Astrale Cartoonkunst

In den vergangenen zwei Nächten arbeite ich mit einer mehr auf das Körpergefühl bezogenen Vertiefungstechnik, die allerdings dazu führt, dass hypnagoge Bilder und andere Hypnagogien nicht mehr direkt wahrgenommen werden, sondern sich als schwer fassliche Störungen bemerkbar machen. Ergebnisloses Liegen und letztlich gewöhnliches Träumen sind die Folge.

Heute lege ich daher den Schwerpunkt wieder auf das Visuelle, was es ermöglicht, den hypnagogen Zustand deutlich wahrzunehmen.
Beim Vertiefen denke ich daran, unbedingt eine Notiz hierzu in mein Tagebuch zu schreiben. Doch entschließe ich mich dagegen, dies sogleich zu tun, um die meditative Vertiefung nicht zu unterbrechen. Ergebnis: In einer der folgenden Traumsequenzen bin ich auf der Stettiner Str. auf dem gesplitteten Vorplatz und dem Bürgersteig auf der Höhe der alten Garagen unterwegs. Ich habe mein Luzidtraumtagebuch, hier ein rotes Büchlein, obgleich es in der physischen Realität schwarz ist, dabei und will den besagten Eintrag hineinschreiben. Leider beginnen aus dem weiß bedeckten Himmel Regentropfen zu fallen. Sehr zu meinem Unmut wird das Buch nass und die Tinte zerfließt auf dem Papier.
Wieder einmal eine dem falschen Wachliegen bzw. Erwachen nahe verwandte Vertauschung der Realitätsebenen.
In einer nächsten Sequenz finde ich mich, wohl irgendwo im Alpenvorland, am rechten Rand einer Straße wieder.
Unter einer schmalen hölzernen und schindelgedeckten Überdachung stehen und sitzen Kinder an und auf der Leitplanke der Fahrbahn. Die Atmosphäre ist die eines herrlichen Sommerlandes. Obwohl die Sonne hoch steht, ist es – wie ich voll bewusst und mit einem gewissen Erstaunen wahrnehme – in dieser Umgebung dennoch nicht sengend heiß, sondern extrem angenehm und erfrischend.
Bei einer Wand oder einem Brückenpfeiler, ein blauer Sommerhimmel wölbt sich über einem üppig grünen Panorama, zeigt mir eines der Kinder schließlich ein kleines rechteckiges Kunstwerk. Es lässt sich zu einem recht langen Leporello ausfalten. Es zeigt eine Menge Schlümpfe, die sich Schulter auf Schulter übereinander gestellt haben, um eine einzelne, sehr große Person darzustellen, die allerdings einen überlangen Rumpf und proportional extrem kurze Arme und Beine hat, da diese nur durch die Extremitäten des untersten und obersten Schlumpfes repräsentiert werden.
Mit dem Kind unterhalte ich mich telepathisch darüber, ob dieses astrale Zeichenkunstwerk wohl auch ein Pendant in der physischen Welt hat. Doch kommen wir zu dem Schluss, dass diese Arbeit so wohl in der physischen Welt nicht existiert.
Bei einem weiteren Blick auf die Zeichnung zeigen sich kleinere, interessante Veränderungen. Nicht nur Schlümpfe beteiligen sich an dem akrobatischen Kunststück, auch Gäste aus Entenhausen sind zugegen. Vom Rücken einzelner Schlümpfe fast verdeckt ist auch Onkel Dagobert bzw. Donald Duck mit von der Partie.
Auch wird jetzt deutlich, welcher Hilfsmittel man sich bedient hat, um sich stabil zu einem langen blauen Riesen aufzustellen: Eine lange Aluleiter wurde an eine hohe schlanke Fichte gelehnt. Deren Sprossen dienen als Stützen, um sich auszubalancieren.
So erfährt man bei der Betrachtung astraler Kunstwerken auch gleich noch etwas von deren Entstehung, da sich diese Dinge räumlich und zeitlich vor einem entfalten!
Neben diesen Erlebnissen sind auch noch präluzide Fragmente erinnerlich: Neben der Schule befindet ich mich jenseits eines in der physischen Wirklichkeit nicht vorfindlichen Torbogens in einem alten, dachlosen und schon sehr verfallenen Holzverschlag. Dort liege ich links an der Wand auf dem Rücken auf einer alten Pritsche oder Holzbank (falsches Erwachen!) und schaue hinauf in das Laub eines Baumes. In den Ästen hängen drei alte, schon etwas verwitterte Totenköpfe. Darüber wundere ich mich und frage mich, wer so etwas getan haben könnte. Leider treibe ich völlig ins gewöhnliche Träumen ab; ergebnislos gehe ich der Frage nach, wer Totenschädel in einem Baum neben der Schule gehängt haben könnte, träume, mit irgendwelchen Mitarbeitern und Vorgesetzten in einem Zugabteil zu sitzen, wobei ich, zu meiner Verwunderung, in einem feinen Anzug ziemlich edlen Schnittes gekleidet bin …

