„Stalker“ im Zug und OBE

Im Zug begegne ich einem sehr unangenehm aufdringlichen und unverschämten Glatzkopf, fast so eine Art Stalker, der Provokationen von sich gibt und mich sogar antatscht! So versuche ich, mich vor ihm in Sicherheit zu bringen.
Schließlich gehe ich über einen Busparkplatz und besteige, in den Gedanken noch mit dem üblen Gesellen beschäftigt, einen Reisebus. In der Tür stehend schließt sich diese auch schon und der Bus fährt an. Anbei erwarte ich, mich in dem Bus Verwandten anschließen zu können, stelle aber schnell fest, dass ich das falsche Fahrzeug bestiegen habe. Die Situation im Bus ist mehr als merkwürdig: Er ist übervoll, nicht nur die Sitze, sondern auch alle Ecken sind mit hockenden und kauernden Menschen vollgepfercht, und ich blicke in unfrohe Gesichter von Personen, die ihre Umwelt kaum registrieren. Triste Violinenmusik dringt aus den Lautsprechern. Zudem ist das Innere des Busses in ein dunkles, nebliges und bläuliches Licht getaucht, was die sinistre Grundstimmung noch unterstreicht. Bie Sitzreihen nach hinten entlanggehend, erwarte ich schon nicht mehr, hier jemanden Bekanntes zu entdecken, sondern werde ob der seltsamen Umstände schnell traumklar. Umgehend mache ich mich fliegend durch den Decke des Busses davon, weg von diesem eigentümlichen Ort. Dabei tritt der altbekannte Sichtverlust ein und ich finde mich im außerkörperlichen Zustand in meinem Zimmer wieder. Ich vollziehe einen positiven RC, habe aber dennoch das Gefühl, den Zustand nicht halten zu können und zu erwachen. Doch muss es sich um falsches Erwachen handeln, denn ich schwebe nunmehr unter der Schlafzimmerdecke und betrachte einen mit Wasserfarbe braunrot bemalten Korken, der dort in die Decke eingelassen ist.
„Das muss immer noch ein AKE-Zustand sein!“, denke ich und führe einen weiteren RC durch. Meine Sicht ist instabil und meine Lage etwas unklar. Befinde ich mich unter der Zimmerdecke oder näher unten bei der Matratze? Außerdem fühle ich mich müde und kraftlos.
Mit aller Macht sage ich mir selbst: „Arbeite jetzt was!“ und denke an meine aktuelle Versuchsreihe.
Mit der Baumstammmethode rolle ich mich zwei- bis dreimal über links über den Bettrand, komme auf die Füße und stehe neben dem Bett auf. Dabei halte ich die Zustandskontrolle mit dem Zeigefinger kontinuierlich aufrecht. Ich bemühe mich, den Grauschleier vor meinen geschlossenen Augen – es ist, als blickte man an einem sehr grauen Tag die Sonnenscheibe hinter einer dichten Wolkendecke an – zu durchdringen und durch die Lider hindurch zu sehen. Ehe mir das aber gelingt, verliere ich den Anschluss; ich spüre direkt, wie sich die Position meines Zeigefingers innerhalb der Handfläche verschiebt bzw. verliert, bis er ganz normal neben meiner linken Hand auf meiner Brust liegt. Damit ist die Überblendung ins gewöhnliche Erwachen abgeschlossen.
Es ist 8:16 Uhr. Es wundert mich daher nicht, dass ich den Zustand nicht stabilisieren könnte. Für mich als „Lerche“ ist das bereits ziemlich spät am Morgen.

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