Die „Schale“

In der Küche meiner Eltern werde ich luzid. Von einem Schrank rechts neben der Tür schaue ich in den von warmem, gelbem Lampenlicht erhellten Raum.
Draußen vor dem Fenster ist es nächtlich dunkel. Irgendwie in der Luft schwebend sitze ich in einer Art imaginären Schale, was sich ein wenig so anfühlt, als säße ich in den Armen einer sehr großen unsichtbaren Person. Etwas unangenehm daran ist, dass meine Beine ein wenig unbequem über den Rand der „Schale“ hängen.
Immerhin kann ich mich in dieser eigentümlichen Hockhaltung leicht fortbewegen. Ich muss mit dem Oberkörper nur leicht nach hinten kippen, um mich in eine Vorwärtsbewegung zu versetzen. So fahre ich in der „Schale“ über eine kurze dunkle Strecke im Flur in das gleichfalls angenehm erhellte Wohnzimmer, von wo aus ich nach draußen in die Nacht südlich des Wohnblocks meiner Eltern hinausgleite.
Dort drifte ich in einer Wende nach links, wobei ich allerdings, sehr zu meinem Bedauern, feststelle, dass mir zunächst ein Sehfähigkeits- und dann ein völliger Anschlussverlust an den gegebenen astralen Umraum unterläuft. Ich hatte infolgedessen gar keine Chance, mehr als nur kurz an mein weiteres Vorgehen hier zu denken.
Es ist kurz nach 6 Uhr morgens.

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