Multiple außerkörperliche Erfahrungen

Nachdem die Versuche mit niedrigen Dosierungen der Hypericum-Tinktur (ein knapper Teelöffel) im Laufe dieser Woche keine signifikanten Ergebnisse brachten, nehme ich heute um 3:30 Uhr eine hohe Dosis von zwei Esslöffeln ein. Kurz nach der Einnahme zeigt sich sogleich beim Hinlegen die merkwürdige Sensation eines im Rhythmus des Herzschlags langsam pulsierenden Magens. Vielleicht handelt es sich auch nur um eine Reaktion auf die Tatsache, dass ich hier am frühen Morgen auf leeren Magen ein Schnapsglas voll 38%igen Alkohols zu mir genommen hatte. Ansonsten schlafe ich problemlos wieder ein, bis mich dann um 4:30 Uhr der Wecker erneut weckt. Mit der siebenfach wiederholten Suggestionsformel setze ich zur Fernblickmethode an, wobei ich schnell wieder einschlafe. Es entfaltet sich ein vollbewusster Flugtraum in einem hallenartigen Raum; ich bin erfreut und staune über die durchschlagende Wirksamkeit der Dosis. Falsches Wachliegen in einem fremden Bett schaltet sich dazwischen, wobei ich einer Präsenz etwas aufschneiderisch und prahlerisch erkläre, dass ich die Körperbegrenzungen überwunden und mit der außerkörperlichen Erfahrung zur Magie fähig geworden sei. Eine neue Möglichkeit suchend, den Zustand zu erproben, gelange ich in die Situation, in einer großen, unbekannten Stadt umherzufahren und beschließe, mich einfach mal in das Bett irgendeines Promis einzublenden. Allerdings lande ich im eigenen Bett in meinem vom weißen Tageslicht eines bedeckten Morgens erhellten Schlafzimmer. Die Szenerie ist noch nicht voll ausgeprägt und hängt gänzlich im Nebel, als habe sie sich nur unklar aus einer hellen Void herausgebildet (die Experimente mit Hypericum, einer „Lichtpflanze“ [!], lassen mich interessanterweise eine helle Void erleben). Ich bin mir noch sehr sicher, mich im außerkörperlichen Zustand zu befinden bzw. diesen wieder sehr leicht erreichen zu können. Ich richte meinen Oberkörper auf und führe einen Zeigefingertest durch. Und tatsächlich: Der RC macht überdeutlich, dass ich noch im OBE-Zustand bin! Mit dem Zeigefinger in der Hand purzle ich nach vorn und seitlich weg, bringe mich in eine seitliche Rollbewegung und stehe so aus dem Bett auf und begebe mich auf Erkundung. An der Schlafzimmertür verlangsame ich, weil ich genau weiß, dass ich mir vorgenommen habe, zukünftig alles genau anzusehen und nicht mehr den Fehler der Hast zu machen. So gehe ich hinüber ins Arbeitszimmer, das zunächst ziemlich normal erscheint, wenngleich meine Sicht nach wie vor unscharf und trüb ist. In der Ecke links neben dem Fenster beim Computertisch entdecke ich ein flaches Objekt, das sogleich auf mich zugefahren kommt. Es ist der Staubsaugerroboter, der normalerweise im EG herumfährt und nicht hier oben. Es handelt sich auch um ein anderes Modell, eher das, welches meine Eltern besitzen. An der Ostwand entlangblickend entdecke ich gleich rechts neben dem Fenster ein kleines altmodisches Fernsehgerät mit einem hell- und dunkelgrauen Plastikgehäuse, das es dort in der Wachrealität auch nicht gibt. Mit meiner unverändert schlechten Sicht in grieseligen Weiß-Grau-Stufen bin ich nicht glücklich und versuche nun, durch Händereiben und Anstarren der Nordseite des Zimmers die Sehfähigkeit zu verbessern. Doch ohne Erfolg, denn ich gleite ins volle Erwachen über. Es ist 5:12 Uhr. Die nachfolgenden Schlafphasen sind von verwirrender Hypnagogie und überkomplexen, sehr wechselhaften Träumen geprägt.
Das heute erzielte Ergebnis fühlt sich sehr gut an. Es scheint hier eine gute Methode vorzuliegen, die angewendet werden kann, wenn dringend ein sicherer Zutritt in die vollbewusst wahrgenommene Astralwelt nötig ist.
Um Gewöhnungseffekte und eine eventuelle Lichtsensibilisierung durch das Hypericum zu vermeiden, nehme ich mir vor, solche Experimente ausschließlich auf die beiden Nächte des Wochenendes zu beschränken. Das erscheint mir schon von daher sinnvoll, da ich es mir nicht zur täglichen Gewohnheit werden lassen will, morgens auf nüchternen Magen einen „Kurzen“ zu mir zu nehmen! Außer dem walgenden Gefühl im Magen, das noch zeitweilig zu spüren war, ohne echte Beschwerden zu verursachen, zeigten sich keine Nebenwirkungen. Auch nach dem Aufstehen fühle ich mich aufgeräumt und gut erholt.

