Ätherprojektion

In einer traumhaft abgewandelten Version meines ehemaligen Gymnasiums rase ich im Sauseschritt eine breite, dunkle Betontreppe hinunter und denke daran, wie sehr ich doch solche riesigen Gebäude liebe, deren weitläufige Innenräume so ungemein viel Platz und Bewegungsfreiheit bieten.
Als ich um den letzen Absatz herumgehe und in einen großen, kellerartigen Raum, einen grauen Betonbunker, einschwenke, überkommt mich der Traumverdacht. Ich überprüfe ihn mit einem prompt geliegenden Flugversuch.
Sogleich muss ich im Flug an meinen Paredros denken; ich habe das Bedürfnis, ihn zu sehen, bin mir aber unsicher, ob es mir in der gegebenen Situation glücken kann.
So fliege ich kurzzeitig weiter, um den Zustand zu stabilisieren, entsinne mich aber sogleich, dass dies häufig kein probates Mittel ist, sondern oft auch ins Gegenteil ausschlagen kann.
Umgehend bringe ich mich senkrecht herunter, erlebe aber eine Enttäuschung. Sobald ich den Boden berühre, knicken mir die Beine ein und ich spüre, wie ich physisch werde. Mit den Einsinken der Beine ereilt mich ein Sehverlust und ich versinke in Dunkelheit.
Eilig unternehme ich einen Rettungsversuch, in dem ich vorwärts wegfliegen will in ein unmittelbar auftauchendes, unscharfes Licht vor mir. Dabei vernehme ich den Vorwurf einer inneren (?) Stimme, dass sie, gemeint sind die Paredroi, mir seit Wochen nicht helfen (!). Es ist, als würde ein Beobachter meiner Entwicklung mit diesem Kommentar meine tatenlosen Helfer kritisieren wollen.
Derweil kämpfe ich weiter mit einem sehr zähen, fast gelähmten Flug, wobei ich insbesondere meine Beine nur mit extremer Kraftanstrengung ausstrecken kann, was das Fliegen äußerst mühsam macht. Nach kurzem Kampf werde ich schnell physisch. Mit angewinkelten Beinen liege ich auf der linken Seite. Vermutlich hatte ich es also mit einem Erlebnis im „Ätherkörper“ zu tun, einem Zustand sehr nah der Physis; der Sehverlust und die Dunkelheit sind ebenfalls Indizien dafür.
Es ist 6:25 Uhr; fünf Minuten später hätte mich ohnehin der Wecker aus dem Astralzustand gerissen.

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