Umfelderkundung

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Über willentliches Erheben und Ausrollen gelingt heute Morgen ein sehr guter und stabiler luzider Traum. Nach dem Realitätstest lasse ich die Augen geschlossen, stehe aus dem Bett auf und stabilisiere mich durch Händereiben und festes Aneinanderdrücken der Handflächen. Zuerst erscheinen meine zusammengelegten Hände als gräulich-durchsichtige Schattenzeichnungen, wobei im Hintergrund das halbdunkle Schlafzimmer ebenfalls wahrnehmbar wird. Schließlich ist die Sicht ins Zimmer zufriedenstellend und ich fliege los, raus aus dem Schlafzimmer, die Treppe runter. Kurz teste ich, ob mir die Treppenstufen Widerstand leisten oder ob ich nach unten hindurchtauchen kann. Sie scheinen aber relativ fest zu sein. Daher halte ich mich damit nicht weiter auf und nehme den Rest der Wendeltreppe im Flug. Unten durchfliege ich das Wohnzimmer zielstrebig in Richtung Verandatür. Links neben der Veranda befindet sich eine beeindruckende dunkelgrüne Säulen-Zypresse, die es dort in der physischen Wirklichkeit derzeit allerdings nicht gibt. Auch der Baum im Garten scheint höher aufgeschossen, dichter und ausladender verzweigt zu sein, als er es derzeit ist. Gegen den Uhrzeigersinn drehe ich eine Runde durch diesen Garten und als ich mich zum Haus zurückwende, machen Garten und Hausfassade wieder einen normalen, völlig realitätsgetreuen Eindruck. Ich begebe mich ins Haus zurück und fliege durch das Esszimmer hinüber zum Küchenfenster. Zuerst will ich durch die Wand darüber hindurchtauchen, muss aber daran denken, dass solche Experimente häufig zu ungewollten Ebenenwechseln führen. Allerdings will ich lieber in der Umgebung des Hauses bleiben und diese näher erkunden. Daher ziehe ich meine Hände, die schon in die weiße Raufasertapete am Fenstersturz eingetaucht sind, wieder heraus, und sinke hinunter zum Fenster. Das Glas ist ein wenig beschlagen, doch kann man dahinter die grünen Züge der Haardt und den Himmel noch erkennen. Ich tauche mit dem Oberkörper durch das Glas, doch hinter der Scheibe ist es ganz anders als erwartet. Das Durchtauchen der Scheibe würde tatsächlich einen Dimensionenwechsel bewirken. Und das wenige, was ich dort sehe, zieht mich nicht an; unter mir ist schmutzigbraune, unbelebte Erde; alles ist von dunkelgrauer, undefinierbarer Schwere. So ziehe ich mich durch die Scheibe wieder zurück und fliege, unschlüssig, wie ich nun weiter vorgehen soll, ins Esszimmer. Das Fliegen in Schwimmbewegungen wird mir zudem ein bisschen anstrengend. Daher lasse ich mich einfach in der Luft gleiten, drehe mich dabei in die Rückenlage, in der dann sogleich die Überblendung ins dunkle Schlafzimmer und ins Bett erfolgt. Übungsbeginn 5:30 Uhr; Erwachen erfolgt um 6:12 Uhr.

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