Die „Schale“

In der Küche meiner Eltern werde ich luzid. Von einem Schrank rechts neben der Tür schaue ich in den von warmem, gelbem Lampenlicht erhellten Raum.
Draußen vor dem Fenster ist es nächtlich dunkel. Irgendwie in der Luft schwebend sitze ich in einer Art imaginären Schale, was sich ein wenig so anfühlt, als säße ich in den Armen einer sehr großen unsichtbaren Person. Etwas unangenehm daran ist, dass meine Beine ein wenig unbequem über den Rand der „Schale“ hängen.
Immerhin kann ich mich in dieser eigentümlichen Hockhaltung leicht fortbewegen. Ich muss mit dem Oberkörper nur leicht nach hinten kippen, um mich in eine Vorwärtsbewegung zu versetzen. So fahre ich in der „Schale“ über eine kurze dunkle Strecke im Flur in das gleichfalls angenehm erhellte Wohnzimmer, von wo aus ich nach draußen in die Nacht südlich des Wohnblocks meiner Eltern hinausgleite.
Dort drifte ich in einer Wende nach links, wobei ich allerdings, sehr zu meinem Bedauern, feststelle, dass mir zunächst ein Sehfähigkeits- und dann ein völliger Anschlussverlust an den gegebenen astralen Umraum unterläuft. Ich hatte infolgedessen gar keine Chance, mehr als nur kurz an mein weiteres Vorgehen hier zu denken.
Es ist kurz nach 6 Uhr morgens.

In sich selbst verkrümmt

Recht früh am Morgen (noch vor 3:30 Uhr) träume ich, in einer angenehmen Sommernacht über einen Campingplatz zu fliegen. Schließlich begebe ich mich in das Innere eines nach Süden ausgerichteten Vorzeltes, wo ich kurz herumkrame (was genau, kann ich nicht mehr sagen). Dann jedoch werde ich luzid und erinnere mich meines Vorhabens, innerhalb der Traumwirklichkeit „die Welt anzuhalten“. Umgehend durchquere ich den Zelteingang und begebe mich rechts an die Ecke des Zeltes, wo im Halbdunklen auf einem schmalen Durchgang neben der Zeltplane und einem Beet ein dünnes Sitzkissen auf dem Boden liegt. Es scheint nicht ganz trocken zu sein. Dennoch setze ich mich darauf und blicke von dort neben der Zeltplane in den herrlichen Sternenhimmel im Südwesten auf. Eine Konstellation heller Fixsterne strahlt dort markant am blauschwarzen Himmel. Sogleich versuche ich meine Meditationsformel im Geist zu rezitieren, bekomme sie aber nicht richtig zusammen, stocke und verwirre mich. Anbei wechselt ohne mein eigenes Zutun meine körperliche Lage. Den Blick für das herrliche Umfeld büße ich ein und kauere am Ende in einer Art Käferhaltung eingerollt am Boden. Ich bin im Wortsinn in mich selbst verkrümmt (Homo incurvatus in se). Sich an einer verbalen Meditationsformel abzuarbeiten ist offenkundig also nicht die beste Methode, um mit sich selbst zu arbeiten.

Hartheu als „Reisekraut“

Um 4:30 Uhr nehme ich einen knappen Esslöffel einer selbstangesetzten Johanniskrauttinktur ein und vertiefe mich in die Fernblickmethode mit dem Ziel, die lichtreiche Hypnagogie, wie man sie nach Einnahme von Hartheu erwarten kann, zu einem lichten Traum zu nutzen.

Es dauert etwas, bis die Wirkung einsetzt, aber tatsächlich sehe ich in der Meditation grau-weiße, sehr dynamische, teils pulsierende Lichteffekte über das Gesichtsfeld ziehen. Es wirkt wie ein verstärktes und weit beweglicheres Leuchten des Eigengraus; es sieht genauso aus, wie bei meinem ersten Versuch mit einem Johanniskrauttee, den ich aber vor dem abendlichen Einschlafen eingenommen hatte und daher dessen Wirkung nicht zu einem meditativen Triggern astraler Erlebnisse in den frühen Morgenstunden nutzen konnte.

