Der elende Wecker

Ich träume, gegen 10 Uhr morgens eine Spritztour mit dem Auto in ein Nachbardorf zu unternehmen. Im Ort angelangt will ich an der nächsten Straße rechts wenden und zurückfahren. An der Stelle, an der ich wenden möchte, hindert mich jedoch dichter Verkehr bei meinem Fahrmanöver. So bleibe ich notgedrungen ganz rechts am Bordsteinrand stehen, wobei unmerklich mein Auto verschwindet. Stattdessen stelle ich jetzt ein silbergraues Fahrrad ganz rechts an einer Betonwand ab und klettere, um dem Gedränge zu entgehen, die Wand hinauf. Oben gelange ich auf eine geländerbewehrte Fläche gleich einer Aussichtsplattform, von der links eine schmale Betontreppe seitlich wieder hinunter auf die Straße führt. Ich höre Stimmen, die sich über mein abgestelltes Fahrrad unterhalten, und will daher wieder hinunter. Ich nehme die Treppe und hangle mich dann, um schneller voranzukommen, an der Betonwand entlang. An der Ecke der Wand hängend dämmert mir der Verdacht, in einem Traum zu sein, und führe einen gelingenden Realitätstest durch. Traumbewusst stoße ich mich von der Ecke auf die Straße hinaus, schwimme einige Züge in der Luft und wechsle in einen Gleitflug mit ausgebreiteten Armen über. So geht es viel besser, freier und schneller. Auf der Aussichtsplattform befinden sich nun einige Zuschauer, darunter auch S., ein Schüler, der mein Flugmanöver bestaunt. Leider reißt mich in diesem Moment, als ich die Leichtigkeit meines Fluges spüre und genieße, das Weckerklingeln aus dem Traum. Es ist 4:30 Uhr. Pech, es hätte noch eine Weile so weitergehen können.

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Auflösung der Illusion

Luzid geworden stoße ich mit meinem Auto rückwärts aus einer Parklücke heraus, ohne auf die anderen Wagen und den Verkehr zu achten, da ich genau weiß, dass kein Crash passieren wird und selbst dann keinerlei Gefährung und Schaden entsteht, wenn ich Fahrzeuge hinter mir ramme. Schließlich lasse ich die traumhafte Illusion des Autos völlig los, steige hoch in die Luft auf und lande auf einer breiten und belebten Straße, die von betongrauen Gebäuden gesäumt ist. In der Menge fällt mir vor allem eine kräftige Frau mittleren Alters mit langen dunklen Haaren ins Auge, die an mir vorübereilt.
Wie ich es mir vorgenommen habe, will ich mit einem Mehr an Bewusstheit in die Erfahrung gehen und deklamiere daher wiederholt die Worte „Steigere das Bewusstsein!“; dies mündet in einer völligen Auflösung jeder traumähnlichen Illusion, was wiederum dazu führt, dass ich erneut in einem OBE-Zustand im Schlafzimmer auftauche.
Auf dem Rücken liegend und im Halbdunklen zur Zimmerdecke und zur Lampe dort aufblickend, will ich zur Decke aufwärts schweben, was aber auch durch Armbewegungen unterstützt nicht gleich gelingt.
Stattdessen sehe ich meine Arme als gräuliche transparente Gebilde vor meinen Augen, die sich ein- und ausblenden und sogar (wie zwei übereinandergelegte Negative) überlagern.
Da mich das nicht weiterbringt, schwebe ich, jetzt mühelos, nach links aus dem Bett hinüber zum Schlafzimmerfenster.
An dessen Rahmen und Griffen ziehe ich mich in Richtung Zimmerdecke nach oben; Kondenswassertropfen sind außen an der Scheibe zu sehen, als würde diese schwitzen.
Oben angekommen hangle ich mich an Deckenlampe und Rauchmelder als „Kletterhilfe“ die Zimmerdecke entlang zur Tür, switche hinaus und hinüber ins Arbeitszimmer.
Diesmal stelle ich, mitten im Raum unter der Decke schwebend, in der Situation selbst fest, dass sich dadurch kein unwillkürlicher Orts- bzw. Traumdimensionswechsel ergeben hat. Ich bin nach wie vor in meinem Haus und das Arbeitszimmer sieht genauso aus, wie ich es erwarte. Der einzige Unterschied zur Wachwirklichkeit scheint mir darin zu bestehen, dass das linke Fenster verdunkelt ist und, wohl an der Gardinenstange aufgehängt, eine beige Hose zum Trocknen vor dem Fenster aufgehängt ist. Ich packe sie und will sie zur Seite ziehen bzw. herunterholen, um nach draußen zu sehen, als ich schnell erwache. Es ist 5:48 Uhr.

