Bewusstsein und Kontrolle

Ich schlafe mit meiner üblichen Übung ein und gerate irgendwann ins falsche Wachliegen; auf dem Bauch liege ich im Bett meines Jugendzimmers. Eine weibliche Stimme berichtet mir von einer Hygienekontrolle auf einem Cafeteria-Schiff auf dem Rhein; die Ergebnisse seien katastrophal gewesen; die Cafereria habe regelrecht gestunken. Zugleich beginnt jemand eine gründliche Untersuchung meines Körpers. Die Bettdecke wird hochgeschoben und mein Unterkörper abgetastet. Als die Decke wieder heruntergezogen wird, setzt sich die Untersuchung an meinem aufgedeckten Oberkörper fort, wobei sich in diesem Augenblick mein Bewusstsein voll einschaltet: Wer soll mich morgens im Bett untersuchen? Das kann nicht sein! Es muss geträumt sein! Ich drehe mich um, um den Untersucher zu sehen. Doch da ist nichts. Links in meinem Gesichtsfeld schwebt nur das Schattenbild eines Geistes, der wie von Kinderhand in die Luft meines dämmrigen Jugendzimmers gezeichnet wirkt: eine auf den Kopf gestellte U-Form mit zwei kleinen quadratischen Augen und einem Strich als Mund. Die Sensation ist uninteressant und ich wende mich ab, um sogleich aufzustehen. Es gelingt völlig problemlos wie gewöhnliches Aufstehen. Der Hüpftest, den ich versuchsweise ausführe, zeigt sich relativ unauffällig. Damit lässt sich der Traumzustand nicht zuverlässig feststellen; der bewährte Fingertest sorgt jedoch umgehend für Klarheit. Nun gehe ich ein paar Schritte, setze dann aber schnell zum Flug an.
Als ich in das von der Deckenlampe erleuchtete Wohnzimmer meiner Eltern einfliege, bemerke ich einen Zug an meinem rechten Bein, der meinen Flug ins Trudeln bringt. Da Hemmnisse in der Bewegung ein Hinweis auf sich abschwächendes oder mangelndes Bewusstsein sind, beschließe ich, die Tipps von William Buhlman in „Out of Body“ zu probieren und verlange, mit seltsam gebrochener und krächzener Stimme halblaut rufend, „Bewusstsein! Sofort!“; dies bewirkt tatsächlich eine Besserung. Ich komme besser voran. Auf der Höhe der hölzernen, mit aufgemalten Blumengirlanden verzierten Oberschränke (gab es so im realen Wohnzimmer nie) drehe ich mehrere Rechtskreise durch den Raum und deklamiere dabei „Kontrolle! Sofort!“; mein Flug wird dadurch mehr und mehr rasanter und die Flugtechnik beherrschter und sicherer. Diese Art der Traumstabilisierung kann also ebenfalls überzeugen. Anbei sehe ich draußen vor den Fenstern, dass dort jenes Zwielicht kurz nach Morgengrauen herrscht, das einen herrlichen Sommertag verspricht.
Schließlich verlasse ich das Wohnzimmer und fliege über den Flur in den Hausgang. Die Tür zur Nachbarwohnung steht offen und ich überlege kurz, hineinzutauchen, habe aber keine Lust; es kommt mir neugierig vor. Stattdessen will ich treppab fliegen und mir dabei eine Alternative überlegen, was ich unternehmen soll.
Vielleicht ist es die Unsicherheit hinsichtlich des weiteren Ziels, das mir intuitiv das Erwachen ankündigt, das dann auch umgehend einsetzt; der Versuch, mich mit einem erneuten „Bewusstsein! Sofort!“ abzufangen, fruchtet nicht. Das Treppenhaus und die Wohnungstür meiner Eltern links von mir verschwinden in undefinierbarem Grau, eine Destabilisierung tritt ein und ich erwache in meinem richtigen Bett. Es ist 5:55 Uhr.

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