Ein Sukkubus

In meiner alten Schule begegne ich einer jungen, zierlichen Frau. Ich kenne sie nicht, doch sie scheint das gar nicht zu stören. Zu meiner Linken geht sie mit mir die Roßlaufstr., meinen alten Schulweg, entlang und legt mir schließlich den Arm um den Hals. Offenkundig will sie burschikos wirken, langt daher fest zu nimmt mich halbwegs in einen Schwitzkasten.
„Sag mal, du würgst mich!“, sage ich zu ihr.
„Das wollen die Jungs doch so“, antwortet sie verspielt.
„Na, ich weiß nicht“, antworte ich, auf die relativ eindeutigen Avancen eingehend, „und du willst es etwa auch?“
Im nächsten Schritt erfolgt die für einen OBE-Zustand typische Überblendung in das morgendliche Schlafzimmer. Bauchlings liege ich auf der Matratze, das Gesicht im Kopfkissen, und spüre das volle Körpergewicht einer Person auf meinem Rücken. Die stoßweise Atmung und die Bewegung zeugen von höchster Erregung; der Stimme nach kann es sich um dieselbe junge dunkelhaarige Frau handeln, mit der ich soeben noch die Straße entlang gegangen war. Das Erlebnis erscheint völlig physisch und realistisch – ich habe also tatsächlich einen Sukkubus in meinem Bett! Zugleich ist mir auch völlig klar, dass ich im falschen Wachliegen gelandet bin und dies alles eine Klartraumerfahrung ist. Anstatt indes die Erfahrung einfach weiterlaufen zu lassen, distanziere ich mich für einen Moment von dem Geschehen, schiebe es bewusst von mir. Das Ergebnis: Das Gefühl für den Körper auf meinem Rücken schwindet, als höbe dieser langsam nach oben ab und entschwände. Schließlich liege ich voll erwacht in meinem Zimmer. Uhrzeit 6:25 Uhr.

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