Exkursion

Nachdem ich träumte, eine Rechnung über exakt denselben Betrag erhalten zu haben, den mir die Woche mein Verlag an Buchtantiemen ausgezahlt hatte, finde ich mich im nächsten bewussten Moment in meinem Bett wieder und verspüre den Wunsch, eine Astralprojektion zu probieren. Um zu checken, ob es mir möglich wäre, führe ich einen RC durch. Seltsamerweise ist mein Zeigefinger eingerollt und ich bin nicht in der Lage, ihn auszustrecken. Dennoch kann ich die Situation durch den Test klären und feststellen, dass ein falsches Erwachen vorliegt und somit eine Exkursion erreichbar ist. Mit der bewährten Baumstammrolltechnik rolle ich mich dreimal nach links ab und fliege träge vom Bettrand ab, wobei ich mein verschwitztes Bein aus der Bettdecke herausziehen muss. Der Morgenschweiß wird schon auf der Exkursion von selbst verfliegen, denke ich mir und fliege dann, noch immer etwas träge und flügellahm, bis vor den – im halbdunklen Zimmer recht gut sichtbaren – Spiegel an meinem Wandschrank gegenüber dem Fußende meines Bettes. Ich freue mich, es in einen Klartraum geschafft zu haben, und bringe meine Füße auf den Boden herunter. Ich gehe in Richtung Tür, von wo das wenige weißlich-trübe Licht hereinfällt, das den Raum spärlich erhellt. Dort oder vielleicht draußen vor der Tür will in mein Meditationsritual starten. Anbei denke ich daran, gerne mehr sehen zu wollen und begehe infolgedessen den Fehler, meine Augen zu öffnen, was umgehend zum Erwachen führt. Zum Abfangen bestand keine Chance mehr – schade. Es ist 5:38 Uhr.

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