Multiple außerkörperliche Erfahrungen

Nachdem die Versuche mit niedrigen Dosierungen der Hypericum-Tinktur (ein knapper Teelöffel) im Laufe dieser Woche keine signifikanten Ergebnisse brachten, nehme ich heute um 3:30 Uhr eine hohe Dosis von zwei Esslöffeln ein. Kurz nach der Einnahme zeigt sich sogleich beim Hinlegen die merkwürdige Sensation eines im Rhythmus des Herzschlags langsam pulsierenden Magens. Vielleicht handelt es sich auch nur um eine Reaktion auf die Tatsache, dass ich hier am frühen Morgen auf leeren Magen ein Schnapsglas voll 38%igen Alkohols zu mir genommen hatte. Ansonsten schlafe ich problemlos wieder ein, bis mich dann um 4:30 Uhr der Wecker erneut weckt. Mit der siebenfach wiederholten Suggestionsformel setze ich zur Fernblickmethode an, wobei ich schnell wieder einschlafe. Es entfaltet sich ein vollbewusster Flugtraum in einem hallenartigen Raum; ich bin erfreut und staune über die durchschlagende Wirksamkeit der Dosis. Falsches Wachliegen in einem fremden Bett schaltet sich dazwischen, wobei ich einer Präsenz etwas aufschneiderisch und prahlerisch erkläre, dass ich die Körperbegrenzungen überwunden und mit der außerkörperlichen Erfahrung zur Magie fähig geworden sei. Eine neue Möglichkeit suchend, den Zustand zu erproben, gelange ich in die Situation, in einer großen, unbekannten Stadt umherzufahren und beschließe, mich einfach mal in das Bett irgendeines Promis einzublenden. Allerdings lande ich im eigenen Bett in meinem vom weißen Tageslicht eines bedeckten Morgens erhellten Schlafzimmer. Die Szenerie ist noch nicht voll ausgeprägt und hängt gänzlich im Nebel, als habe sie sich nur unklar aus einer hellen Void herausgebildet (die Experimente mit Hypericum, einer „Lichtpflanze“ [!], lassen mich interessanterweise eine helle Void erleben). Ich bin mir noch sehr sicher, mich im außerkörperlichen Zustand zu befinden bzw. diesen wieder sehr leicht erreichen zu können. Ich richte meinen Oberkörper auf und führe einen Zeigefingertest durch. Und tatsächlich: Der RC macht überdeutlich, dass ich noch im OBE-Zustand bin! Mit dem Zeigefinger in der Hand purzle ich nach vorn und seitlich weg, bringe mich in eine seitliche Rollbewegung und stehe so aus dem Bett auf und begebe mich auf Erkundung. An der Schlafzimmertür verlangsame ich, weil ich genau weiß, dass ich mir vorgenommen habe, zukünftig alles genau anzusehen und nicht mehr den Fehler der Hast zu machen. So gehe ich hinüber ins Arbeitszimmer, das zunächst ziemlich normal erscheint, wenngleich meine Sicht nach wie vor unscharf und trüb ist. In der Ecke links neben dem Fenster beim Computertisch entdecke ich ein flaches Objekt, das sogleich auf mich zugefahren kommt. Es ist der Staubsaugerroboter, der normalerweise im EG herumfährt und nicht hier oben. Es handelt sich auch um ein anderes Modell, eher das, welches meine Eltern besitzen. An der Ostwand entlangblickend entdecke ich gleich rechts neben dem Fenster ein kleines altmodisches Fernsehgerät mit einem hell- und dunkelgrauen Plastikgehäuse, das es dort in der Wachrealität auch nicht gibt. Mit meiner unverändert schlechten Sicht in grieseligen Weiß-Grau-Stufen bin ich nicht glücklich und versuche nun, durch Händereiben und Anstarren der Nordseite des Zimmers die Sehfähigkeit zu verbessern. Doch ohne Erfolg, denn ich gleite ins volle Erwachen über. Es ist 5:12 Uhr. Die nachfolgenden Schlafphasen sind von verwirrender Hypnagogie und überkomplexen, sehr wechselhaften Träumen geprägt.
Das heute erzielte Ergebnis fühlt sich sehr gut an. Es scheint hier eine gute Methode vorzuliegen, die angewendet werden kann, wenn dringend ein sicherer Zutritt in die vollbewusst wahrgenommene Astralwelt nötig ist.
Um Gewöhnungseffekte und eine eventuelle Lichtsensibilisierung durch das Hypericum zu vermeiden, nehme ich mir vor, solche Experimente ausschließlich auf die beiden Nächte des Wochenendes zu beschränken. Das erscheint mir schon von daher sinnvoll, da ich es mir nicht zur täglichen Gewohnheit werden lassen will, morgens auf nüchternen Magen einen „Kurzen“ zu mir zu nehmen! Außer dem walgenden Gefühl im Magen, das noch zeitweilig zu spüren war, ohne echte Beschwerden zu verursachen, zeigten sich keine Nebenwirkungen. Auch nach dem Aufstehen fühle ich mich aufgeräumt und gut erholt.