Kleine Menschen im Wecker

Nachdem ich um kurz nach 4 Uhr einen Toilettengang eingelegt habe, verschlafe ich irgendwie das Weckersignal für 5 Uhr (!) und beginne daher die Übung erst für 5:51 Uhr. Das Morgenlicht von der Tür her stört etwas meine Vertiefung. Dennoch hoffe ich, es zu schaffen.
Die Übung bringt mich ins falsche Wachliegen. Im Bett in meinem alten Kinderzimmer prüfe ich meinen Wecker. Dabei spiele ich mit der Einstellung der Weckzeit herum, wobei die genaue Minutenzahl (00) einzuhalten schwer fällt. Kleine Träumchen schieben sich kurzfristig ein, stören das Studieren der Weckerfunktionen aber nicht weiter.
Rechts oben entdecke ich auf dem Display eine Anzeige, die sich von A auf B umstellen lässt und eine Erhöhung der Lautstärke des Wecksignals ermöglicht.
Da der Wecker jetzt 7:25 Uhr anzeigt, stelle ich die Weckzeit so um und augenblicklich dröhnt der Wecker unheimlich laut los. Ich bin zufrieden; das wird man wohl kaum ein zweites Mal verpennen können!
Schließlich wechselt der Umraum. Hier herrscht weißes Morgenlicht und noch immer studiere ich die Details des Weckers, die sich nun gewandelt haben: Oben gibt es kein Display mehr, sondern die Weckerfunktionen werden als mechanische Anzeigen dargestellt.
Als ich alles genau betrachte, gibt die Stimme eines jungen Mannes aus dem Off im Stil einer Kundenbewertung bekannt, dass das Design veraltet sei, und eine andere erklärt, dass sich bei ihr durch das Verstellen des in drei Lautstärkepositionen arretierbaren Volumenrades keine Veränderung des Wecksignals mehr bewirken ließe.
Schließlich fällt mir etwas weit Bemerkenswerteres auf: Im unteren Teil des Weckers gibt es eine Öffnung, die Einblick in einen niedrigen Raum ermöglicht.
Dort befindet sich ein Schlafsaal (!) mit Stiegebetten im Star-Trek-Stil (in etwa wie in Star Trek 6 zu sehen). Attraktive junge Männer und Frauen nächtigen dort; T-Shirts und Boxershort dienen ihnen als Nachtzeug. Einige sind bereits aufgewacht, liegen aber noch ein bisschen.
Andere geben sich an einer Waschzeile rechts im Raum (sie ragt sogar ein bisschen aus dem Profil meines Weckers heraus!) ihren Morgenroutinen hin.
Eine junge Frau scheint sich die Haare gewaschen zu haben und trägt jetzt ein Handtuch wie einen Turban auf dem Kopf. Sie scheint traurig zu sein, denn sie sitzt am Boden und eine andere tröstet sie. Fasziniert beobachte ich das Treiben der kleinen Menschen, die meinen Wecker besiedeln. Ob sie je die Welt des Weckers verlassen können? Gibt es wechselnde Besetzungen hier?
Nebenbei bleiben die kleinen traumartigen Einschübe bestehen, bei denen ich u.a. eine Geschichte von B’Elanna Torres (aus Star Trek Voyager) verfolge; aus irgendeinem Grund will sie sich ihren Kameraden entziehen und das Schiff (in diesem Traum eher als ein vor Anker liegendes Kreuzfahrtschiff dargestellt) verlassen, wozu sie sich am Ende sogar als alter Hausmeister Boothby tarnt … Ganz sicher handelt es sich hierbei um Tagesreste vom gestrigen Abend, weil ich da zwei Folgen Voyager mit vergleichbaren Inhalten geschaut habe.
Als ich schließlich erwache, stelle ich doch tatsächlich fest, dass mein physischer Wecker exakt 7:25 Uhr anzeigt!
Das Experiment mit der Timerkontrolle gestern fiel demgegenüber weniger interessant aus. Nachdem ich mich nach 30 Minuten aus der Vertiefung gelöst habe und normal wieder einschlafe, träume ich (ganz in der Manier eines gewöhnlichen falschen Erwachens), mich in der Schule herumärgern zu müssen. Außerdem ist mir eine absurd überspannte Traumsequenz in Erinnerung, in der Lord Voldemort in der Spitalbachstr. in Neustadt auftritt und dort unter einigen Traumfiguren eine Panik auslöst. Gut ist, dass ich meine Rolle als unbeteiligter Beobachter in diesem wilden Blödsinn aus Konsumfragmenten bewahren kann.

