Meditation

Meine Vermutung, dass die geringe Dauer und Stabilität der Klartraumaktivitäten der letzten Zeit mit der Vernachlässigung meiner Meditationspraxis zusammenhängt, hat sich als richtig herausgestellt. Nachdem ich die vergangenen zwei Tage wieder einige meditative Elemente in meinen Tagesablauf integriert hatte, gelang es heute Morgen einen luziden Traumzustand gut und gern eine Stunde lang stabil zu halten. Nachdem ich klar geworden war, versuchte ich mithilfe einer Lichtmeditation sämtliche Traumillusionen in Licht- und Energieflüsse aufzulösen, was allerdings (hinsichtlich der Meditationsziele ist das die ganz hohe Schule) diesmal nicht von Erfolg gekrönt war. Auch der Versuch, den Vorgang zu unterstützen, indem ich mich mit dem Licht einer Glühbirne vereinige bzw. in dieses eingehe, brachte mich nicht ans Ziel – die Selbstverschmelzung scheiterte. Stattdessen verlegte ich mich schließlich auf die Erhöhung der Bewusstseinsklarheit anhand von Autosuggestionen in Kombination mit regelmäßigen Realitätstests, um die Bewusstseinskontinuität zu bewahren und gelegentliche Destabilisierungen (Phasen, in denen ich spürte, dass ich kurz vor dem Aufwachen stand, mich aber durch die gegebenen Techniken abfangen konnte) auszugleichen. Dieses Vorgehen führte zweimal zum Erlebnis eines falschen Erwachens, ohne dass es dabei zu einem Bewusstseinsunterbruch gekommen wäre. Ich konnte also einfach aufstehen und weitermachen. Inhaltlich war der luzide Traumzustand diesmal so langandauernd, dass eine ausführliche Schilderung aller Einzelstationen kaum möglich ist. U.A. erkunde ich genau die Traumumgebung innerhalb eines unbekannten Gebäudes in einem leicht heruntergekommenen Industriegebiet, springe darin ein tiefes Treppenhaus herunter, verlasse das Gebäude, muss draußen einen etwas ungestümen braunen Hund abwehren und überprüfe daraufhin einen Briefkasten, ob ich darin vielleicht interessante Lektüre finde, stoße aber nur auf alte Telefonbücher. Schließlich befrage ich den Hund (!) bezüglich des heutigen Datums, um zu ergründen, inwieweit eine Übereinstimmung der Traumwirklichkeit mit den Gegebenheiten der physischen Realität besteht, und erhalte von dem Tier die salominische Antwort: „Dasselbe Datum, an das du dich erinnerst!“
Wenig später erlausche ich Meeresrauschen in der Umgebung; der Ozean scheint hier also nicht weit zu sein. Ein Garagendach überkletternd entdecke ich einen Strand von grobem gelblich-braunem Sand, der von einem herrlich türkisblauen Meer überspült wird. Übermütig stürze ich mich in die anbrandenen Wellen; das Wasser ist von angenehmer, neutraler Temperatur und mit einem Schluck überzeuge ich mich, dass es tatsächlich salzig wie Meerwasser schmeckt. Parallel zum Strand jage ich, mit mehreren Begleitern, die aber nur als körperlose Stimmen in meinem Geist anwesend sind, mit übernatürlicher Kraft und Geschwindigkeit im Wasser umher, bis ich gemächlich ins Erwachen übergehe. Es ist 4:24 Uhr. Trotz der prolongierten Dauer dieses Erlebnisses und der ausgeprägten Bewusstseinsklarheit bin ich etwas enttäuscht, dass ich die Ziele der Lichtmeditation nicht realisieren konnte.

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