Heute morgen gelingt es mir jedoch ganz natürlich, mich nicht auf das Lichtspektakel einzulassen, sondern mich auf das zu konzentrieren, was dahinter auftaucht! Lässt man sich auf hypnagoge Wahrnehmungen ein und beobachtet sie aufmerksam und interessiert, führt dies immer zum bewusstlosen Einschlafen!

Schließlich gelingen mir eine Reihe von Abhebungen in den außerkörperlichen Zustand, wobei ich mich teilweise im falschen Wachliegen in einem undefinierbaren Umfeld (dunkle Void) wiederfinde, teils aber auch den Eindruck habe, bei stark beschränkter Sehfähigkeit in einer Stadt zu sein, in der ich in einer engen Gasse zwischen Häusern gen Himmel starte.

Mehrfach hebe ich ab und lande wieder, übe den Start in den Flug, gerate an eine Zimmerdecke, an der ich herumtaste und dann, spielerisch schwebend, Hände und Füße gleichzeitig an die Decke bringe, was im halbschweren Schwebezustand gar nicht so leicht ist.

Als ich in den gewöhnlichen Wachzustand zurückkehre, ist es 7:10 Uhr.

Richtig und zum korrekten Zeitpunkt eingenommen erweist sich das Hartheu also tatsächlich als echtes „Hexenkraut“, dessen psychoaktive Wirkung, die meditativen Bemühungen unterstützend, als „Reisekraut“ zum Triggern außerkörperlicher Erfahrungen eingesetzt werden kann. Vielleicht wusste schon Carl von Linné davon und nannte das Johanniskraut nicht nur aufgrund der durchscheinenden Blattdrüsen „Hypericum perforatum“, also „über dem Bild“ ( hyper eikon) durchstoßen, perforiert, was ja genau dem meditativen Vorgang entspricht, hinter und durch die hypnagogen Bildwahrnehmungen zur Anderwelterfahrung vorzudringen!

Christian Rätsch lag jedenfalls daneben, als er sich entschied, das Johanniskraut nicht in seine „Enzyklopädie der psychoaktiven Pflanzen“ aufzunehmen (vgl. Rätsch, S. 24). Paracelsus nannte das Hartheu nicht umsonst ein „Arcanum, ein Universalmittel mit höchster Wirkkraft, eine Monarchei, der sich alle beugen müssen“.

