Astrale Waldwanderungen

In einem sonnigen Wald nehme ich hinter einer Laubbaumfront eine Bewegung war. Ist es irgendein Wildtier, irgendetwas mit hellbraunem Fell? Ich begebe mich durch die Front hindurch und belange auf eine moosbewachsene Lichtung in einem märchenhaft urtümlichen Wald in einer mir völlig unbekannten Gegend. Von dem Tier kann ich nichts entdecken. Im nächsten Moment brechen meine Füße im trockenen Moosbett durch und sinken einige Zentimeter in den Untergrund. Für einen Sekundenbruchteil muss ich an Getier denken, dass dort unten drin lebt und nun um meine Füße wuselt. Aber nichts dergleichen geschieht.
Fast im gleichen Augenblick erkenne ich diese Szene als hypnagog. Ich blicke mich um und verspüre das dringende Bedürfnis, hier zu bleiben und luzid zu träumen. Aller geistigen Anstrengung zum Trotz verliere ich jedoch den Anschluss und erwache. Etwas enttäuscht nehme ich meine meditative Anspannung wieder auf.
Schließlich finde ich mich erneut unterwegs vor. Diesmal laufe ich einen Gehsteig entlang. In der Hand halte ich einen geöffneten Regenschirm, da es soeben einen ordentlichen Guss gegeben hat. Scharfe Windstöße zerfleddern mir meinen Schirm. Links neben mir entdecke ich den schmalen, über eine Böschung führenden Pfad, den ich zuvor auch heraufgekommen bin und der mich, quer über eine von Büschen durchsetzte Wiese, zurück zum Rand des Waldes bringen wird, den ich in diesem Traum durchwandert habe.
Der Pfad ist jetzt vom Regenguss ganz schlammig, sodass ich ausgleite und auf Hintern und Rücken nach unten rutsche. Nun bin ich an Hose und Sommerjacke von nassem Lehm verschmiert. Zudem verliere ich etwas weiter hinten auch den Griff meines arg mitgenommenen Regenschirms. Von hinten kommt indes eine fröhliche Wandergruppe nach und eine ältere Dame aus deren Reihen hebt den Griff auf und reicht ihn mir.
Ich danke ihr und gehe weiter.
Am Waldrand befindet sich links des Pfades eine Art Podium, fast wie ein Boxring. Auf dem Podium umherstreifend entsinne ich mich meines Vorhabens, bei nächster Gelegenheit luzid zu träumen.
Auf dem Podium umherspringend bemerke ich, dass ich fast schwerelos bin und, wie ein Astronaut auf dem Mond, hohe Sprünge vollführen kann und dabei ganz langsam wieder zur Erde sinke.
Dadurch stellt sich nach und nach Klarheit ein.
Und schließlich weiß ich, dass ich mich genau jetzt in der Situation befinde, loslegen zu können! So probiere ich zu fliegen und kann es problemlos. Die Zustandskontrolle in Form des Zeigefingertests macht alles völlig klar.
Sofort beginne ich mit der Technik des passiven Fliegens zu experimentieren, habe aber, in der Luft sitzend, das Problem, Geschwindigkeit aufzunehmen. Es gelingt nicht so wie erhofft. Zusätzlich zeigt sich eine astrale Präsenz in Gestalt eines blonden Jungen (wie Li.). Diese betatscht mich unverhohlen und stört meine Bemühungen.
Nach mehreren Versuchen bringe ich den Störenfried schließlich zur Ruhe, indem ich ihm an die Stirn greife und meinen Daumen auf die Stelle seines dritten Auges drücke. So lege ich ihn still, seine Augen erstarren und er fällt rückwärts weg wie stillgelegt und verschwindet.
Zwischenzeitlich ist es im astralen Umraum Nacht geworden.
Ohne größere Erfolge verzeichnen zu können kehre ich zu meinen Versuchen zurück. Fast in der Rückenlage treibe ich von dem wie mit weißem Scheinwerferlicht erhellten Podium weg und erkenne, dass nun über der Waldgegend ein schöner Sternenhimmel zu sehen ist.
Dort treibend gehe ich den meditativen Gedanken durch, hier zu ruhen und so Kraft zu sammeln. Kaum ist diese Meditation eingeleitet, verblassen die Sterne, als hätte ich durch meinen Gedanken dem Umfeld alle Energie abgezogen, und erwache.
Es ist kurz vor 6 Uhr. Der Bettgang erfolgte um Viertel vor 12; die Vertiefung in die Trance wurde um 5 Uhr eingeleitet.

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