Die Kathedrale

In einem mittelalterlichen Stadt befinde ich mich im Inneren eines Kathedralbaus im Werden. Der Bau aus gelblich-weißem Kalkstein steht bereits in seinem Gerippe; imposante, krabbenverzierte Strebewerke ragen auf, doch die Wandfüllungen und Decken fehlen noch. Interessanterweise ist allerdings schon viel Figurenwerk fertiggestellt, das allerdings noch etwas grob behauen und nachbearbeitungswürdig erscheint (laut Alfred Ballabene handelt es sich bei diesem Eindruck aber um einen Hinweis darauf, dass es sich dabei um eine etwas niedrigere Unterebene vielleicht irgendwo zwischen der mittleren und hohen Astralebene handelt). Darunter auch ein gewaltiges, einen Papst darstellendes Steinmetzwerk in der Mitte des Baus. In der weitläufigen Anlage habe ich zuvor dem Aufmarsch deines großen Zusammentreffens von Klerikern und Adligen beigewohnt, die sich in buntester mittelalterlicher Gewandung ein Stelldichein zu Ehren des auf seinem Thron hofhaltenden Papstes eingefunden haben.
Nachdem sich alles verlaufen hat, finde ich in der Nähe einer Säule bei der Außenmauer Goldblechteile (offenbar von verlorenem und zertretenen Schmuck der hohen Herren) sowie längliche, wie Pommes geschliffene Halbedelsteine.
Diese Wertsachen sammle ich ein, stecke indes die pommesförmigen Edelsteine in einen Becher und stelle sie an den Eingang eines Ladengeschäftes, da mir der Verdacht kommt, dies könnte auch verstreute Ware aus diesem Geschäft sein.
Allmählich mehr und mehr luzid werdend fliege ich in einem gleitenden Szenenwechsel durch einen Laden in dieser Stadt (eine Art Konfiseriegeschäft, in dem Rot- und Goldtöne das Interieur beherrschen) und dort geradeaus durch den Eingang in eine enge Mittelaltergasse, ebenfalls eine, teilweise mit Sonnensegeln beschattete Ladenpassage.
Hier beschließe ich, vom mühsamen Schwimmmodus auf den passiven Flug im Sitzen umzustellen, was aber diesmal nicht so gut klappt, denn der Start gelingt mir nicht so wie gewünscht. Im Zuge der Bemühungen um die Flugtechnik erwache ich nach 5 Uhr.

