Astralwanderungen und luzide Träume

Astral6

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Schutzhelfer

Einige Zeit nach Beginn der Meditation kommt mir der Gedanke, dass es jetzt endlich an der Zeit sei, mal wieder loszufliegen. Rücklings beginne ich mit Schwimmbewegungen und spüre, dass ich mich mit einiger Mühe freimachen kann.

Nach links fliege ich aus dem Bett heraus und hinüber zur geschlossenen Schlafzimmertür. Meine Sicht ist „verpixelt“ und weist Krümmungen auf, als blickte ich durch ein Fischauge. Ich ignoriere die Sehstörungen, öffne die Tür und gehe die Wendeltreppe ins EG hinunter, führe zugleich einen RT durch und setze darauf, dass sich meine Sicht bessern wird, wenn ich einfach nur konsequent weitermache. Tatsächlich stellt sich allmählich eine Besserung ein. Unten angekommen, gehe ich im EG umher und rufe meinen „Schutzhelfer“. Da ich in letzter Zeit das Gefühl hatte, allein nicht mehr weiterzukommen, hatte ich geplant, es einmal auf diese Weise zu versuchen.

Mit der sich schärfenden Sehfähigkeit erlebe ich einen Ortswechsel; erst finde ich mich kurz vor meinem Haus, dann auf der alten Campingplatzparzelle wieder, die meine Familie Anfang der 1990er Jahre besaß. Dort balanciere ich eine in Ost-West-Richtung über den Boden gespannte grüne Wäscheleine entlang und rufe weiterhin nach meinem „Schutzhelfer“. Ein kleines, dunkelgraues und gnomenartiges Männchen taucht in einigem Abstand auf und gibt mir den Hinweis, dass es vielleicht der alte Mann sei, den ich soeben auf dem Gehweg links habe entlanglaufen sehen.

Ich folge dem Tipp, steige auf und fliege zu der Stelle, wo der Mann um die Ecke verschwunden war.

Auf dem Platz neben der Zufahrt zur Zeltwiese scheint er mich bereits zu erwarten. Vom Äußeren her macht er den Eindruck eines alten indianischen Lehrers. Er trägt dunkle Jeansklamotten und auf seinem schlohweißen Haarschopf sitzt ein schwarzer Hut mit breiter Krempe. Die dunkle Haut seines Gesichts und die große Nase sind wettergegerbt und etwas pockennarbig.

Er lächelt warm und freundlich und führt sich als „Mayfield“ ein.

Ein junger Begleiter, der im Hintergrund bleibt, gibt mir zu verstehen, dass ich bis etwa halb zehn bleiben könne und für alles, was mich jetzt erwarte, ausreichend Zeit sei.

Mayfield und ich lassen uns etwas versetzt gegenüber auf dem geschotterten Platz in den Schneidersitz nieder. Noch kann ich allerdings noch nicht bequem sitzen. Ich muss im Wortsinn Ballast loswerden! Ich trage drei geschlossene Westen übereinander, deren Reißverschlüsse ich nacheinander öffne. Mich gegen eine weiß verputzte Wand in meinem Rücken lehnend muss ich zum Schluss noch ein dickes, wie mit Körnern gefülltes Kissen unter meinem T-Shirt herausziehen, das mich extrem am Sitezn hindert. Dann bin ich breit für was auch immer jetzt hier kommen mag.

Links neben mir entdecke ich im nächsten Augenblick ein blondes, sommersprossiges Mädchen, das mit einem Magazin aus Hochglanzpapier auf einem Campingstuhl lümmelt. Irgendwie meine ich zu wissen, dass das Mädchen blind ist. Trotzdem blättert es in einem Magazin, das mit Sicherheit keine Blindenschrift enthält. Wir unterhalten uns. Sie nennt mir auch ihren etwas merkwürdigen Namen und erklärt ihn sogar, doch kann ich mich an die Details dieses Teils der Konversation nicht mehr entsinnen. Insgesamt ist die Blonde recht zurückhaltend und herb im Umgang, ermutigt mich aber zu guter Letzt, etwas zu wagen. Genau deshalb sei ich ja hier, gebe ich ihr zu verstehen.

Mayfield ist inzwischen bereit fortzufahren. Er beginnt eine Art Achtsamkeitsübung mit mir. Dazu legt er mir eine aus drei Streifen bestehende Puzzle-Unterlage vor, die ich auf dem Boden vor mir zusammensetze. Darauf gilt es dann ein Puzzle zusammenzufügen, das wie eine Raumsondenfotografie der Jupiteratmosphäre wirkt. Mayfields Demonstrationen und Erklärungen sind (bewusst?) etwas kurzangebunden und fahrig, sodass es mir an einigen Stellen schwer fällt zu folgen. Daher bastle ich am Ende einfach alles so zusammen, wie ich es für richtig halte. Mayfield zeigt sich sehr kritisch, ist aber am Schluss mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Es sei eines der besten Ergebnisse, sagt er zu dem jungen Begleiter im Hintergrund, ganz so, als habe er das im Grunde nicht anders erwartet. Das Lob aus seinem Mund weckt ein wenig Stolz in mir.

Nachdem wir fertig sind, werfe ich einen Blick auf eine Uhr, die über den Gehweg hinweg an der Außenwand einer Art Garage (?) mit weißen Wänden hängt. Es ist halb neun; offenbar ticken die Uhren hier anders, scheinen sogar rückwärts zu laufen, denn zu Beginn der Übung war es schon beinahe halb zehn!

Mein indianischer Lehrmeister ist inzwischen zur Küchenzeile eines Wohnwagens, die seltsamerweise halb unter freiem Himmel steht, hinübergegangen und hantiert dort mit einem hellgrauen Plastikkoffer – womöglich einer Art Werkzeugkoffer. Seitlich des Tragegriffs entdecke ich die aus grauem Kunststoff gesetzten Buchstaben „asg“ oder „asd“ und lasse meinen Blick dort für einen Moment verweilen, als wäre das in irgendeiner mir jetzt noch nicht erkennbaren Form wichtig.

Dann ist der Moment des Abschieds gekommen. Mayfield verabschiedet sich kurz und ohne viele Worte, die Szenerie verschwimmt und ich erwache.

In der „realen“ Welt ist es 6:49 Uhr.