Auf der Wiese

Ich träume, es seien Ferien und ich liefe einfach so zu meinem Vergnügen in die Stadt. Dabei erkunde ich einen Weg, den ich nie zuvor genommen hatte, und scheine in die Irre zu gehen.
Der schmale Betonpfad führt mich auf eine Anhöhe, wo er zur Linken mit einem Aussichtsgeländer gesichert ist und zur Rechten u.A. an kleineren Ladengeschäften (Zeitungskioske bzw. Tabakläden mit Lottoannahme) vorbei führt. Schließlich geht es gemächlich bergab in ein Viertel kleiner älterer, aber sehr gepflegter Häuser mit schönen Gärten.
Das letzte dieser hübschen Vororthäuschen umrundend gelange ich auf eine weitflächige Wiese, die vielleicht zu dem Anwesen dazugehört, denn es gibt keine räumliche Abgrenzung im Sinne eines Zaunes o.Ä.
In vielleicht hundert Metern Entfernung erhebt sich auf dieser Wiese eine baumbestandene Böschung, die hoch auf eine von grauweißen Straßenlampen gesäumte Landstraße führt, jenseits derer sich die bewaldeten Hänge des Pfälzer Waldes erheben. Ich laufe auf die moosige Wiese hinaus und wende mich nahe der Böschung nach rechts, gehe also parallel zu dieser weiter. Im Gras zu meinen Füßen wachsen einige Birkenpilze. Der friedliche und weite Platz lässt in mir den Wunsch aufkeimen, hier ein wenig zu fliegen!
Ich probe den Flug und da es problemlos möglich ist, durch die Luft zu gleiten, erkenne ich umgehend, dass ich mich in einem Traum befinde. Langsam und prononciert führe ich meine Züge im Brustschwimmstil aus und spüre dem Arm- und Beinschlag bewusst nach, wobei sich schon nach wenigen Metern die Wiesen- und Waldszenerie ins Schwarzgraue auflöst.
In der dunklen Void versuche ich sofort, senkrecht aufzusteigen und anschließend meine Füße auf den Boden zu bringen, denn „Erdung“ ist unheimlich wichtig, um die Stabilität zu halten.
Zugleich führe ich einen zunächst erfolgreichen Zeigefingertest aus: Ich spüre meinen Zeigefinger in die Handfläche einsinken, bemerke aber wenige Augenblicke später, wie sich das Gefühl für meinen physischen Zeigefinger einstellt und ich in den Wachzustand reintegriert werde.
Wieder ist es mir nicht gelungen, die dunkle Void als Sprungbrett zu anderen Traum- und Bewusstseinsebenen zu nutzen.
Vielleicht liegt es daran, dass ich schon seit Monaten keine bewusstseinssteigernden Meditationsübungen mehr durchgeführt habe und seither von den luziden Erlebnissen nurmehr spontan und ungeplant überrascht werde. Der Wecker zeigt, dass 5:55 Uhr Schluss war.

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