Einblicke in jenseitige Paradiese

Bei Anwendung der Trancemethode ab 5 Uhr heute morgen (mit Timerkontrolle) ergaben sich zwei sehr interessante hypnagoge Wahrnehmungen:
Im ersten Fall stehe ich relativ untermittelt in einer herrlichen Landschaft. Unter sonnigem Himmel weiten sich vor meinen Augen sommerliche, von Grünstreifen unterteilte Äcker mit von Baumreihen gesäumten Bachläufen; die Pflanzen sind allesamt grün, nichts ist ausgetrocknet oder braun.
Es gelingt mir, in dieser Landschaft stehend, mich etwas umzublicken. Dabei erweckt der Umraum ein schwer zu beschreibendes, erhebendes Gefühl.
Leider ist der physische Körper im Bett etwas zu präsent, um voll in den hypnagogen Klartraum überzugehen. Sonst wäre hier ein geradezu klassischer Übergang nach der „Bildtechnik“ gelungen.
Die zweite hypnagoge Bildwahrnehmung ist ebenfalls ausgeprägt dreidimensional. Es ist, als blickte ich im weiß verputzten Inneren einer Garage (?) auf ein kleines, viereckiges, an den Innenflächen gleichfalls sauber verputztes Loch in der Wand.
Von der anderen Seite der Wand her ragen blühende Pflanzen etwas in das Loch hinein. Es ist wie ein kleiner Durchgang in ein herrliches Sommerland jenseits dieses Loches.
Trotz des kleinen Ausschnitts ist klar, dass sich auf der anderen Seite so etwas wie ein blühender Garten mit üppig grünen Bäumen, Büschen und Pflanzen unter einem sonnenerhellten und strahlend blauen Himmel befinden muss. Es entsteht der Eindruck eines Durchblicks in ein jenseitiges Paradies.
Leider kann ich mich nicht lange in dieser Szenerie halten.

