Astrale Cartoonkunst

In den vergangenen zwei Nächten arbeite ich mit einer mehr auf das Körpergefühl bezogenen Vertiefungstechnik, die allerdings dazu führt, dass hypnagoge Bilder und andere Hypnagogien nicht mehr direkt wahrgenommen werden, sondern sich als schwer fassliche Störungen bemerkbar machen. Ergebnisloses Liegen und letztlich gewöhnliches Träumen sind die Folge.

Heute lege ich daher den Schwerpunkt wieder auf das Visuelle, was es ermöglicht, den hypnagogen Zustand deutlich wahrzunehmen.
Beim Vertiefen denke ich daran, unbedingt eine Notiz hierzu in mein Tagebuch zu schreiben. Doch entschließe ich mich dagegen, dies sogleich zu tun, um die meditative Vertiefung nicht zu unterbrechen. Ergebnis: In einer der folgenden Traumsequenzen bin ich auf der Stettiner Str. auf dem gesplitteten Vorplatz und dem Bürgersteig auf der Höhe der alten Garagen unterwegs. Ich habe mein Luzidtraumtagebuch, hier ein rotes Büchlein, obgleich es in der physischen Realität schwarz ist, dabei und will den besagten Eintrag hineinschreiben. Leider beginnen aus dem weiß bedeckten Himmel Regentropfen zu fallen. Sehr zu meinem Unmut wird das Buch nass und die Tinte zerfließt auf dem Papier.
Wieder einmal eine dem falschen Wachliegen bzw. Erwachen nahe verwandte Vertauschung der Realitätsebenen.
In einer nächsten Sequenz finde ich mich, wohl irgendwo im Alpenvorland, am rechten Rand einer Straße wieder.
Unter einer schmalen hölzernen und schindelgedeckten Überdachung stehen und sitzen Kinder an und auf der Leitplanke der Fahrbahn. Die Atmosphäre ist die eines herrlichen Sommerlandes. Obwohl die Sonne hoch steht, ist es – wie ich voll bewusst und mit einem gewissen Erstaunen wahrnehme – in dieser Umgebung dennoch nicht sengend heiß, sondern extrem angenehm und erfrischend.
Bei einer Wand oder einem Brückenpfeiler, ein blauer Sommerhimmel wölbt sich über einem üppig grünen Panorama, zeigt mir eines der Kinder schließlich ein kleines rechteckiges Kunstwerk. Es lässt sich zu einem recht langen Leporello ausfalten. Es zeigt eine Menge Schlümpfe, die sich Schulter auf Schulter übereinander gestellt haben, um eine einzelne, sehr große Person darzustellen, die allerdings einen überlangen Rumpf und proportional extrem kurze Arme und Beine hat, da diese nur durch die Extremitäten des untersten und obersten Schlumpfes repräsentiert werden.
Mit dem Kind unterhalte ich mich telepathisch darüber, ob dieses astrale Zeichenkunstwerk wohl auch ein Pendant in der physischen Welt hat. Doch kommen wir zu dem Schluss, dass diese Arbeit so wohl in der physischen Welt nicht existiert.
Bei einem weiteren Blick auf die Zeichnung zeigen sich kleinere, interessante Veränderungen. Nicht nur Schlümpfe beteiligen sich an dem akrobatischen Kunststück, auch Gäste aus Entenhausen sind zugegen. Vom Rücken einzelner Schlümpfe fast verdeckt ist auch Onkel Dagobert bzw. Donald Duck mit von der Partie.
Auch wird jetzt deutlich, welcher Hilfsmittel man sich bedient hat, um sich stabil zu einem langen blauen Riesen aufzustellen: Eine lange Aluleiter wurde an eine hohe schlanke Fichte gelehnt. Deren Sprossen dienen als Stützen, um sich auszubalancieren.
So erfährt man bei der Betrachtung astraler Kunstwerken auch gleich noch etwas von deren Entstehung, da sich diese Dinge räumlich und zeitlich vor einem entfalten!
Neben diesen Erlebnissen sind auch noch präluzide Fragmente erinnerlich: Neben der Schule befindet ich mich jenseits eines in der physischen Wirklichkeit nicht vorfindlichen Torbogens in einem alten, dachlosen und schon sehr verfallenen Holzverschlag. Dort liege ich links an der Wand auf dem Rücken auf einer alten Pritsche oder Holzbank (falsches Erwachen!) und schaue hinauf in das Laub eines Baumes. In den Ästen hängen drei alte, schon etwas verwitterte Totenköpfe. Darüber wundere ich mich und frage mich, wer so etwas getan haben könnte. Leider treibe ich völlig ins gewöhnliche Träumen ab; ergebnislos gehe ich der Frage nach, wer Totenschädel in einem Baum neben der Schule gehängt haben könnte, träume, mit irgendwelchen Mitarbeitern und Vorgesetzten in einem Zugabteil zu sitzen, wobei ich, zu meiner Verwunderung, in einem feinen Anzug ziemlich edlen Schnittes gekleidet bin …

