Falsches Wachliegen

Mir träumt, dass mir mein Wecker Probleme bereitet. Die Ziffern flimmern auf dem Display, sie fallen aus und erscheinen wieder in chaotischer Weise. Es scheint, als würde das Gerät endgültig den Geist aufgeben. Dabei verspüre ich ein gewisses Gefühl der Dringlichkeit und des Missfallens, weil es so aussieht, als wäre es bereits 10 vor 7 und ich müsste gleich aufstehen. Ansonsten sieht alles im Raum aus, wie im gewöhnlichen morgendlichen Schlafzimmer, das von der angelehnten Schlafzimmertür her mit weißgrauem Morgenlicht dämmrig erleuchtet wird. Obwohl der Wecker wohl kaputt ist und wohl kaum ein korrektes Wecksignal mehr liefern wird, stelle ich ihn an seinen Platz und wälze mich dann auf die rechte Seite, um noch ein wenig zu ruhen.
In dieser Stellung werde ich bei geschlossenen Augen von einem Wesen angefallen, das ich als ein überdimensionales Raubtier, einen mächtigen Fuchs deute.
Dabei ist mir sofort klar, dass es sich um ein Phänomen des falschen Wachliegens handeln muss. Ich verspüre keine Angst, sondern drücke das Erlebnis willentlich weg und verscheuche auf diese Weise das Unwesen, um dann aber sofort eines Besseren zu besinnen. Lieber möchte ich die Erfahrung experimentell auskosten und denke mir: „Fall mich nochmal an!“, was auch umgehend eintritt! Das Wesen kehrt zurück und beißt mich in die linke Schulter, was mit einem Druckgefühl, aber nicht mit irgendeinem unangenehmen oder schmerzhaften Gefühl verbunden ist.
Zudem mache ich sogleich einen Zeigefingertest, um den Astralzustand abzusichern. Weil ich meine, bis zum Aufstehen nur noch ein paar Minuten zu haben, rolle ich mich eilends nach links aus und gleite fliegend durch das Arbeitszimmer, wo ich mich durch das linke Fenster drücke und in den morgendlichen Garten herunterplumpsen lasse.
Mit Blick auf die grün-gelben Grasbüschel vor mir überlege ich, zur Meditation anzusetzen. Dieser Gedanke wird aber sehr schnell durch einen anderen verdrängt: Im Sitzen am Boden lege ich die Fußsohlen so zusammen, dass sich die Pfeilform einer Art Zieleinrichtung bildet, und starte durch das Zurücklehnen des Oberkörpers zum Flug.
Diese „passive“ Flugtechnik ermöglicht eine unglaublich rasante Fortbewegung durch die Luft. Jäh aufsteigend und auf Dachhöhe einen Schlenker fliegend jage ich vorwärts durch eine majestätische, schwarzblaue, oben ins Blaue aufsteigende Dunkelheit, mache an deren Grenze einen Rechtsschwenk und sause in die Ausgangsrichtung zurück.
Schließlich fliege ich zurück ins Haus, dessen Inneres sich nun total gewandelt hat: Im relativ engen und holzgetäfelten Treppenschacht einer Wendeltreppe fliege ich in den recht schmalen Flur eines ebenfalls holzgetäfelten und von einem warmen Licht sacht erhellten Wohnbereichs ein. Dort sind als unsichtbare Präsenzen mein Bruder und ferner meine Mutter (?) anwesend. Mein Bruder wundert sich gegenüber der zweiten Person über meine eigentümliche Flugfähigkeit. Bei mir selbst ist immer noch der Zeitdruck, das Gefühl, gleich aufstehen zu müssen, virulent. Letztlich erwache ich.
Es ist 4:48 Uhr. Das Gefühl, die Nachtruhe sei gleich zu Ende, war also ebenso eine Täuschung aus dem Zustand des falschen Wachliegens wie die geschilderten Probleme mit dem Wecker.

Die „Schale“

In der Küche meiner Eltern werde ich luzid. Von einem Schrank rechts neben der Tür schaue ich in den von warmem, gelbem Lampenlicht erhellten Raum.
Draußen vor dem Fenster ist es nächtlich dunkel. Irgendwie in der Luft schwebend sitze ich in einer Art imaginären Schale, was sich ein wenig so anfühlt, als säße ich in den Armen einer sehr großen unsichtbaren Person. Etwas unangenehm daran ist, dass meine Beine ein wenig unbequem über den Rand der „Schale“ hängen.
Immerhin kann ich mich in dieser eigentümlichen Hockhaltung leicht fortbewegen. Ich muss mit dem Oberkörper nur leicht nach hinten kippen, um mich in eine Vorwärtsbewegung zu versetzen. So fahre ich in der „Schale“ über eine kurze dunkle Strecke im Flur in das gleichfalls angenehm erhellte Wohnzimmer, von wo aus ich nach draußen in die Nacht südlich des Wohnblocks meiner Eltern hinausgleite.
Dort drifte ich in einer Wende nach links, wobei ich allerdings, sehr zu meinem Bedauern, feststelle, dass mir zunächst ein Sehfähigkeits- und dann ein völliger Anschlussverlust an den gegebenen astralen Umraum unterläuft. Ich hatte infolgedessen gar keine Chance, mehr als nur kurz an mein weiteres Vorgehen hier zu denken.
Es ist kurz nach 6 Uhr morgens.