Etwas anders gelagert die Ergebnisse der Tranceübung über FM gestern (29.06.2019) ohne Timerkontrolle:
Hier gerate ich in einen Traumzustand, in dem ich mich nördlich des Platzwarthauses des Ingenheimer Campingplatzes an einer parallel zum Haus aufgestellten Turnstange wie ein Affe entlanghangele.
Ein Schüler aus der ersten Klasse, F., ist dabei ebenfalls anwesend und tut es mir gleich. Um dem Kind etwas vorzumachen, schwinge ich schließlich – mit allen vieren an der Stange hängend – wie eine Affenschaukel hin und her. Dem Kind fehlt die Kraft, dies nachzuahmen. Stattdessen aber hebt F. von der Stange zum Flug in den graublauen Himmel über dieser Szenerie ab, woraufhin ich ihm mit dem Gedanken „Das kann ich ja auch!“ folge.
Hier führte die Methode also nicht zu einem Einstieg über hypnagoge Bilder, sondern über den Traum selbst.
Zeitlich nicht mehr genau einordnen kann ich ein falsches Erwachen, bei dem ich die Uhrzeit im Traum kontrolliere. Gesehen habe ich den Zeitpunkt 5:15 Uhr; da ich ebenfalls wieder um 5 Uhr mit meiner meditativen Übung begonnen habe, ist es durchaus möglich, dass die im Traum gesehene Uhrzeit der in der physischen Realität in etwa entsprach!

Der Akt im Turm

In der Trancephase des heutigen Morgens bemerke ich verschiedene hypnagoge Bilder, die luzid zu beobachten ich mich ermahne. Im Anschluss an die Vertiefungsphase finde ich mich mit einer größeren Anzahl Kinder auf einem Sportplatz im Grünen wieder. Ich bin im Turnanzug und soll bei einem der Spiele mitwirken. Erst einmal setze ich mich aber etwas Abseits auf eine kippbare Liegebank. Links neben mir gesellt sich eine Frau zu mir (oder war sie schon vor mir da?) – wohl eine der Mütter, die zu den spielenden Schülern gehört. In einem schnellen Wechsel findet wir uns im obersten Zimmer eines Turmes hinter uns wieder. Das Rondell ist hell, im Grunde weiß möbliert, sehr licht. Wortlos zieht mich die vor mir sitzende Frau, jung und – wie ich jetzt erkenne – mir durchaus bekannt, auf ihren Schoß, wo ich, ihrem Gesicht zugewandt, mit gespreizten Beinen zu sitzen komme. Sie beginnt mit rhythmischen Hüftbewegungen und ich passe mich dem an. Niemand hat sich die Zeit genommen, sich der Wäsche zu entledigen, doch große Lustgefühle stellen sich ein …
Nach dem Akt gleite ich am Fuß des Turms in einen Toilettenraum, immer noch erfreut über die unerwartete Begegnung.
Nach einer kurzen Wachphase träume ich sodann, in einem Klassenzimmer an einem der Schülertische zu sitzen und auf einem Schreibblock Aufzeichnungen des Erlebnisses zu beginnen; F. und noch ein Kind sind dabei und kommentieren die Arbeit – so sind sie erstaunt, wie schnell Erwachsene doch schreiben können.
Nach einem weiteren Unterbruch tauche ich in meinem alten Jugendzimmer auf. Kurz gehe ich auf den Flur und prüfe von dort die Wanduhr im Wohnzimmer. Sie zeigt kurz vor 9 Uhr an. Ins halbdunkle Zimmer zurückgekehrt, will ich den PC, der sich in dieser astralen Umgebung hinter der Klappe des Sekretärs befindet, hochfahren, um einen erneuten Versuch zu unternehmen, die Traumaufzeichnungen der besagten Erfahrung anzufertigen. Auch dies ist wieder ein absolut typisches falsches Erwachen, das insbesondere in dieser aneinander gereihten Form zu Verwirrungen hinsichtlich der Wirklichkeitsebenen führt und nur durch konsequente Zustandskontrollen in den Griff gebracht werden könnte.