Auf schmalem Grat

Dieses Wochenende setze ich meine Experimente mit der Hypericum-Droge fort. Samstagmorgen wecke ich mich für 3:30 Uhr mit dem Wecker, nehme einen Esslöffel der Tinktur ein und stelle den Wecker für 4:30 Uhr, um der Substanz eine Stunde Zeit zur Entfaltung der Wirkung zu geben. Dennoch verschlafe ich es, um 4:30 Uhr mit der konzentrierten Einleitung der Fernblick-Methode zu beginnen. Trotzdem kommt ein intensiver, sehr heller Flugtraum zustande. Mit einem Fluggerät, das aus zwei mit einem schwebenden Rotor verbundenen Seilen mit Handgriffen besteht, fliege ich über eine äußerst beeindruckende Landschaft. Durch Drücken zweier roter Knöpfe an den Handgriffen kann ich den Rotor aktivieren, der mich geschwind und mühelos durch die Luft zieht. Das Gerät ist wie ein Lenkdrache durch Ziehen an den Seilen steuerbar. Südlich von Diedesfeld fliege ich in eine herrlich wilde Naturlandschaft hinein, eine moosbewachsene Ödnis, die ich überfliegen will, bis ich in südöstlicher Richtung auf die Landstraße Richtung Landau stoße. Auf meinem Weg achte ich zumeist darauf, nicht allzu hoch zu fliegen, doch als ich eine kreisrunde Vertiefung ohne sichtbaren Boden überquere, lässt sich die Flughöhe nicht mehr kalkulieren, was mir ein mulmiges Gefühl verschafft. Vor lauter Schauen drifte ich schließlich auf einen Bergrücken, auf dessen Gipfelgrat ich eine schmerzlose Bruchlandung hinlege. Fasziniert greife ich – über mir nur der blaue Himmel – in den bläulich gerandeten Schnee, der den einsamen, wohl um die 1500 m hohen Grat bedeckt. Ganz so einsam ist es jedoch nicht, denn von unten nahen Wanderer, darunter eine Frau auf Langlaufskiern und ein Mädchen, das mich an eines aus meiner ehemaligen ersten Klasse erinnert. Versehentlich löse ich einen Schneeklumpen auf dem Grat, der eine dritte Person links von mir, einen Mann, trifft. Der Schnee ist nicht hart und er nimmt es mir nicht übel.
Ich beschließe, zu meinem Ausgangspunkt zu starten. Zügig gleite ich zurück und komme auf ein Feriengelände, auf dem ich über einen gesplitteten Weg zu einer aus dunklen Holzbalken gefügten Hütte fliege, einem Unterstand, den ich hier als mein Quartier ansehe. Mit dem Rotor manövriere ich mich durch die oberen Querbalken ins Innere des Häuschens, eine fliegerische Geschicklichkeitsleistung, in deren Vollzug ich erwache.

Am Sonntagmorgen kommt es erneut zu einem stark intensivierten, durch seine wechselhaften Inhalte aber auch sehr ablenkenden Traumerleben, das durch seltsame Verdopplungen der Realitäten geprägt ist. Mehrmals bin ich im Astralzustand mit Versuchen beschäftigt, in diesen überzugehen, verkenne jedoch in der Vielzahl der ablenkenden Faktoren, dass ich diesen längst erreicht habe. Trotz mehrerer Anläufe bekomme ich keinen stabilen Zustand hin; auch die Hypnagogie verleitet extrem zum Abgleiten, da es u.a. akustische Wahrnehmungen gibt. Die Stimmen unsichtbarer Präsenzen stellen mir Fragen und konfrontieren mich mit Problemen, die mich von meinem Ziel abdrängen. Immer wieder muss ich mich selbst auffordern, diese Eindrücke zu ignorieren und bei der Sache zu bleiben. Gegen 8:15 Uhr breche ich die Vertiefungsbemühungen ab, da ich mir sicher bin, heute auf keinen grünen Zweig mehr zu kommen. Nächstes Wochenende werde ich die Dosis auf einen Teelöffel Hypericum verringern; eventuell hilft dies, Traumintensivierung und Fokussierungsfähigkeit in ein günstigeres Gleichgewicht zu bringen.