Die kosmische Küche

Nach zwei eher anstrengenden Arbeitswochen habe ich endlich wieder Muße zur Meditation. Ich starte mit der Absicht, eine luzide Astralprojektion zu unternehmen und (verbunden mit der Bitte um mehr Durchhaltevermögen) eine Verbindung zum Universum zu fokussieren.
Ich lande an einem schönen Ort, einem sonnigen, urlaubsgeeigneten Städtchen, wo ich die Straße entlang gehe und schließlich, entgegen meinem Ziel, in einem Waldgebiet lande. Ich gehe zurück, beginne irgendwann umherzuirren, bis ich genug habe und beschließe, mich von dieser Umgebung zu lösen.
Dazu schwinge ich mich zum Flug auf und gehe in eine Leere von hellgrauer bis weißer Textur über.
Dort wünsche ich mich schwimmend an einen herrlichen Ort, an dem ich auch etwas lernen kann. Das ändert aber nichts an der Void.
So bringe ich mich rücklings herunter aufs Bett und rolle mich, nach einem kurzen, etwas lahmen Aufstehversuch, nach rechts von der Matratze herunter. Ich lande auf dem mit graubraunem Teppich belegten Boden und entdecke dort meine Brille. Darüber wundere ich mich ein wenig, da ich beim Astralwandern noch nie meine Brille brauchte. Überhaupt sehe ich auch ohne sie scharf. Dennoch setze ich sie auf, ohne dass dies eine Verbesserung oder Verschlechterung meiner Wahrnehmungsfähigkeit bewirkt.
Erkundungs- und unternehmungslustig durchquere ich den Flur der elterlichen Wohnung (wieder bin ich hier gelandet) Richtung Wohnzimmer, um dort über den Balkon zu einem Ausflug zu starten, besinne mich dann aber eines Besseren.
Noch nie habe ich das Interieur dieser Wohnung im Astralzustand genauer unter die Lupe genommen. Das muss ich tun!
So gehe ich in die Küche, um dort alles genau zu begutachten.
Zuerst schaue ich mir die Küchenzeile an. Dort liegt auf der blank geputzten Herdplatte ein gewundener Busch schön rosa blühender Wicken und etwas weiter daneben ein riesiger, herrlich bunter Wildblumenstrauß. Dieses Arrangement scheint mir etwas über die Natur meiner Mutter aussagen zu wollen.
Jedenfalls kommt mir alles sehr echt, hell und irgendwie erfrischend vor. Es ist ein schöner, ruhiger Ort, der gute Gefühle und Erinnerungen weckt. Ich fühle mich, als wäre ich im wahrsten Sinne des Wortes zuhause angekommen!
Gegenüber, auf einer Anrichte, wo sich heute ein Apothekerschrank befindet, liegt ein kleines Sammelsurium von Gegenständen, von denen mir besonders ein kleiner Handzettel ins Auge fällt, auf dem mehrmals untereinander ein arabisch klingender Name vermerkt ist (Ali Akar oder so ähnlich). Der Name scheint mir mit einem ebay-Händler in Zusammenhang zu stehen, bei dem ich unlängst etwas bestellt hatte. Allerdings kann ich mir nicht erklären, was dieser Name in der Küche meiner Eltern verloren hat.
Das Erwachen erfolgt begleitend zu diesen Betrachtungen und Überlegungen.

Eine OBE nach der Fernblickmethode

Mit der guten, alten Fernblickmethode, die ich in meinem Buch ausgearbeitet hatte, induziere ich heute eine klassische „außerkörperliche Erfahrung“. Im Prozess denke ich darüber nach, dass der Praktizierende dabei nie wissen kann, wo er herauskommt (im Land der Elben und Elfen) oder sonstwo. Es ist immer ein neues Abenteuer.

Schließlich finde ich mich im falschen Wachliegen in einem großen leeren Zimmer ähnlich dem Wohn-Schlafzimmer meines alten Appartements wieder.
Alles erscheint mir normal und in meinem halbbewussten Zustand bin ich mir auch gar nicht über die Sonderbarkeit dieses Ortes im Klaren. Dennoch führe ich einen Zeigefingertest durch und staune, dass er mir deutlich meinen astralen Zustand anzeigt!

Mit dem Baumstammrollverfahren winde ich mich nach links von der großen Matratze herunter und habe dabei das deutliche Gefühl, physisch zu werden, und meine, mich diesmal mitsamt der Bettwäsche, die sich um meinen Leib wickelt, auf den Boden gerollt zu haben. Schon erwarte ich, mich voll erwacht mit dem Bettzeug auf der Erde liegend vorzufinden. Ein nochmaliger RC bestätigt aber, dass der Astralzustand wieder erwarten noch immer stabil ist.

Sogleich stehe ich entschlossen auf, um in den Traum davonzugehen, wobei mich eine von blassen, weiß-grauen Lichtflecken durchsetzte Dunkelheit einhüllt.
Ich wende mich nach rechts und finde im Dunkeln eine Zimmertür, diesmal die meines alten Kinderzimmers. Ich durchschreite den Flur meiner elterlichen Wohnung; sie ist leer und frühmorgendlich dunkel.

