Stabilisierungstechnik

Ich bin mir sicher, dass folgendem Erlebnis eines vorausging, das allerdings weniger klar und einprägsam war, um es im Nachgang noch erinnern zu können. Jedenfalls blicke ich, in dem Glauben, völlig wach im Bett zu liegen, in eine fremde Wohnung mit glänzendem Parkettboden und reichhaltiger Einrichtung. Am Boden liegen Teppiche, die zu meinem Erstaunen wie große Häkeltopflappen aussehen (sogar die Schlaufen zum Aufhängen sind sichtbar). Die Wahrnehmung dieser Teppichtopflappen muss wohl ein Streich aus dem Unterbewusstsein sein, denke ich, denn so etwas gibt es wohl kaum in irgendeiner Wohnung.
Schließlich spiele ich beiläufig an meiner Kleidung herum und ertaste dort ein merkwürdiges Gewölle, das ich herauslöse, um es mir genauer anzusehen. Allerdings ist mein Sehvermögen sehr gestört; ich wende mich hin und her, versuche, mit dem Licht auf dem Nachttisch besser zu sehen (es ist ohne mein Zutun an und anschließend auch sofort wieder aus!), bemerke dann beim Blick ins Zimmer Richtung Schlafzimmertür, dass meine rechte Hand und mein rechter Arm, die ich direkt vor Augen halte, völlig durchsichtig, total unsichtbar sind! In diesem Moment erkenne ich meinen Astralzustand. Ich bin also im falschen Erwachen gelandet, ohne es zunächst zu bemerken! Auf dem Rücken rutsche ich links aus dem Bett und bringe meine Füße zu Boden, warte und beobachte meine Wahrnehmungsfähigkeit und die Stabilität meines Zustands. Sie scheint ausreichend zu sein. Und die Sehfähigkeit bessert sich. Zusätzlich zur optischen Stabilisierung durch Fixieren einer Stelle im Raum stabilisiere ich haptisch durch Händereiben, muss aber feststellen, dass die Konzentration auf das Körpergefühl den Sehsinn verblassen lässt. Außerdem fühlen sich meine Handflächen teigig wie Knetmasse an, sodass das Reiben nur mühsam erfolgen kann. Scheinbar ist die haptische Stabilisierung, sobald eine gewisse Sehfähigkeit erreicht wurde, eher kontraproduktiv und als Stabilisierungsmaßnahme ungeeignet. Daher lasse ich das sein und gehe ums Bett, um weiterzukommen. Zugleich beschließe ich, ein wenig mit den astralen Gegenstücken irdischer Kleidungsstücke zu experimentieren. Vom Bett greife ich mir eine Jeans, die auf der Matratze liegt. Das Stück sieht ganz normal und realistisch aus. Mit dem linken Bein komme ich auch gut ins Hosenbein hinein, der rechte Fuß jedoch bleibt irgendwie am Hosenbund hängen, sodass ich rechts nicht reinkomme. Leider werde ich in diesem Augenblick schnell physisch, der Zustand fällt in sich zusammen und ich bin wach. Schade, aber hier gibt wieder die alte Lehre, die selbst immer wieder missachte: Man soll sich im falschen Erwachen nicht mit solchen ablenkenden Spielchen aufhalten, sondern schleunigst zusehen, dass man schnell vom Ausgangspunkt wegkommt. Dann steigern sich auch die Chancen für eine stabile und länger anhaltende Erfahrung!

