Versetzt

So, nach dem Urlaub geht´s jetzt hier mal ein bisschen weiter – und zwar ein wenig irritierend (mal wieder!).
Nachdem ich um 4:30 Uhr mit meiner üblichen Meditationstechnik in den luziden Traum gestartet bin, finde ich mich irgendwann im falschen Wachliegen wieder. Ich liege auf dem Rücken unten in einem Stiegebett und blicke nach rechts in einen von Neonlicht erhellten Raum, einer Küche.
Eine hübsche junge Frau ist anwesend; ich fokussiere sie, wobei meine Augen wie Kameralinsen reagieren und erst einmal in schneller Folge verschiedene Schärfeebenen abfahren. Dabei werde ich bewusst.
Kraft meiner Gedanken beeinflusse ich das Mädchen, zu mir herüberzukommen. Ich selbst liege vollkommen nackt unter einer zusammengeknüllten Bettdecke, die mich nur noch knapp bedeckt, und meine Erregung beim Anblick der dunkelblonden und gut gebauten Schönheit steigt.
Und wie es scheint, reagiert die Hübsche auf meinen mentalen Einfluss, denn sie streift sich das dunkelgrüne Baumwolltop über den Kopf (darunter trägt sie keinen BH), öffnet ihre Jeans und wirft sie ab, sodass ein weißes Unterhöschen zum Vorschein kommt. Dann tritt sie auf mich zu.
In diesem Moment gerate ich, von der Situation im Wortsinn „beflügelt“, in Schwung und fliege in der Rückenlage in Kopfrichtung nach hinten in einem weiten Rechtsbogen aus dem Raum hinaus ins Freie. Anbei erkenne ich, dass sich der Raum in Inneren jenes Feriendomizils befunden haben muss, in dem ich in meiner Jugend sehr oft gewesen bin. Unter freiem Himmel komme ich splitternackt auf dem Dach eines niedrigen Schuppens auf dem Nachbargrundstück jenseits der splittgestreuten Straße und einer niedrigen Buchshecke zu liegen. Dort warte ich darauf, dass das Mädchen nachkommt. Doch es bleibt aus. Ich fliege kurz zurück zum Ausgangspunkt und blicke durch die Tür. Drinnen ist es dunkel und das Mädel ist nicht mehr da.
Interessant, so bin also das erste Mal im luziden Traum versetzt worden!
Etwas enttäuscht steige ich zu größere Höhe über dem Platz auf und fliege (nun urplötzlich wieder bekleidet) mehrere Runden in weiten Linkskreisen über eine paradiesische Parklandschaft in übernatürlich schönen Grüntönen; Wiesenflecken sind von ordentlich gestutzten Hecken bzw. schmalen Bächen voneinander abgegrenzt. Das faszinierende goldene Licht einer Abendsonne taucht alles in honigfarbene Schattierungen.
Mit allergrößter Selbstverständlichkeit grüßen mich da und dort Leute von unten, die mich zu kennen scheinen, während ich mir bei manchen nicht sicher bin, woher. Sie winken und werfen mir Worte zu. Und ich erwidere die Grüße im Vorüberflug. Dies scheint mir ein Teil des berühmten „Sommerlandes“ zu sein, von dem viele Esoteriker berichten.
Auf einer gen Westen von Zitterpappeln abgegrenzten Wiese gehe ich herunter und lande.
Mir kommt der Gedanke, doch einfach mal zu versuchen, mich zu dem Mädchen zu teleportieren, das mich zuvor versetzt hat.
Ich drehe mich auf der Stelle um die eigene Achse und das Gras und die herrlich begrünten Bäume vor meinen Augen verwischen und dehnen sich im Rotieren zu einer optischen Verzerrung, als blickte ich in einen Zerrspiegel.
Nach einer schnellen Umdrehung verliere ich kurz das Gleichgewicht, kann mich aber schnell abfangen.
Die Landschaft verschwindet und, wie durch einen engen Raum-Zeit-Schlauch gequetscht, lande ich in einer tiefen Dunkelheit. Rechts neben mir nehme ich indes einen mattsilbernen Lichtstreifen wahr. Er erinnert mich an einen Türspalt. Dort drücke ich mich einfach hindurch, er weitet sich und ich gerate in den dämmrigen Flur einer fremden Wohnung. In den nur matt erhellten Küche treffe ich auf eine mir unbekannte Frau um die 45 Jahre; sie erscheint mir sehr groß und trägt ihr blondiertes Haar in einem schulterlangen Pagenschnitt. Und im Gegensatz zu mir scheint sie mich gut zu kennen. Sie weiß, wen ich suche, und nimmt mit großer Vertrautheit mein Gesicht in ihre Hände und blickt von oben auf mich herab. Sie wird gleich da sein, ist nur kurz weg, gibt sie mir zu verstehen, schiebt mich über den Flur in ein Mädchenzimmer und schließt die Tür hinter mir. An der Tür habe ich auf einem Schildchen schwarz auf weiß den Namen des Mädchens gesehen; sie heißt Ines. Ich stehe in einem typischen Teenagerzimmer. Ich gehe hinüber zum Bett, auf dem Plüschzeug aus ihrer Kinderzeit, darunter auch zwei herzförmige rote Kissen liegen. Dazwischen liegt ein Zettel mit meinem Namen – eine Nachricht für mich?
Ehe ich das genauer feststellen kann, gleite ich ohne Bewusstseinsunterbrechung ins Erwachen über. Mein halbdunkles Schlafzimmer blendet sich einfach ein, überlagert alles andere und die Sensation, vor dem Bett einer jungen Frau zu stehen, schwindet.
Es ist 5:44 Uhr.
Es ist beschlossene Sache: In den nächsten Projektionen werde ich wieder auf die Suche nach Ines gehen!

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