In sich selbst verkrümmt

Recht früh am Morgen (noch vor 3:30 Uhr) träume ich, in einer angenehmen Sommernacht über einen Campingplatz zu fliegen. Schließlich begebe ich mich in das Innere eines nach Süden ausgerichteten Vorzeltes, wo ich kurz herumkrame (was genau, kann ich nicht mehr sagen). Dann jedoch werde ich luzid und erinnere mich meines Vorhabens, innerhalb der Traumwirklichkeit „die Welt anzuhalten“. Umgehend durchquere ich den Zelteingang und begebe mich rechts an die Ecke des Zeltes, wo im Halbdunklen auf einem schmalen Durchgang neben der Zeltplane und einem Beet ein dünnes Sitzkissen auf dem Boden liegt. Es scheint nicht ganz trocken zu sein. Dennoch setze ich mich darauf und blicke von dort neben der Zeltplane in den herrlichen Sternenhimmel im Südwesten auf. Eine Konstellation heller Fixsterne strahlt dort markant am blauschwarzen Himmel. Sogleich versuche ich meine Meditationsformel im Geist zu rezitieren, bekomme sie aber nicht richtig zusammen, stocke und verwirre mich. Anbei wechselt ohne mein eigenes Zutun meine körperliche Lage. Den Blick für das herrliche Umfeld büße ich ein und kauere am Ende in einer Art Käferhaltung eingerollt am Boden. Ich bin im Wortsinn in mich selbst verkrümmt (Homo incurvatus in se). Sich an einer verbalen Meditationsformel abzuarbeiten ist offenkundig also nicht die beste Methode, um mit sich selbst zu arbeiten.

Ätherprojektion

In einem langen graubodigen Flur mit weißen Wänden öffne ich eine hellgrau lackierte Holztür zu einem Besprechungszimmer, um meine darin abgestellte Tasche zu holen. Drinnen stehen jede Menge Herren in Anzügen um die langen rechteckigen Besprechungstische versammelt und verbeugen sich gerade, als würden sie sich in einer japanischen Zeremonie vor dem neuen Tenno verneigen, vor der Wand zur Linken des Raumes.
Vor der Wand angekommen verbeuge ich mich dort ebenfalls, um nicht aufzufallen, unhöflich oder unangepasst zu erscheinen, und versuche zu überspielen, dass ich nicht im Geringsten weiß, um was es hier geht. Eine Männerstimme flüstert mir sogleich freundlich zu, dass ich eigentlich in einer Notenkonferenz erwartet werde. So verweise ich noch schnell auf meine Tasche, schnappe sie und verabschiede mich freundlich von der Versammlung, in der jetzt auch von einzelnen Personen Texte religiösen Inhalts rezitiert werden.
Draußen frage ich mich, welche Konferenz hier gemeint sein soll und komme zu dem Schluss, dass es sich um einen Irrtum handeln muss.
Ich gehe und bin recht schnell unter freiem, frühmorgendlich blauen Himmel. Östlich von mir sehe ich H.-J. oben bei seinem Haus; er winkt mir zu und deutet mir an, dass ich zu ihm kommen soll.
Ich mache mich auf den Weg und schwenke auf eine Straße ähnlich der Klingbachstraße in Ingenheim ein.
Auf dem Bordstein links der Straße entlanggleitend versperrt mir ein Haus mit einem roten Sandsteinturm mit steinernem Kuppeldach den Blick auf H.-J.s Haus.
Wenn ich daran vorbei bin, müsste es wieder in den Blick geraten.
Bäuchlings und tief über dem Gehweg gleite ich in einem schnellen Flug dahin, wobei sich die Sensation eines Kinderschulranzens direkt vor mir einstellt. Damit erkenne ich endgültig den Traum und führe zur Überprüfung einen erfolgreichen Zeigefingertest durch.
Umgehend rolle ich aus der Bauchlage nach rechts weg und falle über den rechten Rand meiner Matratze. Halb in der Rückenlage am Boden neben dem Bett schwebend will ich mich leicht aufrichten und blicke dabei in einen ausgeprägten, über links gedrehten Farbwirbel mit ringförmiger Mitte, einem schmalen, leicht nebeligen Lichtkranz mit dunklem Auge in der Mitte, in der Finsternis unmittelbar vor mir.
In dem Vorhaben, sofort in die Vertiefung durch Anhalten sämtlicher Traumaktivitäten zu gehen, lasse ich mich zurücksinken. Anbei spüre ich aber schnell, wie mir das Gespür für den nach wie vor in der Handfläche steckenden Zeigefinger schwindet, was den raschen Wechsel in die physische Realität markiert. Das Gefühl in den Händen und Armen driftet und das physische Körpergefühl stellt sich ein, auf der rechten Seite mit überkreuzten Armen zu liegen. Es ist 8:06 Uhr.
Dumm, wenn einem durch Experimentierlust und den Drang, die eigenen Vorhaben umzusetzen, der Anfängerfehler passiert, eine solche AKE oder Ätherprojektion nicht erst einmal gründlich zu stabilisieren.