Schlafhüteraktivität

Die morgendliche Praxis in der ersten Nacht dieses Wochenendes führt zu einer Wiederholung der letzten Erfahrung: Erneut tritt ein falsches Erwachen in meinem alten Kinderzimmer ein. Ich richte meinen Oberkörper auf und spüre sehr physisch die Bettdecke, wie sie sich, schwer und wurstig verkrumpelt, vor meinen Bauch lagert; auch ein Zeigefingertest misslingt; ich spüre nur ein seltsames Gefühl in der Hand, das Durchdringen der Handfläche gelingt jedoch nicht. Daher erscheint es mir in der Situation sonnenklar, dass ich sehr physisch bin und kein Astralzustand vorliegt. Wieder sitze ich also einem Schlafhüter auf.

Zombie-Maske

Nachdem ich um 4:30 Uhr über FM gegangen bin, erlebe ich ein falsches Erwachen in meinem alten Kinderzimmer. Ich liege auf der linken Seite und blicke zur Schrankwand, an deren linker Tür ein schwarzes T-Shirt hängt; an dessen rechter Seite baumelt ein weißer Gummikopf in der Art einer Zombie-Maske für Halloween herab. Auch sind zwei oder drei weißliche Blinklichtchen an dem Kleidungsstück angebracht.
Das ganze Gebilde finde ich ein wenig merkwürdig und frage mich, was denn solcher Halloween-Ramsch hier verloren hat.
Am meisten aber stört mich das Geblinke; ich greife hinüber und suche eine Möglichkeit, die Lichtchen auszuschalten. Ich finde einen kleinen Schalter in der Form eines weißen Gummiknüppelchens, das fast wie eine kleine Kugelhantel oder ein Knöchelchen geformt ist. Das lege ich um, deaktiviere so die nervenden Blinklichter und lege mich wieder aufs Ohr.
So verliere ich das Bewusstsein, ohne begriffen zu haben, das ich hier soeben durch eine ganz typische Schlafhüteraktivität um die Gelegenheit einer Exkursion gebracht wurde.

Verpennt

Heute Morgen verschlafe ich doch glatt meine übliche Praxiszeit. Es ist schon nach 6 Uhr, als mir einfällt, dass ich eine weitere luzide Astralprojektion unternehmen wollte. Obgleich der Zeitpunkt für mich (als Lerche) schon sehr spät ist, vertiefe ich mich in die Projektionstechnik und gelange immerhin ins falsche Wachliegen. Aus der Rückenlage blicke ich halbrechts in das halbdunkle Schlafzimmer, wobei irgendwie rechts neben mir irgendwelche Personen im Raum anwesend sind, die ich aber nicht identifizieren kann. Es blieb dazu auch wenig Zeit, da ich ziemlich schnell erwache, ohne den Zustand überblicken und nutzen zu können. Trotzdem bin ich geneigt, das Erlebnis als einen Hinweis zu werten, dass mein neuer Ansatz zu einer verbesserten Funktion meiner altbewährten Methode führt!?