Zukunft und Vergangenheit

In einem lebhaften Traum irre ich mit meiner zweiten Schulklasse auf einem fremden Schulgelände herum und suche die überall versprengten Kinder zusammen. Irgendwann finde ich mich dabei auf einer abendlich dunklen Wiese wieder, auf der erwachsene Personen meine Suche stören, ohne dass ich erahne, warum sie sich so verhalten. Einer magischen Eingebung folgend pflücke ich auf dem hinteren Teil des Wiese Kräuter und stelle einen Kräuterbusch zusammen in der Überzeugung, dies würde das störende Treiben beenden, genauso wie nach der Vorstellung der volkstümlichen Magie das Sammeln bestimmter Kräuter die Hexen banne und ihren Sabbat beende. Bemerkenswerterweise klappt es tatsächlich. Befreit von den Störenfrieden gehe ich mit den Kindern los über ein weites, nunmehr in morgendlichem Licht liegendes Wiesengelände, das östlich in das Haardtgebirge übergeht. Im Lauf erkenne ich den Traum, löse mich von ihm und fliege in eine unbestimmte helle Void hinein, in der ich mich durch seitliches Rollen in den OBE-Zustand versetze. Dabei stellt sich das Gefühl ein, nach links über die Bettmatratze zu rollen und über deren Rand aus dem Bett zu gleiten. Links neben dem Bett lande ich auf den Füßen und stelle verwundert fest, dass ich zwergenhaft klein bin. Ich reiche gerade mal bis zur Bettkante. Allerdings verschwende ich mit dieser Eigenartigkeit keine Zeit, sondern verlasse umgehend das Schlafzimmer. Auf dem Flur treffe ich auf ein Fenster, durch das ich ein seltsames, oben am blauen Himmel schwebendes Objekt entdecke: es handelt sich um eine weiße Kugel mit einem freischwebenden manschettenartigen Ring außen herum. Beim Durchfliegen der Fensterscheibe macht es den Eindruck, als würde dieses Flugobjekt, wie durch einen Brechungseffekt im Glas, nach oben hin weggekippt. Als ich draußen bin, ist es verschwunden.
Nun stehe ich auf dem Hof und beschließe, jetzt eben diese Umgebung zu untersuchen. Ich hebe ab und fliege auf das Dach des Gebäudes, wo ich im Kies des Flachdaches ein schwarzes Gebilde entdecke, das wie ein auf dem Dach installierter Tank aussieht. Viele schwarze Kunststoffschläuche sind dem Tank aufgesetzt und verbinden sich in komplexer Weise. Auch gibt es mindestens zwei große Messanzeigen mit Skalen und Zeigern. Die Funktion dieser Einrichtung erschließt sich mir nicht, doch meine ich, eine futuristische Heizungsanlage für mein Wohnhaus darin zu erblicken und vermute daher, dass mich diese Astralreise einige Jahrzehnte in die Zukunft versetzt habe. Mich Richtung Süden über das Dach weiterbewegend gelange ich auf ein zweites, etwas niedrigeres Flachdach, über welches ich in einem Rechtsschwenk nach unten in meinen Garten im Osten des Gebäudes gerate. Dort sieht alles gealtert und etwas verwittert aus, als wären tatsächlich Jahre vergangen. In den Blumenkästen links im Garten findet sich an der Seite nur noch eine kümmerliche Erdbeerpflanze. Daneben stecken ein getrockneter Fisch und ein ausgeblichener Krebs (!) mit dem Kopf voran in der Blumenerde. Da es sich definitiv um meinen Garten handelt, meine ich, dass es sich bei diesem merkwürdigen Arrangement um eines meiner zukünftigen Experimente handeln müsse, dessen Sinn und Ziel sich mir jedoch heute noch nicht erschließt. Durch eine verwitterte dunkle Holztür mit Glaseinsatz und abblätternder Holzlasur will ich in das Haus zurückkehren. Anstatt die geschlossene Tür zu durchfliegen, möchte ich sie aufschließen. Schließlich besitze ich ja als Eigentümer des Hauses auch die Schlüssel. Beim Versuch, die Tür zu öffnen, spüre ich jedoch schnell, wie ich den Anschluss an die Szenerie verliere und erwache.
Obgleich nicht viel geschehen ist, vermittelt mir diese Astralwanderung ein gutes, ein äußerst positives Gefühl, als hätten hier Zukunft und Vergangenheit in einem lichten Moment voller Erinnerungen an vergangene und zukünftige Sommer zusammengefunden.
Erst nach dem Erwachen wird mir völlig klar, wie sehr sich die Gegebenheiten des Hauses in der anderen Wirklichkeit von denen in der Wachrealität unterscheiden: mein Haus besitzt kein Flachdach und wird auch in Zukunft ganz sicher keines besitzen; gartenseitige Holztüren, ob verwittert oder nicht, existieren ebenfalls nicht. Alles ist anders und eigentlich fremd, kam mir aber dennoch absolut bekannt vor.

