Flugkünste und magische Elixiere

Nachdem ich jetzt bis Mitte September nicht so recht in der Stimmung war, schaffe ich es heute Morgen zu einem netten Flugtraum. Anfangs fällt er inhaltlich sehr wechselhaft aus, sodass es schwer fällt, ihn vollständig und in der korrekten Reihenfolge zu erinnern. U.A. bin ich mit einer Reisegruppe, die fast ausschließlich aus älteren Leuten besteht, auf einem Freizeitareal unterwegs, das mich (mal wieder) entfernt an einen Ort erinnert, den ich aus meiner Jugend kenne.
Nach einigem Hin und Her (Anstehen fürs Abendessen und dergleichen) gerate ich erneut ins Fliegen und kann dabei nach und nach mein Bewusstsein klären.
Schließlich fliege ich, draußen ist es bereits Nacht, im Inneren des Vorzeltes eines feststehenden Campingwagens umher, wobei einige aus der Reisegruppe anwesend sind, unter deren Augen ich meine Flugkünste erprobe. Helle Deckenlichter erleuchten den Raum. Wie so oft in der Traumwelt handelt es sich bei dem Ort, an dem ich hier unterwegs bin, um eine merkwürdige „Mischlokalität“. Das Vorzelt geht nämlich im hinteren Teil in eine schmale hölzerne Wendeltreppe über, die an ihrem oberen Absatz in ein kleines Schlafzimmer führt, das fast vollständig vom Doppelbett meiner Großmutter M. ausgefüllt ist. Oma ist schon in den 1990ern gestorben; hier lebt sie indes noch, ist aber offenkundig sehr alt, wirr und bettlägerig.
Wenn ich heute Abend noch ausgehen wolle, könne sie ja auch noch aufbleiben und ausgehen, sagt Oma zu mir, obwohl sie dazu wahrscheinlich gar nicht mehr in der Lage wäre.
Ja, das könne sie, bestätige ich ihr und verlasse dann wieder, nach wie vor im Flugmodus, den Raum, ziehe die schmale Holztür hinter mir zu und gleite über den Treppenaufgang zurück in das Vorzelt.
Dort experimentiere ich ein bisschen mit der Flugtechnik. Dabei stelle ich fest, dass ich, sobald ich nicht wie ein Schwimmer mit den Beinen und Armen gegen die Schwerkraft arbeite, langsam, aber sicher wie eine Feder zu Boden sinken würde. Der Astralkörper ist also auch hier einer Art Gravitationswirkung unterworfen.
Rudernd bringe ich mich unter die Decke, die mit bräunlichen Holzquadraten getäfelt ist, sodass das Ganze wie eine Kassettendecke wirkt.
Hier oben erinnere ich mich an eine Stelle aus der Romanreihe Beautiful Creatures. In dieser Szene liegen Lena und John an der Zimmerdecke, wie andere sich aufs Bett legen.
Ich versuche, diesen kleinen Trick nachzumachen. Dazu muss ich erst einmal meinen Rücken an die Zimmerdecke bringen, was sich in ungefähr so anfühlt, als wolle man sich, gegen den Auftrieb im Wasser anarbeitend, auf den Grund eines Schwimmbeckens legen.
Ich schwimme zur Wand, stoße mich dort ab und treibe so zur Decke hinauf und lege mich dort hin. Es ist allerdings alles andere als ein bequemes Liegen; sobald meine Körperspannung nachlässt, merke ich, wie ich wieder nach unten zu sinken beginne.
Nach einer gefühlten Minute beende ich den Versuch, drehe noch eine Runde in dem hell beleuchteten Raum und tauche dann durch die geöffnete Tür nach draußen.
Dort herrscht nach wie vor dunkle Nacht über den Parzellen dieses Campingplatzes.
Als ich langsam und noch etwas unentschlossen, was ich als nächstes tun soll, hier draußen entlangtreibe, muss ich an gewisse Andeutungen in der magisch-okkulten Literatur denken, die darauf hinweisen, dass fast alle magischen Rituale dann erfolgsversprechend sind, wenn sie nicht etwa in der physischen Realität, sondern in der Astralwelt ausgeführt werden.
Also sollte ich doch einmal versuchen, hier z.B. ein vitalisierendes Elixier herzustellen. Schon will ich mich kraftvoll in die Dunkelheit vor mir abstoßen, um in irgendeiner anderen Traumumgebung ans Werk zu gehen, besinne mich aber eines Besseren. Genauso gut könnte ich doch auch in dem Vorzelt die benötigten Integrenzien zusammensuchen! Langsam im Kreis fliegend repetiere ich, was ich zu diesem Vorhaben nötigen könnte: Sinnigerweise müsste ich mir symbolkräftige Zutaten suchen, die beispielsweise Glück, Gesundheit, Erfolg und Wohlergehen repräsentieren und diese zu einer machtvollen Gesamtkomposition zusammenfügen.
Noch während mir der letzte Gedanke durch den Kopf geht, spüre ich eine schnelle und unaufhaltsame Destabilisierung und der Traumzustand endet ohne Bewusstseinsunterbrechung, indem ich aus dem Flug über der Campingwiese in mein Bett überwechsle. Es ist 4:29 Uhr.

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