Nachträge

Im Spanienurlaub und in den Tagen davor mangelte es mir an Zeit, mein astrales Tagebuch zu tippen. Daher nun eine Reihe von Einträgen auf einen Schlag.

14.04.2019: Nachdem ich ab 4:30 Uhr FM angewendet hatte, ärgere ich mich über Stunden mit gewöhnlichen Traumzuständen herum. Schließlich fühle ich mich innerhalb eines präluziden Traumes frustriert, dass ich keine Luzidwerdung zustande bekomme. Vom Westeingang meiner ehemaligen Realschule aus laufe ich ins Innere des Gebäudes und schaue mich dort um. Dabei argumentiere ich mit mir selbst, dass ich sonst oft luzid werde, wenn ich meine Umgebung genau betrachte und intensiv begutachte. Doch scheint nichts dergleichen zu geschehen. In der Nähe des östlichen Eingangs schaue ich mich erneut genau um. Alles scheint, bis auf geringfügige Abweichungen, genauso auszusehen wie in der Realität. In den Raum zurücklaufend führe ich einen Zeigefingertest durch, der negativ ausfällt, wobei im selben Augenblick Jo. aus westlicher Richtung auf mich zukommt. Sie schaut in Richtung Osteingang an mir vorbei, weist mich aber telepathisch auf den Atemtest hin und führt diesen auch durch. Ich tue es ihr sogleich nach und stelle fest, dass dieser Realitätstest zu einem anderen Ergebnis kommt als der Zeigefingertest! Ich kann durch die zugekniffene Nase problemlos aus- und einatmen (während der ZT immer noch nicht funktioniert!) und werde sofort völlig luzid. Umgehend will ich eine Translation zu einem schönen, ruhigen Naturort vornehmen. Doch ich laufe und laufe, bis ich mich zeitweise schnell bis zu einem leichten Schwindelgefühl um die eigene Achse drehe, woraufhin ich bewusst wieder in einen etwas kontrollierteren Gang zurückfinde. Aber nichts geschieht; es bleibt eine von grauen, durch meine Drehbewegung verschmierten Lichtstreifen durchzogene Dunkelheit vor meinen Augen. Es tritt keine Veränderung ein. Schließlich schere ich weit nach rechts (in Richtung des Osteingangs aus) und spüre nach wie vor die feinen Kieselsteine des Betonbodens unter meinen Füßen. Ich habe also definitiv keinen Wechsel vollzogen. Optisch bekomme ich keinen Blick mehr auf die Szenerie. Stattdessen erwache ich. Es ist 7:49 Uhr.
Durch die meine ablenkenden Versuche und Aktivitäten konnte ich den relativ kurzen Klarheitsmoment nicht in meinem Sinne nutzen. Auch muss ich mich wieder darauf zurückbesinnen, die gewöhnlichen Träume als trügerisch und uninteressant zu ignorieren, sonst nehmen sie zu viel Platz in der Erinnerung ein und gewinnen mehr Macht, als sie ohnehin schon besitzen.

20.04.2019: Auf der nächtlichen Reise nach Platja d´Aro (bei Girona) schlafe ich nur kurzfristig und wenig tief im Sitzen ein. Dennoch erhalte ich in einer Traumsequenz einen sehr deutlichen Einblick in die „Sphäre des falschen Heiligen Geistes“ (wie dies die Hermetiker und Mystiker nennen). Aus einem mir vor einem dunklen Hintergrund direkt vor die Augen gehaltenen Buch, das ich intuitiv Hans Küng zuordne, liest mir eine Stimme die ersten Zeilen eines Kapitels in einem getragenen liturgisch anmutenden Singsang vor; der Vortrag kommt mir irgendwie unheimlich und befremdlich vor, doch halte ich die Audition bewusst eine Weile lang aufrecht. Inhaltlich kann ich allerdings nicht sehr viel Sinnvolles mitnehmen – nur das Wort „imaginieren“ bleibt mir klar in Erinnerung. Interessant ist das Erlebnis insofern, als diese „Sphäre des Truges“ unter den Kundigen sehr gefürchtet ist, da sie, für diejenigen, die sich auf ihre Offenbarungen einlassen und sie als Erkenntnisse aus einer höheren Wirklichkeit begreifen, zu einer Verführung zu allmöglichen religiösen und ideologischen Irrwegen werden kann.