Hartheu als „Reisekraut“

Um 4:30 Uhr nehme ich einen knappen Esslöffel einer selbstangesetzten Johanniskrauttinktur ein und vertiefe mich in die Fernblickmethode mit dem Ziel, die lichtreiche Hypnagogie, wie man sie nach Einnahme von Hartheu erwarten kann, zu einem lichten Traum zu nutzen.

Es dauert etwas, bis die Wirkung einsetzt, aber tatsächlich sehe ich in der Meditation grau-weiße, sehr dynamische, teils pulsierende Lichteffekte über das Gesichtsfeld ziehen. Es wirkt wie ein verstärktes und weit beweglicheres Leuchten des Eigengraus; es sieht genauso aus, wie bei meinem ersten Versuch mit einem Johanniskrauttee, den ich aber vor dem abendlichen Einschlafen eingenommen hatte und daher dessen Wirkung nicht zu einem meditativen Triggern astraler Erlebnisse in den frühen Morgenstunden nutzen konnte.

Heute morgen gelingt es mir jedoch ganz natürlich, mich nicht auf das Lichtspektakel einzulassen, sondern mich auf das zu konzentrieren, was dahinter auftaucht! Lässt man sich auf hypnagoge Wahrnehmungen ein und beobachtet sie aufmerksam und interessiert, führt dies immer zum bewusstlosen Einschlafen!

Schließlich gelingen mir eine Reihe von Abhebungen in den außerkörperlichen Zustand, wobei ich mich teilweise im falschen Wachliegen in einem undefinierbaren Umfeld (dunkle Void) wiederfinde, teils aber auch den Eindruck habe, bei stark beschränkter Sehfähigkeit in einer Stadt zu sein, in der ich in einer engen Gasse zwischen Häusern gen Himmel starte.

Mehrfach hebe ich ab und lande wieder, übe den Start in den Flug, gerate an eine Zimmerdecke, an der ich herumtaste und dann, spielerisch schwebend, Hände und Füße gleichzeitig an die Decke bringe, was im halbschweren Schwebezustand gar nicht so leicht ist.

Als ich in den gewöhnlichen Wachzustand zurückkehre, ist es 7:10 Uhr.

Richtig und zum korrekten Zeitpunkt eingenommen erweist sich das Hartheu also tatsächlich als echtes „Hexenkraut“, dessen psychoaktive Wirkung, die meditativen Bemühungen unterstützend, als „Reisekraut“ zum Triggern außerkörperlicher Erfahrungen eingesetzt werden kann. Vielleicht wusste schon Carl von Linné davon und nannte das Johanniskraut nicht nur aufgrund der durchscheinenden Blattdrüsen „Hypericum perforatum“, also „über dem Bild“ ( hyper eikon) durchstoßen, perforiert, was ja genau dem meditativen Vorgang entspricht, hinter und durch die hypnagogen Bildwahrnehmungen zur Anderwelterfahrung vorzudringen!

Christian Rätsch lag jedenfalls daneben, als er sich entschied, das Johanniskraut nicht in seine „Enzyklopädie der psychoaktiven Pflanzen“ aufzunehmen (vgl. Rätsch, S. 24). Paracelsus nannte das Hartheu nicht umsonst ein „Arcanum, ein Universalmittel mit höchster Wirkkraft, eine Monarchei, der sich alle beugen müssen“.