Stabilisierungstechnik

Ich bin mir sicher, dass folgendem Erlebnis eines vorausging, das allerdings weniger klar und einprägsam war, um es im Nachgang noch erinnern zu können. Jedenfalls blicke ich, in dem Glauben, völlig wach im Bett zu liegen, in eine fremde Wohnung mit glänzendem Parkettboden und reichhaltiger Einrichtung. Am Boden liegen Teppiche, die zu meinem Erstaunen wie große Häkeltopflappen aussehen (sogar die Schlaufen zum Aufhängen sind sichtbar). Die Wahrnehmung dieser Teppichtopflappen muss wohl ein Streich aus dem Unterbewusstsein sein, denke ich, denn so etwas gibt es wohl kaum in irgendeiner Wohnung.
Schließlich spiele ich beiläufig an meiner Kleidung herum und ertaste dort ein merkwürdiges Gewölle, das ich herauslöse, um es mir genauer anzusehen. Allerdings ist mein Sehvermögen sehr gestört; ich wende mich hin und her, versuche, mit dem Licht auf dem Nachttisch besser zu sehen (es ist ohne mein Zutun an und anschließend auch sofort wieder aus!), bemerke dann beim Blick ins Zimmer Richtung Schlafzimmertür, dass meine rechte Hand und mein rechter Arm, die ich direkt vor Augen halte, völlig durchsichtig, total unsichtbar sind! In diesem Moment erkenne ich meinen Astralzustand. Ich bin also im falschen Erwachen gelandet, ohne es zunächst zu bemerken! Auf dem Rücken rutsche ich links aus dem Bett und bringe meine Füße zu Boden, warte und beobachte meine Wahrnehmungsfähigkeit und die Stabilität meines Zustands. Sie scheint ausreichend zu sein. Und die Sehfähigkeit bessert sich. Zusätzlich zur optischen Stabilisierung durch Fixieren einer Stelle im Raum stabilisiere ich haptisch durch Händereiben, muss aber feststellen, dass die Konzentration auf das Körpergefühl den Sehsinn verblassen lässt. Außerdem fühlen sich meine Handflächen teigig wie Knetmasse an, sodass das Reiben nur mühsam erfolgen kann. Scheinbar ist die haptische Stabilisierung, sobald eine gewisse Sehfähigkeit erreicht wurde, eher kontraproduktiv und als Stabilisierungsmaßnahme ungeeignet. Daher lasse ich das sein und gehe ums Bett, um weiterzukommen. Zugleich beschließe ich, ein wenig mit den astralen Gegenstücken irdischer Kleidungsstücke zu experimentieren. Vom Bett greife ich mir eine Jeans, die auf der Matratze liegt. Das Stück sieht ganz normal und realistisch aus. Mit dem linken Bein komme ich auch gut ins Hosenbein hinein, der rechte Fuß jedoch bleibt irgendwie am Hosenbund hängen, sodass ich rechts nicht reinkomme. Leider werde ich in diesem Augenblick schnell physisch, der Zustand fällt in sich zusammen und ich bin wach. Schade, aber hier gibt wieder die alte Lehre, die selbst immer wieder missachte: Man soll sich im falschen Erwachen nicht mit solchen ablenkenden Spielchen aufhalten, sondern schleunigst zusehen, dass man schnell vom Ausgangspunkt wegkommt. Dann steigern sich auch die Chancen für eine stabile und länger anhaltende Erfahrung!

Exkursion

Nachdem ich träumte, eine Rechnung über exakt denselben Betrag erhalten zu haben, den mir die Woche mein Verlag an Buchtantiemen ausgezahlt hatte, finde ich mich im nächsten bewussten Moment in meinem Bett wieder und verspüre den Wunsch, eine Astralprojektion zu probieren. Um zu checken, ob es mir möglich wäre, führe ich einen RC durch. Seltsamerweise ist mein Zeigefinger eingerollt und ich bin nicht in der Lage, ihn auszustrecken. Dennoch kann ich die Situation durch den Test klären und feststellen, dass ein falsches Erwachen vorliegt und somit eine Exkursion erreichbar ist. Mit der bewährten Baumstammrolltechnik rolle ich mich dreimal nach links ab und fliege träge vom Bettrand ab, wobei ich mein verschwitztes Bein aus der Bettdecke herausziehen muss. Der Morgenschweiß wird schon auf der Exkursion von selbst verfliegen, denke ich mir und fliege dann, noch immer etwas träge und flügellahm, bis vor den – im halbdunklen Zimmer recht gut sichtbaren – Spiegel an meinem Wandschrank gegenüber dem Fußende meines Bettes. Ich freue mich, es in einen Klartraum geschafft zu haben, und bringe meine Füße auf den Boden herunter. Ich gehe in Richtung Tür, von wo das wenige weißlich-trübe Licht hereinfällt, das den Raum spärlich erhellt. Dort oder vielleicht draußen vor der Tür will in mein Meditationsritual starten. Anbei denke ich daran, gerne mehr sehen zu wollen und begehe infolgedessen den Fehler, meine Augen zu öffnen, was umgehend zum Erwachen führt. Zum Abfangen bestand keine Chance mehr – schade. Es ist 5:38 Uhr.