Höhlen und Schlussstriche, 08.07.2019

In einer großen, kaufhausartigen Halle, sehr hell und viel weiße Farbe, steige ich aus einer Art dachlosen Box zum Flugschwimmen auf. Der Raum wandelt sich daraufhin schnell in einen leeren, spärlicher erhellten unterirdischen Raum, eine Höhle. Sogleich beschließe ich völlig bewusst nach links wegzugehen, um das unterirdische Reich zu verlassen. Zu meiner Linken durchlaufe ich einen Durchgang in dieser Höhle und gerate in einen weiteren, sehr ähnlichen Höhlenraum. So passiere ich mehrere dunkle Höhlendurchgänge, wobei gelegentlich ein interessantes Farbspiel die Höhlenwände überstreicht: rote bzw. gelbe Lichtstreifen wandern umher. Beim letzten Durchgang scheint es mir so, als handele es sich um eine Sackgasse. Dennoch schreite ich hinein und komme problemlos durch. Im letzten Höhlenraum ragen vor mir viele hohe, rechteckige und glaslose Fenster oben in der Höhlenwand auf, durch die ein herrlicher Sternenhimmel und linkerhand mystisches Mondlicht zu sehen ist! Ich stabilisiere durch Kneten der gefalteten Hände und will hinaus. Doch beim nächsten Schritt verblassen die Sterne und ich erwache (um 4:02 Uhr). Gegen 2:15 Uhr war ich kurz aufgewacht, hatte mir Klartraumsuggestionen gegeben und war wieder eingeschlafen.

Ab 5:11 Uhr richte ich FM ein und halte die Kondition eine ziemliche Weile aufrecht.
Nach einer Vielzahl hypnagoger Wahrnehmungen finde ich mich am Ende der Phase in einem Traum wieder, in dem ich an einem Roman tippe, der meine luziden Erlebnisse schildert. Ein erstes, einleitendes Kapitel fehlt noch, doch habe ich nicht das Bedürfnis, die Arbeit wirklich abzuschließen. Versehentlich leite ich das Dokument an den Drucker weiter und unterbreche den Vorgang durch die Abbruchtaste an dem Gerät. Nur die erste Seite wurde im Miniaturdruck (links oben in der Ecke des DIN-A4-Blatts) ausgedruckt.
In der nächsten Sequenz stehe ich rechts neben einem (meinem) Bett, das seltsamerweise auf dem Treppenabsatz zum Speicher meines Elternhauses steht. Hinter dem Bett stehen Kübel mit Grünpflanzen und Kräuter, darunter auch ein paar niedere Brennnesseln, wachsen direkt hinter dem Kopfende aus einer Bodenritze.
Die nächste Szene lässt sich grob in meinem alten Kinderzimmer und dem Flur der elterlichen Wohnung verorten. Ich fühle mich als Magier, der schon als kleiner Junge schlummernd im Schlafanzug unter der Decke entlangschwebt.
Zu guter Letzt erwache ich, von Anfang an hellwach und glasklar, im Bett meines Jugendzimmers. Mein Bruder geht gerade zur Arbeit. Durch Schwimmen löse ich mich gegen einen nur geringen Widerstand aus dem Bett und schwimme ins Wohnzimmer, wo ich durch die Scheibe und einen transparent wirkenden Rollladen hindurch in den dunklen Morgen hinausfliege. Dort draußen will ich eine Runde drehen, merke aber, dass, zuerst im rechten Gesichtsfeld, die Wahrnehmung für die Umgebung schwindet. Ich bringe mich zum Boden vor dem Haus herunter, wo sich wieder eine klare Sicht einstellt. Ich beschließe, meinem Bruder zur Bushaltestelle zu folgen. Ich blicke hinüber zu den beiden Wegen rechts und links des Hauses und warte, ob er von dort kommt. Da sich niemand zeigt, nehme ich an, dass er schon vorne an der Haltestelle ist, und gehe in Richtung Stettiner Straße weiter. Auf dem Straßenschild rechts steht jedoch ein anderer Name, eher „Vosgau“ oder so ähnlich. Als ich vor das Schild trete und genauer nachlese, steht dort die glasklare Aufschrift: „Schlußstriche“! Etwas verwundert setze ich meinen Weg fort und entdecke auf der gegenüberliegenden Straßenseite meinen Bruder mit einem Fahrrad mit blinkenden Pedalrückstrahlern. Er schiebt das Rad Richtung Branchweilerhofstraße.
Ich gehe zu ihm rüber und frage: „Du kannst Rad fahren?“ (aufgrund einer Lernbehinderung hat er dies in der physischen Realität nie gemeistert).
„Was denkst denn du?“, antwortet er und dreht Richtung Spitalbachstraße um. Hier fährt er über die Haltelinien der breiten Rechts- und Linksabbiegerspuren, die es dort in der Alltagsrealität nicht gibt, und stellt sich mit seinem mattsilbernen Rad falsch herum am Eingang der Linksabbiegerspur auf und fährt los zur Werkstatt. Auch hier ist es also mit seinen Kenntnissen der Verkehrsregeln nicht weit her, bemerke ich noch, ehe ich in den Wachzustand überblende. Es ist 6:14 Uhr.

Kurzprotokolle:
An diesem Morgen (04.07.) nur eine Kurzsequenz in der Art des falschen Wachliegens, die in einen „Schultraum“ übergeht, eine bei mir sehr „beliebte“ Traumform, bei der man träumt, sich auf der Arbeit mit allerlei Unsinnigkeiten herumärgern zu müssen.

