende Situation! Obwohl wir kein direktes Wort wechseln, teilt er mir per Eingebung mit, dass eine Online-Plattform namens „f … er.de“ (sic!) ihn hergeschickt habe. Schaudergefühle (als säße eine haarige Spinne auf mir) durchfluten mich und ich greife hinter mich, packe ihn am Kopf und schleudere ihn, einen weiß gekleideten jungen Mann, mich selbst überschlagend, in einem Salto von meinem Rücken herunter und über meinen Kopf hinweg. Er kommt vor einer weißen Werbetafel rechts von uns an einer Hauswand auf dem Rücken zu liegen und schaut zu mir hoch. Altersmäßig scheint er knapp über das 20. Lebensjahr hinaus zu sein. Nicht nur seine Kleidung ist weiß; auch sein Gesicht ist gespenstisch blass; er hat kurzgeschorenes blondes Haar und einen gepflegten Bart; unheimliche, stahlblaue Augen sind starr auf mich gerichtet. Dummerweise habe ich durch das Handgemenge M.s Hand verloren und sie befindet sich jetzt unter mir auf der Straße, ganz in der Nähe des unheimlichen „Aufsitzers“. Ich muss runter, um sie wieder aufzunehmen. Noch aus dem Liegen heraus, greift er nach mir und sagt mit einer tiefen, absolut unheimlichen Stimme „Du hast noch nicht bezahlt!“, als wolle er Geld eintreiben, da ich ihn ja auf der besagten Online-Plattform bestellt hätte. Ich wehre ihn mit dem Ellenbogen ab und antworte ihm noch, dass ich ihn nicht bestellt hätte! Von meiner heftigen Gegenwehr mitgenommen, rinnt ihm jetzt ein wenig dunkles Blut aus der Nase. Da erwache ich. Es ist 7:55 Uhr; um 6:05 Uhr hatte ich die Traumeinleitung begonnen.
Beim Wieder-Einschlafen erlebte ich einige hypnagoge Landschaftswahrnehmungen, in denen ich mich bewusst bewegte, ohne jedoch voll in sie übergehen zu können, da der physische Körper im Bett voll spürbar war. Etwas später folgte ein zweiter Luzidtraum. Ich fliege draußen vor einem betongrauen Schulgebäude herum und versuche nach drinnen zu kommen, um meine Jacke zu holen, die ich zuvor in einem der Säle vergessen hatte. Doch die Tür, eine mattblaue Doppfeltür mit Glaseinsätzen, ist abgeschlossen und ich kann nicht hinein. So wende ich mich ab und fliege links eine Betontreppe herauf, wo ich mir, luzid geworden, Gedanken darüber mache, ob der „Aufsitzer“ aus dem vorhergehenden Traum womöglich jetzt auch wieder auftauchen könnte. Doch spüre ich auf meinem Rücken nur eine Art Umhang, der im Flug um mich herflattert. Der Aufsitzer kehrt nicht wieder; offenbar hat er es kapiert. Auf der anderen Seite der Treppe fliege ich wieder abwärts und setze zu einem rasanten Landeanflug an; dabei bin ich ein wenig zu schnell unterwegs und ramme, allerdings schmerzlos, fast in den Boden hinein. Mit diesem Übergangserlebnis erwache ich um 9:35 Uhr.

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