Auf schmalem Grat

Dieses Wochenende setze ich meine Experimente mit der Hypericum-Droge fort. Samstagmorgen wecke ich mich für 3:30 Uhr mit dem Wecker, nehme einen Esslöffel der Tinktur ein und stelle den Wecker für 4:30 Uhr, um der Substanz eine Stunde Zeit zur Entfaltung der Wirkung zu geben. Dennoch verschlafe ich es, um 4:30 Uhr mit der konzentrierten Einleitung der Fernblick-Methode zu beginnen. Trotzdem kommt ein intensiver, sehr heller Flugtraum zustande. Mit einem Fluggerät, das aus zwei mit einem schwebenden Rotor verbundenen Seilen mit Handgriffen besteht, fliege ich über eine äußerst beeindruckende Landschaft. Durch Drücken zweier roter Knöpfe an den Handgriffen kann ich den Rotor aktivieren, der mich geschwind und mühelos durch die Luft zieht. Das Gerät ist wie ein Lenkdrache durch Ziehen an den Seilen steuerbar. Südlich von Diedesfeld fliege ich in eine herrlich wilde Naturlandschaft hinein, eine moosbewachsene Ödnis, die ich überfliegen will, bis ich in südöstlicher Richtung auf die Landstraße Richtung Landau stoße. Auf meinem Weg achte ich zumeist darauf, nicht allzu hoch zu fliegen, doch als ich eine kreisrunde Vertiefung ohne sichtbaren Boden überquere, lässt sich die Flughöhe nicht mehr kalkulieren, was mir ein mulmiges Gefühl verschafft. Vor lauter Schauen drifte ich schließlich auf einen Bergrücken, auf dessen Gipfelgrat ich eine schmerzlose Bruchlandung hinlege. Fasziniert greife ich – über mir nur der blaue Himmel – in den bläulich gerandeten Schnee, der den einsamen, wohl um die 1500 m hohen Grat bedeckt. Ganz so einsam ist es jedoch nicht, denn von unten nahen Wanderer, darunter eine Frau auf Langlaufskiern und ein Mädchen, das mich an eines aus meiner ehemaligen ersten Klasse erinnert. Versehentlich löse ich einen Schneeklumpen auf dem Grat, der eine dritte Person links von mir, einen Mann, trifft. Der Schnee ist nicht hart und er nimmt es mir nicht übel.
Ich beschließe, zu meinem Ausgangspunkt zu starten. Zügig gleite ich zurück und komme auf ein Feriengelände, auf dem ich über einen gesplitteten Weg zu einer aus dunklen Holzbalken gefügten Hütte fliege, einem Unterstand, den ich hier als mein Quartier ansehe. Mit dem Rotor manövriere ich mich durch die oberen Querbalken ins Innere des Häuschens, eine fliegerische Geschicklichkeitsleistung, in deren Vollzug ich erwache.

Am Sonntagmorgen kommt es erneut zu einem stark intensivierten, durch seine wechselhaften Inhalte aber auch sehr ablenkenden Traumerleben, das durch seltsame Verdopplungen der Realitäten geprägt ist. Mehrmals bin ich im Astralzustand mit Versuchen beschäftigt, in diesen überzugehen, verkenne jedoch in der Vielzahl der ablenkenden Faktoren, dass ich diesen längst erreicht habe. Trotz mehrerer Anläufe bekomme ich keinen stabilen Zustand hin; auch die Hypnagogie verleitet extrem zum Abgleiten, da es u.a. akustische Wahrnehmungen gibt. Die Stimmen unsichtbarer Präsenzen stellen mir Fragen und konfrontieren mich mit Problemen, die mich von meinem Ziel abdrängen. Immer wieder muss ich mich selbst auffordern, diese Eindrücke zu ignorieren und bei der Sache zu bleiben. Gegen 8:15 Uhr breche ich die Vertiefungsbemühungen ab, da ich mir sicher bin, heute auf keinen grünen Zweig mehr zu kommen. Nächstes Wochenende werde ich die Dosis auf einen Teelöffel Hypericum verringern; eventuell hilft dies, Traumintensivierung und Fokussierungsfähigkeit in ein günstigeres Gleichgewicht zu bringen.