Am 05.07. realisieren sich bei eisenharter Konzentration auf die meditative Anspannung für Sekundenbruchteile Teilablösungen: der Kopf scheint vorzuhüpfen, die rechte Hand löst sich von der physischen und wedelt astral umher. Es ergeben sich kurze Versetzungen in gehende Bewegungen, die z.B. von dem Gedanken begleitet werden, hierhin oder dorthin, z.B. nach links zum Auto, zu laufen. In einer unbewussten Astralwanderung gehe ich in der Rolle eines Studenten abends in Neustadt umher und mache mir Sorgen über die Realisierbarkeit meiner Abschlüsse. Plötzlich stellt sich Morgenstimmung ein und ich rutsche eine steile, mit Sandsteinen ausgelegte Böschung zu einer um eine Mauer führenden Straßenbiegung herunter. Nach einem abrupten Szenenwechsel gehe ich auf einem Campingplatz Richtung Ausgang. Die Taschenuhr zeigt 8 Uhr morgens an und ich wundere mich, wo ich diese Nacht nur geschlafen habe! Ich habe keine Ahnung – eigentlich hätte ich an dieser Stelle bewusst werden können. Es blieb aber aus.

Am 06.07. und 07.07. Einleitungsexperimente, die aber fehlschlagen (Fehlkonzentrationen und Ablenkungen) und nur kaum erinnerliche Hypnagogie zur Folge haben.

Astrale Waldwanderungen

In einem sonnigen Wald nehme ich hinter einer Laubbaumfront eine Bewegung war. Ist es irgendein Wildtier, irgendetwas mit hellbraunem Fell? Ich begebe mich durch die Front hindurch und belange auf eine moosbewachsene Lichtung in einem märchenhaft urtümlichen Wald in einer mir völlig unbekannten Gegend. Von dem Tier kann ich nichts entdecken. Im nächsten Moment brechen meine Füße im trockenen Moosbett durch und sinken einige Zentimeter in den Untergrund. Für einen Sekundenbruchteil muss ich an Getier denken, dass dort unten drin lebt und nun um meine Füße wuselt. Aber nichts dergleichen geschieht.
Fast im gleichen Augenblick erkenne ich diese Szene als hypnagog. Ich blicke mich um und verspüre das dringende Bedürfnis, hier zu bleiben und luzid zu träumen. Aller geistigen Anstrengung zum Trotz verliere ich jedoch den Anschluss und erwache. Etwas enttäuscht nehme ich meine meditative Anspannung wieder auf.
Schließlich finde ich mich erneut unterwegs vor. Diesmal laufe ich einen Gehsteig entlang. In der Hand halte ich einen geöffneten Regenschirm, da es soeben einen ordentlichen Guss gegeben hat. Scharfe Windstöße zerfleddern mir meinen Schirm. Links neben mir entdecke ich den schmalen, über eine Böschung führenden Pfad, den ich zuvor auch heraufgekommen bin und der mich, quer über eine von Büschen durchsetzte Wiese, zurück zum Rand des Waldes bringen wird, den ich in diesem Traum durchwandert habe.
Der Pfad ist jetzt vom Regenguss ganz schlammig, sodass ich ausgleite und auf Hintern und Rücken nach unten rutsche. Nun bin ich an Hose und Sommerjacke von nassem Lehm verschmiert. Zudem verliere ich etwas weiter hinten auch den Griff meines arg mitgenommenen Regenschirms. Von hinten kommt indes eine fröhliche Wandergruppe nach und eine ältere Dame aus deren Reihen hebt den Griff auf und reicht ihn mir.
Ich danke ihr und gehe weiter.
Am Waldrand befindet sich links des Pfades eine Art Podium, fast wie ein Boxring. Auf dem Podium umherstreifend entsinne ich mich meines Vorhabens, bei nächster Gelegenheit luzid zu träumen.
Auf dem Podium umherspringend bemerke ich, dass ich fast schwerelos bin und, wie ein Astronaut auf dem Mond, hohe Sprünge vollführen kann und dabei ganz langsam wieder zur Erde sinke.
Dadurch stellt sich nach und nach Klarheit ein.
Und schließlich weiß ich, dass ich mich genau jetzt in der Situation befinde, loslegen zu können! So probiere ich zu fliegen und kann es problemlos. Die Zustandskontrolle in Form des Zeigefingertests macht alles völlig klar.
Sofort beginne ich mit der Technik des passiven Fliegens zu experimentieren, habe aber, in der Luft sitzend, das Problem, Geschwindigkeit aufzunehmen. Es gelingt nicht so wie erhofft. Zusätzlich zeigt sich eine astrale Präsenz in Gestalt eines blonden Jungen (wie Li.). Diese betatscht mich unverhohlen und stört meine Bemühungen.
Nach mehreren Versuchen bringe ich den Störenfried schließlich zur Ruhe, indem ich ihm an die Stirn greife und meinen Daumen auf die Stelle seines dritten Auges drücke. So lege ich ihn still, seine Augen erstarren und er fällt rückwärts weg wie stillgelegt und verschwindet.
Zwischenzeitlich ist es im astralen Umraum Nacht geworden.
Ohne größere Erfolge verzeichnen zu können kehre ich zu meinen Versuchen zurück. Fast in der Rückenlage treibe ich von dem wie mit weißem Scheinwerferlicht erhellten Podium weg und erkenne, dass nun über der Waldgegend ein schöner Sternenhimmel zu sehen ist.
Dort treibend gehe ich den meditativen Gedanken durch, hier zu ruhen und so Kraft zu sammeln. Kaum ist diese Meditation eingeleitet, verblassen die Sterne, als hätte ich durch meinen Gedanken dem Umfeld alle Energie abgezogen, und erwache.
Es ist kurz vor 6 Uhr. Der Bettgang erfolgte um Viertel vor 12; die Vertiefung in die Trance wurde um 5 Uhr eingeleitet.