Schnurstracks gehe ich auf den Balkon. Auf dem Hof liegt der alte Spielplatz, so wie er vor vielen Jahren aussah, ehe dort unten alles gepflastert und mit Garagen zugebaut wurde.
Zu meiner Überraschung ist der Platz tief verschneit; es ist schön anzusehen und verbreitet eine weihnachtliche Stimmung. Wenige Fenster sind erhellt, z.B. eines in der Spitalbachstraße und eines im gegenüberliegenden Wohnblock, wo eine spezielle Freundin meiner Mutter wohnt.

Ich möchte die Umgebung im Flug erkunden, starte auf dem sicheren Balkon und schwenke dann halbrechts über die Brüstung hinaus.
Sogleich beschließe ich, jene spezielle Freundin der Familie aufzusuchen; sie hat neuerdings irgendeine technische Anlage genau vor dem Fenster stehen und es ist nicht ganz klar, um was es sich dabei handelt.

Ich wage einen schwungvollen Anflug, verpasse aber den Einflug ins Fenster. So nehme ich erneut aus großer Höhe Anlauf, tauche rasant abwärts, steige an der Fensterfront auf und schwinge mich hinein in das spärlich möblierte Zimmer einer älteren, dunkel gekleideten Frau mit dunklem Pagenschnitt und dunkler Hornbrille. Sie bemerkt mich nicht, sondern beobachtet, im Zimmer stehend, ganz fasziniert eine Art Musik-on-Demand-Anlage, zumindest steht „on demand“ deutlich in chromfarbenen Lettern auf der Apparatur zu lesen. Das Gerät sieht wie ein PC-Monitor aus, doch zwischen zwei chromglänzenden Streifen auf schwarzem Grund zeigt ein Display in roter Digitalschrift die gespielten Musikstücke an.

Als ich die Anlage genauer in Augenschein nehme, erwache ich.
Es ist 5:12 Uhr. Den im Nachhinein betrachtet wenig realistischen Wahrnehmungen zum Trotz bin ich sehr zufrieden mit dieser klassisch eingeleiteten AKE.