Leerer Raum in der Nebelwelt

Nach der Meditation um 5 Uhr heute früh erlebe ich mich in einem Traum, in welchem ich in Neustadt die Branchweilerhofstraße entlanggehe. Ich trage eine Jeansjacke mit weitem hohem Kragen, in dem ich meinen Kopf fast vollständig verbergen kann. Als ich an einigen Leuten links vorbeikomme, bemerke ich, dass ich mich zum Flug aufschwingen kann und werde klar.
In einem unspektakulären Szenenwechsel fliege ich nun die Adolph-Kolping-Straße unterhalb der Globuszufahrt entlang; die ganze Zeit über liegt die gesamte Szenerie in einem hellen grau-weißen Nebel.
Schließlich führt mich mein Flug in einen Raum, den ich als mein altes Kinderzimmer deute. Nur ist der mit hellem Teppich ausgelegte Raum vollständig leer; durch die Rollladenritzen fällt das weiße Licht eines hellen, aber bedeckten Tages herein. Meine Sicht ist nach wie vor schlecht und ich beschließe, einen Trick anzuwenden, den ich schon einmal erfolgreich angewendet habe. Ich will mich einfach rückwärts umfallen lassen und mich so in einen OBE-Zustand hineinbegeben. Bei vorherigen Versuchen lag ich dann rücklings in der astralen Kopie meines Bettes in meinem Schlafzimmer.
Diesmal klappt es aber nicht – nachdem ich mich rücklings umfallen ließ, spüre ich, dass ich den gegebenen Umraum nicht verlassen habe, sondern – Dunkelheit vor Augen – an der Wand des nämlichen Zimmers liege.
Nach Anwendung der Ausrollmethode finde ich mich zu meiner Verwunderung in exakt demselben leeren Zimmer wieder.
Kurzentschlossen will ich nun einfach diese Szenerie näher erforschen und vielleicht durch den Rollladen nach draußen fliegen. Zunächst probiere ich aber, mich am Ort haptisch zu stabilisieren und meine Sehfähigkeit zu verbessern, indem ich meine Arme abtaste. Leider kann ich mich trotzdem nicht halten und erwache zügig.

Die Schlichtwohnung

Meine heutige Astralprojektion bringt mich in eine sehr schlichte Wohnung; die Wände sind mit einer wasserabweisenden Farbe beige gestrichen; im Schlafraum steht ein einfaches, weiß bezogenes Metallbett. Alles ist im schlichtesten Standard gehalten, wie man ihn vielleicht noch in den 1950er oder 1960er Jahren in Deutschland antreffen konnte. Obwohl ich diese Wohnung nicht kenne, sehe ich sie ganz selbstverständlich als meine an. Auch eine kurz anwesende, völlig fremde Frau kommt mir innerhalb des Zustandes nicht fremd vor, ein Kontakt mit ihr unterbleibt jedoch. Ich führe in der Wohnung Flugübungen durch und bin mir des Astralzustandes völlig bewusst, habe aber gewisse Probleme mit der Stabilisierung an diesem Ort. Mein Blick trübt sich ein, so dass nur ein nebliges Sehen in Graustufen verbleibt. Als ich die Augen öffne, blicke ich aus meinem Bett nach links auf das Schlafzimmerfenster (mein reales Schlafzimmer bzw. dessen astrale Kopie). Nach Schließen der Augen gelingt es mir, mich in der Schlichtwohnung zu halten. Von dem weißen Bett aus starte ich zu einem weiteren Flug. Ich gleite durch einen Flur und durchfliege an dessen anderen Ende eine verkleidete Tür, hinter der ich das Schlafzimmer meiner Eltern vermute, da die Wohnung zumindest von Schnitt und Lage her dieser Unterkunft entspricht. Der Raum ist indes völlig dunkel; daher drehe ich um und durchfliege erneut die geschlossene Tür, wiederum ohne dass sich dabei ein Dimensionenwechsel ergibt. Ich bin noch immer in der besagten Wohnung und fliege zurück in das erste Zimmer. Dort kreisle ich in der Nähe des Fensters um meine eigene Achse, um mich in eine andere Umgebung einzublenden, doch der Erfolg bleibt aus. Ich komme weder woanders hin noch verbessert sich meine Sicht; das Öffnen der Augen führt zum selben Ergebnis wie beim ersten Versuch. Schließlich fliege ich durch den Rolladen am Fenster nach draußen. Im Freien steigert sich meine Sehfähigkeit schnell. Unter einem bedeckten Himmel schwebe ich auf der Höhe des vierten Stocks nördlich dessen, was mein Geist als den Wohnblock meiner Eltern gedeutet hat. Gleich in der Nähe, etwas südwestlich, tut sich ein Neubaugebiet auf, an dessen südlichem Ende noch die Fassade eines grauen Hochhauses steht. Als ich im weitem Bogen das Gebiet überfliege, erkenne ich, dass in den abgebrochenen Räumen noch Überreste des Mobilars der ehemaligen Bewohner gestapelt sind. Auch beschleicht mich das Gefühl, dieses Abbruchhaus schon einmal in einem anderen Traumzustand gesehen zu haben, kann das aber nicht näher zuordnen. Neugierig lande ich auf der Abbruchkante einer der obersten Wohnungen; die hinten gestapelten Stühle sind abgelebt und extrem schmutzig und schmierig. Vor mir auf dem weißen Bodenbelag sehe ich einen kleinen runden Kotfleck. In der Wohnung müssen sehr unhygienische Zustände geherrscht haben. Daher mache ich sofort kehrt und hebe wieder ab. Dabei spüre ich, wie ich den Anschluss verliere und endgültig ins Bett überblende. Das Erlebnis endet gegen 8:30 Uhr.

