Sommerland und Küsse im Auto

Im Traum besuche ich mit den Kindern meiner Klasse eine Art Anwerbezentrum der Bundeswehr; schon Grundschulkindern soll hier – eigentlich ziemlich abgeschmackt – der militärische Dienst schmackhaft gemacht werden.
Schließlich machen wir uns daran, das Gebäude zu verlassen. Schon im Foyer springe ich kraftvoll über die verschiedensten Geländer und Einrichtungsgegenstände hinweg und demonstriere, dass ich heute spielend in der Lage wäre, selbst den anstrengendsten Fitnessparcour zu meistern.
Jenseits der Glastür fliege ich über die Grünanlagen des geplasterten Vorhofs hinweg und erlange dabei volle Luzidität. Ich drehe meine Kreise im sonnigen und blauen Morgenhimmel; alles ist durchlebt von einem herrlichen, frischen Freiheitsgefühl. Und sommerlich grüne Fluren breiten sich unter mir aus. Mitten in der Luft begegne ich allerdings einem merkwürdigen Hindernis: einem dunklen Rollladen, der vom Himmel her nach unten fährt; er ist in kein Fenster eingelassen, sondern erstreckt sich von einer Himmelsrichtung zur anderen in die Unendlichkeit. Ich packe ihn mit beiden Händen, drücke ihn hoch und kann ihn tatsächlich ein wenig aufhalten, sodass es mir ohne größere Mühe gelingt, unter ihm hinwegzutauchen und meinen Flug durch die Landschaft fortzusetzen. Tiefer unten, über einem Gebiet, das wieder dem gepflasterten und von Grünanlagen aufgeteilten Hof ähnelt, fliege ich eine Linkskurve und beschließe, einem Vorschlag von William Buhlman in „Out of Body“ folgend, zum innersten Kern meiner Selbst vordringen.
Im Flug schließe ich dazu die Augen und wünsche mich dorthin. Rein intuitiv meine ich, diesen Ort zu erreichen, sobald die Helligkeit vor meinen geschlossenen Augen von selbst stark zunimmt, es heller und heller wird. Es bleibt aber bei einem körnigen Grau. Schließlich öffne ich die Augen und finde mich in der Situation des falschen Erwachens wieder. Es bietet sich mir ein etwas verzerrter Blick in mein halbdunkles Schlafzimmer. Durch heftige Schwimmbewegungen will ich fort aus dem Bett, spüre aber einen Widerstand, ein Gewicht, das mich am Ort festhält. Schnell greife ich zu meiner Rechten nach dem Kopfende des Bettes und ziehe mich weg. Das gelingt, ich komme frei und fliege über die rechte Matratze hinweg aus dem Schlafzimmer.
Draußen fliege ich in einen herrlichen blauen Himmel über einen wunderschönen, grünen Sommerland. Erneut muss ich den dunklen Rollladen, der als Barriere vom Himmel herunterhängt, unterfliegen.
Sodann erkenne ich seitlich und hinter mir im Augenwinkel eine hoch in den Himmel aufragende Hausfassade, die der des Mietshauses meiner Eltern in meiner Jugend gleicht.
Rechts oben unterhalb des Dachvorsprungs ist dort ein unbehauener gelber Sandsteinfelsen eingelassen, der wie eine Nase in den Himmel hinausragt. Dort fliege ich hinauf, lasse mich auf der flachen Oberseite des Sandsteins nieder und blicke von dort aus in die beträchtliche Tiefe. Jenseits einer asphaltierten Straße wie vor der Südseite meines Elternhauses erblicke ich dort ein niedriges Haus, an dessen Fenster eine junge Blondine in einem weißen Kleid steht.
Wie um das Bild einer Art sommerlichen Hippie-Idylle perfekt zu machen, sehe ich sie mit einem ausladenden Armschwung weiße Blütenblätter aus dem Fenster streuen.
„Die küsse ich!“, denke ich mir schlicht.
Mich noch einmal rückversichernd, dass ich tatsächlich im Traum bin, schwinge ich mich aus großer Höhe nach unten.
Unten wandelt sich das Häuschen in einen alten gelben Mini mit braunen Ledersitzen. Durch das rechte Wagenfenster gleite ich nach innen und setze mich auf den Fahrersitz vor das große schwarze Lenkrad.
Das Mädchen sitzt jetzt mir zugewandt auf der Konsole mit dem Schaltknüppel. Sie hat große blaue Augen, blondiertes Haar, das Strähnen ihres normalerweise offenbar dunkelblonden Haares aufweist.
Sie trägt einen blassrosa Lippenstift und rechts oben in der Oberlippe einen kleinen weißen Schmuckstein wie ein Bergkristall.
„Wie heißt denn du?“, frage ich sie.
„Kann ich dir nicht sagen!“, antwortet sie – entweder um ein Geheimnis daraus zu machen oder weil sie es wirklich nicht weiß?
Wie auch immer – ich verschwende nicht viel Zeit.
Ich neige den Kopf zur Seite und bereitwillig lässt sie sich küssen; unsere Lippen berühren sich und unsere Zungenspitzen – und (leider) im gleichen Augenblick beginnt sofort und unaufhaltsam die Überblendung ins Erwachen; das geschieht dummerweise immer dann, wenn es am interessantesten wird. Es ist 7:59 Uhr.

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