Diana

Am fortgeschrittenen Nachmittag mache ich mich mit M. auf den Weg, einen Berg an der Haardt zu ersteigen. Ich bin zu Fuß unterwegs, M. jedoch eilt mir, zeitweise das Vorderrad hochreißend und auf dem Hinterrad fahrend, auf einem Mountainbike den Asphaltweg voraus und ist bald nicht mehr zu sehen.
Ich indes kehre in eine Art Bergstation am Fuß des Gebirges ein, denn scheinbar muss man für das Gipfellokal mindestens 5 € berappen.
Im Inneren des Gebäudes stehe ich schließlich an einer Glasscheibe und blicke in den davorliegenden Flur.
Da fällt mir eine junge blonde Frau auf. Ich blicke sie an, sie erwidert den Blick, tritt näher, so nah, dass sie ihr mit kleinen Mitessern besetztes Knollennäschen fast an der Scheibe platt drückt. Durch die Scheibe hindurch fragt sie wortlos (reine Telepathie), ob wir uns kennenlernen wollten.
„Warum nicht?“, gebe ich zurück und komme um die Scheibe herum nach draußen auf den Gang zu ihr.
Zusammen gehen wir den Flur entlang; er ist schmal, so dass ich hinter ihr gehen muss.
Dabei fällt mir ihr kindlicher Körperbau auf, den ich, wie mit einem Röntgenblick, durch ihre Kleidung hindurch klar bis auf die Einzelheiten der Haut erkennen kann. Ihrem Körper fehlen noch die weiblichen Rundungen und kurz wundere ich mich darüber. Im der Astralwelt ist es jedoch normal, dass Körper nicht immer der physischen Form perfekt entsprechen, manchmal sind sie rudimentär entwickelt, gelegentlich wirkt man jünger als man in der physischen Realität ist.
Im Vorraum umarmen und drücken wir uns. Nebenbei überprüfe ich kurz mein eigenes physisches Erscheinungsbild, indem ich an mir herunterblicke. Dort sehe ich meinen normalen Körper; Beine in dunkelblauen Jeans, meine neuen Turnschuhe.
Alsdann meint sie kurzangebunden, jetzt hätte auch sie einen Mann. Und es klingt ein bisschen so, als hätte sie eine Weile lang Ausschau gehalten und sich nun ganz spontan entschieden. Wie meine allererste Freundin scheint sie diesbezüglich offenbar von der ganz schnellen Truppe zu sein.
Während wir uns zu einem Sofa begeben, will ich überhaupt erst einmal ihren Namen erfahren.
„Diana“, antwortet sie und eher wirr als schlagfertig vergreife mich gleich mit einer von Halbwissen diktierten Replik:
„Wie die griechische Liebesgöttin!“
Auf dem Sofa kuschelnd möchte ich sodann noch herausfinden, wie alt meine Gespielin denn nun eigentlich ist.
Es kommt unverwandt heraus, dass sie erst 16 ist, was mir ein wenig zu denken gibt.
Schließlich begeben wir uns nach draußen und laufen die Betontreppe vor dem Gebäude herunter.
Von ihrem geringen Alter etwas irritiert interessiert es mich, was sie wohl in mir sieht, und frage sie, wie alt sie mich schätze.
„39“, antwortet sie wie aus der Pistole geschossen. Es scheint ihr also völlig klar zu sein, dass sie hier mit jemandem anbandeln möchte, der mehr als 20 Jahre älter ist als sie!
„Das Doppelte von dir ist richtig: 38“, gebe ich zurück. „Ich habe genau heute Geburtstag.“
Nach einigen Schritten, die wir, Arm in Arm, unter dem blauen Himmel nach links von der Treppe ab weitergehen, erfolgt das Erwachen. Traumende kurz nach 5 Uhr.
Erst im Nachhinein fällt mir auf, dass ich bei diesem „Traumdate“ nur Quatsch von mir gegeben hatte: 16 plus 16 gleich 38! Und Diana als Liebes- und nicht als Jagdgöttin! Immerhin war mein Gegenüber so jung, dass es das wohl gar nicht bemerkt und gar nicht so sehr auf die Worte geachtet hat.
Jedenfalls war es ein bemerkenswertes Erlebnis mit nach und nach ansteigender Luzidität. Interessant ist auch, dass diese Erfahrung eine quasi unmittelbare Antwort auf mein gerade gestern Abend nochmals überdachtes Vorhaben war, die Astralwelt nach meiner Wesensverwandten auszukundschaften.