Zukunft und Vergangenheit

In einem lebhaften Traum irre ich mit meiner zweiten Schulklasse auf einem fremden Schulgelände herum und suche die überall versprengten Kinder zusammen. Irgendwann finde ich mich dabei auf einer abendlich dunklen Wiese wieder, auf der erwachsene Personen meine Suche stören, ohne dass ich erahne, warum sie sich so verhalten. Einer magischen Eingebung folgend pflücke ich auf dem hinteren Teil des Wiese Kräuter und stelle einen Kräuterbusch zusammen in der Überzeugung, dies würde das störende Treiben beenden, genauso wie nach der Vorstellung der volkstümlichen Magie das Sammeln bestimmter Kräuter die Hexen banne und ihren Sabbat beende. Bemerkenswerterweise klappt es tatsächlich. Befreit von den Störenfrieden gehe ich mit den Kindern los über ein weites, nunmehr in morgendlichem Licht liegendes Wiesengelände, das östlich in das Haardtgebirge übergeht. Im Lauf erkenne ich den Traum, löse mich von ihm und fliege in eine unbestimmte helle Void hinein, in der ich mich durch seitliches Rollen in den OBE-Zustand versetze. Dabei stellt sich das Gefühl ein, nach links über die Bettmatratze zu rollen und über deren Rand aus dem Bett zu gleiten. Links neben dem Bett lande ich auf den Füßen und stelle verwundert fest, dass ich zwergenhaft klein bin. Ich reiche gerade mal bis zur Bettkante. Allerdings verschwende ich mit dieser Eigenartigkeit keine Zeit, sondern verlasse umgehend das Schlafzimmer. Auf dem Flur treffe ich auf ein Fenster, durch das ich ein seltsames, oben am blauen Himmel schwebendes Objekt entdecke: es handelt sich um eine weiße Kugel mit einem freischwebenden manschettenartigen Ring außen herum. Beim Durchfliegen der Fensterscheibe macht es den Eindruck, als würde dieses Flugobjekt, wie durch einen Brechungseffekt im Glas, nach oben hin weggekippt. Als ich draußen bin, ist es verschwunden.
Nun stehe ich auf dem Hof und beschließe, jetzt eben diese Umgebung zu untersuchen. Ich hebe ab und fliege auf das Dach des Gebäudes, wo ich im Kies des Flachdaches ein schwarzes Gebilde entdecke, das wie ein auf dem Dach installierter Tank aussieht. Viele schwarze Kunststoffschläuche sind dem Tank aufgesetzt und verbinden sich in komplexer Weise. Auch gibt es mindestens zwei große Messanzeigen mit Skalen und Zeigern. Die Funktion dieser Einrichtung erschließt sich mir nicht, doch meine ich, eine futuristische Heizungsanlage für mein Wohnhaus darin zu erblicken und vermute daher, dass mich diese Astralreise einige Jahrzehnte in die Zukunft versetzt habe. Mich Richtung Süden über das Dach weiterbewegend gelange ich auf ein zweites, etwas niedrigeres Flachdach, über welches ich in einem Rechtsschwenk nach unten in meinen Garten im Osten des Gebäudes gerate. Dort sieht alles gealtert und etwas verwittert aus, als wären tatsächlich Jahre vergangen. In den Blumenkästen links im Garten findet sich an der Seite nur noch eine kümmerliche Erdbeerpflanze. Daneben stecken ein getrockneter Fisch und ein ausgeblichener Krebs (!) mit dem Kopf voran in der Blumenerde. Da es sich definitiv um meinen Garten handelt, meine ich, dass es sich bei diesem merkwürdigen Arrangement um eines meiner zukünftigen Experimente handeln müsse, dessen Sinn und Ziel sich mir jedoch heute noch nicht erschließt. Durch eine verwitterte dunkle Holztür mit Glaseinsatz und abblätternder Holzlasur will ich in das Haus zurückkehren. Anstatt die geschlossene Tür zu durchfliegen, möchte ich sie aufschließen. Schließlich besitze ich ja als Eigentümer des Hauses auch die Schlüssel. Beim Versuch, die Tür zu öffnen, spüre ich jedoch schnell, wie ich den Anschluss an die Szenerie verliere und erwache.
Obgleich nicht viel geschehen ist, vermittelt mir diese Astralwanderung ein gutes, ein äußerst positives Gefühl, als hätten hier Zukunft und Vergangenheit in einem lichten Moment voller Erinnerungen an vergangene und zukünftige Sommer zusammengefunden.
Erst nach dem Erwachen wird mir völlig klar, wie sehr sich die Gegebenheiten des Hauses in der anderen Wirklichkeit von denen in der Wachrealität unterscheiden: mein Haus besitzt kein Flachdach und wird auch in Zukunft ganz sicher keines besitzen; gartenseitige Holztüren, ob verwittert oder nicht, existieren ebenfalls nicht. Alles ist anders und eigentlich fremd, kam mir aber dennoch absolut bekannt vor.

