Die Schlichtwohnung

Meine heutige Astralprojektion bringt mich in eine sehr schlichte Wohnung; die Wände sind mit einer wasserabweisenden Farbe beige gestrichen; im Schlafraum steht ein einfaches, weiß bezogenes Metallbett. Alles ist im schlichtesten Standard gehalten, wie man ihn vielleicht noch in den 1950er oder 1960er Jahren in Deutschland antreffen konnte. Obwohl ich diese Wohnung nicht kenne, sehe ich sie ganz selbstverständlich als meine an. Auch eine kurz anwesende, völlig fremde Frau kommt mir innerhalb des Zustandes nicht fremd vor, ein Kontakt mit ihr unterbleibt jedoch. Ich führe in der Wohnung Flugübungen durch und bin mir des Astralzustandes völlig bewusst, habe aber gewisse Probleme mit der Stabilisierung an diesem Ort. Mein Blick trübt sich ein, so dass nur ein nebliges Sehen in Graustufen verbleibt. Als ich die Augen öffne, blicke ich aus meinem Bett nach links auf das Schlafzimmerfenster (mein reales Schlafzimmer bzw. dessen astrale Kopie). Nach Schließen der Augen gelingt es mir, mich in der Schlichtwohnung zu halten. Von dem weißen Bett aus starte ich zu einem weiteren Flug. Ich gleite durch einen Flur und durchfliege an dessen anderen Ende eine verkleidete Tür, hinter der ich das Schlafzimmer meiner Eltern vermute, da die Wohnung zumindest von Schnitt und Lage her dieser Unterkunft entspricht. Der Raum ist indes völlig dunkel; daher drehe ich um und durchfliege erneut die geschlossene Tür, wiederum ohne dass sich dabei ein Dimensionenwechsel ergibt. Ich bin noch immer in der besagten Wohnung und fliege zurück in das erste Zimmer. Dort kreisle ich in der Nähe des Fensters um meine eigene Achse, um mich in eine andere Umgebung einzublenden, doch der Erfolg bleibt aus. Ich komme weder woanders hin noch verbessert sich meine Sicht; das Öffnen der Augen führt zum selben Ergebnis wie beim ersten Versuch. Schließlich fliege ich durch den Rolladen am Fenster nach draußen. Im Freien steigert sich meine Sehfähigkeit schnell. Unter einem bedeckten Himmel schwebe ich auf der Höhe des vierten Stocks nördlich dessen, was mein Geist als den Wohnblock meiner Eltern gedeutet hat. Gleich in der Nähe, etwas südwestlich, tut sich ein Neubaugebiet auf, an dessen südlichem Ende noch die Fassade eines grauen Hochhauses steht. Als ich im weitem Bogen das Gebiet überfliege, erkenne ich, dass in den abgebrochenen Räumen noch Überreste des Mobilars der ehemaligen Bewohner gestapelt sind. Auch beschleicht mich das Gefühl, dieses Abbruchhaus schon einmal in einem anderen Traumzustand gesehen zu haben, kann das aber nicht näher zuordnen. Neugierig lande ich auf der Abbruchkante einer der obersten Wohnungen; die hinten gestapelten Stühle sind abgelebt und extrem schmutzig und schmierig. Vor mir auf dem weißen Bodenbelag sehe ich einen kleinen runden Kotfleck. In der Wohnung müssen sehr unhygienische Zustände geherrscht haben. Daher mache ich sofort kehrt und hebe wieder ab. Dabei spüre ich, wie ich den Anschluss verliere und endgültig ins Bett überblende. Das Erlebnis endet gegen 8:30 Uhr.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s