Schabernack

Heute wieder ein sehr prolongierter Klartraum. Um 4:30 Uhr wurde mit der Einleitung begonnen; Ende um 6:16 Uhr.
Ich fand mich, zunächst unluzid, in einem großen Bungalow wieder, überprüfte irgendwann meinen Zustand mit einem RC, der aber negativ ausfiel. Dennoch hatte ich irgendwie das Gefühl loslegen zu können und legte eine Flugprobe ein, die sogleich für Klarheit sorgte.
Umgehend wollte ich mit der Klärung jener existenziellen Frage fortfahren, die ich schon gestern am liebsten dem Doppelgänger gestellt hätte.
So wünsche ich mir einen weisen Gesprächspartner herbei.
Eine Art männliche Putte mit krausen Blondhaaren und kleinen blauen Augen erscheint mir und empfiehlt mir dazu jemanden, der in das Papier eine Chipstüte (!) wie in einen Umhang gekleidet in Erscheinung treten werde.
Gleich darauf erhalte ich tatsächlich eine längliche Chipstüte, die in meinen Händen erscheint. Im Umherschweben im Inneren des Hauses gelange ich mehr oder minder gleichzeitig in einen leicht dämmrigen Flur, wo eine junge Frau mit dunklem Haar, dunkelbraunen Augen und braunem Teint die Tür eines Zimmers öffnet, um eine der dort in einer kleinen Gruppe wartenden Personen einzulassen – es scheint sich um die Warteschlange vor dem Behandlungszimmer einer Heilerin oder Schamanin (?) zu handeln.
Ich verweile nur kurz am Rande der Wartegruppe und ziehe mich dann, die Chipstüte öffnend und meine Fragen in die Öffnung hineinsprechend, in einen größeren angrenzenden Raum zurück. Irgendwie weiß ich ganz von selbst, dass so zu verfahren sei.
Anschließend halte ich die Öffnung der Tüte an mein rechtes Ohr und fliege lauschend in langsamen weiten Kreisen in dem Raum umher.
Tatsächlich tönt aus der nicht etwa mit Chips, sondern mit einer popcornähnlichen Masse gefüllten Tüte eine salbungsvolle weibliche Stimme hervor, die mir u.a. verkündet, meine Sache sei bei Gott, auch bei „Maria“ und „Allah“, gut angenommen, zudem hätte ich „Trump“ nur an einer Stelle zugestimmt …
Das mehr und mehr sich ausdehnende Gerede enttäuscht mich zunehmend, denn es ist einfach nur das Gewäsch einer billigen Jahrmarktswahrsagerin, das nicht einmal ansatzweise auf meine Fragen eingeht. Am Ende höre ich nur noch mit halbem Ohr zu und bin froh, als das Popcorn der wertlosen „Instantwahrsagetüte“ ausgelaugt ist und die Stimme nichts Weiteres mehr zu sagen hat. Verdrossen stelle ich fest, dass ich nichts von Bedeutung erfahren habe.
Dennoch will ich nicht aufgeben; der luzide Traumzustand ist stabil genug, um fortfahren zu können. Entschlossen quetsche ich mich durch die Außenwand des Bungalows, sie leistet mir nur kurz einen etwas härteren Widerstand, ins Freie. Unter dem frühmorgendlich blauen Himmel, hinter mir geht wohl gerade die Sonne auf, pausiere ich kurz auf der umgelegten Rückbank eines Kombis und kämpfe einen Moment mit der Enttäuschung, die ich soeben erlebt habe. Für einen Moment taucht ein junger Soldat in Tarngrün am Wagen auf. Offenbar gehört das Fahrzeug ihm.
Schließlich raffe ich mich auf und fliege weiter in eine herrliche Landschaft hinein. Es handelt sich um eine Wiese an einem Waldrand.
Dort begegnet mir sogleich eine Art orientalischer Jägersmann! Er trägt einen Anzug aus bräunlich-olivgrünem Filz mit vielen Taschen, eine Flinte über der Schulter und einen roten Topfhut mit weißem Rand. Vom Gesicht her könnte er vielleicht türkischer Herkunft sein. Ihn frage ich ohne viele Umschweife, wo ich die weiseste Person dieser Welt finden könne. Doch der Jäger reagiert abweisend und geht, ohne auf mich einzugehen, nach rechts weiter eine überdachte hölzerne Treppe, wie im Märchen ist sie stellenweise mit weißen Pilzhüten bewachsen, in ein bewaldetes Tal hinunter.
Weiter hinten am Waldrand entdecke ich in diesem Augenblick eine weitere Person und mache mich auf, diese zu befragen.
Doch in diesem Moment gehe ich ins Erwachen über.
Im Wachen fühle ich mich sehr ernüchtert, weil ich rein gar nichts in meiner Sache erreichen könnte. Es fühlt sich regelrecht so an, als hätten sich die Helfer hier diesmal einen rechten Schabernack mit mir erlaubt.