Der Akt im Turm

In der Trancephase des heutigen Morgens bemerke ich verschiedene hypnagoge Bilder, die luzid zu beobachten ich mich ermahne. Im Anschluss an die Vertiefungsphase finde ich mich mit einer größeren Anzahl Kinder auf einem Sportplatz im Grünen wieder. Ich bin im Turnanzug und soll bei einem der Spiele mitwirken. Erst einmal setze ich mich aber etwas Abseits auf eine kippbare Liegebank. Links neben mir gesellt sich eine Frau zu mir (oder war sie schon vor mir da?) – wohl eine der Mütter, die zu den spielenden Schülern gehört. In einem schnellen Wechsel findet wir uns im obersten Zimmer eines Turmes hinter uns wieder. Das Rondell ist hell, im Grunde weiß möbliert, sehr licht. Wortlos zieht mich die vor mir sitzende Frau, jung und – wie ich jetzt erkenne – mir durchaus bekannt, auf ihren Schoß, wo ich, ihrem Gesicht zugewandt, mit gespreizten Beinen zu sitzen komme. Sie beginnt mit rhythmischen Hüftbewegungen und ich passe mich dem an. Niemand hat sich die Zeit genommen, sich der Wäsche zu entledigen, doch große Lustgefühle stellen sich ein …
Nach dem Akt gleite ich am Fuß des Turms in einen Toilettenraum, immer noch erfreut über die unerwartete Begegnung.
Nach einer kurzen Wachphase träume ich sodann, in einem Klassenzimmer an einem der Schülertische zu sitzen und auf einem Schreibblock Aufzeichnungen des Erlebnisses zu beginnen; F. und noch ein Kind sind dabei und kommentieren die Arbeit – so sind sie erstaunt, wie schnell Erwachsene doch schreiben können.
Nach einem weiteren Unterbruch tauche ich in meinem alten Jugendzimmer auf. Kurz gehe ich auf den Flur und prüfe von dort die Wanduhr im Wohnzimmer. Sie zeigt kurz vor 9 Uhr an. Ins halbdunkle Zimmer zurückgekehrt, will ich den PC, der sich in dieser astralen Umgebung hinter der Klappe des Sekretärs befindet, hochfahren, um einen erneuten Versuch zu unternehmen, die Traumaufzeichnungen der besagten Erfahrung anzufertigen. Auch dies ist wieder ein absolut typisches falsches Erwachen, das insbesondere in dieser aneinander gereihten Form zu Verwirrungen hinsichtlich der Wirklichkeitsebenen führt und nur durch konsequente Zustandskontrollen in den Griff gebracht werden könnte.

Täuschungen

Ich laufe den Wingerten zu und bin gerade nach rechts abgebogen, als mir von dort einige Hochzeitsgäste (?) entgegenkommen. Als ich links an ihnen vorbeigehe, foppt mich einer von ihnen, ein Mann mit einer schwarzen Schleife über dem Hemd: „Schöne Krawatte“, sagt er zu mir, obwohl ich leger in T-Shirt und kurzen Hosen unterwegs bin.
Im nächsten Moment ist mein Bruder rechts neben mir; unter dem sommerlich blauen Himmel laufen wir den asphaltierten Weg entlang und ich bin vollauf auf den Fernblick konzentriert, arbeite also mit der Trancetechnik, um luzide Träume und außerkörperliche Erfahrungen zu erreichen.
Die Konzentration auf das Verfahren lässt mich völlig verkennen, dass ich den Astralzustand längst erreicht habe. Selbst ein Zeigefingertest fällt jetzt negativ aus und vervollkommnet die totale Konfusion bezüglich der Realitätsebenen.
Schließlich finde ich mich in meinem Jugendzimmer wieder. Es ist verdunkelt und nur von der Tür her dringt Licht hinein. Ich unternehme, noch immer geistig mit der Astralprojektionstechnik befasst, einen Ausrollversuch, habe aber dabei ein völlig physisches Gefühl, was mich wiederum über die Wirklichkeitsebene täuscht. Ich kehre zum Sofa zurück, wo ich auf dieser Ebene mein Nachtlager aufgeschlagen habe, und kontrolliere den Timer, der auf dem schwarzen Tisch neben der Couch steht.
Täuschungen bezüglich des eigenen Zustands haben hier auf ganzer Linie zu einer Ebenenkonfusion geführt. Ein Problem, mit dem man sich beim Projizieren immer wieder herumschlagen muss.
Nachdem ich aus dem Zustand erwache, löse ich die Konzentration auf die Trancetechnik und begebe mich in einige Runden Ruhen und Schlafen.
In einer weiteren unbewussten Astralwanderung lande ich auf einem Balkon vor dem rechten Fenster meines Arbeitszimmers.
Zu meiner Überraschung finde ich eine der Nachbarstöchter, die älteste von beiden, auf dem linken Balkon (in der physischen Realität gibt es vor keinem der Fenster einen solchen Balkon). Etwas verwundert gehe ich nach drüben und finde die junge Frau in einem somnambulen Zustand vor, in welchem sie sich wohl hierher verirrt hat. Ich führe die Tochter der Mutter zu. Diese bittet daraufhin darum, etwas (eine schwarze Tasche) bei mir im Haus deponieren zu dürfen für den Fall der Fälle. Was genau damit gemeint ist, begreife ich zwar nicht, doch spricht nichts gegen Nachbarschaftshilfe. So hinterlegen wir die Tasche in meinem Keller. Die Nachbarin geht die Treppe wieder hoch und ich kümmere mich um einen tropfenden Wasserhahn, der eine Pfütze auf dem Kellerboden verursacht hat. Dann lösche ich die Lampe hinten im Keller und verlasse den Raum ebenfalls. Auffällig ist, wie riesig alles im Astralzustand ist! Der Keller wirkt weitläufig wie das Untergeschoss eines gewaltigen Schlosses, sodass von der Kellertür aus kaum festzustellen ist, ob auch wirklich in allen Abteilungen und Kammern hier unten das Licht gelöscht ist.