Leerer Raum in der Nebelwelt

Nach der Meditation um 5 Uhr heute früh erlebe ich mich in einem Traum, in welchem ich in Neustadt die Branchweilerhofstraße entlanggehe. Ich trage eine Jeansjacke mit weitem hohem Kragen, in dem ich meinen Kopf fast vollständig verbergen kann. Als ich an einigen Leuten links vorbeikomme, bemerke ich, dass ich mich zum Flug aufschwingen kann und werde klar.
In einem unspektakulären Szenenwechsel fliege ich nun die Adolph-Kolping-Straße unterhalb der Globuszufahrt entlang; die ganze Zeit über liegt die gesamte Szenerie in einem hellen grau-weißen Nebel.
Schließlich führt mich mein Flug in einen Raum, den ich als mein altes Kinderzimmer deute. Nur ist der mit hellem Teppich ausgelegte Raum vollständig leer; durch die Rollladenritzen fällt das weiße Licht eines hellen, aber bedeckten Tages herein. Meine Sicht ist nach wie vor schlecht und ich beschließe, einen Trick anzuwenden, den ich schon einmal erfolgreich angewendet habe. Ich will mich einfach rückwärts umfallen lassen und mich so in einen OBE-Zustand hineinbegeben. Bei vorherigen Versuchen lag ich dann rücklings in der astralen Kopie meines Bettes in meinem Schlafzimmer.
Diesmal klappt es aber nicht – nachdem ich mich rücklings umfallen ließ, spüre ich, dass ich den gegebenen Umraum nicht verlassen habe, sondern – Dunkelheit vor Augen – an der Wand des nämlichen Zimmers liege.
Nach Anwendung der Ausrollmethode finde ich mich zu meiner Verwunderung in exakt demselben leeren Zimmer wieder.
Kurzentschlossen will ich nun einfach diese Szenerie näher erforschen und vielleicht durch den Rollladen nach draußen fliegen. Zunächst probiere ich aber, mich am Ort haptisch zu stabilisieren und meine Sehfähigkeit zu verbessern, indem ich meine Arme abtaste. Leider kann ich mich trotzdem nicht halten und erwache zügig.

Die Schlichtwohnung

Meine heutige Astralprojektion bringt mich in eine sehr schlichte Wohnung; die Wände sind mit einer wasserabweisenden Farbe beige gestrichen; im Schlafraum steht ein einfaches, weiß bezogenes Metallbett. Alles ist im schlichtesten Standard gehalten, wie man ihn vielleicht noch in den 1950er oder 1960er Jahren in Deutschland antreffen konnte. Obwohl ich diese Wohnung nicht kenne, sehe ich sie ganz selbstverständlich als meine an. Auch eine kurz anwesende, völlig fremde Frau kommt mir innerhalb des Zustandes nicht fremd vor, ein Kontakt mit ihr unterbleibt jedoch. Ich führe in der Wohnung Flugübungen durch und bin mir des Astralzustandes völlig bewusst, habe aber gewisse Probleme mit der Stabilisierung an diesem Ort. Mein Blick trübt sich ein, so dass nur ein nebliges Sehen in Graustufen verbleibt. Als ich die Augen öffne, blicke ich aus meinem Bett nach links auf das Schlafzimmerfenster (mein reales Schlafzimmer bzw. dessen astrale Kopie). Nach Schließen der Augen gelingt es mir, mich in der Schlichtwohnung zu halten. Von dem weißen Bett aus starte ich zu einem weiteren Flug. Ich gleite durch einen Flur und durchfliege an dessen anderen Ende eine verkleidete Tür, hinter der ich das Schlafzimmer meiner Eltern vermute, da die Wohnung zumindest von Schnitt und Lage her dieser Unterkunft entspricht. Der Raum ist indes völlig dunkel; daher drehe ich um und durchfliege erneut die geschlossene Tür, wiederum ohne dass sich dabei ein Dimensionenwechsel ergibt. Ich bin noch immer in der besagten Wohnung und fliege zurück in das erste Zimmer. Dort kreisle ich in der Nähe des Fensters um meine eigene Achse, um mich in eine andere Umgebung einzublenden, doch der Erfolg bleibt aus. Ich komme weder woanders hin noch verbessert sich meine Sicht; das Öffnen der Augen führt zum selben Ergebnis wie beim ersten Versuch. Schließlich fliege ich durch den Rolladen am Fenster nach draußen. Im Freien steigert sich meine Sehfähigkeit schnell. Unter einem bedeckten Himmel schwebe ich auf der Höhe des vierten Stocks nördlich dessen, was mein Geist als den Wohnblock meiner Eltern gedeutet hat. Gleich in der Nähe, etwas südwestlich, tut sich ein Neubaugebiet auf, an dessen südlichem Ende noch die Fassade eines grauen Hochhauses steht. Als ich im weitem Bogen das Gebiet überfliege, erkenne ich, dass in den abgebrochenen Räumen noch Überreste des Mobilars der ehemaligen Bewohner gestapelt sind. Auch beschleicht mich das Gefühl, dieses Abbruchhaus schon einmal in einem anderen Traumzustand gesehen zu haben, kann das aber nicht näher zuordnen. Neugierig lande ich auf der Abbruchkante einer der obersten Wohnungen; die hinten gestapelten Stühle sind abgelebt und extrem schmutzig und schmierig. Vor mir auf dem weißen Bodenbelag sehe ich einen kleinen runden Kotfleck. In der Wohnung müssen sehr unhygienische Zustände geherrscht haben. Daher mache ich sofort kehrt und hebe wieder ab. Dabei spüre ich, wie ich den Anschluss verliere und endgültig ins Bett überblende. Das Erlebnis endet gegen 8:30 Uhr.

