Eine OBE nach der Fernblickmethode

Mit der guten, alten Fernblickmethode, die ich in meinem Buch ausgearbeitet hatte, induziere ich heute eine klassische „außerkörperliche Erfahrung“. Im Prozess denke ich darüber nach, dass der Praktizierende dabei nie wissen kann, wo er herauskommt (im Land der Elben und Elfen) oder sonstwo. Es ist immer ein neues Abenteuer.

Schließlich finde ich mich im falschen Wachliegen in einem großen leeren Zimmer ähnlich dem Wohn-Schlafzimmer meines alten Appartements wieder.
Alles erscheint mir normal und in meinem halbbewussten Zustand bin ich mir auch gar nicht über die Sonderbarkeit dieses Ortes im Klaren. Dennoch führe ich einen Zeigefingertest durch und staune, dass er mir deutlich meinen astralen Zustand anzeigt!

Mit dem Baumstammrollverfahren winde ich mich nach links von der großen Matratze herunter und habe dabei das deutliche Gefühl, physisch zu werden, und meine, mich diesmal mitsamt der Bettwäsche, die sich um meinen Leib wickelt, auf den Boden gerollt zu haben. Schon erwarte ich, mich voll erwacht mit dem Bettzeug auf der Erde liegend vorzufinden. Ein nochmaliger RC bestätigt aber, dass der Astralzustand wieder erwarten noch immer stabil ist.

Sogleich stehe ich entschlossen auf, um in den Traum davonzugehen, wobei mich eine von blassen, weiß-grauen Lichtflecken durchsetzte Dunkelheit einhüllt.
Ich wende mich nach rechts und finde im Dunkeln eine Zimmertür, diesmal die meines alten Kinderzimmers. Ich durchschreite den Flur meiner elterlichen Wohnung; sie ist leer und frühmorgendlich dunkel.

Schnurstracks gehe ich auf den Balkon. Auf dem Hof liegt der alte Spielplatz, so wie er vor vielen Jahren aussah, ehe dort unten alles gepflastert und mit Garagen zugebaut wurde.
Zu meiner Überraschung ist der Platz tief verschneit; es ist schön anzusehen und verbreitet eine weihnachtliche Stimmung. Wenige Fenster sind erhellt, z.B. eines in der Spitalbachstraße und eines im gegenüberliegenden Wohnblock, wo eine spezielle Freundin meiner Mutter wohnt.

Ich möchte die Umgebung im Flug erkunden, starte auf dem sicheren Balkon und schwenke dann halbrechts über die Brüstung hinaus.
Sogleich beschließe ich, jene spezielle Freundin der Familie aufzusuchen; sie hat neuerdings irgendeine technische Anlage genau vor dem Fenster stehen und es ist nicht ganz klar, um was es sich dabei handelt.

Ich wage einen schwungvollen Anflug, verpasse aber den Einflug ins Fenster. So nehme ich erneut aus großer Höhe Anlauf, tauche rasant abwärts, steige an der Fensterfront auf und schwinge mich hinein in das spärlich möblierte Zimmer einer älteren, dunkel gekleideten Frau mit dunklem Pagenschnitt und dunkler Hornbrille. Sie bemerkt mich nicht, sondern beobachtet, im Zimmer stehend, ganz fasziniert eine Art Musik-on-Demand-Anlage, zumindest steht „on demand“ deutlich in chromfarbenen Lettern auf der Apparatur zu lesen. Das Gerät sieht wie ein PC-Monitor aus, doch zwischen zwei chromglänzenden Streifen auf schwarzem Grund zeigt ein Display in roter Digitalschrift die gespielten Musikstücke an.

Als ich die Anlage genauer in Augenschein nehme, erwache ich.
Es ist 5:12 Uhr. Den im Nachhinein betrachtet wenig realistischen Wahrnehmungen zum Trotz bin ich sehr zufrieden mit dieser klassisch eingeleiteten AKE.