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Ein unerwarterer Gast

Auf dem Weg zu meinem Arbeitsplatz stelle ich fest, dass ich in einer ausgeleierten Jogginghose und mit meinen alten Filzpantoffeln in der Gegend umherlaufe. So kann ich doch unmöglich in die Schule gehen!
Wo ich soeben noch eine Fußgängerampel passiert habe, laufe ich nun, ohne eine szenische Unterbrechung zu bemerken, auf dem betonierten Pfad entlang, der in früheren Jahren um mein Elternhaus herumführte. Die Szenerie ist sonnig wie an einem Augustmittag.
Traumbewusst werde ich mir klar, dass ich das Problem mit den unpassenden Klamotten doch eigentlich ganz einfach lösen könnte. Ich reibe meine Hände und unternehme das Experiment, durch Konzentration eine adäquate Kleidung erscheinen zu lassen. Schließlich greife ich mit geschlossenen Augen an meine Beine und stelle fest, dass sich an den Jogginghosen und den ollen Hausschuhen nichts geändert hat.
Obgleich der Materialisationsversuch nicht geklappt hat, will ich damit keine weitere Traumzeit vergeuden. Ich denke „Egal“ und schwinge mich zum Flug auf, wobei ich in eine Verdunklung aufsteige.
Als ich die Augen öffne, finde ich mich in einen OBE-Zustand in meinem von der Tür her matt erhellten Schlafzimmer versetzt. Mühelos gleite ich nach rechts über die Doppelbettmatratze hinweg und komme rechts neben dem Bett zum Stillstand.
Ich schaue kurz ins Bett zurück, sehe aber nur die zurückgeschlagene Bettdecke und die leere Matratze; ein „zurückgelassener“ physischer Körper ist nicht zu sehen.
Von meinem Standpunkt aus drehe ich eine Runde durch das Schlafzimmer. An der Fußseite des Bettes sind Unterschränke angebracht, deren ich zwei öffne, um den Inhalt zu untersuchen. Darin sind ältere Bücher und Papiere eingelagert. Bei diesen Untersuchungen denke ich an meine Lektüre von Frederick C. Sculthorps „Meine Wanderungen in der Geisterwelt“, wo es im Nachwort hieß, dass bei Ätherprojektionen auch physische Einwirkungen auf die Umgebung möglich seien.
Links am Bettkasten sind am Kopfende des Bettes noch drei weitere Schubladen angebracht, eine mit einem chromfarbenen Griff.
Die hintere dieser Schubladen lasse ich offen, weil ich mal wieder das kleine Klarträumerspielchen spiele, ob ich vielleicht doch im Traum irgendwelche Auswirkungen auf die physische Umgebung erzeugen könnte.
Danach verlasse ich das Schlafzimmer und finde mich, ohne es in der Situation selbst zu registrieren, in der Wohnung meiner Eltern wieder.
Ich betrete das Wohnzimmer, wo ich von der Couch aus aus dem Fenster blicke. Draußen ist ein herrlicher Morgen, dessen Sonnenlicht vom Osten her die Bäume entlang der Stettinerstr. vergoldet. Ich frage mich, ob es auch in der Wachwirklichkeit ein so herrlicher Morgen ist!
Nun gehe ich weiter zu meinem ehemaligen Zimmer. Die Tür ist geschlossen, aber nicht abgeschlossen, sodass ich einfach hineingehen kann.
Drinnen ist es dunkel, denn der Rollladen ist geschlossen, doch dringt das goldene Morgenlicht vom Flur her in den Raum. So erkenne ich, dass jemand in meinem Bett liegt!
Neugierig schlage ich die Bettdecke zurück und erkenne, dass es E. ist.
Er ist wach bzw. soeben erwacht und schaut mich wortlos und ohne jede Überraschung an.
Ich setze mich zu ihm ans Bett, einfach neugierig, wie sich dieser unerwartete Kontakt weiter entwickeln wird. Leider schleicht sich genau hier das Erwachen dazwischen; es ist 6:00 Uhr. Womöglich hat mich der Schlag der Pendeluhr im Untergeschoss aufgeweckt.
Im realen Schlafzimmer hat sich natürlich nichts geändert. Und draußen herrscht auch kein strahlender Morgen. Es ist noch winterlich dunkel und die Autos sind mit einer Schneeschicht bedeckt.
In Zukunft, so viel scheint klar, muss ich gleich zu Beginn einer Exkursion auch die eine oder andere Technik zur zusätzlichen Steigerung der Bewusstheit anwenden. Dann wäre mir auch der urplötzliche Wechsel aus meinem Haus in die Wohnung meiner Eltern in der Situation selbst klar geworden und nicht erst hinterher.

