Alien-OP, Teil 2

Vor 5 Uhr früh gerate ich aus einer traumreichen Phase heraus in den Zustand eines falschen Wachliegens. In der Rückenlage im Bett liegend, die Arme bequem zu den Seiten wie bei der Tiefenmeditation, drifte ich plötzlich nach links und erfahre dabei zudem eine seltsame Drehung im Raum. Es fühlt sich an, als würde mein Körper beim Abdriften zur Seite hin zugleich in einem Drittelkreis nach links um eine senkrechte Achse ungefähr auf der Höhe meines Bauchnabels gedreht. Als die seltsame Versetzungsbewegung beendet ist, befinde ich mich, dem Gefühl nach, in einem anderen Raum; ich bin gewechselt.
Durch die geschlossenen Augenlider bemerke ich grelles weißes Neonlicht von oben. Auch verspüre ich ein kribbelndes Gefühl in der gesamten linken Körperseite, im Arm, im Gesicht. Meine Interpretation läuft darauf hinaus, dass ich mich erneut in einer Situation befinde, in der es zu einer Begegnung mit außer- oder überweltlichen Wesenheiten kommen könnte, einer Kontaktaufnahme oder einer Alien-OP.
Entspannt und neugierig lasse ich mich auf die Sache ein und lasse geschehen, was kommen mag. Allerdings geschieht – gar nichts. Ich liege nur in tiefer Ruhe da. Keine Anwesenheit, keine Präsenz ist spürbar.
Schließlich öffne ich die Augen, um zu spitzen. Und es ist, als blickte ich ganz normal vom Bett aus halbrechts in mein nächtliches Schlafzimmer in Richtung Tür, wo durch einen Spalt Licht vom Flur hereinfällt. Es ist der ganz normale „OBE-Blick“ (wie ich es nenne); das passiert immer dann, wenn ich im Astralzustand willkürlich die Augen öffne. Damit ist aber auch der Anschluss an die andere Dimension, in die ich gedriftet war, wieder verloren. Leider verpasse ich es auch, mit einem RC zu überprüfen, ob ich wirklich erwacht bin oder mich nach wie vor in einem falschen Wachliegen befinde. Unklar also, ob ich von hier aus noch mal hätte zu einer Astralreise „weitergehen“ können oder nicht.

Leerer Raum in der Nebelwelt

Nach der Meditation um 5 Uhr heute früh erlebe ich mich in einem Traum, in welchem ich in Neustadt die Branchweilerhofstraße entlanggehe. Ich trage eine Jeansjacke mit weitem hohem Kragen, in dem ich meinen Kopf fast vollständig verbergen kann. Als ich an einigen Leuten links vorbeikomme, bemerke ich, dass ich mich zum Flug aufschwingen kann und werde klar.
In einem unspektakulären Szenenwechsel fliege ich nun die Adolph-Kolping-Straße unterhalb der Globuszufahrt entlang; die ganze Zeit über liegt die gesamte Szenerie in einem hellen grau-weißen Nebel.
Schließlich führt mich mein Flug in einen Raum, den ich als mein altes Kinderzimmer deute. Nur ist der mit hellem Teppich ausgelegte Raum vollständig leer; durch die Rollladenritzen fällt das weiße Licht eines hellen, aber bedeckten Tages herein. Meine Sicht ist nach wie vor schlecht und ich beschließe, einen Trick anzuwenden, den ich schon einmal erfolgreich angewendet habe. Ich will mich einfach rückwärts umfallen lassen und mich so in einen OBE-Zustand hineinbegeben. Bei vorherigen Versuchen lag ich dann rücklings in der astralen Kopie meines Bettes in meinem Schlafzimmer.
Diesmal klappt es aber nicht – nachdem ich mich rücklings umfallen ließ, spüre ich, dass ich den gegebenen Umraum nicht verlassen habe, sondern – Dunkelheit vor Augen – an der Wand des nämlichen Zimmers liege.
Nach Anwendung der Ausrollmethode finde ich mich zu meiner Verwunderung in exakt demselben leeren Zimmer wieder.
Kurzentschlossen will ich nun einfach diese Szenerie näher erforschen und vielleicht durch den Rollladen nach draußen fliegen. Zunächst probiere ich aber, mich am Ort haptisch zu stabilisieren und meine Sehfähigkeit zu verbessern, indem ich meine Arme abtaste. Leider kann ich mich trotzdem nicht halten und erwache zügig.

