Unterm Blütenbusch

Mit dem Rad fahre ich eine gewundene Straße entlang; es ist Abend und die Dämmerung weit fortgeschritten. Rechts und links der Straße zeigen sich Zäune bzw. Felswände aus rotem Sandstein, die über und über mit einer buschigen Pflanze mit gelben narzissenähnlichen Blüten überwuchert sind.
„Jetzt weiß ich, dass ich träume“, denke ich beim Anblick dieser wundersamen Blütenpflanzen, „denn sowas Schönes gibt es nicht!“
Ich fahre noch ein Stückchen weiter, halte dann und lege das Rad am linken Fahrbahnrand auf den Asphalt, sodass die Frontlampe den Blütenbusch quer über die Straße anstrahlt. Ich übequere die Straße und setze mich im Schneidersitz an eine Stelle, über der die Ranken der Pflanze eine niedrige Laube bilden.
In dem niedrigen Gebüsch hängt ein trockener Ast herunter und berührt mich im Gesicht, doch ich ignoriere das. Beiläufig denke ich an Buddha unterm Baum, eine Assoziation, die mir kommt, weil auch ich mir vorgenommen habe, in meinen nächsten Klartraumzuständen meine meditativen Übungen fortzusetzen.
Vorbereitend stabilisiere ich mit Händereiben und einem Realitätstest und will sodann in die Meditation einsteigen, als ich feststelle, dass dennoch eine Destabilisation eintritt.
Ein unwillkürliches Öffnen der Augenlider, im Grunde ein kurzes Lidflattern, offenbart mir einen Blick in mein morgendliches, spärlich erhelltes Schlafzimmer. Ich scheine Pech zu haben und kurz vor dem Aufwachen zu stehen.
Trotzdem fahre ich mit den Stabilisierungsmaßnahmen fort, kann mich indes aber trotzdem nicht halten. Ich erwache in der linken Seitenlage; der Blick aus der Rückenlage, den ich Sekunden zuvor erlebt hatte, war also eindeutig ein falsches Erwachen.
Hätte ich einen weiteren Realitätstest vollzogen, wäre es mir vielleicht möglich gewesen, mit den üblichen OBE-Tricks weiterzukommen.
Irgendwie schade – trotzdem vermittelt mir diese verpasste Gelegenheit ein gutes Gefühl. Es sagt mir, dass ich auf diesem Weg weitergehen und die Meditationsziele, die ich mir gesetzt habe, weiterverfolgen sollte. Für die Akte: Traumende 7:24 Uhr.

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