Zeitvergeudung

In einem unterirdischen, fensterlosen Raum bin ich am Lehrerpult und überlege, was ich mit den Schülern machen soll. Es handelt sich um eine kleine Anzahl Abiturienten in der Prüfungsvorbereitung, die in dem stuhl- und tischlosen, völlig leeren Raum auf dem bloßen Betonboden lümmeln. Soll ich ihnen die Kapitel zur Sklaverei zu lesen aufgeben, die in dem großen Lehrbuch auf dem Pult, dem einzigen Einrichtungsgegenstand hier, zu finden sind? Oder haben sie das vielleicht schon behandelt? Unentschlossen fliege ich durch einen Durchgang in einen ebenfalls fenster- und einrichtungslosen Nebenraum zur Linken. Dort schwebe ich, die Unterrichtszeit im Grunde willentlich vergeudend und ohne irgendjemanden eine Arbeitsaufgabe zu stellen, über einem der mich beobachtenden Schüler nahe der Zimmerdecke, wo ich mich schließlich, mir erst den Hinterkopf anstoßend, rücklings hinlege, gerade so, als hätte ich mich auf den Grund eines Schwimmbeckens gelegt.

Die Kathedrale

In einem mittelalterlichen Stadt befinde ich mich im Inneren eines Kathedralbaus im Werden. Der Bau aus gelblich-weißem Kalkstein steht bereits in seinem Gerippe; imposante, krabbenverzierte Strebewerke ragen auf, doch die Wandfüllungen und Decken fehlen noch. Interessanterweise ist allerdings schon viel Figurenwerk fertiggestellt, das allerdings noch etwas grob behauen und nachbearbeitungswürdig erscheint (laut Alfred Ballabene handelt es sich bei diesem Eindruck aber um einen Hinweis darauf, dass es sich dabei um eine etwas niedrigere Unterebene vielleicht irgendwo zwischen der mittleren und hohen Astralebene handelt). Darunter auch ein gewaltiges, einen Papst darstellendes Steinmetzwerk in der Mitte des Baus. In der weitläufigen Anlage habe ich zuvor dem Aufmarsch deines großen Zusammentreffens von Klerikern und Adligen beigewohnt, die sich in buntester mittelalterlicher Gewandung ein Stelldichein zu Ehren des auf seinem Thron hofhaltenden Papstes eingefunden haben.
Nachdem sich alles verlaufen hat, finde ich in der Nähe einer Säule bei der Außenmauer Goldblechteile (offenbar von verlorenem und zertretenen Schmuck der hohen Herren) sowie längliche, wie Pommes geschliffene Halbedelsteine.
Diese Wertsachen sammle ich ein, stecke indes die pommesförmigen Edelsteine in einen Becher und stelle sie an den Eingang eines Ladengeschäftes, da mir der Verdacht kommt, dies könnte auch verstreute Ware aus diesem Geschäft sein.
Allmählich mehr und mehr luzid werdend fliege ich in einem gleitenden Szenenwechsel durch einen Laden in dieser Stadt (eine Art Konfiseriegeschäft, in dem Rot- und Goldtöne das Interieur beherrschen) und dort geradeaus durch den Eingang in eine enge Mittelaltergasse, ebenfalls eine, teilweise mit Sonnensegeln beschattete Ladenpassage.
Hier beschließe ich, vom mühsamen Schwimmmodus auf den passiven Flug im Sitzen umzustellen, was aber diesmal nicht so gut klappt, denn der Start gelingt mir nicht so wie gewünscht. Im Zuge der Bemühungen um die Flugtechnik erwache ich nach 5 Uhr.