Eine „Alien-OP“

In der Tiefenmeditation (Beginn kurz nach 6 Uhr; Ende 9 Uhr) überfluten mich einige extrem merkwürdige und schwer zu deutende Wahrnehmungen. Ausgangspunkt ist mein Aufenthalt in einer großen Stadt, die ich als Paris interpretiere. Meine Familie ist auch anwesend. Mein Vater kauft ein großes Paket mit Wasserflaschen und schleppt sie mit sich herum, während wir anderen überzeugt sind, dass es völlig überflüssig ist, dieses schwere Getränkepaket auf der gesamten Stadttour mit sich zu tragen. Beim ersten besten Imbissstand wird Platz genommen, um sich auszuruhen. Und obwohl sowohl Stand als auch Inhaber einen gänzlich unappetitlichen Eindruck machen, muss hier etwas zu essen bestellt werden. Etwa aber dieser Stelle verändert sich das eher traumähnliche Erlebnis frappierend! Der unter einer Unterführung liegende Imbissstand wandelt sich in eine klinische Umgebung, eine medizinische Station, wobei der optische Eindruck sich nunmehr auf ein weitgehend unstrukturiertes und als rein weiß empfundenes Umfeld verringert; der Blick auf die Ecke eines weißen Schränkchens ist das Einzige, was von der Umgebung im Gedächtnis haftet. Eine oder mehrere Präsenzen (sehen kann ich die Wesen nicht) sind telepathisch mit meinem Geist verschmolzen und thematisieren, mir ein medizinisches Präparat namens „Novizin“ oder „Novozin“ (die Bezeichnung des Wirkstoffs wird von meinem Geist verschieden interpretiert, doch die Anstrengung, sie zu eruieren, sorgt nur für Verwirrung) verabreichen zu wollen (oder zu haben?). Was das Präparat verwirken soll, wird mir mir aus den Äußerungen der Präsenzen nur äußerst bruchstückhaft klar; der Begriff „Unsterblichkeit“ fällt dabei und die kryptische Umschreibung, „aus dem Doppelten einen Propheten“ zu machen, ist mir in Erinnerung geblieben. Als ich den Tiefenmeditationszustand beende, fühle ich mich enerviert, als wäre ich aus einer verstörenden, fiebertraumähnlichen Vision zurückgekehrt. Ein gewisses Gefühl der Beklemmung bleibt von dieser Erfahrung auch nach dem Aufstehen zurück. Das seltsame Erlebnis erinnert mich an einige der in Rick Strassmans „DMT. Das Molekül des Bewusstseins. Zur Biologie von Nahtod-Erfahrungen und mystischen Erlebnissen“ beschriebenen DMT-Erfahrungen. Auch hier wird von Präsenzen einer anderen Wirklichkeit berichtet, die als „Forscher“ beschrieben werden, die teilweise sogar extrem unangenehme und mitleidlose medizinische Experimente durchführen. Erstaunliche Parallelen gibt es ebenso zu den Schilderungen von Personen, die glauben, von Aliens entführt und von diesen operiert worden zu sein. Im Zuge meiner OBE-Übungen habe ich im hypnagogen Zustand schon des Öfteren solche Dinge erlebt, sie hatten in der Regel aber kein Beklemmungsgefühl zur Folge, das noch im Nachhinein so deutlich zu spüren gewesen wäre.