Die Schlichtwohnung

Meine heutige Astralprojektion bringt mich in eine sehr schlichte Wohnung; die Wände sind mit einer wasserabweisenden Farbe beige gestrichen; im Schlafraum steht ein einfaches, weiß bezogenes Metallbett. Alles ist im schlichtesten Standard gehalten, wie man ihn vielleicht noch in den 1950er oder 1960er Jahren in Deutschland antreffen konnte. Obwohl ich diese Wohnung nicht kenne, sehe ich sie ganz selbstverständlich als meine an. Auch eine kurz anwesende, völlig fremde Frau kommt mir innerhalb des Zustandes nicht fremd vor, ein Kontakt mit ihr unterbleibt jedoch. Ich führe in der Wohnung Flugübungen durch und bin mir des Astralzustandes völlig bewusst, habe aber gewisse Probleme mit der Stabilisierung an diesem Ort. Mein Blick trübt sich ein, so dass nur ein nebliges Sehen in Graustufen verbleibt. Als ich die Augen öffne, blicke ich aus meinem Bett nach links auf das Schlafzimmerfenster (mein reales Schlafzimmer bzw. dessen astrale Kopie). Nach Schließen der Augen gelingt es mir, mich in der Schlichtwohnung zu halten. Von dem weißen Bett aus starte ich zu einem weiteren Flug. Ich gleite durch einen Flur und durchfliege an dessen anderen Ende eine verkleidete Tür, hinter der ich das Schlafzimmer meiner Eltern vermute, da die Wohnung zumindest von Schnitt und Lage her dieser Unterkunft entspricht. Der Raum ist indes völlig dunkel; daher drehe ich um und durchfliege erneut die geschlossene Tür, wiederum ohne dass sich dabei ein Dimensionenwechsel ergibt. Ich bin noch immer in der besagten Wohnung und fliege zurück in das erste Zimmer. Dort kreisle ich in der Nähe des Fensters um meine eigene Achse, um mich in eine andere Umgebung einzublenden, doch der Erfolg bleibt aus. Ich komme weder woanders hin noch verbessert sich meine Sicht; das Öffnen der Augen führt zum selben Ergebnis wie beim ersten Versuch. Schließlich fliege ich durch den Rolladen am Fenster nach draußen. Im Freien steigert sich meine Sehfähigkeit schnell. Unter einem bedeckten Himmel schwebe ich auf der Höhe des vierten Stocks nördlich dessen, was mein Geist als den Wohnblock meiner Eltern gedeutet hat. Gleich in der Nähe, etwas südwestlich, tut sich ein Neubaugebiet auf, an dessen südlichem Ende noch die Fassade eines grauen Hochhauses steht. Als ich im weitem Bogen das Gebiet überfliege, erkenne ich, dass in den abgebrochenen Räumen noch Überreste des Mobilars der ehemaligen Bewohner gestapelt sind. Auch beschleicht mich das Gefühl, dieses Abbruchhaus schon einmal in einem anderen Traumzustand gesehen zu haben, kann das aber nicht näher zuordnen. Neugierig lande ich auf der Abbruchkante einer der obersten Wohnungen; die hinten gestapelten Stühle sind abgelebt und extrem schmutzig und schmierig. Vor mir auf dem weißen Bodenbelag sehe ich einen kleinen runden Kotfleck. In der Wohnung müssen sehr unhygienische Zustände geherrscht haben. Daher mache ich sofort kehrt und hebe wieder ab. Dabei spüre ich, wie ich den Anschluss verliere und endgültig ins Bett überblende. Das Erlebnis endet gegen 8:30 Uhr.