22.04.2019: Auch hier komme ich, wie das im gewöhnlichen Traum kaum zu vermeiden ist, mit der „Sphäre der Trugbilder“ in Berührung. Ich träume, auf einer Veranstaltung irgendwelcher bibeltreuer Christen zu sein. Sie findet auf einem großen Sportplatz statt und es werden biblische Verse vorgetragen. Die Veranstaltung läuft etwas chaotisch, denn unter den Veranstaltern weiß die rechte Hand nicht, was die linke tut: Einer der Mitveranstalter weist mich an, zu der Person, die die Rezitationen vornimmt, hinüberzugehen und sie um die Liste der vorgebrachten Bibelstellen und deren Reihenfolge zu bitten. Ich gehe um die Platz herum, erhalte von dem älteren Herrn (der mich rein äußerlich an den verstorbenen Schriftsteller Ottfried Preußler erinnert) eine Kopie der Auflistung und bringe sie dem anderen Herrn zurück. Der aber ist mit dem Papier nicht zufrieden, weil die Liste nur die Bibelstellen, nicht aber deren konkreten Textinhalt ausweist, sodass man sie hier erst noch einmal umständlich in der Bibel nachschlagen muss. In einer dieser angeblichen, von „Ottfried Preußler“ ausdrucksstark vorgetragenen Stellen aus dem Neuen Testament soll sich Paulus mit einem „Okkulisten Mumsku“ befasst haben, der behauptet habe, sich zum Regenerieren zu den Sternen zurückgezogen zu haben, worauf Paulus erwidert habe, dass man zum Regenerieren einfach schlafen müsse. Freilich gibt es weder in den Paulusbriefen noch in der Apostelgeschichte einen Hinweis auf einen solchen Okkultisten und eine derartige Praxis; es sind also trügerische Informationen.
In einem nächsten, sehr lebhaften Traumabschnitt desselben Morgens beobachte ich einige bezeichnende Vorgänge im Reich eines nicht namentlich benennbaren Alleinherrschers, der einer besonderen Art der religiösen Diktatur vorsteht. In seinem Reich sind die Nonnen eines medizinischen Ordens (erkennbar an einem großen roten Kreuz am Kopfteil ihres Ordensgewandes) so „abgerichtet“, dass sie willkürlich für die Bevölkerung sprechen dürfen. Bei einer Veranstaltung zu Ehren des Diktators müssen sich viele Menschen in einer großen Halle versammeln, wo sie in Reih und Glied vor einer Bühne Aufstellung nehmen müssen, auf welcher der Potentat auf einem mit Leuchtgirlanden verzierten Thron (!) Platz genommen hat. Vorne wuseln Nonnen in ihren grauen Gewändern mit den roten Kreuzen herum.
In der hinteren Reihe stehen eine Menge junger moderner Frauen etwa Mitte zwanzig im Glied. Eine Frau gleichen Alters geht durch die Reihe und erteilt eine Art Segen, indem sie aus einer Pipette eine Flüssigkeit in das rechte Auge der übrigen Frauen träufelt. Am linken Rand der Reihe hält sie jedoch inne, pickt sich die dort stehende Frau heraus und tadelt sie, dass sie sich nicht korrekt anzuziehen vermöge. Die junge Frau muss vor allen anderen ihren Pullover ausziehen und ihren BH richten, weil sie angeblich zu viel Brust zeige. Zu allem Überdruss zieht sich die Dame, die die Ermahnung ausgesprochen hat, nun auch noch selbst aus, um der anderen zu zeigen, wie es richtig zu gehen habe! Besonders auffällig ist, dass die bereits gesegneten Frauen sogar noch weit nachlässiger gekleidet sind als diejenige, die vor aller Öffentlichkeit gedemütigt wird! Das gesamte Verfahren ist also reine Willkür. Und dem nicht genug: Obwohl die gemaßregelte Frau ihre Anklägerin anfleht, schnappt diese sie im Genick, führt sie durch die Reihe in den Mittelgang und zwingt die jetzt angsterfüllte Frau in eine Verbeugung vor dem weit vorne auf dem Thron dunkel im gleißenden Girlandenlicht sitzenden Herrscher.
In diesem Moment habe ich genug von diesen entwürdigenden Praktiken gesehen und fliege, auf einmal machtbewusst, nach vorne zur Bühne. Dort fliege ich linker Hand vorbei durch eine Tür in den eigentlich dem Diktator vorbehaltenen Backstagebereich, der sich mir jedoch plötzlich als ein weites und unberührtes Sumpf-, Schilf- und Grasland unter einem grau überzogenen Himmel präsentiert. Dort fliege ich präluzid über einem dunklen Tümpel meine Kreise über der durchaus herrlichen Naturlandschaft. Dabei fühle ich mich unangreifbar und fantasiere anbei, in Libyen geboren zu sein, jedoch dem Herrschaftsapparat des Diktators von Anfang an entzogen gewesen zu sein, da noch nicht einmal ein Geburtsschein von meinem Dasein in dessen Land zeugt … Es ist kurz nach 7 Uhr, als ich aus diesem wenngleich nur präluziden, aber dennoch höchst bemerkenswerten und kuriosen Traum erwache.