Eine OBE nach der Fernblickmethode

Mit der guten, alten Fernblickmethode, die ich in meinem Buch ausgearbeitet hatte, induziere ich heute eine klassische „außerkörperliche Erfahrung“. Im Prozess denke ich darüber nach, dass der Praktizierende dabei nie wissen kann, wo er herauskommt (im Land der Elben und Elfen) oder sonstwo. Es ist immer ein neues Abenteuer.

Schließlich finde ich mich im falschen Wachliegen in einem großen leeren Zimmer ähnlich dem Wohn-Schlafzimmer meines alten Appartements wieder.
Alles erscheint mir normal und in meinem halbbewussten Zustand bin ich mir auch gar nicht über die Sonderbarkeit dieses Ortes im Klaren. Dennoch führe ich einen Zeigefingertest durch und staune, dass er mir deutlich meinen astralen Zustand anzeigt!

Mit dem Baumstammrollverfahren winde ich mich nach links von der großen Matratze herunter und habe dabei das deutliche Gefühl, physisch zu werden, und meine, mich diesmal mitsamt der Bettwäsche, die sich um meinen Leib wickelt, auf den Boden gerollt zu haben. Schon erwarte ich, mich voll erwacht mit dem Bettzeug auf der Erde liegend vorzufinden. Ein nochmaliger RC bestätigt aber, dass der Astralzustand wieder erwarten noch immer stabil ist.

Sogleich stehe ich entschlossen auf, um in den Traum davonzugehen, wobei mich eine von blassen, weiß-grauen Lichtflecken durchsetzte Dunkelheit einhüllt.
Ich wende mich nach rechts und finde im Dunkeln eine Zimmertür, diesmal die meines alten Kinderzimmers. Ich durchschreite den Flur meiner elterlichen Wohnung; sie ist leer und frühmorgendlich dunkel.

Schnurstracks gehe ich auf den Balkon. Auf dem Hof liegt der alte Spielplatz, so wie er vor vielen Jahren aussah, ehe dort unten alles gepflastert und mit Garagen zugebaut wurde.
Zu meiner Überraschung ist der Platz tief verschneit; es ist schön anzusehen und verbreitet eine weihnachtliche Stimmung. Wenige Fenster sind erhellt, z.B. eines in der Spitalbachstraße und eines im gegenüberliegenden Wohnblock, wo eine spezielle Freundin meiner Mutter wohnt.

Ich möchte die Umgebung im Flug erkunden, starte auf dem sicheren Balkon und schwenke dann halbrechts über die Brüstung hinaus.
Sogleich beschließe ich, jene spezielle Freundin der Familie aufzusuchen; sie hat neuerdings irgendeine technische Anlage genau vor dem Fenster stehen und es ist nicht ganz klar, um was es sich dabei handelt.

Ich wage einen schwungvollen Anflug, verpasse aber den Einflug ins Fenster. So nehme ich erneut aus großer Höhe Anlauf, tauche rasant abwärts, steige an der Fensterfront auf und schwinge mich hinein in das spärlich möblierte Zimmer einer älteren, dunkel gekleideten Frau mit dunklem Pagenschnitt und dunkler Hornbrille. Sie bemerkt mich nicht, sondern beobachtet, im Zimmer stehend, ganz fasziniert eine Art Musik-on-Demand-Anlage, zumindest steht „on demand“ deutlich in chromfarbenen Lettern auf der Apparatur zu lesen. Das Gerät sieht wie ein PC-Monitor aus, doch zwischen zwei chromglänzenden Streifen auf schwarzem Grund zeigt ein Display in roter Digitalschrift die gespielten Musikstücke an.

Als ich die Anlage genauer in Augenschein nehme, erwache ich.
Es ist 5:12 Uhr. Den im Nachhinein betrachtet wenig realistischen Wahrnehmungen zum Trotz bin ich sehr zufrieden mit dieser klassisch eingeleiteten AKE.

