Trug

Ich werde in einem grün gekachelten Waschraum luzid. Zuvor träume ich von einem Mädchen, F. bzw. Z. nicht unähnlich, das an einer Zeremonie teilgenommen hat, ohne dabei die erhofften mystischen Erfahrungen zu erlangen. Eine Verwandte will dem enttäuschten Kind klar machen, dass es Geduld und Offenheit brauche. Auch ich verspüre den Impuls, zu helfen, sage irgendwas und werde fast zeitgleich, beim Blick in einen Nachbarraum, vollluzid.
Ich versuche eine Translation zum „Kern der Sonne“, eine Idee, die mir infolge eines unluziden Traums letzten Mittwochmorgen gekommen ist. Das funktioniert allerdings überhaupt nicht wie erhofft.
Ich lande in einer nächtlichen Umgebung; vereinzelte Sterne blinken an einem dunkelblauen Himmel. Ich scheine mich in einer Art Industriegebiet zu befinden. Von einer betonierten Fläche hebe ich ab und erkenne, dass sich vor der Betonplattform ein Gewässer erstreckt. Auf dem Wellenkämmen des bräunlich-grünlichen Wassers laufend beginne ich eine weitere Translation, die mich in sonnige Gefilde bringen soll.
Die zweite Translation klappt, allerdings wiederum anders als erwartet.
Ich komme in einem großen, von gelb-orangen Licht erhellten Raum voller kleiner Kinder heraus; ich bin in einer Kindergartengruppe mit dunkel- und hellhäutigen Kindern gelandet. Die Kinder zeigen große Begeisterung und Interesse an mir, doch will ich schnell weiter.
Durch die kurzzeitig transparent werdende Decke sehe seitlich nach links versetzt in der Höhe eine gelbe Sonnenscheibe am Himmel. Teilweise habe ich mein Ziel also erreicht. Ich durchfliege eine Fensterscheibe vor mir und gewahre die schon zuvor spürbare Fremdartigkeit dieser Umgebung. Der Himmel ist gelb, die gesamte Umgebung von der Sonne in ein gelb-orangefarbenes Licht getaucht. Auch hier bin ich in einem Industriekomplex gelandet; dunkle Abgaswolken aus Fabrikschloten verfinstern teilweise den Himmel. Das ist das Gegenteil eines paradiesischen Sommerlandes; kurz fixiere ich im Flug diese Sonne, um von dort Kraft zu schöpfen, fühle aber, dass das in diesem Astralbereich wenig Sinn macht. Das ist nicht der richtige Platz.
Ein dritter Translationsversuch verfrachtet mich unweigerlich in mein Bett und ins volle Erwachen. Es ist 6:02 Uhr.
Im Rückblick auf das Erlebnis dämmert mir, dass es eine Überzahl an Astralbereichen und astralen Aktivitäten gibt, die – wie die weitaus meisten gewöhnlichen Träume! – die Aufmerksamkeit mit trügerischen Inhalten binden! Diese Erkenntnis erscheint mir umso bedeutsamer, je länger ich darüber nachdenke. Obwohl meine Schlafzeit diesen Samstagmorgen mehr als ausreichend war, fühle ich mich etwas müde und meine Verspannungen im unteren Rücken sind wieder deutlich spürbar.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s