24.04.2019: Ein seltsamer, sogleich als falsch erkannter Impuls bringt mich in einem Traum dazu, auf der Autobahn zu wenden! Um Schlimmeres zu verhindern fahre ich schnell ganz rechts auf einen breiten Grünstreifen neben einer Autobahnausfahrt und mag gar nicht daran denken, was für Ärger es bedeutet, bei diesem Manöver von einer Polizeistreife erwischt zu werden! Von hier aus verschaffe ich mir einen Überblick und wende rasch erneut, was ohne Zwischenfälle glückt. Statt weiterzufahren nehme ich sofort die nächste, mir unbekannte Ausfahrt, von der ich aber vermute, dass sie mich in die gleiche Richtung (Richtung Bad Dürkheim) bringen müsste. Die Ausfahrt bringt mich auf eine Hochstraße, die immer schmaler wird, bis ich schließlich mit einem Fahrrad (das Auto ist unmerklich aus der Szenerie verschwunden) auf einem schmalen Betongrat mit Fahrbahnmarkierungen (!) hoch in der Luft unterwegs bin. Mehr und mehr Luzidität baut sich auf. Ein mittiges Fahrbahngeländer biegt sich vor mir nach links und leitet mich so automatisch über den Rand des schmalen Grates in eine undefinierbare, weiße und neblige Tiefe. Ich werde luzid, kann aber dennoch das Gefühl der Höhenangst nicht sofort überwinden; da mir die letzte Entschlossenheit fehlt, erwache ich und verpasse die Gelegenheit zu einem ausgedehnteren Astralerlebnis.

Trug

Ich werde in einem grün gekachelten Waschraum luzid. Zuvor träume ich von einem Mädchen, F. bzw. Z. nicht unähnlich, das an einer Zeremonie teilgenommen hat, ohne dabei die erhofften mystischen Erfahrungen zu erlangen. Eine Verwandte will dem enttäuschten Kind klar machen, dass es Geduld und Offenheit brauche. Auch ich verspüre den Impuls, zu helfen, sage irgendwas und werde fast zeitgleich, beim Blick in einen Nachbarraum, vollluzid.
Ich versuche eine Translation zum „Kern der Sonne“, eine Idee, die mir infolge eines unluziden Traums letzten Mittwochmorgen gekommen ist. Das funktioniert allerdings überhaupt nicht wie erhofft.
Ich lande in einer nächtlichen Umgebung; vereinzelte Sterne blinken an einem dunkelblauen Himmel. Ich scheine mich in einer Art Industriegebiet zu befinden. Von einer betonierten Fläche hebe ich ab und erkenne, dass sich vor der Betonplattform ein Gewässer erstreckt. Auf dem Wellenkämmen des bräunlich-grünlichen Wassers laufend beginne ich eine weitere Translation, die mich in sonnige Gefilde bringen soll.
Die zweite Translation klappt, allerdings wiederum anders als erwartet.
Ich komme in einem großen, von gelb-orangen Licht erhellten Raum voller kleiner Kinder heraus; ich bin in einer Kindergartengruppe mit dunkel- und hellhäutigen Kindern gelandet. Die Kinder zeigen große Begeisterung und Interesse an mir, doch will ich schnell weiter.
Durch die kurzzeitig transparent werdende Decke sehe seitlich nach links versetzt in der Höhe eine gelbe Sonnenscheibe am Himmel. Teilweise habe ich mein Ziel also erreicht. Ich durchfliege eine Fensterscheibe vor mir und gewahre die schon zuvor spürbare Fremdartigkeit dieser Umgebung. Der Himmel ist gelb, die gesamte Umgebung von der Sonne in ein gelb-orangefarbenes Licht getaucht. Auch hier bin ich in einem Industriekomplex gelandet; dunkle Abgaswolken aus Fabrikschloten verfinstern teilweise den Himmel. Das ist das Gegenteil eines paradiesischen Sommerlandes; kurz fixiere ich im Flug diese Sonne, um von dort Kraft zu schöpfen, fühle aber, dass das in diesem Astralbereich wenig Sinn macht. Das ist nicht der richtige Platz.
Ein dritter Translationsversuch verfrachtet mich unweigerlich in mein Bett und ins volle Erwachen. Es ist 6:02 Uhr.
Im Rückblick auf das Erlebnis dämmert mir, dass es eine Überzahl an Astralbereichen und astralen Aktivitäten gibt, die – wie die weitaus meisten gewöhnlichen Träume! – die Aufmerksamkeit mit trügerischen Inhalten binden! Diese Erkenntnis erscheint mir umso bedeutsamer, je länger ich darüber nachdenke. Obwohl meine Schlafzeit diesen Samstagmorgen mehr als ausreichend war, fühle ich mich etwas müde und meine Verspannungen im unteren Rücken sind wieder deutlich spürbar.

