In der Großstadt

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Nach dem Übungsbeginn um 4:48 Uhr finde ich mich in einem Traum wieder, in welchem ein Mischwesen aus Mensch und Tier, eine Art großer „Werbock“ mit weißem Zottelfell, nach seiner Mutter sucht und schließlich, in der kuriosen Gestalt eines langhaarigen blonden Mannes in der Aufmachung eines Transvestiten (!), mit dem Auto in eine große Stadt fährt, um dort seine Suche fortzusetzen. Auf einer verkehrsreichen Straße in dieser Großstadt erinnere ich mich meines Vorhabens, luzid weiterzuträumen, und löse mich aus der bloßen Beobachterrolle, die ich bislang in dem „Werbock“-Traum, einer typischen Abfolge hypnagoger Traumszenerien, in denen man sich passiver Betrachter erlebt, innehatte. Der „Werbock“ verschwindet aus meinem Fokus und muss seine abenteuerliche Suchfahrt ohne mich bestehen. Sogleich steige ich in den grau bedeckten Himmel über der Großstadt auf und betrachte das realistisch anmutende Panorama aus Bürogebäuden aus Glas und Beton. Bei dem gräulichen Licht fällt mir das weiße Licht der Straßenlaternen entlang der Verkehrsstraße stark ins Auge. Nachdem ich eine Flugrunde gedreht habe, beschließe ich, eines der Gebäude unter mir zu erkunden. Durch ein Satteldach mit dunkelbraun glänzenden Ziegeln gerate ich in eine Wohnung, in der mir aber alles eine Nummer zu klein und eng vorkommt. Der Raum wirkt wie eine durch Kerzenlicht erleuchtete Dachkammer. Links neben mir gibt es einen langen Tisch, auf dem ein Puppenhaus steht. Die Dinge in dem Raum wirken eckig, kantig und unecht, als seien sie allesamt aus kleinen Legosteinchen zusammengefügt. Ich schaue mir das Innenleben des Puppenhauses näher an und drücke zur Stabilisierung meine Hände an die Wand eines der Puppenhauszimmer. Das funktioniert, das Bild wird gleitend lebhafter und detailreicher, der künstliche Eindruck vergeht; das Gesicht einer kleinen Puppe mit aufgemalten blauen Augen und struppigem, dunkelblonden Haar fällt mir besonders auf. Dann aber schwindet das goldene Kerzenlicht und ich merke, dass ich zu erwachen drohe. Noch einmal verstärke ich die Traumstabilisierung. Zu meinem Erstaunen kann ich das Erwachen verhindern und durch eine kurze Dunkelheit hindurch einfach weitergehen. Durch eine Holztür mit Glaseinsatz verlasse ich den Raum und gehe in einen Flur, der ebenfalls von sachtem, warmem Licht erhellt ist. Eine gepolsterte Eckbank steht dort und zur Deko eine Milchkanne (?) aus Blech. Am Ende des Gangs befindet sich zur Rechten die Haustür; sie steht offen und ich gelange in einen kleinen, mit Steinplatten ausgelegten Vorgarten, der von dunklen Büschen gesäumt ist. Der Himmel ist rabenschwarz und Gewitterblitze zucken. Um in eine freundlichere Szenerie zu gelangen, knie ich mich zu Boden, lege die Hände fest auf die Waschbetonplatten und wünsche mir eine angenehmere und schönere Umgebung. Ich habe das Gefühl, dass auch diese Übung klappt; ich ziehe mich durch die Haustür in das Gebäude zurück und gerate dort in ein großes, freundlich und hell erleuchtetes Restaurant. In dem weitläufigen Raum – er ist in warmer Holzoptik ausgestattet – sitzen viele Leute an zahllosen Tischen. Mein Gefühl sagt mir, dass sich dieses Restaurant noch immer in genau derselben Stadt befindet, in der ich meine Exkursion begonnen hatte. Vor der Glasfront im Eingangsbereich sind unter einem grauen Himmel dieselbe Art von Gebäuden wie zu Beginn des Traumes zu erkennen; links neben der Tür entdecke ich einen kleinen Weihnachtsbaum, ein kunstvolles Stück Schmiedehandwerk: die Silhouette eines Christbaums wurde mit silbrig glänzenden Metallbögen nachempfunden und das Ganze durch bunte Glaskugeln ergänzt. Es ist hier also gerade Weihnachtszeit! Das erklärt, warum es draußen so grau und trüb ist: es herrscht die dunkle Jahreszeit. Ich wende mich von dem Christbaum ab, überblicke die Szenerie und denke kurz daran, den Traum zu beenden, um nicht den Überlick über die Details zu verlieren. Dann entscheide ich mich aber, meinen Rundgang durch das belebte Restaurant fortzusetzen. Dummerweise löst sich genau in diesem Moment die Szenerie unaufhaltsam auf und ich finde mich in meinem Bett wieder. Es ist 6:08 Uhr. Ein recht bemerkenswerter Klartraum, bei dem vor allem die gelungene Anwendung von traumstabiliserenden Strategien überzeugt hat.

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