Das Zauberlied

In einem Traum von äußerst seltsamer Stimmung besuche ich eine Gartenparty, auf der sich alle Gäste mir gegenüber sehr ablehnend verhalten, als hätte ich irgendetwas ausgefressen und sei als Besucher völlig unerwünscht. A., begleitet von einem Mann Mitte Vierzig, Anfang Fünfzig, grau melierter und gekräuselter Bart, Brille, ist ebenfalls anwesend.
Trotz der abweisenden Haltung einiger Gäste, die insbesondere von A. geschürt wird, beschließe ich, mich jetzt erst recht nicht vertreiben zu lassen. Ich bediene mich am Büfett, kehre zum Tisch zurück und entdecke, dass ich an meinem Platz links hinten an der Tischecke keinen Teller habe, um das Baguette, das ich mir genommen habe, abzulegen.
So lege ich es einfach auf die weiße Tischdecke. Allerdings läuft etwas Sauce von den Brothälften herunter und beschmutzt das weiße Leinen. Die Tatsache, dass ich als unerwünschter Gast auch noch die Tischdecke versaue, bringt mir allgemeines Missfallen ein. Schnell nehme ich mir, auf die Gefahr hin, weiteren Anstoß zu erregen, einfach einen unbenutzten Teller von der gegenüberliegenden Seite des Tisches weg und lege meine Speisen darauf.
Daraufhin protestiert die Person mir gegenüber, ich hätte ihr einfach ihren Teller weggenommen. Um nicht noch mehr Unmut zu erzeugen, eile ich hinüber zum Büfett, um dort einen frischen Teller für mein Gegenüber zu organisieren.
Demonstrativ jagt mir jedoch ein anderer Partygast forsch voraus, schnappt sich einen Teller und eilt an den Tisch, um mir ja keine Gelegenheit zu geben, meinen „Fauxpas“ selbst wieder gut zu machen. Beide rasen wir, die Ersatzteller in Händen, zurück und setzen sie beinahe gleichzeitig auf den Tisch, sodass beide Teller aneinanderschlagen und zu Bruch gehen.
Die Schuld an dieser Panne wird indes allein mir zugeschrieben. Und urplötzlich werde ich von rechts her mit einer Unmenge an Messern und Gabeln beworfen, wehre den Schwarm an Wurfgeschossen jedoch problemlos und ohne irgendwelche Schmerzen oder Verletzungen zu erleiden, mit dem rechten Arm ab.
Ich werde zornig über all die selbstgerechten Arschlöcher auf dieser Gartenparty, zugleich stellt sich – durch den schmerzfreien Beschuss mit Essbesteck – ein prä-luzider Moment ein. Allerdings bin ich so wütend über das Verhalten hier, dass ich mich nicht völlig vom Traumgeschehen lösen kann.
Jedoch ist mir klar, dass ich jetzt in diesem Traum eine allmächtige Position innehabe und alles tun kann, was mir beliebt. So hebe ich ab, schwebe über den Tisch hinweg zu A. und deren Begleiter, die ich als Hauptinitiatoren als des Unmuts gegen mich identifiziert habe. Ich lande vor ihnen auf der Tischkante und schaue auf sie herab; sie glotzen blöd zu mir herauf.
Jetzt zeig´ ich euch mal, was hier Sache ist, meine ich zu ihnen und stimme, mit getragener Stimme wie ein Opernsänger, ein magisches Lied an, dessen Text mir einfach so zufliegt:

Das ist das Lied vom Nimmermann,
ich sing´dir, was es bewirken kann,
schließ´ die Augen
und bleibt steh´n!

Beim Singen kreise ich über ihren Köpfen und zeige schließlich, beim letzten Vers angelangt, mit dem Zeigefinger auf die Herzregion des Mannes. Dieser erstarrt mit offenen Augen und in dem Augenblick erwache ich. Mir schien, als hätte ich in meiner Wut – gleich „Carrie“ in Stephen Kings Roman – das Herz dieses Menschen einfach durch meine Willenskraft zum Stehen gebracht. Allerdings scheint es mir, dass ich es, wenn ich wollte, mit einem Abschlussreim wie „Und jetzt kannst du weitergeh´n!“ wieder in Gang setzen könnte.
Wie auch immer – trotzdem gut, dass man in der physischen Realität nicht allmächtig ist! Man könnte, wenn einem, bis aufs Blut gereizt, der Gaul durchgeht, Sachen bewirken, die man hinterher bereut, weil sie ja gar nicht gewollt waren und den eigenen Prinzipien eigentlich überhaupt nicht entsprechen.

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