An der Quelle

In einer weitläufigen Stadt mit gewaltigen Jugendstilgebäuden, die ich, obwohl es im Grunde wenig Übereinstimmungen gibt, mit Neustadt identifiziere, begebe ich mich auf den Weg nach Hause in die Vorstadt.
Auf dem Weg ändert sich die Umgebung und ich biege nach rechts in einen sonnigen Feldweg ein, der rechts und links von saftigen, dunkelgrünen Wiesen hoch aufgeschossenen Grases gesäumt wird.
Leute kommen mir auf dem Weg entgegen, Wanderer, darunter ein Mann mit glänzenden, braun gebrannten Gesicht mit seiner Frau. Für einen Augenblick spüre ich eine seltsame Faszination für den braun gebrannten Sonnenmenschen. Irgendetwas Besonderes ist in dieser Umgebung zu fühlen.
Ich gehe weiter und erkenne, dass ich auf den Wegen eines grasbegrünten Dammes unterwegs bin. Vor mir liegt ein schäumendes Meer.
Mich nach links wendend biege ich auf einen Weg parallel zum Ozean ein, der schnurgerade in die Ferne führt – in die Richtung, die mich in meiner Vorstellung in Richtung Vorstadt führen müsste.
Schließlich werde ich völlig luzid. Ich erkenne, dass ich ohne weitere Mühen das Sommerland erreicht habe.
Wie geplant suche ich etwas zu trinken, um etwas aus dieser Welt möglichst tief in mich aufzunehmen.
Und sogleich höre ich links neben mir in der Grasböschung Wasser plätschern.
Nah am Boden folge ich dem Rinnsal aufwärts und untersuche das Wasser. Hier unten scheint das zwischen den Grashalmen herausgeschöpfte Wasser von dunkler Erde verschmutzt zu sein. So ziehe ich weiter aufwärts in der Hoffnung, auf die Quelle zu stoßen.
Etwas weiter oben wird das Wasser reiner. Da meine Sicht sich etwas eintrübt, kann ich es aber nicht genau überprüfen. In den zusammengelegten Händen scheint das Wasser optisch noch etwas dunkel zu sein. Dennoch koste ich. Es ist nicht kühl, verursacht aber ein interessantes Prickeln im Mund und hat einen leicht herben Nachgeschmack. Ich trinke die aus Händen gebildete Schale aus und gehe weiter stromaufwärts.
Oben zeigt das fließende Wasser rein weiße Schaumkronen.
Alsbald gelange ich in eine beige verputzte Ummauerung. Im Inneren sieht es so aus, als befände ich mich in dem engen Hohlraum unter einer schmalen Treppe. Es scheint mir eine Sackgasse zu sein, doch kann ich unten durch eine Öffnung problemlos aus dem beengten Innenraum heraustauchen.
So gelange ich auf ein hohes Sandsteingebilde, dessen in die Luft hinausragende Felsnase ich seitlich erklimme. Dabei bemerke ich, dass ich hier mit meinem gewöhnlichen Nachtzeug bekleidet bin. Für einen Moment überlege ich, auf einen von Bäumen flankierten Weg hinabblickend, eine andere Kleidung zu materialisieren, beschließe aber, mich damit nicht weiter aufzuhalten.
Zudem erscheint rechts vorne bei einem Gebäude ein Mann in einem Blaumann, der nicht erfreut ist, jemanden auf dem Felsgebilde herumklettern zu sehen.
Ich verlasse den Felsen im Flug, wobei ich, ohne dass darüber direkt gesprochen worden wäre, weiß, dass der Mann im Blaumann ebenfalls über diese Fähigkeit verfügt; sie ist hier nichts Besonderes.
Ich drehe einen weiten Linkskreis um das Gebäude und fliege dann weiter.
Dabei fällt mir auf, wie lang und stabil dieser Klartraum inzwischen schon ist, und führe dies auf das Trinken des Wassers zurück; eine solche Aktion scheint in der Hauptwirkung traumstabilisierend zu sein.
Zugleich muss ich an die Sage denken, dass das Essen und Trinken in der Unter- oder Anderswelt dazu führe, dass man für immer an diesen Ort gebunden bleibe und ihn nie mehr verlassen könne. Obgleich ich das nicht als reale Gefahr einstufe, verursacht mir die Vorstellung unangenehme Gefühle.
Im Flug erreiche ich schließlich eine jäh und tief abfallende Böschung, eine kolossale Abbruchkante in die Dunkelheit.
Nur vom Licht aus der Oberwelt erhellt liegt dort eine große Stadt, wieder mit gewaltigen Jugendstilgebäuden, die aber in dräuender Düsternis liegt. Die Stadt in der Tiefebene hat eine geringe Tiefendimension, denn sie scheint nach hinten durch eine tiefgraue und undurchdringliche Nebelwand begrenzt.
Ich fliege einige Meter in die dunkle Ebene hinaus und wende mich dann zu dem Sommerland zurück. Ich kann kaum einen Blick darauf erhaschen, denn alles versinkt in grauem Nebel und ich erwache – diesmal nicht gegen meinen Willen, denn die negativen Gedanken des Festsitzens in der Anderswelt hatten den Aufwachprozess letztlich initiiert.
Beim nächsten Mal sollte ich im astralen Sommerland mal versuchen, die heilende Energie des Universums zu meditieren und schauen, wie sich das ausnimmt.
Ich bleibe noch eine Zeit lang liegen; als ich mich zum Notieren der Erfahrung aufraffe, ist es 6:07 Uhr.