Eine „Alien-OP“

In der Tiefenmeditation (Beginn kurz nach 6 Uhr; Ende 9 Uhr) überfluten mich einige extrem merkwürdige und schwer zu deutende Wahrnehmungen. Ausgangspunkt ist mein Aufenthalt in einer großen Stadt, die ich als Paris interpretiere. Meine Familie ist auch anwesend. Mein Vater kauft ein großes Paket mit Wasserflaschen und schleppt sie mit sich herum, während wir anderen überzeugt sind, dass es völlig überflüssig ist, dieses schwere Getränkepaket auf der gesamten Stadttour mit sich zu tragen. Beim ersten besten Imbissstand wird Platz genommen, um sich auszuruhen. Und obwohl sowohl Stand als auch Inhaber einen gänzlich unappetitlichen Eindruck machen, muss hier etwas zu essen bestellt werden. Etwa aber dieser Stelle verändert sich das eher traumähnliche Erlebnis frappierend! Der unter einer Unterführung liegende Imbissstand wandelt sich in eine klinische Umgebung, eine medizinische Station, wobei der optische Eindruck sich nunmehr auf ein weitgehend unstrukturiertes und als rein weiß empfundenes Umfeld verringert; der Blick auf die Ecke eines weißen Schränkchens ist das Einzige, was von der Umgebung im Gedächtnis haftet. Eine oder mehrere Präsenzen (sehen kann ich die Wesen nicht) sind telepathisch mit meinem Geist verschmolzen und thematisieren, mir ein medizinisches Präparat namens „Novizin“ oder „Novozin“ (die Bezeichnung des Wirkstoffs wird von meinem Geist verschieden interpretiert, doch die Anstrengung, sie zu eruieren, sorgt nur für Verwirrung) verabreichen zu wollen (oder zu haben?). Was das Präparat verwirken soll, wird mir mir aus den Äußerungen der Präsenzen nur äußerst bruchstückhaft klar; der Begriff „Unsterblichkeit“ fällt dabei und die kryptische Umschreibung, „aus dem Doppelten einen Propheten“ zu machen, ist mir in Erinnerung geblieben. Als ich den Tiefenmeditationszustand beende, fühle ich mich enerviert, als wäre ich aus einer verstörenden, fiebertraumähnlichen Vision zurückgekehrt. Ein gewisses Gefühl der Beklemmung bleibt von dieser Erfahrung auch nach dem Aufstehen zurück. Das seltsame Erlebnis erinnert mich an einige der in Rick Strassmans „DMT. Das Molekül des Bewusstseins. Zur Biologie von Nahtod-Erfahrungen und mystischen Erlebnissen“ beschriebenen DMT-Erfahrungen. Auch hier wird von Präsenzen einer anderen Wirklichkeit berichtet, die als „Forscher“ beschrieben werden, die teilweise sogar extrem unangenehme und mitleidlose medizinische Experimente durchführen. Erstaunliche Parallelen gibt es ebenso zu den Schilderungen von Personen, die glauben, von Aliens entführt und von diesen operiert worden zu sein. Im Zuge meiner OBE-Übungen habe ich im hypnagogen Zustand schon des Öfteren solche Dinge erlebt, sie hatten in der Regel aber kein Beklemmungsgefühl zur Folge, das noch im Nachhinein so deutlich zu spüren gewesen wäre.