Falsches Wachliegen

Mir träumt, dass mir mein Wecker Probleme bereitet. Die Ziffern flimmern auf dem Display, sie fallen aus und erscheinen wieder in chaotischer Weise. Es scheint, als würde das Gerät endgültig den Geist aufgeben. Dabei verspüre ich ein gewisses Gefühl der Dringlichkeit und des Missfallens, weil es so aussieht, als wäre es bereits 10 vor 7 und ich müsste gleich aufstehen. Ansonsten sieht alles im Raum aus, wie im gewöhnlichen morgendlichen Schlafzimmer, das von der angelehnten Schlafzimmertür her mit weißgrauem Morgenlicht dämmrig erleuchtet wird. Obwohl der Wecker wohl kaputt ist und wohl kaum ein korrektes Wecksignal mehr liefern wird, stelle ich ihn an seinen Platz und wälze mich dann auf die rechte Seite, um noch ein wenig zu ruhen.
In dieser Stellung werde ich bei geschlossenen Augen von einem Wesen angefallen, das ich als ein überdimensionales Raubtier, einen mächtigen Fuchs deute.
Dabei ist mir sofort klar, dass es sich um ein Phänomen des falschen Wachliegens handeln muss. Ich verspüre keine Angst, sondern drücke das Erlebnis willentlich weg und verscheuche auf diese Weise das Unwesen, um dann aber sofort eines Besseren zu besinnen. Lieber möchte ich die Erfahrung experimentell auskosten und denke mir: „Fall mich nochmal an!“, was auch umgehend eintritt! Das Wesen kehrt zurück und beißt mich in die linke Schulter, was mit einem Druckgefühl, aber nicht mit irgendeinem unangenehmen oder schmerzhaften Gefühl verbunden ist.
Zudem mache ich sogleich einen Zeigefingertest, um den Astralzustand abzusichern. Weil ich meine, bis zum Aufstehen nur noch ein paar Minuten zu haben, rolle ich mich eilends nach links aus und gleite fliegend durch das Arbeitszimmer, wo ich mich durch das linke Fenster drücke und in den morgendlichen Garten herunterplumpsen lasse.
Mit Blick auf die grün-gelben Grasbüschel vor mir überlege ich, zur Meditation anzusetzen. Dieser Gedanke wird aber sehr schnell durch einen anderen verdrängt: Im Sitzen am Boden lege ich die Fußsohlen so zusammen, dass sich die Pfeilform einer Art Zieleinrichtung bildet, und starte durch das Zurücklehnen des Oberkörpers zum Flug.
Diese „passive“ Flugtechnik ermöglicht eine unglaublich rasante Fortbewegung durch die Luft. Jäh aufsteigend und auf Dachhöhe einen Schlenker fliegend jage ich vorwärts durch eine majestätische, schwarzblaue, oben ins Blaue aufsteigende Dunkelheit, mache an deren Grenze einen Rechtsschwenk und sause in die Ausgangsrichtung zurück.
Schließlich fliege ich zurück ins Haus, dessen Inneres sich nun total gewandelt hat: Im relativ engen und holzgetäfelten Treppenschacht einer Wendeltreppe fliege ich in den recht schmalen Flur eines ebenfalls holzgetäfelten und von einem warmen Licht sacht erhellten Wohnbereichs ein. Dort sind als unsichtbare Präsenzen mein Bruder und ferner meine Mutter (?) anwesend. Mein Bruder wundert sich gegenüber der zweiten Person über meine eigentümliche Flugfähigkeit. Bei mir selbst ist immer noch der Zeitdruck, das Gefühl, gleich aufstehen zu müssen, virulent. Letztlich erwache ich.
Es ist 4:48 Uhr. Das Gefühl, die Nachtruhe sei gleich zu Ende, war also ebenso eine Täuschung aus dem Zustand des falschen Wachliegens wie die geschilderten Probleme mit dem Wecker.

Die „Schale“

In der Küche meiner Eltern werde ich luzid. Von einem Schrank rechts neben der Tür schaue ich in den von warmem, gelbem Lampenlicht erhellten Raum.
Draußen vor dem Fenster ist es nächtlich dunkel. Irgendwie in der Luft schwebend sitze ich in einer Art imaginären Schale, was sich ein wenig so anfühlt, als säße ich in den Armen einer sehr großen unsichtbaren Person. Etwas unangenehm daran ist, dass meine Beine ein wenig unbequem über den Rand der „Schale“ hängen.
Immerhin kann ich mich in dieser eigentümlichen Hockhaltung leicht fortbewegen. Ich muss mit dem Oberkörper nur leicht nach hinten kippen, um mich in eine Vorwärtsbewegung zu versetzen. So fahre ich in der „Schale“ über eine kurze dunkle Strecke im Flur in das gleichfalls angenehm erhellte Wohnzimmer, von wo aus ich nach draußen in die Nacht südlich des Wohnblocks meiner Eltern hinausgleite.
Dort drifte ich in einer Wende nach links, wobei ich allerdings, sehr zu meinem Bedauern, feststelle, dass mir zunächst ein Sehfähigkeits- und dann ein völliger Anschlussverlust an den gegebenen astralen Umraum unterläuft. Ich hatte infolgedessen gar keine Chance, mehr als nur kurz an mein weiteres Vorgehen hier zu denken.
Es ist kurz nach 6 Uhr morgens.