Meditationsübungen

Ein paar Tage Urlaub in der Zreče Therme in Slowenien waren sehr erholsam und haben mir darüber hinaus Zeit zum Meditieren gegeben. Ergebnis waren u.a. zwei intensive Klartraumaktivitäten Dienstag- und Mittwochmorgen.
Zu Beginn des ersten Klartraums kämpfe ich auf einer Wiese mit L., einem meiner Schüler, und weiß aufgrund der eigentümlichen Umstände umgehend, dass es sich bei dem Erlebnis um ein geträumtes handeln muss. L. klammert sich in Ringerhaltung an mich, doch traumbewusst ich ignoriere einfach die Situation. Augenblicklich lasse ich mich in den Schneidersitz fallen und setze meine Meditationsübungen fort. Ich löse die Traumillusion einfach auf; L. und sein Klammergriff schwinden und ich sitze auch nicht mehr auf einer Wiese, sondern auf dem Boden meines heimischen Schlafzimmers. Ich denke an meine Lektüre von Boethius´ „Trost der Philosophie“ und versenke mich meditativ in den Gedanken, die „Glückseligkeit“ zu erreichen. Dabei verspüre ich einen Kraftzustrom, während sich Dunkelheit über meine Augen legt und mattes, kriseliges, sonnengelbes Licht in meinem Gesichtsfeld erscheint. Kurz darauf gewinne ich den optischen Eindruck des Zimmers wieder und ein Realitätstest zeigt mir, dass der Traumzustand nach wie vor stabil ist. Mit jedem neuen Anlauf, meine Meditation zu vertiefen, wiederholt sich dieser Vorgang, bis ich letztlich in durchdringender Schwärze verbleibe, aber das Gefühl habe, im Schneidersitz im Fußbereich meiner Matratze zu sitzen. Dort imaginiere ich schließlich, rasant zu fliegen. Sogleich hebe ich im Schneidersitz ab, jage zunächst geradeaus und in einem Bogen durch den Raum. Dann beschließe ich, in den Weltraum abzuheben, wobei sich das Gefühl einer unheimlich rasanten Flugbewegung nach seitwärts und oben einstellt und ich den Eindruck gewinne, die Erde weit unter mir zurückgelassen und Lichtjahre in den interstellaren Raum eingedrungen zu sein. Als ich indes die Augen öffne, stelle ich fest, dass ich lediglich die obere Hälfte des Zimmers erreicht habe und von dort aus nach unten in den Raum blicke.
Verwundert bringe ich mich zu Boden, gehe hinaus auf den Flur und hinüber in den Raum, der in der physischen Realität mein Arbeitszimmer wäre, und führe dabei eine Zustandskontrolle durch. Anstelle meines Arbeitszimmers finde ich ein quadratisches Zimmer mit einer mir fremden Möblierung vor. Meine Bewegungs- und Sehfähigkeit erscheint mir leicht behindert, doch gelingt es mir, diese durch konzentrative Ausrichtung der Aufmerksamkeit zu verbessern. Ich beschließe, das Interieur genau zu erkunden. Ich beginne an der rechten Wand des Raumes, wo sich zwei niedrige Sideboards aus dunklem Holzimitat befinden. Ich öffne die Schranktüren des rechten Boards und ziehe alles heraus, was ich im Inneren vorfinde: ältere Bücher sowie Brotstullen in Butterbrotpapier, einige dick mit Honig verschmiert (!?). Im zweiten Board stoße ich auf den zweiten und den fünften Band einer Reihe von StarWars-Büchern. Im linken Fach dieses Sideboards finde ich eine Ansammlung alter Schulbücher. Das kommt mir nicht ganz so interessant vor. So wende ich mich der Fensterseite des Raums zu, wo durch die Ritzen eines heruntergelassenen Rollladens helles Tageslicht hereinfällt. Auf der Fensterbank stehen Kunststoffgefäße, in deren einem ich einen faustgroßen Strassstein entdecke. Ich nehme ihn hervor und betrachte ihn eingehend, habe dabei aber das Gefühl, dass dieses Ding nur billiger, unechter Tand ist. In den übrigen Gefäßen liegen silberne Schmuckteile, teils mit kleineren Bergkristallimitaten versehen. Von diesen Funden wenig beeindruckt, wende ich meine Aufmerksamkeit dem hohen Bücherregal an der linken Raumseite zu. Dort gibt es jede Menge älterer Romane im Hardcover, aber auch ein dünnes, in schwarzes Leder gebundenes Buch mit dem Titel „Der Tod“, geprägt in abgegriffenen Goldlettern. Ich ziehe das Bändchen heraus; von der Aufmachung her erinnert es ein bisschen an ein altes Kirchengesangbuch. Sein Untertitel ist in alterümlicher englischer Sprache und Schrift gehalten: „The Ideal of the Diference“ (oder so ähnlich). Ich blättere in den wenigen Seiten des Büchleins herum und finde Goldprägungen auf den Seiten, darunter Wappen wie das des doppelköpfigen Adlers der Habsburger, sowie kurze Sprüche, im Grunde nur Redewendungen, dann ein kleines unleserliches Gedicht, in dem es um Katzen geht. Das Buch und sein belangloser Inhalt verwirren mich; zugleich wundere ich mich über die seltsame Intensität dieser Klartraumwahrnehmungen. Die Textchen machen wenig Sinn. Bei dem Versuch, aus dem Büchlein schlau zu werden, verliere ich kurz den Anschluss, kann mich aber noch für einen Augenblick abfangen und in der Szenerie verbleiben. Dennoch gelingt es mir nicht, wesentlich mehr zu entziffern, ehe ich erwache. Uhrzeit 6:10 Uhr.