Falsches Wachliegen

Mir träumt, dass mir mein Wecker Probleme bereitet. Die Ziffern flimmern auf dem Display, sie fallen aus und erscheinen wieder in chaotischer Weise. Es scheint, als würde das Gerät endgültig den Geist aufgeben. Dabei verspüre ich ein gewisses Gefühl der Dringlichkeit und des Missfallens, weil es so aussieht, als wäre es bereits 10 vor 7 und ich müsste gleich aufstehen. Ansonsten sieht alles im Raum aus, wie im gewöhnlichen morgendlichen Schlafzimmer, das von der angelehnten Schlafzimmertür her mit weißgrauem Morgenlicht dämmrig erleuchtet wird. Obwohl der Wecker wohl kaputt ist und wohl kaum ein korrektes Wecksignal mehr liefern wird, stelle ich ihn an seinen Platz und wälze mich dann auf die rechte Seite, um noch ein wenig zu ruhen.
In dieser Stellung werde ich bei geschlossenen Augen von einem Wesen angefallen, das ich als ein überdimensionales Raubtier, einen mächtigen Fuchs deute.
Dabei ist mir sofort klar, dass es sich um ein Phänomen des falschen Wachliegens handeln muss. Ich verspüre keine Angst, sondern drücke das Erlebnis willentlich weg und verscheuche auf diese Weise das Unwesen, um dann aber sofort eines Besseren zu besinnen. Lieber möchte ich die Erfahrung experimentell auskosten und denke mir: „Fall mich nochmal an!“, was auch umgehend eintritt! Das Wesen kehrt zurück und beißt mich in die linke Schulter, was mit einem Druckgefühl, aber nicht mit irgendeinem unangenehmen oder schmerzhaften Gefühl verbunden ist.
Zudem mache ich sogleich einen Zeigefingertest, um den Astralzustand abzusichern. Weil ich meine, bis zum Aufstehen nur noch ein paar Minuten zu haben, rolle ich mich eilends nach links aus und gleite fliegend durch das Arbeitszimmer, wo ich mich durch das linke Fenster drücke und in den morgendlichen Garten herunterplumpsen lasse.
Mit Blick auf die grün-gelben Grasbüschel vor mir überlege ich, zur Meditation anzusetzen. Dieser Gedanke wird aber sehr schnell durch einen anderen verdrängt: Im Sitzen am Boden lege ich die Fußsohlen so zusammen, dass sich die Pfeilform einer Art Zieleinrichtung bildet, und starte durch das Zurücklehnen des Oberkörpers zum Flug.
Diese „passive“ Flugtechnik ermöglicht eine unglaublich rasante Fortbewegung durch die Luft. Jäh aufsteigend und auf Dachhöhe einen Schlenker fliegend jage ich vorwärts durch eine majestätische, schwarzblaue, oben ins Blaue aufsteigende Dunkelheit, mache an deren Grenze einen Rechtsschwenk und sause in die Ausgangsrichtung zurück.
Schließlich fliege ich zurück ins Haus, dessen Inneres sich nun total gewandelt hat: Im relativ engen und holzgetäfelten Treppenschacht einer Wendeltreppe fliege ich in den recht schmalen Flur eines ebenfalls holzgetäfelten und von einem warmen Licht sacht erhellten Wohnbereichs ein. Dort sind als unsichtbare Präsenzen mein Bruder und ferner meine Mutter (?) anwesend. Mein Bruder wundert sich gegenüber der zweiten Person über meine eigentümliche Flugfähigkeit. Bei mir selbst ist immer noch der Zeitdruck, das Gefühl, gleich aufstehen zu müssen, virulent. Letztlich erwache ich.
Es ist 4:48 Uhr. Das Gefühl, die Nachtruhe sei gleich zu Ende, war also ebenso eine Täuschung aus dem Zustand des falschen Wachliegens wie die geschilderten Probleme mit dem Wecker.

Die „Schale“

In der Küche meiner Eltern werde ich luzid. Von einem Schrank rechts neben der Tür schaue ich in den von warmem, gelbem Lampenlicht erhellten Raum.
Draußen vor dem Fenster ist es nächtlich dunkel. Irgendwie in der Luft schwebend sitze ich in einer Art imaginären Schale, was sich ein wenig so anfühlt, als säße ich in den Armen einer sehr großen unsichtbaren Person. Etwas unangenehm daran ist, dass meine Beine ein wenig unbequem über den Rand der „Schale“ hängen.
Immerhin kann ich mich in dieser eigentümlichen Hockhaltung leicht fortbewegen. Ich muss mit dem Oberkörper nur leicht nach hinten kippen, um mich in eine Vorwärtsbewegung zu versetzen. So fahre ich in der „Schale“ über eine kurze dunkle Strecke im Flur in das gleichfalls angenehm erhellte Wohnzimmer, von wo aus ich nach draußen in die Nacht südlich des Wohnblocks meiner Eltern hinausgleite.
Dort drifte ich in einer Wende nach links, wobei ich allerdings, sehr zu meinem Bedauern, feststelle, dass mir zunächst ein Sehfähigkeits- und dann ein völliger Anschlussverlust an den gegebenen astralen Umraum unterläuft. Ich hatte infolgedessen gar keine Chance, mehr als nur kurz an mein weiteres Vorgehen hier zu denken.
Es ist kurz nach 6 Uhr morgens.

Nachträge

Im Spanienurlaub und in den Tagen davor mangelte es mir an Zeit, mein astrales Tagebuch zu tippen. Daher nun eine Reihe von Einträgen auf einen Schlag.