Fehlerquelle Nummer Zwei

Die Nacht ist geprägt von vielen präluziden Astralwanderungen und Flugträumen. Nach der Vertiefungsphase zur üblichen Uhrzeit bin ich im Umfeld eines großes, herrschaftlichen Hauses von quadratischer Grundfläche unterwegs.
Im Inneren des Familiensitzes gehe ich begeistert von Raum zu Raum. Im unteren Geschoss ist in prachtvoller Weise weihnachtlich geschmückt.
In einem der oberen Stockwerke besichtige ich das Schlafzimmer der Herrschaften, mit denen ich mich im Übrigen selbst identifiziere, mich als deren Teil betrachte und daher sozusagen in meinen eigenen Hallen unterwegs bin.
Da ich mich noch nicht zur Ruhe begeben will, verlasse ich das Schlafzimmer, überquere erkundungslustig einen Flur und öffene eine hohe weiße Holztür. Im Raum dahinter stellt sich augenblicklich ein schwarz-weißes Dämmerungssehen ein. Ich verlasse den Raum und betrete ihn irgendwann nochmals, wobei sich nichts an der Sicht ändert. Vielmehr muss ich zeitweilig mit einem dünnen, endlos erscheinenden weißen und schleierartigenVorhang kämpfen, der mich am Weitergehen hindert. Den Endlosvorhang geduldig immer weiter zur linken Seite wegraffend komme ich schließlich daran vorbei und betrete den länglichen Raum. In dem durch hohe Fenster zur Linken und an der Kopfseite des Raumes erhellten Zimmer stehen lange Tische, auf denen silberfarbene Servierglocken abgestellt sind. Aufgrund der schlechten Dämmerungssicht versuche ich einen kurzen Moment lang durch Händereiben die Szene zu stabilisieren, besinne mich dann aber eines Besseren: Erneut will ich eine Translation ins Sommerland mit der senkrechten Sonne vollziehen.
Bei der Translation stellt sich ein Wärmegefühl auf meiner Schädeldecke ein, als würde sie von oben von der Sommersonne beschienen – ein Zeichen, dass es funktioniert.
Durch die Augenlider wird es immer heller, durch den Lidspalt sehe ich schon das Sonnenlicht; der Raum wird transparent und schwindet. Aus den Linkskreisen ausscherend stehe ich auf einer sonnigen Freifläche rechts eines Gebäudes. Allerdings steht die Sonne in diesem Umfeld wieder etwas südlich des Zenits, was mir falsch vorkommt. Sofort beginne ich einen neuerlichen Translationsversuch, bei dem ein Kind (Junge) hinzutritt und mich belustigt im Rücken anschiebt. Das stört mich und ich gebe dem Jungen zu verstehen, dass er das sein lassen soll. Ich spüre nebenbei, dass die Translation mich nicht weiterführt. Ich verbleibe am gegebenen Ort und erwache dann schnell.
Was ist die Lehre aus der Geschicht´: Das Problem war wohl, dass meine Wahrnehmungen nicht den eigenen Vorstellungen entsprachen, was zu Missdeutungen der Situation führte.

Fehlerquelle Ungeduld

Nach einer 30-minütigen, timerkontrollierten Vertiefung ab 4:30 Uhr schlafe ich ein und finde mich schließlich in einem großen Meditationszentrum wieder, einer Halle mit normal zimmerhoher Decke und bräunlichen Holzwänden.
Ich liege auf dem Rücken am Boden auf einer der vielen ausgelegten Matten. Während einige sich gegenseitig Klartrauminstruktionen erteilen, ignoriere ich das alles und kann mich völlig problemlos nach rechts durch die Luft abheben und ausrollen.
In meinem halbdunklen Schlafzimmer bringe ich mich links des Bettes auf die Füße, laufe ein paar schwere Schritte, bis ich am Kopfende des Bettes nahe der Zimmertür die Translation in Linkskreisen beginne.
Zwar laufe ich recht lange, verspüre dabei aber schnell ein Gefühl der Ungeduld, was mich die Sache zu fahrig und unkonzentriert angehen lässt.
Die Translation führt mich in ein Zimmer durch dessen Decke hindurch ich erkennen kann, dass die Sonne hier südlich des Zenits steht. Damit weiß ich sofort, dass ich mein eigentliches Ziel verfehlt habe. Ein paar interessante Eindrücke halten mich dennoch vor Ort.
In einem Raum, der von der Lage her mein altes Jugendzimmer sein könnte, begegne ich einer älteren, korpulenten Frau um die 60 Jahre, vielleicht etwas älter, mit grauer Kurzhaarfrisur, die es sich in einem Liegesessel bequem gemacht hat. Als unsichtbare Präsenz ist auch meine Mutter anwesend.
Die Unterhaltung mit der Frau ergibt, dass sie eine Engländerin ist, die irgendwann im Babyalter (!) meiner Mutter begegnet ist und sie hier nun wiedergefunden hat. Im astralen Zustand scheint man sich erstaunlicherweise also auch an Begegnungen zu erinnern, die normalerweise wohl kaum erinnerlich sind und vermag sich dann bewusst darauf zu beziehen.
Zwischenzeitlich hat sich der Liegesessel unmerklich in ein Bett gewandelt. Die Frau liegt unter der Bettdecke, ich links von ihr bäuchlings darauf.
Um nicht die Klarheit einzubüßen führe ich einen Zeigefingertest durch. Interessanterweise kennen meine Mutter und die Dame dieses Verfahren auch und legen ihm sogar eine weitere, symbolische Deutung bei, die mir so noch nicht bekannt war: Wenn der Zeigefinger in die Handfläche gedrückt werde, stehe dies dafür, dass man „frei“ sei. Bringe man jedoch den Finger von der Oberseite der Hand her ein, bedeute dies das Gegenteil: Unfreiheit.
Kurz nachdem ich diese etwas eigentümliche Information erhalten habe, erwache ich.
Leider habe ich den „Kraftort“ auf der anderen Ebene nicht erreicht. Ich muss geduldiger, ruhiger und konzentrierter verfahren, um mein Ziel nicht zu verfehlen.