Die astrale Schule

Das Geschehen heute morgen ist ein Paradebeispiel, was passiert, wenn es nicht gelingt, beim Meditieren den inneren Monolog stillzulegen. Die Fokussierung (mittels der Fernblickmethode) führt definitiv zum Ziel: Ich erreiche das falsche Wachliegen. In der Rückenlage im Bett liegend blicke ich mich im Zimmer um und denke in diesem Zustand sogar darüber nach, eine außerkörperliche Erfahrung auszulösen. Allerdings verkenne ich total, dass ich eigentlich schon mittendrin bin! Im Grunde erkenne ich in dieser Situation sogar den Grund dafür: Ich kann das innere Selbstgespräch nicht beenden, das mich von einer Traumsequenz in die nächste abgleiten lässt. Die Folge ist, dass ich mich immer wieder in Träumen wiederfinde, in denen ich mich an einer neuen Schule einarbeiten muss. Das Gebäude ist mir völlig unbekannt. Es weist in Parterre einen riesigen Musiksaal aus. Nur durch einen schmalen Aufgang seitlich kommt man zu den Unterrichtsräumen oben. Das Kollegium ist nett, angenehme Leute mit lockerer Einstellung zur Arbeit. Doch ist der Club weitgehend überaltert; es gibt weißhaarige Kolleginnen, die eigentlich weit im Pensionsalter sind und sich bei einem Kollegiumsausflug ausklinken, weil sie nicht so weit laufen können (zum Aufhören haben sie aber offenbar keine Lust); die Chefs sind im Stil der 1960er Jahre in dunklen Anzügen und Krawatte unterwegs; ein Schulrat (mit geflochtenem Zopf), der neu im Job ist und seine Schulen kennenlernen will, schleicht im Gebäude umher; keine der Personen kenne ich aus der Wachrealität. Interessant ist, dass ich zwischendurch aus diesen Träumen konkret aufwache, mich etwas darüber ärgere, nicht zu einer OBE aufbrechen zu können, mich erneut meditativ vertiefe und dann wieder an dieser mir völlig unbekannten Schule lande. Es ist nicht das, was ich erreichen will, aber für sich genommen dennoch ein ganz interessantes Erlebnis.

Eine OBE nach der Fernblickmethode

Mit der guten, alten Fernblickmethode, die ich in meinem Buch ausgearbeitet hatte, induziere ich heute eine klassische „außerkörperliche Erfahrung“. Im Prozess denke ich darüber nach, dass der Praktizierende dabei nie wissen kann, wo er herauskommt (im Land der Elben und Elfen) oder sonstwo. Es ist immer ein neues Abenteuer.

Schließlich finde ich mich im falschen Wachliegen in einem großen leeren Zimmer ähnlich dem Wohn-Schlafzimmer meines alten Appartements wieder.
Alles erscheint mir normal und in meinem halbbewussten Zustand bin ich mir auch gar nicht über die Sonderbarkeit dieses Ortes im Klaren. Dennoch führe ich einen Zeigefingertest durch und staune, dass er mir deutlich meinen astralen Zustand anzeigt!

Mit dem Baumstammrollverfahren winde ich mich nach links von der großen Matratze herunter und habe dabei das deutliche Gefühl, physisch zu werden, und meine, mich diesmal mitsamt der Bettwäsche, die sich um meinen Leib wickelt, auf den Boden gerollt zu haben. Schon erwarte ich, mich voll erwacht mit dem Bettzeug auf der Erde liegend vorzufinden. Ein nochmaliger RC bestätigt aber, dass der Astralzustand wieder erwarten noch immer stabil ist.

Sogleich stehe ich entschlossen auf, um in den Traum davonzugehen, wobei mich eine von blassen, weiß-grauen Lichtflecken durchsetzte Dunkelheit einhüllt.
Ich wende mich nach rechts und finde im Dunkeln eine Zimmertür, diesmal die meines alten Kinderzimmers. Ich durchschreite den Flur meiner elterlichen Wohnung; sie ist leer und frühmorgendlich dunkel.