14.04.2019: Nachdem ich ab 4:30 Uhr FM angewendet hatte, ärgere ich mich über Stunden mit gewöhnlichen Traumzuständen herum. Schließlich fühle ich mich innerhalb eines präluziden Traumes frustriert, dass ich keine Luzidwerdung zustande bekomme. Vom Westeingang meiner ehemaligen Realschule aus laufe ich ins Innere des Gebäudes und schaue mich dort um. Dabei argumentiere ich mit mir selbst, dass ich sonst oft luzid werde, wenn ich meine Umgebung genau betrachte und intensiv begutachte. Doch scheint nichts dergleichen zu geschehen. In der Nähe des östlichen Eingangs schaue ich mich erneut genau um. Alles scheint, bis auf geringfügige Abweichungen, genauso auszusehen wie in der Realität. In den Raum zurücklaufend führe ich einen Zeigefingertest durch, der negativ ausfällt, wobei im selben Augenblick Jo. aus westlicher Richtung auf mich zukommt. Sie schaut in Richtung Osteingang an mir vorbei, weist mich aber telepathisch auf den Atemtest hin und führt diesen auch durch. Ich tue es ihr sogleich nach und stelle fest, dass dieser Realitätstest zu einem anderen Ergebnis kommt als der Zeigefingertest! Ich kann durch die zugekniffene Nase problemlos aus- und einatmen (während der ZT immer noch nicht funktioniert!) und werde sofort völlig luzid. Umgehend will ich eine Translation zu einem schönen, ruhigen Naturort vornehmen. Doch ich laufe und laufe, bis ich mich zeitweise schnell bis zu einem leichten Schwindelgefühl um die eigene Achse drehe, woraufhin ich bewusst wieder in einen etwas kontrollierteren Gang zurückfinde. Aber nichts geschieht; es bleibt eine von grauen, durch meine Drehbewegung verschmierten Lichtstreifen durchzogene Dunkelheit vor meinen Augen. Es tritt keine Veränderung ein. Schließlich schere ich weit nach rechts (in Richtung des Osteingangs aus) und spüre nach wie vor die feinen Kieselsteine des Betonbodens unter meinen Füßen. Ich habe also definitiv keinen Wechsel vollzogen. Optisch bekomme ich keinen Blick mehr auf die Szenerie. Stattdessen erwache ich. Es ist 7:49 Uhr.
Durch die meine ablenkenden Versuche und Aktivitäten konnte ich den relativ kurzen Klarheitsmoment nicht in meinem Sinne nutzen. Auch muss ich mich wieder darauf zurückbesinnen, die gewöhnlichen Träume als trügerisch und uninteressant zu ignorieren, sonst nehmen sie zu viel Platz in der Erinnerung ein und gewinnen mehr Macht, als sie ohnehin schon besitzen.

20.04.2019: Auf der nächtlichen Reise nach Platja d´Aro (bei Girona) schlafe ich nur kurzfristig und wenig tief im Sitzen ein. Dennoch erhalte ich in einer Traumsequenz einen sehr deutlichen Einblick in die „Sphäre des falschen Heiligen Geistes“ (wie dies die Hermetiker und Mystiker nennen). Aus einem mir vor einem dunklen Hintergrund direkt vor die Augen gehaltenen Buch, das ich intuitiv Hans Küng zuordne, liest mir eine Stimme die ersten Zeilen eines Kapitels in einem getragenen liturgisch anmutenden Singsang vor; der Vortrag kommt mir irgendwie unheimlich und befremdlich vor, doch halte ich die Audition bewusst eine Weile lang aufrecht. Inhaltlich kann ich allerdings nicht sehr viel Sinnvolles mitnehmen – nur das Wort „imaginieren“ bleibt mir klar in Erinnerung. Interessant ist das Erlebnis insofern, als diese „Sphäre des Truges“ unter den Kundigen sehr gefürchtet ist, da sie, für diejenigen, die sich auf ihre Offenbarungen einlassen und sie als Erkenntnisse aus einer höheren Wirklichkeit begreifen, zu einer Verführung zu allmöglichen religiösen und ideologischen Irrwegen werden kann.

