Multiple außerkörperliche Erfahrungen

Nachdem die Versuche mit niedrigen Dosierungen der Hypericum-Tinktur (ein knapper Teelöffel) im Laufe dieser Woche keine signifikanten Ergebnisse brachten, nehme ich heute um 3:30 Uhr eine hohe Dosis von zwei Esslöffeln ein. Kurz nach der Einnahme zeigt sich sogleich beim Hinlegen die merkwürdige Sensation eines im Rhythmus des Herzschlags langsam pulsierenden Magens. Vielleicht handelt es sich auch nur um eine Reaktion auf die Tatsache, dass ich hier am frühen Morgen auf leeren Magen ein Schnapsglas voll 38%igen Alkohols zu mir genommen hatte. Ansonsten schlafe ich problemlos wieder ein, bis mich dann um 4:30 Uhr der Wecker erneut weckt. Mit der siebenfach wiederholten Suggestionsformel setze ich zur Fernblickmethode an, wobei ich schnell wieder einschlafe. Es entfaltet sich ein vollbewusster Flugtraum in einem hallenartigen Raum; ich bin erfreut und staune über die durchschlagende Wirksamkeit der Dosis. Falsches Wachliegen in einem fremden Bett schaltet sich dazwischen, wobei ich einer Präsenz etwas aufschneiderisch und prahlerisch erkläre, dass ich die Körperbegrenzungen überwunden und mit der außerkörperlichen Erfahrung zur Magie fähig geworden sei. Eine neue Möglichkeit suchend, den Zustand zu erproben, gelange ich in die Situation, in einer großen, unbekannten Stadt umherzufahren und beschließe, mich einfach mal in das Bett irgendeines Promis einzublenden. Allerdings lande ich im eigenen Bett in meinem vom weißen Tageslicht eines bedeckten Morgens erhellten Schlafzimmer. Die Szenerie ist noch nicht voll ausgeprägt und hängt gänzlich im Nebel, als habe sie sich nur unklar aus einer hellen Void herausgebildet (die Experimente mit Hypericum, einer „Lichtpflanze“ [!], lassen mich interessanterweise eine helle Void erleben). Ich bin mir noch sehr sicher, mich im außerkörperlichen Zustand zu befinden bzw. diesen wieder sehr leicht erreichen zu können. Ich richte meinen Oberkörper auf und führe einen Zeigefingertest durch. Und tatsächlich: Der RC macht überdeutlich, dass ich noch im OBE-Zustand bin! Mit dem Zeigefinger in der Hand purzle ich nach vorn und seitlich weg, bringe mich in eine seitliche Rollbewegung und stehe so aus dem Bett auf und begebe mich auf Erkundung. An der Schlafzimmertür verlangsame ich, weil ich genau weiß, dass ich mir vorgenommen habe, zukünftig alles genau anzusehen und nicht mehr den Fehler der Hast zu machen. So gehe ich hinüber ins Arbeitszimmer, das zunächst ziemlich normal erscheint, wenngleich meine Sicht nach wie vor unscharf und trüb ist. In der Ecke links neben dem Fenster beim Computertisch entdecke ich ein flaches Objekt, das sogleich auf mich zugefahren kommt. Es ist der Staubsaugerroboter, der normalerweise im EG herumfährt und nicht hier oben. Es handelt sich auch um ein anderes Modell, eher das, welches meine Eltern besitzen. An der Ostwand entlangblickend entdecke ich gleich rechts neben dem Fenster ein kleines altmodisches Fernsehgerät mit einem hell- und dunkelgrauen Plastikgehäuse, das es dort in der Wachrealität auch nicht gibt. Mit meiner unverändert schlechten Sicht in grieseligen Weiß-Grau-Stufen bin ich nicht glücklich und versuche nun, durch Händereiben und Anstarren der Nordseite des Zimmers die Sehfähigkeit zu verbessern. Doch ohne Erfolg, denn ich gleite ins volle Erwachen über. Es ist 5:12 Uhr. Die nachfolgenden Schlafphasen sind von verwirrender Hypnagogie und überkomplexen, sehr wechselhaften Träumen geprägt.
Das heute erzielte Ergebnis fühlt sich sehr gut an. Es scheint hier eine gute Methode vorzuliegen, die angewendet werden kann, wenn dringend ein sicherer Zutritt in die vollbewusst wahrgenommene Astralwelt nötig ist.
Um Gewöhnungseffekte und eine eventuelle Lichtsensibilisierung durch das Hypericum zu vermeiden, nehme ich mir vor, solche Experimente ausschließlich auf die beiden Nächte des Wochenendes zu beschränken. Das erscheint mir schon von daher sinnvoll, da ich es mir nicht zur täglichen Gewohnheit werden lassen will, morgens auf nüchternen Magen einen „Kurzen“ zu mir zu nehmen! Außer dem walgenden Gefühl im Magen, das noch zeitweilig zu spüren war, ohne echte Beschwerden zu verursachen, zeigten sich keine Nebenwirkungen. Auch nach dem Aufstehen fühle ich mich aufgeräumt und gut erholt.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s