Sequenzen

Dieser Tage stellen sich immer mal wieder kleinere Klartraumsequenzen ein: In einem Fall bin ich beim Strandcamping und werde von J.H. von einer Kaimauer aus ins Wasser gestoßen. Unter Wasser gelingt es mir, problemlos zu atmen, worauf sich Klarheit einstellt. Fasziniert beobachte ich, wie die Schatten zweier riesiger Fische über mich hinwegziehen. Zurück an der Wasseroberfläche verliere ich die Sehfähigkeit, doch kann ich mich auf eine treibende „Rettungsinsel“ hochziehen, die aus einer Frühstücksunterlage (!) aus Kunststoff besteht. Obgleich diese unsicher auf dem Wasser trudelt und wieder und wieder überflutet wird, bleibt sie oben. Auf ihr treibe ich schließlich gegen eine Zimmerwand. Das Gewässer scheint sich also plötzlich im Inneren eines Zimmers zu befinden. Einige Augenblicke versuche ich, Diana, eine Gefährtin aus einem der letzten Klarträume, herbeizurufen, und nebenbei meine Sicht auf die Umgebung zu verbessern. Doch die Bemühungen führen nur zum Erwachen.
Von der Erlebnisform nicht unähnlich gestaltete sich eine Erfahrung von heute Nacht. Hier werde ich beim Fliegen in einer eher undefinierten Umgebung (Feldweg) und wiederum bei sehr schlechter, graustichig vernebelter Sicht klar. Die Luzidität mündet in den totalen Sichtverlust ein. Erneut zitiere ich eine Gefährtin herbei, was zum Auftauchen einer Traum-Marionette führt. Das erkenne ich, als ich sie umarme und küsse, wobei aber kein echtes Gefühl aufkommt. Die Gestalt, die K. D. ähnelt, bleibt unlebendig und unempathisch wie eine große Spielzeugpuppe. Damit gewinnt dieser Klartraum eine eher bedrückende Stimmung, weil der Kontakt so aussichts- und chancenlos erscheint – ein Anzeichen für einen luziden Traumzustand recht geringer Qualität.

Am surrealen Strand

Ich gehe den Flur eines großen, lichten Schulgebäudes entlang, als ich mich unwillkürlich frage, ob dieses Erlebnis nicht etwa ein Traum sein könnte. Ein kurzer Finger-RC macht die Sache klar. Sofort will ich losfliegen, verliere aber augenblicklich die Sehfähigkeit und hänge träge in der Luft fest.
Einige Mühen, mich loszumachen, führen zu einer Überblendung ins falsche Wachliegen. Ich konzentriere mich auf das Körpergefühl, das sich ungeheuer intensiviert, und arbeite mich mit der Baumstammrollmethode über die Matratze, falle über den Bettrand und kann mich frei bewegen.
Auf das Sehvermögen muss ich mich eine Weile konzentrieren, ehe es sich einstellt. Und so laufe ich erst einmal blind los.
Schließlich ergibt sich eine gut bevölkerte Hotelszene, die einen kurzen, leicht trübtraumhaften Einschub erfährt. Ich gehe mit K.D. durch den Hotelflur und an den Fahrstühlen vorbei. Für mich überraschend ist, dass sie ungewohnt persönlich mit mir spricht und mir vom Besuch guter Bekannter erzählt.
Gleich darauf gelingt es mir, die Klartraum wieder vollbewusst aufzunehmen. Ich begebe mich in den Treppenaufgang und mache mich auf den Weg nach unten. Dabei unternehme ich mehrere Versuche, von den Treppenabsätzen abspringend Purzelbäume in der Luft auszuführen, bleibe aber merkwürdigerweise nach einer halben Rolle in der Luft hängen und muss mich anstrengen, die Luftrolle zu vollenden.
Nach unten hin wird das Hotel bevölkerter.
In der Hotelhalle muss ich über abgestelltes Gepäck steigen und schlüpfe schließlich durch eine Strandtür nach draußen.
Der Meeresstrand ist hier märchenhaft und nachgerade surreal. Um auf den Sandstrand zu gelangen, muss ich zunächst einmal an einem gigantischen schwarzen Hund mit langem glänzenden Fell und spitzer Schnauze vorbei. Das geht aber problemlos, da der Riese friedlich ist und gar nicht großartig auf mich reagiert.
Nun schreite ich hinaus auf den grauen feinen Sand; unter dem blauen Himmel liegen Leute ruhig und entspannt auf Badetüchern, einige von ihnen tragen Solariumbrillen. Hinter einigen querliegenden grauen Felsen geht es sacht hinab zum Wasser.
Gelegentlich kommen mächtige Wellen herein, die den Strand hoch überspülen, ohne indes den Sand nass zurückzulassen (!); in den hereinflutenden Wassermassen treibt u.a. ein Buckelwal über den Strand!
Kurz teste ich die Wassertemperatur und stelle fest, dass es tropisch warm ist, obgleich der Strand eher die Anmutung eines Nordseestrandes hat.
Ich gehe zurück, um mir bei, auf oder hinter den Felsen einen Handtuchplatz zu suchen.
Noch ehe ich meine Suche abschließen kann, erwache ich. Es ist 6:46 Uhr. Der Klartraum war spontan, intensiv und zeitlich ziemlich prolongiert.