Das Mittagsland

In einer Art Einkaufszentrum oder Urlaubsressort schwebe ich alsbald unter der Decke, werde luzid und bringe umgehend meine Füße zu Boden, um aus dem gesicherten Stand heraus eine Translation zur Ebene der senkrechten Sonne vorzunehmen.
Dazu laufe ich in einem engen Linkskreis auf der Stelle und habe dabei zunächst das Gefühl, keinen Erfolg zu haben.
Vor den geschlossenen Augen stellt sich nur eine helle Void ein.
Kontinierlich weiterlaufend überlege ich für einen Moment, die Armbeuge zusätzlich über meine geschlossenen Augen zu legen, um dann zu einem neuen Seheindruck durchzudringen, als ich plötzlich – sehr zu meiner Überraschung – unter mich blickend ganz klar einen Steinboden aus versetzt verlegten, rechteckigen Pflastersteinen wahrnehme.
Als ich den Blick hebe, stehe ich unvermittelt in einer voll ausgeprägten astralen Umgebung: Es handelt sich um eine antike Stadt.
Ich stehe unter einer aquäduktähnlichen Konstruktion in einer Altstadt. Ein Kind (es scheint mir Lasse zu sein) ist bei mir. Sogleich will ich überprüfen, ob meine Translation ins Mittagsland, zur Mitte und zum Nabel der Welt geglückt ist, und schicke auch Lasse los, sich so schnell als möglich einen Ausblick auf den freien Himmel zu verschaffen, um den Sonnenstand zu überprüfen.
In rasanter Versetzung gleiten wir zum Fundament des antiken Aquädukts und dort in eine waagerechte Mauerspalte ein, um von dort aus auf den offenen Strand (?) vorzudringen. Scheinbar liegt die alte Stadt direkt am Meer.
Zuerst habe ich den Eindruck, dass die Spalte für mich zu schmal ist und ich mir beim weiteren Vordringen die Haut am Rücken aufreißen könnte.
Doch dann gebe ich mir, erpicht, den Himmel zu überprüfen, einen Ruck und komme schmerz- und verletzungslos hindurch.
Mein sofortiger Blick zum Himmel bietet mir ein faszinierendes Bild.
Obgleich die Sonne als helle Scheibe im Zenit steht, herrscht in dieser astralen Umgebung Abendstimmung!
Die Dinge existieren hier in einer paradoxen Gleichzeitigkeit, die augenscheinlich werden lässt, dass ich den gesuchten Ort der Ort- und Zeitlosigkeit tatsächlich erreicht habe!
Augenblicklich gehe ich los, um die Kräfte und Eindrücke dieses Ortes tief in mich aufzunehmen
Rechtsum in die antiken Gassen eintauchend lege ich meine Handflächen an die pastellfarben-rosarote Verputzung einer Wand rechts neben mir.
Als ich schließlich weitergehe, komme ich an einer Schreinerei vorbei, die ihre Produkte offen auf der Gasse ausstellt: verblüffend neuzeitlich anmutende Glasvitrinenschränke mit modernen Schlössern. An diesem zeitlosen Ort der Gleich- und Nichtzeitigkeit wundert das allerdings wenig.
Eins weiter an der Ecke stoße ich auf einen wie von elektrischem Licht erhellten, leeren Schlosserladen (Schlüsseldienst). Bei seinem Anblick wird mir endgültig klar, dass ich an diesem Ort auch gestern oder vorgestern Nacht gewesen war, doch erinnere ich mich erst jetzt wieder daran. An dem verlassenen Schlosserladen steht die Tür offen. Zu meinem Begleiter meine ich noch beiläufig „Unvernünftig, oder nicht?“ und ziehe die Ladentür ins Schloss, was mein unsichtbarer Begleiter ohne größere Beteiligung zur Kenntnis nimmt.
In diesem Augenblick erwache ich. Es ist 4:15 Uhr.
Ich fühle überdeutlich, dass mein Ziel, mir an diesem Ort Kraft zu holen, geglückt ist! Die Gewissheit trägt mich durch den Vormittag und ist noch immer spürbar, als ich mich nachmittags ans Abtippen meiner Notizen mache.