Der Doppelgänger

Ich komme eine Treppe herunter und blicke, als käme ich aus dem Bad, in mein Schlafzimmer hinein. Dort steht im Halblicht eine Person in einem weißen T-Shirt und weißen Boxershorts links neben dem Bett, das Gesicht zur Wand gewendet.
Irritiert, was der Fremdling in meinem Haus zu tun habe, rufe ich ihn laut an, was er hier zu suchen habe, und hoffe ich, ihn so vertreiben zu können. Dann gehe ich auf ihn zu, er dreht sich um und mit Erschrecken stelle ich fest, dass ich selbst es bin (!) – aber wer bin ich dann, wenn der da ich ist? Enerviert werfe ich mich auf den Doppelgänger und wir starren uns in die Gesichter, während der Schreck sich bei mir mit aufkeimender Luzidität mischt. Was sagt mir sein erstarrter Gesichtsausdruck? Wirkt auch er erstaunt? Was sieht er in mir? Sollen wir wieder zu einem verschmelzen?
Noch während mir all dies durch den Kopf jagt erwache ich als ein wieder vereinigter (?) Dritter und wundere mich gewaltig über das Erlebnis, wobei der alptraumhafte Schrecken, durch meine vielfältige Erfahrung mit traumhaften Sonderbarkeiten, schnell nachlässt. Dumm, dass ich mich durch das Erschrecken um eine sicherlich hochinteressante luzide Erfahrung gebracht habe.
Gestern hatte ich die bei Platon überlieferte Jenseitsreise des Er nochmals studiert und mir daraufhin die Frage vorgelegt, warum ich mir dieses, mein jetziges Schicksal gewählt habe. Ob die heutige Erfahrung etwas damit zu tun hat? Die Beweggründe zu kennen und besser zu verstehen wäre jedenfalls gewiss eine bedeutende Hilfe, denn wer weiß, von welcher Ausgangslage er herkommt, kann auch besser begreifen, wo es mit ihm hingeht. Womöglich hätte eine Unterhaltung mit dem Doppelgänger Licht in dieses Dunkel bringen können?

Erleuchtung

Heute früh eine Erfahrung, die gar nicht richtig in Worte gefasst werden kann! Das spontane Erlebnis des Erleuchtungszustandes: Das Sehen und Spüren des inneren Lichtes, als würde, irgendwo von der Körpermitte ausgehend, reines weißes Licht den Astralkörper überfluten, was dann auch zu dem merkwürdigen Effekt führte, dass meine Augäpfel irgendwie von innen und unten, vom Hals her, von diesem hellen inneren Licht beleuchtet wurden!
An diese schnell ansteigende und kulminierende Strahlkraft knüpfte sich das überwältigende Gefühl der Wärme, Annahme und Zuneigung, gefolgt aber auch von der konträren Erkenntnis, dass es keine Konsequenzen dieser Erfahrung im alltäglichen Leben geben würde, da ich ihr, in die alltäglichen Zusammenhänge verstrickt, nicht gerecht werden könne und z.T. auch gar nicht gerecht werden möchte, weil die daraus erwachsenden Erfordernisse menschenunmöglich wären. In dem Sinne war es eine paradoxe Erfahrung, die sich trotzdem sehr danach anfühlte, als wäre meine jahrelange Meditationspraxis das erste Mal wirklich an ein Ziel gelangt!
Zusätzlich merkwürdig war, dass es zunächst gar nicht danach aussah, als würde mir selbst diese Erfahrung zuteil werden.
Stattdessen träumte ich, in der Rolle Martin Luthers zu sein und an dessen Stelle eine tiefe religiöse Erleuchtung zu erfahren. Schnell fiel diese traumhafte Überlagerung des Erlebens jedoch weg und die Erleuchtung wurde zu meiner ganz persönlichen.
Die seltsame Überlagerung geht auf jeden Fall darauf zurück, dass ich gestern Abend den TV-Film „Katharina Luther“ angeschaut hatte. Schließlich erlebte ich mich ja kurzzeitig in der Gestalt des in der Verfilmung agierenden Schauspielers!
Der Rest ist indes weniger leicht erklärlich und traf mich aus heiterem Himmel.

