Ein unerwarterer Gast

Auf dem Weg zu meinem Arbeitsplatz stelle ich fest, dass ich in einer ausgeleierten Jogginghose und mit meinen alten Filzpantoffeln in der Gegend umherlaufe. So kann ich doch unmöglich in die Schule gehen!
Wo ich soeben noch eine Fußgängerampel passiert habe, laufe ich nun, ohne eine szenische Unterbrechung zu bemerken, auf dem betonierten Pfad entlang, der in früheren Jahren um mein Elternhaus herumführte. Die Szenerie ist sonnig wie an einem Augustmittag.
Traumbewusst werde ich mir klar, dass ich das Problem mit den unpassenden Klamotten doch eigentlich ganz einfach lösen könnte. Ich reibe meine Hände und unternehme das Experiment, durch Konzentration eine adäquate Kleidung erscheinen zu lassen. Schließlich greife ich mit geschlossenen Augen an meine Beine und stelle fest, dass sich an den Jogginghosen und den ollen Hausschuhen nichts geändert hat.
Obgleich der Materialisationsversuch nicht geklappt hat, will ich damit keine weitere Traumzeit vergeuden. Ich denke „Egal“ und schwinge mich zum Flug auf, wobei ich in eine Verdunklung aufsteige.
Als ich die Augen öffne, finde ich mich in einen OBE-Zustand in meinem von der Tür her matt erhellten Schlafzimmer versetzt. Mühelos gleite ich nach rechts über die Doppelbettmatratze hinweg und komme rechts neben dem Bett zum Stillstand.
Ich schaue kurz ins Bett zurück, sehe aber nur die zurückgeschlagene Bettdecke und die leere Matratze; ein „zurückgelassener“ physischer Körper ist nicht zu sehen.
Von meinem Standpunkt aus drehe ich eine Runde durch das Schlafzimmer. An der Fußseite des Bettes sind Unterschränke angebracht, deren ich zwei öffne, um den Inhalt zu untersuchen. Darin sind ältere Bücher und Papiere eingelagert. Bei diesen Untersuchungen denke ich an meine Lektüre von Frederick C. Sculthorps „Meine Wanderungen in der Geisterwelt“, wo es im Nachwort hieß, dass bei Ätherprojektionen auch physische Einwirkungen auf die Umgebung möglich seien.
Links am Bettkasten sind am Kopfende des Bettes noch drei weitere Schubladen angebracht, eine mit einem chromfarbenen Griff.
Die hintere dieser Schubladen lasse ich offen, weil ich mal wieder das kleine Klarträumerspielchen spiele, ob ich vielleicht doch im Traum irgendwelche Auswirkungen auf die physische Umgebung erzeugen könnte.
Danach verlasse ich das Schlafzimmer und finde mich, ohne es in der Situation selbst zu registrieren, in der Wohnung meiner Eltern wieder.
Ich betrete das Wohnzimmer, wo ich von der Couch aus aus dem Fenster blicke. Draußen ist ein herrlicher Morgen, dessen Sonnenlicht vom Osten her die Bäume entlang der Stettinerstr. vergoldet. Ich frage mich, ob es auch in der Wachwirklichkeit ein so herrlicher Morgen ist!
Nun gehe ich weiter zu meinem ehemaligen Zimmer. Die Tür ist geschlossen, aber nicht abgeschlossen, sodass ich einfach hineingehen kann.
Drinnen ist es dunkel, denn der Rollladen ist geschlossen, doch dringt das goldene Morgenlicht vom Flur her in den Raum. So erkenne ich, dass jemand in meinem Bett liegt!
Neugierig schlage ich die Bettdecke zurück und erkenne, dass es E. ist.
Er ist wach bzw. soeben erwacht und schaut mich wortlos und ohne jede Überraschung an.
Ich setze mich zu ihm ans Bett, einfach neugierig, wie sich dieser unerwartete Kontakt weiter entwickeln wird. Leider schleicht sich genau hier das Erwachen dazwischen; es ist 6:00 Uhr. Womöglich hat mich der Schlag der Pendeluhr im Untergeschoss aufgeweckt.
Im realen Schlafzimmer hat sich natürlich nichts geändert. Und draußen herrscht auch kein strahlender Morgen. Es ist noch winterlich dunkel und die Autos sind mit einer Schneeschicht bedeckt.
In Zukunft, so viel scheint klar, muss ich gleich zu Beginn einer Exkursion auch die eine oder andere Technik zur zusätzlichen Steigerung der Bewusstheit anwenden. Dann wäre mir auch der urplötzliche Wechsel aus meinem Haus in die Wohnung meiner Eltern in der Situation selbst klar geworden und nicht erst hinterher.

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