Tischleindeckdich

Astral

In der heutigen Samstagsübung bin ich mal wieder mit meinem Auto unterwegs und befahre schließlich die Zufahrt unseres alten Ferien- und Wochenenddomizils in Billigheim-Ingenheim; auf der Einfahrt laufen mir Jugendliche achtlos, ohne sich auch nur mal umzudrehen, vor dem Kühler herum. Mich durch die Gruppe unaufmerksamer Teenager durchlavierend biege ich nach dem Zufahrtsbereich links in den ersten Sand- und Splittweg ein, der zu unserer Parzelle führt.
Unvernünftiges Volk, denke ich, mir muss nur versehentlich die Kupplung wegrutschen und schon kommen sie unter die Räder!
Beim Befahren des Weges dunkelt es, als bräche die Nacht herein; das Auto verschwindet unmerklich und ich betrete zu Fuß den Platz.
Als ich das Wiesenstück auf unserer Parzelle überquere, bin ich vollluzid. Im Lauf überprüfe ich kurz den Bewusstseinszustand, indem ich für einen Moment in den Flug übergehe und in den Vorraum unserer Unterkunft eintauche. Das bringt völlige Klarheit. Sofort bringe ich mich aber wieder in den „normalen“ Gehmodus, denn ich beschließe, ohne besondere Spielchen in Interaktion mit der Situation vor Ort zu treten.
Durch den Vorraum gehe ich in den Schlafbereich. Interessant ist, dass es in der Traumszenerie jetzt nicht mehr Abend oder Nacht, sondern bereits früher Morgen geworden zu sein scheint. Meine Eltern sind bereits wach. Und mein Bett sieht so aus, als hätte ich darin geschlafen; Bücher und zerknüllte Taschentücher liegen auf der Bettdecke. Ich mache mich daran, sie aufzuräumen und Ordnung zu schaffen.
Vater kommt hinter mir im Schlafanzug vorbei und fragt, wieso ich so verzückt dreinschaue. Er scheint sich nicht bewusst zu sein, dass dieses Erlebnis in einer nicht-alltäglichen Wirklichkeitsdimension stattfindet und versteht daher meine Faszination nicht.
Vor dem Fenster jenseits meines Bettes ist jetzt ein strahlender Morgen voll goldenem Licht angebrochen und ich beobachte, wie ein großer brauner Hase durch das Buschwerk und das hohe Gras auf der Nachbarparzelle außer Sicht hüpft.
Nun gehe ich zurück in den Vorraum, wo Mutti, ihrerseits noch im Schlafanzug, offenbar mit der Vorbereitung des Frühstücks befasst ist.
Rechts neben der Sitzecke (dieser Standort entspricht nicht der damaligen Raumaufteilung) steht ein älterer Kühlschrank, dessen Oberseite ziemlich in die Jahre gekommen ist. Hier versuche ich ein „magisches“ Experiment. Mit Handbewegungen und Konzentration will ich die leere Ablagefläche obenauf als Tischleindeckdich nutzen und dort Frühstücksutensilien erscheinen lassen. Doch meine Bemühungen fruchten nicht. Vielleicht ist die Bewusstheit nicht ausgeprägt genug?
Nochmals führe ich eine Zustandskontrolle durch, indem ich unter die Holzdecke aufsteige und mich dort kurz in der Bauchlage um den eigenen Schwerpunkt drehe. Alles ist in Ordnung, der Zustand stabil.
„Merkwürdig, das ist das einzige Wunderding, das ich hier wirklich zuverlässig beherrsche!“, sage ich aus dem Flug heraus zu meiner Mutter. „Aber den Frühstückstisch wie ein Tischleindeckdich zu füllen, vermag ich nicht!“
Sie wirkt keineswegs überrascht, dass ich unter der Zimmerdecke herumfliege.
Das mit dem Fliegen hätte ich schon öfter und auch von anderen berichtet, antwortet sie sinngemäß und fügt die seltsame Frage „Aber meine Füße nehmen kannst du?“ an.
„Ja!?“, meine ich verwundert.
Plötzlich liegt Mutter bäuchlings in der Luft, die Füße in Richtung Esstisch, auf dessen Plastiktischdecke noch Dinge vom Vortag herumliegen und der vor dem Frühstück eigentlich noch abgewischt gehört.
Ihren Anweisungen folgend lege ich meine Arme um ihr Beinpaar und schlage die mit dünnen Halbsöckchen bewehrten Füße in einem langsamen Takt auf den Tisch, da es nicht ganz einfach ist, den Schwerpunkt des in der Luft liegenden Körpers auszutarieren.
„Schneller!“, meint Mutter.
So schlage ich schneller: Tapp, tapp, tapp.
Nun manifestieren sich, für einen Sekundenbruchteil transparent, dann aber sofort völlig materiell, zwei Essbestecke, funkelnd polierte Gabeln, Messer und Löffel, auf zwei dunkelgrünen Papierservietten an den beiden langen Seiten des Tisches!
Ich schlage erwartungsvoll weiter, doch es passiert nichts Weiteres; Speisen oder weitere Gegenstände tauchen nicht aus dem Nichts auf. Zumal spüre ich in diesem Augenblick, wie ich in ein Erwachen in der Rückenlage im Bett übergehe. Es ist kurz nach 5:30 Uhr.

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