„Puahau Wat“

Im Traum bin ich in der Schule und laufe in einem Saal im oberen Stockwerk herum, während eine Kollegin unterrichtet. Sie macht also die Arbeit, während ich nichts zu tun habe. Um wenigstens den Schein zu wahren, gehe ich nach vorn zum Pult. Die Kollegin stellt derweil irgendeine Frage (ich kriege gar nicht mit, um was es geht) und ein Kind, das in einer Gruppe an der Fensterseite des Raumes steht, ein Mädchen mit sogenanntem „Migrationshintergrund“, antwortet. Das Mädchen sagt irgendetwas völlig Fremdartiges; es hört sich an, als hätte die Kollegin die Aufgabe gestellt, irgendein Wort rückwärts auszusprechen!
Als ich mich zum Lehrerpult umwende, hat sich die Lehrerin in einen älteren weisen Inder mit gepflegtem weißem Bart und traditionellem weißen Anzug verwandelt. Er fragt mich nach dem Ort, an dem eine berühmte serbische (!?) Reliquie aufbewahrt werde. Auf das Pult gestützt höre ich zu, bin aber total überfragt. Der freundlich lächelnde Inder indes fragt so, als handle es sich um einen unabdingbaren Inhalt des Allgemeinwissens, dessen Unkenntnis einfach nur peinlich ist.
Unangenehm berührt gebe ich mich, als läge mir die Antwort auf der Zunge, falle mir aber eben nur für den Moment nicht ein.
Schließlich nennt er „Hua Aur Wat“ oder „Puahau Wat“; das Wort klingt ähnlich wie „Angkor Wat“, die berühmte Tempelstadt in Kambodscha, und ich mime Wiedererkennen und volles Verständnis.
Wie ich mich von der peinlichen Situation abwende, hat sich die Lage im Saal gewandelt. Ich bin jetzt nicht mehr in einem Schulraum, sondern in einem großen Zimmer mit hellem Teppichbelag und Mobilar aus hellem Holz entlang der Wände. Nach wie vor fällt das weiße Licht eines bedeckten Tages durch die großflächigen Fenster herein.
In dem Raum halten sich jetzt weitere weißgekleidete Inder auf; es scheinen weise Männer, vielleicht sogar spirituelle Meister zu sein (?).
Rücklings und bäuchlings führe ich vor den Herren Flug- und Schwebeübungen vor, in deren Vollzug sich sodann volle Luzidität einstellt. Ich gehe fast auf Deckenhöhe in schnelle Rechtskreise entlang der Wände über. Als ich volle Bewusstseinsklarheit erreiche, ist der Raum mit einem Mal menschenleer.
Wie ich meine Kreise ziehe, überlege ich mir, dass es vielleicht auch mit Hilfe dieser Kreisbewegungen im Flug möglich sein müsste, eine Translation wie in meinem Erlebnis „Die ewige Heimat“ durchzuführen.
So verringere ich den Radius meines Flugkreises mehr und mehr, bis ich schließlich im Zentrum des Raumes in engen Kreisen um die Mittelachse wirble. Dabei schließe ich die Augen und warte, bis sich eine Aufhellung in der Dunkelheit bei geschlossenen Lidern zeigt, was häufig ein Hinweis ist, dass die Überführung zu einem Ergebnis gelangt ist. Allerdings stellt sich nur eine leichte Aufhellung ein. Sie wirkt in etwa so, als blickte man mit geschlossenen Augen auf ein sonnenerhelltes Fenster.
Als ich die Augen öffne, stelle ich schnell fest, dass die Translation diesmal nicht geklappt hat; es hat nur eine Überblendung in den vollen Wachzustand stattgefunden. Seltsamerweise scheinen also Translationen im Flugmodus nicht zu funktionieren – womöglich, weil die Traumstabilisierung dann nicht ausreichend gewährleistet ist! Es ist kurz nach 7 Uhr.

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