22.04.2019: Auch hier komme ich, wie das im gewöhnlichen Traum kaum zu vermeiden ist, mit der „Sphäre der Trugbilder“ in Berührung. Ich träume, auf einer Veranstaltung irgendwelcher bibeltreuer Christen zu sein. Sie findet auf einem großen Sportplatz statt und es werden biblische Verse vorgetragen. Die Veranstaltung läuft etwas chaotisch, denn unter den Veranstaltern weiß die rechte Hand nicht, was die linke tut: Einer der Mitveranstalter weist mich an, zu der Person, die die Rezitationen vornimmt, hinüberzugehen und sie um die Liste der vorgebrachten Bibelstellen und deren Reihenfolge zu bitten. Ich gehe um die Platz herum, erhalte von dem älteren Herrn (der mich rein äußerlich an den verstorbenen Schriftsteller Ottfried Preußler erinnert) eine Kopie der Auflistung und bringe sie dem anderen Herrn zurück. Der aber ist mit dem Papier nicht zufrieden, weil die Liste nur die Bibelstellen, nicht aber deren konkreten Textinhalt ausweist, sodass man sie hier erst noch einmal umständlich in der Bibel nachschlagen muss. In einer dieser angeblichen, von „Ottfried Preußler“ ausdrucksstark vorgetragenen Stellen aus dem Neuen Testament soll sich Paulus mit einem „Okkulisten Mumsku“ befasst haben, der behauptet habe, sich zum Regenerieren zu den Sternen zurückgezogen zu haben, worauf Paulus erwidert habe, dass man zum Regenerieren einfach schlafen müsse. Freilich gibt es weder in den Paulusbriefen noch in der Apostelgeschichte einen Hinweis auf einen solchen Okkultisten und eine derartige Praxis; es sind also trügerische Informationen.
In einem nächsten, sehr lebhaften Traumabschnitt desselben Morgens beobachte ich einige bezeichnende Vorgänge im Reich eines nicht namentlich benennbaren Alleinherrschers, der einer besonderen Art der religiösen Diktatur vorsteht. In seinem Reich sind die Nonnen eines medizinischen Ordens (erkennbar an einem großen roten Kreuz am Kopfteil ihres Ordensgewandes) so „abgerichtet“, dass sie willkürlich für die Bevölkerung sprechen dürfen. Bei einer Veranstaltung zu Ehren des Diktators müssen sich viele Menschen in einer großen Halle versammeln, wo sie in Reih und Glied vor einer Bühne Aufstellung nehmen müssen, auf welcher der Potentat auf einem mit Leuchtgirlanden verzierten Thron (!) Platz genommen hat. Vorne wuseln Nonnen in ihren grauen Gewändern mit den roten Kreuzen herum.
In der hinteren Reihe stehen eine Menge junger moderner Frauen etwa Mitte zwanzig im Glied. Eine Frau gleichen Alters geht durch die Reihe und erteilt eine Art Segen, indem sie aus einer Pipette eine Flüssigkeit in das rechte Auge der übrigen Frauen träufelt. Am linken Rand der Reihe hält sie jedoch inne, pickt sich die dort stehende Frau heraus und tadelt sie, dass sie sich nicht korrekt anzuziehen vermöge. Die junge Frau muss vor allen anderen ihren Pullover ausziehen und ihren BH richten, weil sie angeblich zu viel Brust zeige. Zu allem Überdruss zieht sich die Dame, die die Ermahnung ausgesprochen hat, nun auch noch selbst aus, um der anderen zu zeigen, wie es richtig zu gehen habe! Besonders auffällig ist, dass die bereits gesegneten Frauen sogar noch weit nachlässiger gekleidet sind als diejenige, die vor aller Öffentlichkeit gedemütigt wird! Das gesamte Verfahren ist also reine Willkür. Und dem nicht genug: Obwohl die gemaßregelte Frau ihre Anklägerin anfleht, schnappt diese sie im Genick, führt sie durch die Reihe in den Mittelgang und zwingt die jetzt angsterfüllte Frau in eine Verbeugung vor dem weit vorne auf dem Thron dunkel im gleißenden Girlandenlicht sitzenden Herrscher.
In diesem Moment habe ich genug von diesen entwürdigenden Praktiken gesehen und fliege, auf einmal machtbewusst, nach vorne zur Bühne. Dort fliege ich linker Hand vorbei durch eine Tür in den eigentlich dem Diktator vorbehaltenen Backstagebereich, der sich mir jedoch plötzlich als ein weites und unberührtes Sumpf-, Schilf- und Grasland unter einem grau überzogenen Himmel präsentiert. Dort fliege ich präluzid über einem dunklen Tümpel meine Kreise über der durchaus herrlichen Naturlandschaft. Dabei fühle ich mich unangreifbar und fantasiere anbei, in Libyen geboren zu sein, jedoch dem Herrschaftsapparat des Diktators von Anfang an entzogen gewesen zu sein, da noch nicht einmal ein Geburtsschein von meinem Dasein in dessen Land zeugt … Es ist kurz nach 7 Uhr, als ich aus diesem wenngleich nur präluziden, aber dennoch höchst bemerkenswerten und kuriosen Traum erwache.

24.04.2019: Ein seltsamer, sogleich als falsch erkannter Impuls bringt mich in einem Traum dazu, auf der Autobahn zu wenden! Um Schlimmeres zu verhindern fahre ich schnell ganz rechts auf einen breiten Grünstreifen neben einer Autobahnausfahrt und mag gar nicht daran denken, was für Ärger es bedeutet, bei diesem Manöver von einer Polizeistreife erwischt zu werden! Von hier aus verschaffe ich mir einen Überblick und wende rasch erneut, was ohne Zwischenfälle glückt. Statt weiterzufahren nehme ich sofort die nächste, mir unbekannte Ausfahrt, von der ich aber vermute, dass sie mich in die gleiche Richtung (Richtung Bad Dürkheim) bringen müsste. Die Ausfahrt bringt mich auf eine Hochstraße, die immer schmaler wird, bis ich schließlich mit einem Fahrrad (das Auto ist unmerklich aus der Szenerie verschwunden) auf einem schmalen Betongrat mit Fahrbahnmarkierungen (!) hoch in der Luft unterwegs bin. Mehr und mehr Luzidität baut sich auf. Ein mittiges Fahrbahngeländer biegt sich vor mir nach links und leitet mich so automatisch über den Rand des schmalen Grates in eine undefinierbare, weiße und neblige Tiefe. Ich werde luzid, kann aber dennoch das Gefühl der Höhenangst nicht sofort überwinden; da mir die letzte Entschlossenheit fehlt, erwache ich und verpasse die Gelegenheit zu einem ausgedehnteren Astralerlebnis.