Schnurstracks gehe ich auf den Balkon. Auf dem Hof liegt der alte Spielplatz, so wie er vor vielen Jahren aussah, ehe dort unten alles gepflastert und mit Garagen zugebaut wurde.
Zu meiner Überraschung ist der Platz tief verschneit; es ist schön anzusehen und verbreitet eine weihnachtliche Stimmung. Wenige Fenster sind erhellt, z.B. eines in der Spitalbachstraße und eines im gegenüberliegenden Wohnblock, wo eine spezielle Freundin meiner Mutter wohnt.

Ich möchte die Umgebung im Flug erkunden, starte auf dem sicheren Balkon und schwenke dann halbrechts über die Brüstung hinaus.
Sogleich beschließe ich, jene spezielle Freundin der Familie aufzusuchen; sie hat neuerdings irgendeine technische Anlage genau vor dem Fenster stehen und es ist nicht ganz klar, um was es sich dabei handelt.

Ich wage einen schwungvollen Anflug, verpasse aber den Einflug ins Fenster. So nehme ich erneut aus großer Höhe Anlauf, tauche rasant abwärts, steige an der Fensterfront auf und schwinge mich hinein in das spärlich möblierte Zimmer einer älteren, dunkel gekleideten Frau mit dunklem Pagenschnitt und dunkler Hornbrille. Sie bemerkt mich nicht, sondern beobachtet, im Zimmer stehend, ganz fasziniert eine Art Musik-on-Demand-Anlage, zumindest steht „on demand“ deutlich in chromfarbenen Lettern auf der Apparatur zu lesen. Das Gerät sieht wie ein PC-Monitor aus, doch zwischen zwei chromglänzenden Streifen auf schwarzem Grund zeigt ein Display in roter Digitalschrift die gespielten Musikstücke an.

Als ich die Anlage genauer in Augenschein nehme, erwache ich.
Es ist 5:12 Uhr. Den im Nachhinein betrachtet wenig realistischen Wahrnehmungen zum Trotz bin ich sehr zufrieden mit dieser klassisch eingeleiteten AKE.

Sequenzen

Dieser Tage stellen sich immer mal wieder kleinere Klartraumsequenzen ein: In einem Fall bin ich beim Strandcamping und werde von J.H. von einer Kaimauer aus ins Wasser gestoßen. Unter Wasser gelingt es mir, problemlos zu atmen, worauf sich Klarheit einstellt. Fasziniert beobachte ich, wie die Schatten zweier riesiger Fische über mich hinwegziehen. Zurück an der Wasseroberfläche verliere ich die Sehfähigkeit, doch kann ich mich auf eine treibende „Rettungsinsel“ hochziehen, die aus einer Frühstücksunterlage (!) aus Kunststoff besteht. Obgleich diese unsicher auf dem Wasser trudelt und wieder und wieder überflutet wird, bleibt sie oben. Auf ihr treibe ich schließlich gegen eine Zimmerwand. Das Gewässer scheint sich also plötzlich im Inneren eines Zimmers zu befinden. Einige Augenblicke versuche ich, Diana, eine Gefährtin aus einem der letzten Klarträume, herbeizurufen, und nebenbei meine Sicht auf die Umgebung zu verbessern. Doch die Bemühungen führen nur zum Erwachen.
Von der Erlebnisform nicht unähnlich gestaltete sich eine Erfahrung von heute Nacht. Hier werde ich beim Fliegen in einer eher undefinierten Umgebung (Feldweg) und wiederum bei sehr schlechter, graustichig vernebelter Sicht klar. Die Luzidität mündet in den totalen Sichtverlust ein. Erneut zitiere ich eine Gefährtin herbei, was zum Auftauchen einer Traum-Marionette führt. Das erkenne ich, als ich sie umarme und küsse, wobei aber kein echtes Gefühl aufkommt. Die Gestalt, die K. D. ähnelt, bleibt unlebendig und unempathisch wie eine große Spielzeugpuppe. Damit gewinnt dieser Klartraum eine eher bedrückende Stimmung, weil der Kontakt so aussichts- und chancenlos erscheint – ein Anzeichen für einen luziden Traumzustand recht geringer Qualität.