Eine „Alien-OP“

In der Tiefenmeditation (Beginn kurz nach 6 Uhr; Ende 9 Uhr) überfluten mich einige extrem merkwürdige und schwer zu deutende Wahrnehmungen. Ausgangspunkt ist mein Aufenthalt in einer großen Stadt, die ich als Paris interpretiere. Meine Familie ist auch anwesend. Mein Vater kauft ein großes Paket mit Wasserflaschen und schleppt sie mit sich herum, während wir anderen überzeugt sind, dass es völlig überflüssig ist, dieses schwere Getränkepaket auf der gesamten Stadttour mit sich zu tragen. Beim ersten besten Imbissstand wird Platz genommen, um sich auszuruhen. Und obwohl sowohl Stand als auch Inhaber einen gänzlich unappetitlichen Eindruck machen, muss hier etwas zu essen bestellt werden. Etwa aber dieser Stelle verändert sich das eher traumähnliche Erlebnis frappierend! Der unter einer Unterführung liegende Imbissstand wandelt sich in eine klinische Umgebung, eine medizinische Station, wobei der optische Eindruck sich nunmehr auf ein weitgehend unstrukturiertes und als rein weiß empfundenes Umfeld verringert; der Blick auf die Ecke eines weißen Schränkchens ist das Einzige, was von der Umgebung im Gedächtnis haftet. Eine oder mehrere Präsenzen (sehen kann ich die Wesen nicht) sind telepathisch mit meinem Geist verschmolzen und thematisieren, mir ein medizinisches Präparat namens „Novizin“ oder „Novozin“ (die Bezeichnung des Wirkstoffs wird von meinem Geist verschieden interpretiert, doch die Anstrengung, sie zu eruieren, sorgt nur für Verwirrung) verabreichen zu wollen (oder zu haben?). Was das Präparat verwirken soll, wird mir mir aus den Äußerungen der Präsenzen nur äußerst bruchstückhaft klar; der Begriff „Unsterblichkeit“ fällt dabei und die kryptische Umschreibung, „aus dem Doppelten einen Propheten“ zu machen, ist mir in Erinnerung geblieben. Als ich den Tiefenmeditationszustand beende, fühle ich mich enerviert, als wäre ich aus einer verstörenden, fiebertraumähnlichen Vision zurückgekehrt. Ein gewisses Gefühl der Beklemmung bleibt von dieser Erfahrung auch nach dem Aufstehen zurück. Das seltsame Erlebnis erinnert mich an einige der in Rick Strassmans „DMT. Das Molekül des Bewusstseins. Zur Biologie von Nahtod-Erfahrungen und mystischen Erlebnissen“ beschriebenen DMT-Erfahrungen. Auch hier wird von Präsenzen einer anderen Wirklichkeit berichtet, die als „Forscher“ beschrieben werden, die teilweise sogar extrem unangenehme und mitleidlose medizinische Experimente durchführen. Erstaunliche Parallelen gibt es ebenso zu den Schilderungen von Personen, die glauben, von Aliens entführt und von diesen operiert worden zu sein. Im Zuge meiner OBE-Übungen habe ich im hypnagogen Zustand schon des Öfteren solche Dinge erlebt, sie hatten in der Regel aber kein Beklemmungsgefühl zur Folge, das noch im Nachhinein so deutlich zu spüren gewesen wäre.

Die astrale Schule

Das Geschehen heute morgen ist ein Paradebeispiel, was passiert, wenn es nicht gelingt, beim Meditieren den inneren Monolog stillzulegen. Die Fokussierung (mittels der Fernblickmethode) führt definitiv zum Ziel: Ich erreiche das falsche Wachliegen. In der Rückenlage im Bett liegend blicke ich mich im Zimmer um und denke in diesem Zustand sogar darüber nach, eine außerkörperliche Erfahrung auszulösen. Allerdings verkenne ich total, dass ich eigentlich schon mittendrin bin! Im Grunde erkenne ich in dieser Situation sogar den Grund dafür: Ich kann das innere Selbstgespräch nicht beenden, das mich von einer Traumsequenz in die nächste abgleiten lässt. Die Folge ist, dass ich mich immer wieder in Träumen wiederfinde, in denen ich mich an einer neuen Schule einarbeiten muss. Das Gebäude ist mir völlig unbekannt. Es weist in Parterre einen riesigen Musiksaal aus. Nur durch einen schmalen Aufgang seitlich kommt man zu den Unterrichtsräumen oben. Das Kollegium ist nett, angenehme Leute mit lockerer Einstellung zur Arbeit. Doch ist der Club weitgehend überaltert; es gibt weißhaarige Kolleginnen, die eigentlich weit im Pensionsalter sind und sich bei einem Kollegiumsausflug ausklinken, weil sie nicht so weit laufen können (zum Aufhören haben sie aber offenbar keine Lust); die Chefs sind im Stil der 1960er Jahre in dunklen Anzügen und Krawatte unterwegs; ein Schulrat (mit geflochtenem Zopf), der neu im Job ist und seine Schulen kennenlernen will, schleicht im Gebäude umher; keine der Personen kenne ich aus der Wachrealität. Interessant ist, dass ich zwischendurch aus diesen Träumen konkret aufwache, mich etwas darüber ärgere, nicht zu einer OBE aufbrechen zu können, mich erneut meditativ vertiefe und dann wieder an dieser mir völlig unbekannten Schule lande. Es ist nicht das, was ich erreichen will, aber für sich genommen dennoch ein ganz interessantes Erlebnis.