Von New York aus in die Außerkörperlichkeit

Im Traumzustand besuche ich diesen Samstagmorgen New York. Mit einer kleinen Schülergruppe bin ich in einem netten großen Hotel untergebracht und lerne dort einen New Yorker Polizisten spanischer Abkunft kennen. Ins Gespräch vertieft verlassen wir das Hotel und gehen eine breite Straße entlang, die von drei- bis vierstöckigen Gebäuden gesäumt ist. Er fragt mich über meine Arbeit mit Schülern und die Verantwortung dabei aus und ich versuche im Gegenzug etwas über das Leben und Arbeiten in New York zu erfahren. Ich staune, dass wir unsere Unterhaltung völlig problemlos in makellosem Deutsch führen können. Noch ist der Traum nicht luzid. Doch ist die Sprache für mich ein erstes Zeichen dafür. Ein prä-luzider Zustand stellt sich ein. Als wir uns getrennt haben, möchte ich zum Hotel zurück, bin mir aber über den Weg nicht sicher. Ich biege in eine Seitenstraße ein, wo sich zwei junge Leute randalierend über irgendwelchen Abfall hermachen; u.A. zerreißen sie einen großen Karton eines bekannten Klebstoffherstellers. Als ich über die Kartonreste hinweggehe, stellt sich volle Traumbewusstheit ein. Ich denke, dass ich das Hotel leichter aus der Luft aufspüren könnte, und schwinge mich im Brustschwimmstil zum Flug auf. Doch schon beim ersten Schwimmzug lande ich in der dunklen Void und gewinne das Gefühl, auf dem Rücken in meinem Bett zu liegen. Das Aufwachen hat also begonnen. Ich fange es aber ab und bringe mich in den außerkörperlichen Zustand: Mithilfe des Ausrolltricks über links gelingt es mir ganz gut, mich vom physischen Körper zu trennen. Ich wirble nach links vorn aus meinem Bett in mein Zimmer hinein und komme unterhalb des Fensters sacht auf dem Boden zu liegen. Noch halte ich die Augen geschlossen, um den Ärger mit der Bilokation zu vermeiden, rappele mich auf und beginne, sobald ich mich auf die Füße gebracht habe, mit der Traumstabilisierung. Blind gehe ich dabei neben dem Bett ein, zwei Schritte in Richtung Schlafzimmertür. Im Zuge des Stabilisierens tritt ein goldener Schimmer vor meine Augen und ich habe den Eindruck, mit geschlossenen Lidern vor einem großen Panoramafenster (oder einer sehr breiten Tür) zu stehen, durch das von Norden her, wo normalerweise mein Kleiderschrank und rechts davon die Zimmertür zu erwarten gewesen wäre, Helligkeit in den Raum fällt. Sobald ich die Augen öffne, erwarte ich – das Bild schwebt für einen kurzen Augenblick als eine glasklare Vision in meinem Gesichtsfeld – auf das üppige Grün einer Art Grünanlage vor dem Fenster zu blicken, die von Osten her von lebhaft goldenem Morgenlicht beschienen wird. Das verführt mich dazu, die Augen verfrüht zu öffnen. Schlagartig in die Rückenlage im Bett zurückversetzt blicke ich nach links ins Zimmer, sehe für einen Sekundenbruchteil meine zum Stabilisieren zusammengelegten Hände vor mir in der Luft, doch sie werden sofort transparent und verschwinden. Damit endet der OBE-Zustand im vollen Erwachen.
Im Grunde bestätigt dieses Erlebnis nur Regel Nr. 1: Geduld bei der Traumstabilisierung und Augen geschlossen halten, auch wenn man den Eindruck gewinnt, es dauere zu lange, bis sich durch die geschlossenen Lider hindurch die Sehfähigkeit einstellt.

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