Kaum weniger seltsam beginnt eine kürzere Klartraumsequenz früh am Mittwochmorgen. In einer Rutsche oder Rinne liege ich rücklings unter freiem Himmel. Als ich meinen Kopf anhebe, blicke ich auf meine nackten Füße. Deren Zehen und Zehnägel erscheinen unnatürlich groß. Darüber hinaus sind meine Zehnägel glänzend pechschwarz lackiert, ebenso, die Unterschenkel aufwärts, meine Beine! In dieser Sekunde bin ich bereits vollständig luzid und entdecke schließlich, dass es sich, mit Ausnahme der Zehnägel, nicht um eine Lackierung handelt: Ich trage einen schwarz glänzenden Latexanzug wie ihn Gummi-Fetischisten heiß und innig lieben!
Traumbewusst beschließe ich, an meiner Körperlage nichts zu verändern, sondern in diesem Klartraumzustand sofort meine Meditationsübungen weiterzuführen. Ich löse die Traumillusion auf und prüfe die Situation mit einem positiven Realitätstest. Der erste Schritt hat folglich geklappt. Der zweite Schritt zur meditativen Vertiefung allerdings führt recht schnell zum Erwachen. Und eine schnell eingeschobene zweite Zustandskontrolle signalisiert leider sehr eindeutig, dass es sich nicht um ein falsches Erwachen handelt. Aus irgendeinem Grund wollte die meditative Vertiefung diesmal nicht erfolgreich verlaufen.