Eine verpasste Party

In einem Traum mit mindestens einem prä-luziden Moment ziehe ich schließlich auf einem Spielplatz mit hellem, von Grasbüscheln durchsetztem Sandboden meine Kreise; im Kraulmodus ruderte ich geschwind gegen den Uhrzeigensinn umher. Ich halte kurz inne.
„Ah, ein luzider Traum!“, vergegenwärtige ich mir meine Lage.
Ich fahre fort, mit dem Rückenschwimmen zu spielen, das eleganter und schneller vonstatten geht als das Brustschwimmen.
Der Spielplatz befindet sich im Innenhof eines großen, z. T. weiß gestrichenen Betongebäudes.
Zu guter Letzt will ich den Ort verlassen und das weitere Traumumfeld erkunden. So schwebe ich zu einer Art Unterführung, die womöglich durch so etwas wie eine Tiefgarage des Gebäudes nach draußen führt.
Allerdings höre ich plötzlich die Stimme von L., einer Schülerin, vom Spielplatz her. Sie will mir eine Disko hier im Gebäude zeigen.
Und tatsächlich höre ich jetzt, darauf aufmerksam geworden, Diskolärm. Eine männliche Stimme grölt irgendeinen deutschen Schlager in ein Mikro. Das interessiert mich eigentlich nicht wirklich. Dennoch beschließe ich, L.s Impuls zu folgen und mir das anzuschauen.
Ich überquere den Spielplatz, wende kurz den Brustschwimmstil an, der mich tatsächlich weniger schnell voranbringt als das Kraulen in der Bauchlage.
Auf der anderen Seite tut sich unter dem ersten Stock des Gebäudes ein niedriger, tunnelförmiger Eingang auf, wie der Zugang zu einem Kellergeschoss. Dort unten muss wohl die Party zugange sein. So tauche ich ein.
Wände und Boden des Tonnengewölbes bestehen aus glatten dunkelgrauen, exakt gefugten Steinquadern, die wie nass im Licht der mit Abständen zu beiden Seiten angebrachten Neonröhren spiegeln. L. ist hier unten plötzlich nirgendswo mehr zu sehen. Zudem gibt es hier unten plötzlich nur noch zwei Farben: grau und ein grelles, lebloses Weiß, das von den Lampen ausgeht. Auf dem Weg nach unten über die breite Treppe stoße ich mich mit dem nackten Fuß an einer der Stufen ab; das Gefühl der Berühung, kantiger Beton, ist völlig realistisch.
Unten verbreitert sich der Gang kurz und viele Details sind zu sehen. Ein unterirdisches Wasserführungssystem kreuzt meinen Weg, ein in einer betonierten Fassung geführter Wasserstrom, der unter mir entlangplätschert; breite Treppenabsätze und Seitengänge im weiten Raum dieser Unterwelt.
Doch folge ich dem Hauptweg geradeaus in die Tiefe.
Der abfallende Tunnel wird wieder einförmiger und nur wenig weiter enden die Neonleuchten an den Seitenwänden.
„L., wo ist denn deine Disko?“, rufe ich laut und prüfe das Echo; es halt deutlich und klar durch den steinernen Tunnel.
Ca. zwei Lampen weiter gibt es keinerlei Beleuchtung mehr und mein Weg führt mich in die dunkle Void; der Umraum löst sich in ein lichtloses nebeliges Nichts auf, das zum Ende des Traums hinführt. Beim Hindurchtauchen in den Wachzustand schnappe ich noch einzelne Fragmente des Diskolärms auf.
Es ist 7:50 Uhr.

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