In sich selbst verkrümmt

Recht früh am Morgen (noch vor 3:30 Uhr) träume ich, in einer angenehmen Sommernacht über einen Campingplatz zu fliegen. Schließlich begebe ich mich in das Innere eines nach Süden ausgerichteten Vorzeltes, wo ich kurz herumkrame (was genau, kann ich nicht mehr sagen). Dann jedoch werde ich luzid und erinnere mich meines Vorhabens, innerhalb der Traumwirklichkeit „die Welt anzuhalten“. Umgehend durchquere ich den Zelteingang und begebe mich rechts an die Ecke des Zeltes, wo im Halbdunklen auf einem schmalen Durchgang neben der Zeltplane und einem Beet ein dünnes Sitzkissen auf dem Boden liegt. Es scheint nicht ganz trocken zu sein. Dennoch setze ich mich darauf und blicke von dort neben der Zeltplane in den herrlichen Sternenhimmel im Südwesten auf. Eine Konstellation heller Fixsterne strahlt dort markant am blauschwarzen Himmel. Sogleich versuche ich meine Meditationsformel im Geist zu rezitieren, bekomme sie aber nicht richtig zusammen, stocke und verwirre mich. Anbei wechselt ohne mein eigenes Zutun meine körperliche Lage. Den Blick für das herrliche Umfeld büße ich ein und kauere am Ende in einer Art Käferhaltung eingerollt am Boden. Ich bin im Wortsinn in mich selbst verkrümmt (Homo incurvatus in se). Sich an einer verbalen Meditationsformel abzuarbeiten ist offenkundig also nicht die beste Methode, um mit sich selbst zu arbeiten.

Ätherprojektion

In einem langen graubodigen Flur mit weißen Wänden öffne ich eine hellgrau lackierte Holztür zu einem Besprechungszimmer, um meine darin abgestellte Tasche zu holen. Drinnen stehen jede Menge Herren in Anzügen um die langen rechteckigen Besprechungstische versammelt und verbeugen sich gerade, als würden sie sich in einer japanischen Zeremonie vor dem neuen Tenno verneigen, vor der Wand zur Linken des Raumes.
Vor der Wand angekommen verbeuge ich mich dort ebenfalls, um nicht aufzufallen, unhöflich oder unangepasst zu erscheinen, und versuche zu überspielen, dass ich nicht im Geringsten weiß, um was es hier geht. Eine Männerstimme flüstert mir sogleich freundlich zu, dass ich eigentlich in einer Notenkonferenz erwartet werde. So verweise ich noch schnell auf meine Tasche, schnappe sie und verabschiede mich freundlich von der Versammlung, in der jetzt auch von einzelnen Personen Texte religiösen Inhalts rezitiert werden.
Draußen frage ich mich, welche Konferenz hier gemeint sein soll und komme zu dem Schluss, dass es sich um einen Irrtum handeln muss.
Ich gehe und bin recht schnell unter freiem, frühmorgendlich blauen Himmel. Östlich von mir sehe ich H.-J. oben bei seinem Haus; er winkt mir zu und deutet mir an, dass ich zu ihm kommen soll.
Ich mache mich auf den Weg und schwenke auf eine Straße ähnlich der Klingbachstraße in Ingenheim ein.
Auf dem Bordstein links der Straße entlanggleitend versperrt mir ein Haus mit einem roten Sandsteinturm mit steinernem Kuppeldach den Blick auf H.-J.s Haus.
Wenn ich daran vorbei bin, müsste es wieder in den Blick geraten.
Bäuchlings und tief über dem Gehweg gleite ich in einem schnellen Flug dahin, wobei sich die Sensation eines Kinderschulranzens direkt vor mir einstellt. Damit erkenne ich endgültig den Traum und führe zur Überprüfung einen erfolgreichen Zeigefingertest durch.
Umgehend rolle ich aus der Bauchlage nach rechts weg und falle über den rechten Rand meiner Matratze. Halb in der Rückenlage am Boden neben dem Bett schwebend will ich mich leicht aufrichten und blicke dabei in einen ausgeprägten, über links gedrehten Farbwirbel mit ringförmiger Mitte, einem schmalen, leicht nebeligen Lichtkranz mit dunklem Auge in der Mitte, in der Finsternis unmittelbar vor mir.
In dem Vorhaben, sofort in die Vertiefung durch Anhalten sämtlicher Traumaktivitäten zu gehen, lasse ich mich zurücksinken. Anbei spüre ich aber schnell, wie mir das Gespür für den nach wie vor in der Handfläche steckenden Zeigefinger schwindet, was den raschen Wechsel in die physische Realität markiert. Das Gefühl in den Händen und Armen driftet und das physische Körpergefühl stellt sich ein, auf der rechten Seite mit überkreuzten Armen zu liegen. Es ist 8:06 Uhr.
Dumm, wenn einem durch Experimentierlust und den Drang, die eigenen Vorhaben umzusetzen, der Anfängerfehler passiert, eine solche AKE oder Ätherprojektion nicht erst einmal gründlich zu stabilisieren.