Eine Bauchrednerpuppe

Seit Sommer habe ich mich darauf verlegt, tagsüber zu meditieren und die etwas mühsameren bewusstseinsverändernden Übungen in der Nacht bzw. am frühen Morgen sein zu lassen. Infolgedessen sind die Klarträume seltener bzw. so kurz geworden, dass sie wenig berichtenswert sind.
Erst heute Morgen gab es spontan ein etwas ausgedehnteres Erlebnis.
In einem leeren Haus, meinem eigenen verwandt, aber traumtypisch abgewandelt und verfremdet, werde ich luzid und gehe die Treppe nach unten.
Neugierig öffne ich die Tür zu einem Kellerraum, der aber stockdunkel und uninteressant ist. Ich wende mich ab und schaue mich im Untergeschoss um. Es ist leer. Die Lichtverhältnisse erwecken den Anschein, als würde draußen ein bedeckter Tag herrschen. Meine Sehfähigkeit ist sehr schwankend; immer wieder entgleite ich in die Dunkelheit, sodass ich mir mit traumstabilisierenden Techniken aushelfen muss. Schließlich entscheide ich mich, einfach durch die Zwischendecken des Hauses nach oben aufzusteigen.
Mühelos durchfliege ich Zimmerdecken und Fußböden und gelange ins Dachgeschoss, wo die Stabilisierungsübungen schließlich zu greifen beginnen und sich ein stabiler optischer Eindruck manifestiert. Kurz drücke ich mein Gesicht in einen schrägen Dachbalken; mein Gesichtsfeld verdunkelt sich. Als ich es wieder herausziehe, habe ich einen unveränderten Blick in das Dachzimmer. Die Stabilisierung hat also funktioniert.
In der Dachkammer stehen etwas wahllos Möbel herum. Es macht den Eindruck, als hätte ein Kind sein Puppenhaus eingerichtet.
Besonders seltsam erscheint mir eine Art Kreuzung aus Puppe und Kleinkind. Das Wesen steht mitten im Raum auf einem Stuhl und stützt sich mit beiden Händen auf die Rückenlehne. Ich greife es unter den Achseln und hebe es an. Es hat ein dickes, rundes Gesicht mit kleinen hellblauen Augen; Nase und Mund fehlen. Trotzdem spricht das Wesen zu mir – und zwar aus seinem Bauchnabel, der sich dabei wie ein Mund öffnet und schließt!
Was es mir sagen will, begreife ich nicht. Es scheint sich nur um wirres Zeug zu handeln, das ich nicht nachvollziehen kann.
Verwirrt blicke ich mich um; mein Blick fällt auf einen niedrigen Schrank mit in Leder gebundenen Büchern mit Goldschnitt. Kurz muss ich an die Annahme der Esoteriker denken, dass diese eigentümliche Welt die Existenzweise sei, in der wir uns nach dem Tod wiederfinden! Ein Gefühl der Fremdheit und Sinnleere überkommt mich angesichts dieses Gedankens, denn nichts besitzt hier Beständigkeit, Verbindlichkeit und Bedeutung. Hier gibt es nur, was man sich selbst erschafft, wofür man sich mit voller Bewusstheit entscheidet!
Vielleicht, so überlege ich, kann mir mein Paredros Mayfield bei der Frage helfen, wie ich mit der Seinsweise in der Anderwelt umgehen soll? Ich rufe ihn, spüre aber irgendwie, dass diese Kontaktaufnahme heute nicht mehr klappen wird. Denn unmittelbar auf meinen Ruf falle ich in die dunkle Void und erlebe einen sehr langsamen Übergang in mein Schlafzimmer.
Es ist 8:17 Uhr.