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Das alte Ego

Gleich in mehreren Träumen, mindestens in zweien, bin ich heute auf den Treppenaufgängen und den Korridoren eines Krankenhauses unterwegs; ich bin auf der Suche nach meinem eigenen Selbst.
In einem weiteren Traum nimmt mein festes Interesse, luzid weiter zu träumen, Gestalt an. Ich befinde mich wiederum auf einem Gang. Aus einer Tür mit Glaseinsatz rechts an der Wand tritt jemand hervor, der den ich als mein altes Ego ansehe. Seltsamerweise sieht die Person exakt wie der Schauspieler Gustl Bayrhammer aus, der z. B. im „Pumuckl“ den Meister Eder verkörpert hat. Der bayrische Urtyp mit dickem Bauch, dunkler Weste mit goldenen Knöpfen und Hut schaut zwar nicht in meine Richtung, kommt aber dennoch herüber und setzt sich zu mir auf eine Bank entlang der Wand.
Den Rücken an die Wand gelehnt, den rechten Arm wie zur Entspannung bequem über dem Kopf gelegt, das Gesicht an den Oberarm gelehnt, spreche ich mit ihm.
Welche Frage ich ihm geschickterweise stellen und wie ich sie formulieren soll, bin ich mir nicht sicher. Völlig zufrieden bin ich daher mit meiner ersten Frage nicht.
Was kann er mir über den Sinn des Daseins und das, was zu tun ist, sagen?
Er antwortet recht leise, als wolle er mir ein persönliches Geheimnis anvertrauen:
Ich solle es keinem sagen, meint er, aber er habe später im Leben (damit verbindet er, ohne es direkt zu kommunizieren, sein 72 Lebensjahr) erkennen müssen, dass er sich von der Religion absetzen müsse. Er spricht tiefstes Bayrisch, so dass ich seinen Ausführungen kurzweilig nicht recht folgen kann. Es läuft aber darauf hinaus, dass sie mithin zu vielen Kriegen beigetragen habe. Etwas erstaunt stelle ich für mich fest, dass seine Mitteilungen keineswegs eine große Erleuchtung als vielmehr eine doch recht hausbackene Religionskritik darstellen.
Schließlich frage ich ihn noch, ob er mir sagen könne, was in der Zukunft komme und was ich persönlich machen solle.
Dazu schweigt er.
„Was in der Zukunft sein wird, wisst ihr Geistrer also genauso wenig wie wir Lebenden?“, schlussfolgere ich.
Und er bejaht diese Aussage. In diesem Moment erwache ich; ich liege, den rechten Arm über dem Kopf abgewinkelt, die Wange an den Oberarm gelegt, also in genau der gleichen Haltung, die ich eben an der Wand im Krankenhaus sitzend innehatte.
Es ist 8:01 Uhr.

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