Begrenztheit

Astral

Zurückversetzt in ein Alter von vielleicht 12 oder 13 Jahren halte ich mich mit zahllosen anderen Kindern in einer gigantischen Schwimmhalle mit Besucherrängen auf. Treppauf und durch einen Vorraum gehe ich links in den Jungsbereich und suche meinen Platz, finde ihn aber nicht.
Irgendwann denke ich: „Wenn du hier in der Luft schwimmen kann, dann bist du im Traum!“
Es folgt eine Überblendung ins dunkle Schlafzimmer, wo ich mich auf der Matratze liegend im Rückenschwimmen erprobe. Ich komme zwar nicht von der Stelle, es klappt aber halbwegs. Dennoch habe ich noch Zweifel, eine Exkursion hinzubekommen. Ein Realitätstest bestätigt aber die grundsätzliche Möglichkeit dazu. Schließlich drehe ich mich über links in die Luft und bringe, das Gesicht Richtung Fußende des Bettes, meine Füße links neben dem Bett zu Boden.
Noch kann ich nichts sehen, doch rhythmisches Klatschen auf den Körper als haptische Stabilisierung lässt einen Schein goldenen Lichts in meinem Gesichtsfeld erscheinen, das von der Schlafzimmertür herkommt. Schon kann ich gut sehen und fliege durch das realistisch anmutende Schlafzimmer hinüber in das ebenso unauffällige Arbeitszimmer. Das gedämpfte goldene Morgenlicht dringt dort durch die ostseitigen Fenster hinein.
Kurz überlege ich, ob ich stoppen, einfach hier im Raum bleiben und innerhalb dieses Traumzustandes eine Meditationsübung beginnen soll. Meditationen sollen innerhalb des Traumzustandes ausgeführt wesentlich effektiver sein als im Wachzustand. Nachdem ich zur Sicherung noch einen fixen RC eingeschoben habe, fliege ich jedoch schnellentschlossen durch die Fensterscheibe nach draußen in den Garten.
Dunkelgrünes hochgewachsenes Gras und Kräuter bedecken sowohl mein als auch die beiden benachbarten Gartengrundstücke.
Richtung Osten existiert indes keinerlei Bebauung. Alle Häuser, die dort in der physischen Wirklichkeit stehen, sind nicht vorhanden. Ich habe ungehinderten Ausblick in die Rheinebene, in die ich immer geradeaus fliegen will, soweit ich irgend komme.
Leider erkenne ich schon kurz vor dem Grundstücksende, das der Osten von dunkelgrauen Nebelschwaden und Wolkengebilden verhangen ist. Fliege ich dort hinein, wird die Szenerie in ein graues, undifferenziertes Nichts übergehen.
Der Eindruck entsteht, ich bewegte mich innerhalb eines begrenzten Lichtspots, der nur die drei Gartengrundstücke hinter dem Haus erfasst.
Ich beschließe, innerhalb dieses Kreises zu verbleiben, auch wenn ich es ein wenig unbefriedigend und begrenzend empfinde.
In schwungvollen Kreisen jage ich dort auf und ab, fühle mich aber durch ein flatterndes weißes Hemd gestört, das sich im Armbereich eng um meinen Oberkörper gewickelt hat. Ich werfe es ab; ebenso das weiße T-Shirt, das ich darunter trage. Nun fühle ich die kühle, aber nicht unangenehme Luft im Flug an meinem unbekleideten Körper entlangstreifen. In der Rückenlage meine nackten Beine betrachtend probiere ich kurz, eine Hose zum Erscheinen zu bringen, doch das hat keinen Effekt und würde sicher nur mit hohem, aber wohl kaum lohnendem Konzentrationsaufwand zu realisieren sein. Ich fliege lieber weiter.
Zu meiner Verwunderung sind urplötzlich begrenzende Wände um mich erschienen. Es ist, als flöge ich nun in einem großen Zimmer und nicht mehr im Freien umher. Das Zimmer hat genau an derselben Stelle sonnenbeschienene Fenster wie mein reales Arbeits- bzw. mein Wohnzimmer im EG. Erneut durchfliege ich die Fenster und gerate in eine wesentlich hellere Gartenszenerie. Diesmal sind die Grundstücke von einem ausgedehnten Feld gemähten Rasens von lebhaftem Grün dominiert. Im Osten steht die helle Sonnenscheibe am Himmel. Als ich ein wenig aufsteige, entdecke ich etwas Erstaunliches: Auf der Höhe des Dachfirsts schiebt sich von oben her eine schwarze runde Blende über die Sonne! Eine Sonnenfinsternis tritt ein. Schwebe ich wieder einige Meter nach unten, verschwindet die Blende wieder. Es ist, als reichten die paar Meter Höhenunterschied hier aus, um über eine Bedeckung der Sonnenscheibe durch den Mond zu entscheiden! Auch ein zweiter Versuch bringt dasselbe Ergebnis!
Schließlich vertreibe ich mir die Zeit mit Fliegen, wobei ich aus dem Garten zurück ins unmöbliert erscheinende Zimmer gleite und umgekehrt. Einmal muss ich auf dem Rückweg in den Garten eine geschlossene Schiebetür aus Holzimitat anstelle des Fensters durchqueren, was aber kein Problem darstellt.
Zuletzt wünsche ich mir beim Durchqueren der Scheibe bei geschlossenen Augen, einen Umraum voller Realismus, Schönheit und Liebe zu betreten. In der Tat wird es vor Augen heller und heller und ich glaube schon fast, mich beim Öffnen der Augen in der hellen Void vorzufinden. Doch treffe ich stattdessen auf die dunkelgraue Leere und gehe ins Erwachen über.
Es ist kurz vor 6 Uhr. Die Wochenendübung begann wie üblich um 4:30 Uhr.

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