Mehr Licht!

Astral

Auf einem schmalen Betonbalkon in den obersten Stockwerken eines sehr hohen, mir unbekannten Wohnhauses erkläre ich einem Jungen verschiedene KT-Techniken und deren Anwendung. Er versteht den Sinn von RCs zunächst nicht und meint, sich durch deren Nutzung aus dem Wachzustand in einen Wachtraum versetzen zu können. Und so muss ich ihm erst noch einmal verdeutlichen, dass diese Übungen selbstverständlich nur dann funktionieren, wenn man in einem Traum und eben gerade nicht dem allgemeinen Sprachgebrauch gemäß „wach“ ist. Einen Impuls folgend probiere ich mich schließlich, ins Rückenschwimmen überzugehen. Und es klappt. Der Junge ist zugleich aus der Szenerie verschwunden. Stattdessen erscheint eine Frau mittleren Alters mit dunkelblondem, halblangen Haar und schmalem Gesicht.
„Sehen Sie, jetzt geht es!“, sage ich zu ihr, wie ich auf dem Rücken zur schmalen Wandseite des Balkons schwebe.
Sie meint, dann könne man ja auch problemlos über die Brüstung des Balkons hinausfliegen, bringt mich in Position und gemeinsam begeben wir uns in die freie Luft hoch über den Grünanlagen und dem freien Platz der Wohngegend.
Mit dem Flug bin ich allerdings nicht ganz zufrieden; ich spüre die Luft nicht so realistisch um mich streichen, auch sind hier draußen umgehend alle sichtbaren Details verschwunden.
Wir müssen zum Stabilisieren runter, meine ich zu der Frau, die jedoch für diese „technischen“ Erfordernisse des KT-Zustands nicht so zu haben ist. Sie bezweifelt den Sinn eines Zustands, in dem man scheinbar viel Zeit mit umständlichen Tätigkeiten zubringen muss.
Ich ignoriere den Einwurf und zeige ihr am Boden, wie man durch festes Handereiben stabilisiert. Als Szenerie wird jetzt ein geräumiger städtischer Platz zwischen Wohnblöcken sichtbar. Es ist Abend, der Himmel ist dunkelblau und Sterne glänzen. Die Gegend ist mir nach wie vor völlig fremd. Sehen kann man jetzt also.
„Das geht aber noch besser!“, meine ich und deklamiere, die Augen kurz schließend, die Aufforderung „Mehr Licht!“
Als ich die Augen öffne, wird klar, dass dies tatsächlich etwas bewirkt hat. Der gesamte Platz wirkt jetzt hell wie bei mittäglichem Sonnenschein. In einem seltsamen Kontrast hierzu, ist der Himmel vor mir immer noch nachtblau und zwei helle Sterne, ein großer und ein kleinerer, sind zu sehen. Von unten und von den Seiten herrscht Sonnenschein, der Himmel vor mir und über mir ist jedoch abendlich geblieben! Kurz muss ich darüber nachdenken, dass ausgerechnet (oder gerade?) Goethes letzte bekannte Worte auf dem Sterbebett diese Merkwürdigkeit bewirken konnten.
Nun will ich die Szenerie gewissermaßen „perfekt“ machen, schließe erneut die Augen und deklamiere „Mehr Tageslicht!“, um dann auch den Himmel den sonstigen taghellen Gegebenheiten anzupassen.
Wie ich jedoch die Augen öffne, blicke ich aus der Rückenlage in mein morgendliches Zimmer, den Brandmelder an der Decke zentral in Blickrichtung. Ich bin erwacht. Es ist 6:41 Uhr.

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