Ätherprojektion

In einer traumhaft abgewandelten Version meines ehemaligen Gymnasiums rase ich im Sauseschritt eine breite, dunkle Betontreppe hinunter und denke daran, wie sehr ich doch solche riesigen Gebäude liebe, deren weitläufige Innenräume so ungemein viel Platz und Bewegungsfreiheit bieten.
Als ich um den letzen Absatz herumgehe und in einen großen, kellerartigen Raum, einen grauen Betonbunker, einschwenke, überkommt mich der Traumverdacht. Ich überprüfe ihn mit einem prompt geliegenden Flugversuch.
Sogleich muss ich im Flug an meinen Paredros denken; ich habe das Bedürfnis, ihn zu sehen, bin mir aber unsicher, ob es mir in der gegebenen Situation glücken kann.
So fliege ich kurzzeitig weiter, um den Zustand zu stabilisieren, entsinne mich aber sogleich, dass dies häufig kein probates Mittel ist, sondern oft auch ins Gegenteil ausschlagen kann.
Umgehend bringe ich mich senkrecht herunter, erlebe aber eine Enttäuschung. Sobald ich den Boden berühre, knicken mir die Beine ein und ich spüre, wie ich physisch werde. Mit den Einsinken der Beine ereilt mich ein Sehverlust und ich versinke in Dunkelheit.
Eilig unternehme ich einen Rettungsversuch, in dem ich vorwärts wegfliegen will in ein unmittelbar auftauchendes, unscharfes Licht vor mir. Dabei vernehme ich den Vorwurf einer inneren (?) Stimme, dass sie, gemeint sind die Paredroi, mir seit Wochen nicht helfen (!). Es ist, als würde ein Beobachter meiner Entwicklung mit diesem Kommentar meine tatenlosen Helfer kritisieren wollen.
Derweil kämpfe ich weiter mit einem sehr zähen, fast gelähmten Flug, wobei ich insbesondere meine Beine nur mit extremer Kraftanstrengung ausstrecken kann, was das Fliegen äußerst mühsam macht. Nach kurzem Kampf werde ich schnell physisch. Mit angewinkelten Beinen liege ich auf der linken Seite. Vermutlich hatte ich es also mit einem Erlebnis im „Ätherkörper“ zu tun, einem Zustand sehr nah der Physis; der Sehverlust und die Dunkelheit sind ebenfalls Indizien dafür.
Es ist 6:25 Uhr; fünf Minuten später hätte mich ohnehin der Wecker aus dem Astralzustand gerissen.

Der mysteriöse Raum

In einem kleinen Café ärgere ich mich mit einer Kuchenverkäuferin herum, die behauptet, ich hätte ein Stück Kuchen verzehrt, das für einen anderen Kunden reserviert gewesen sei, und verlangt doch glatt 300 € für dieses „Vergehen“ von mir! Letztlich wird es mir zu blöd. Die dumme Kuh kennt doch meinen Namen nicht, denke ich, und mache mich eilends durch die Glastür davon. Draußen herrscht ein angenehmer Tag irgendwo in einer Innenstadt. Ich suche mich unter die Menschen zu mischen und entschließe mich sodann, durch eine hohe gräulich-braune Holztür zu treten, die ich an der Ecke seitlich eines schmalen Platzes entdecke. Nach meiner Auffassung führt sie in die Bibliothek dieser Stadt. Drinnen bringe ich mich mit kräftigen Armschwüngen am Treppenaufgang vorbei nach oben und klare dabei auf. Ich gelange in einen Raum mit graubraunen, fensterlosen Holzwänden und steige bis zu dessen gewaltig hoher Decke auf. Dort treffe ich auf ein großes lamellenbestücktes Oberlicht, durch das, von der linken Seite her, weißes Tageslicht in den Raum fällt. Durch die Höhe und die gewaltigen Dimensionen empfinde ich den mysteriösen Raum irgendwie als majestätisch. Diesen Gedanken im Kopf drehe ich ein halbe Runde unter der Decke und komme zu einem kistenförmigen Absatz, an dem ich für einen Moment das Gefühl habe, die Szenerie würde um 180° kippen und ich befände mich mit einem Male nicht mehr an der Decke, sondern am Grund dieses seltsamen Raumes. Einen Sekundenbruchteil später stellt sich indes wieder die alte Orientierung ein und, mein Spiel fortsetzend, lasse ich mich von dem hölzernen Absatz in undefinierbarer Höhe immer weiter in die Tiefe und Dunkelheit gleiten, bis ich schließlich aufwache. Es ist ca. 6:20 Uhr.