Außerkörperlichkeit

Mir träumt heute, dass ich mich, auf einer Art Liegestuhl ausgestreckt, über die Pflege von Gesichtspiercings unterhalte, als ich langsam und unvermittelt klar werde. Das Umfeld entpuppt sich als die elterliche Wohnung bei Nacht. Die Wohnung durchfliegend begebe ich mich nach draußen auf den Balkon und gleite dort, nachdem ich einen leichten inneren Widerstand überwunden und mir nochmals klar gemacht habe, mich in einem Traum zu befinden, in westlicher Richtung über die Brüstung hinweg und fliege auf der Höhe des vierten Stocks eine hufeisenförmige Linkswende. Das Körpergefühl im Flug stärkt sich, während zugleich meine Sehfähigkeit schwindet. Ich lande im Zustand der Außerkörperlichkeit irgendwo im Nirgendwo der dunklen Void, wobei ich jedoch zunächst nicht das Gefühl habe, das gegebene Umfeld (den Luftraum über den Grünanlagen südlich des Wohnblocks meiner Eltern) verlassen zu haben. Bewusst verzichte ich auf weitere Steuerungsversuche und sause nun in einer ausgedehnten Spirale dem Boden zu, sinke diesem wie in einem linksdrehenden Strudel entgegen. Ich will einfach beobachten, was geschieht. Wiederum durchbrechen dabei unbeständige, sich optisch verzerrende weiße Linien von Streulicht mein ansonsten dunkles Gesichtsfeld. Als ich mit dem Rücken den Grund berühre, spüre ich sofort, dass ich nicht im Gras der Grünanlagen gelandet bin, sondern auf der Matratze in meinem Schlafzimmer. Dies bestätigt sich, als ich die Augen öffne. Es ist kurz vor 4:30 Uhr.

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