Diana

Am fortgeschrittenen Nachmittag mache ich mich mit M. auf den Weg, einen Berg an der Haardt zu ersteigen. Ich bin zu Fuß unterwegs, M. jedoch eilt mir, zeitweise das Vorderrad hochreißend und auf dem Hinterrad fahrend, auf einem Mountainbike den Asphaltweg voraus und ist bald nicht mehr zu sehen.
Ich indes kehre in eine Art Bergstation am Fuß des Gebirges ein, denn scheinbar muss man für das Gipfellokal mindestens 5 € berappen.
Im Inneren des Gebäudes stehe ich schließlich an einer Glasscheibe und blicke in den davorliegenden Flur.
Da fällt mir eine junge blonde Frau auf. Ich blicke sie an, sie erwidert den Blick, tritt näher, so nah, dass sie ihr mit kleinen Mitessern besetztes Knollennäschen fast an der Scheibe platt drückt. Durch die Scheibe hindurch fragt sie wortlos (reine Telepathie), ob wir uns kennenlernen wollten.
„Warum nicht?“, gebe ich zurück und komme um die Scheibe herum nach draußen auf den Gang zu ihr.
Zusammen gehen wir den Flur entlang; er ist schmal, so dass ich hinter ihr gehen muss.
Dabei fällt mir ihr kindlicher Körperbau auf, den ich, wie mit einem Röntgenblick, durch ihre Kleidung hindurch klar bis auf die Einzelheiten der Haut erkennen kann. Ihrem Körper fehlen noch die weiblichen Rundungen und kurz wundere ich mich darüber. Im der Astralwelt ist es jedoch normal, dass Körper nicht immer der physischen Form perfekt entsprechen, manchmal sind sie rudimentär entwickelt, gelegentlich wirkt man jünger als man in der physischen Realität ist.
Im Vorraum umarmen und drücken wir uns. Nebenbei überprüfe ich kurz mein eigenes physisches Erscheinungsbild, indem ich an mir herunterblicke. Dort sehe ich meinen normalen Körper; Beine in dunkelblauen Jeans, meine neuen Turnschuhe.
Alsdann meint sie kurzangebunden, jetzt hätte auch sie einen Mann. Und es klingt ein bisschen so, als hätte sie eine Weile lang Ausschau gehalten und sich nun ganz spontan entschieden. Wie meine allererste Freundin scheint sie diesbezüglich offenbar von der ganz schnellen Truppe zu sein.
Während wir uns zu einem Sofa begeben, will ich überhaupt erst einmal ihren Namen erfahren.
„Diana“, antwortet sie und eher wirr als schlagfertig vergreife mich gleich mit einer von Halbwissen diktierten Replik:
„Wie die griechische Liebesgöttin!“
Auf dem Sofa kuschelnd möchte ich sodann noch herausfinden, wie alt meine Gespielin denn nun eigentlich ist.
Es kommt unverwandt heraus, dass sie erst 16 ist, was mir ein wenig zu denken gibt.
Schließlich begeben wir uns nach draußen und laufen die Betontreppe vor dem Gebäude herunter.
Von ihrem geringen Alter etwas irritiert interessiert es mich, was sie wohl in mir sieht, und frage sie, wie alt sie mich schätze.
„39“, antwortet sie wie aus der Pistole geschossen. Es scheint ihr also völlig klar zu sein, dass sie hier mit jemandem anbandeln möchte, der mehr als 20 Jahre älter ist als sie!
„Das Doppelte von dir ist richtig: 38“, gebe ich zurück. „Ich habe genau heute Geburtstag.“
Nach einigen Schritten, die wir, Arm in Arm, unter dem blauen Himmel nach links von der Treppe ab weitergehen, erfolgt das Erwachen. Traumende kurz nach 5 Uhr.
Erst im Nachhinein fällt mir auf, dass ich bei diesem „Traumdate“ nur Quatsch von mir gegeben hatte: 16 plus 16 gleich 38! Und Diana als Liebes- und nicht als Jagdgöttin! Immerhin war mein Gegenüber so jung, dass es das wohl gar nicht bemerkt und gar nicht so sehr auf die Worte geachtet hat.
Jedenfalls war es ein bemerkenswertes Erlebnis mit nach und nach ansteigender Luzidität. Interessant ist auch, dass diese Erfahrung eine quasi unmittelbare Antwort auf mein gerade gestern Abend nochmals überdachtes Vorhaben war, die Astralwelt nach meiner Wesensverwandten auszukundschaften.