Eine OBE nach der Fernblickmethode

Mit der guten, alten Fernblickmethode, die ich in meinem Buch ausgearbeitet hatte, induziere ich heute eine klassische „außerkörperliche Erfahrung“. Im Prozess denke ich darüber nach, dass der Praktizierende dabei nie wissen kann, wo er herauskommt (im Land der Elben und Elfen) oder sonstwo. Es ist immer ein neues Abenteuer.

Schließlich finde ich mich im falschen Wachliegen in einem großen leeren Zimmer ähnlich dem Wohn-Schlafzimmer meines alten Appartements wieder.
Alles erscheint mir normal und in meinem halbbewussten Zustand bin ich mir auch gar nicht über die Sonderbarkeit dieses Ortes im Klaren. Dennoch führe ich einen Zeigefingertest durch und staune, dass er mir deutlich meinen astralen Zustand anzeigt!

Mit dem Baumstammrollverfahren winde ich mich nach links von der großen Matratze herunter und habe dabei das deutliche Gefühl, physisch zu werden, und meine, mich diesmal mitsamt der Bettwäsche, die sich um meinen Leib wickelt, auf den Boden gerollt zu haben. Schon erwarte ich, mich voll erwacht mit dem Bettzeug auf der Erde liegend vorzufinden. Ein nochmaliger RC bestätigt aber, dass der Astralzustand wieder erwarten noch immer stabil ist.

Sogleich stehe ich entschlossen auf, um in den Traum davonzugehen, wobei mich eine von blassen, weiß-grauen Lichtflecken durchsetzte Dunkelheit einhüllt.
Ich wende mich nach rechts und finde im Dunkeln eine Zimmertür, diesmal die meines alten Kinderzimmers. Ich durchschreite den Flur meiner elterlichen Wohnung; sie ist leer und frühmorgendlich dunkel.

Schnurstracks gehe ich auf den Balkon. Auf dem Hof liegt der alte Spielplatz, so wie er vor vielen Jahren aussah, ehe dort unten alles gepflastert und mit Garagen zugebaut wurde.
Zu meiner Überraschung ist der Platz tief verschneit; es ist schön anzusehen und verbreitet eine weihnachtliche Stimmung. Wenige Fenster sind erhellt, z.B. eines in der Spitalbachstraße und eines im gegenüberliegenden Wohnblock, wo eine spezielle Freundin meiner Mutter wohnt.

Ich möchte die Umgebung im Flug erkunden, starte auf dem sicheren Balkon und schwenke dann halbrechts über die Brüstung hinaus.
Sogleich beschließe ich, jene spezielle Freundin der Familie aufzusuchen; sie hat neuerdings irgendeine technische Anlage genau vor dem Fenster stehen und es ist nicht ganz klar, um was es sich dabei handelt.

Ich wage einen schwungvollen Anflug, verpasse aber den Einflug ins Fenster. So nehme ich erneut aus großer Höhe Anlauf, tauche rasant abwärts, steige an der Fensterfront auf und schwinge mich hinein in das spärlich möblierte Zimmer einer älteren, dunkel gekleideten Frau mit dunklem Pagenschnitt und dunkler Hornbrille. Sie bemerkt mich nicht, sondern beobachtet, im Zimmer stehend, ganz fasziniert eine Art Musik-on-Demand-Anlage, zumindest steht „on demand“ deutlich in chromfarbenen Lettern auf der Apparatur zu lesen. Das Gerät sieht wie ein PC-Monitor aus, doch zwischen zwei chromglänzenden Streifen auf schwarzem Grund zeigt ein Display in roter Digitalschrift die gespielten Musikstücke an.

Als ich die Anlage genauer in Augenschein nehme, erwache ich.
Es ist 5:12 Uhr. Den im Nachhinein betrachtet wenig realistischen Wahrnehmungen zum Trotz bin ich sehr zufrieden mit dieser klassisch eingeleiteten AKE.

Sequenzen

Dieser Tage stellen sich immer mal wieder kleinere Klartraumsequenzen ein: In einem Fall bin ich beim Strandcamping und werde von J.H. von einer Kaimauer aus ins Wasser gestoßen. Unter Wasser gelingt es mir, problemlos zu atmen, worauf sich Klarheit einstellt. Fasziniert beobachte ich, wie die Schatten zweier riesiger Fische über mich hinwegziehen. Zurück an der Wasseroberfläche verliere ich die Sehfähigkeit, doch kann ich mich auf eine treibende „Rettungsinsel“ hochziehen, die aus einer Frühstücksunterlage (!) aus Kunststoff besteht. Obgleich diese unsicher auf dem Wasser trudelt und wieder und wieder überflutet wird, bleibt sie oben. Auf ihr treibe ich schließlich gegen eine Zimmerwand. Das Gewässer scheint sich also plötzlich im Inneren eines Zimmers zu befinden. Einige Augenblicke versuche ich, Diana, eine Gefährtin aus einem der letzten Klarträume, herbeizurufen, und nebenbei meine Sicht auf die Umgebung zu verbessern. Doch die Bemühungen führen nur zum Erwachen.
Von der Erlebnisform nicht unähnlich gestaltete sich eine Erfahrung von heute Nacht. Hier werde ich beim Fliegen in einer eher undefinierten Umgebung (Feldweg) und wiederum bei sehr schlechter, graustichig vernebelter Sicht klar. Die Luzidität mündet in den totalen Sichtverlust ein. Erneut zitiere ich eine Gefährtin herbei, was zum Auftauchen einer Traum-Marionette führt. Das erkenne ich, als ich sie umarme und küsse, wobei aber kein echtes Gefühl aufkommt. Die Gestalt, die K. D. ähnelt, bleibt unlebendig und unempathisch wie eine große Spielzeugpuppe. Damit gewinnt dieser Klartraum eine eher bedrückende Stimmung, weil der Kontakt so aussichts- und chancenlos erscheint – ein Anzeichen für einen luziden Traumzustand recht geringer Qualität.

Am surrealen Strand

Ich gehe den Flur eines großen, lichten Schulgebäudes entlang, als ich mich unwillkürlich frage, ob dieses Erlebnis nicht etwa ein Traum sein könnte. Ein kurzer Finger-RC macht die Sache klar. Sofort will ich losfliegen, verliere aber augenblicklich die Sehfähigkeit und hänge träge in der Luft fest.
Einige Mühen, mich loszumachen, führen zu einer Überblendung ins falsche Wachliegen. Ich konzentriere mich auf das Körpergefühl, das sich ungeheuer intensiviert, und arbeite mich mit der Baumstammrollmethode über die Matratze, falle über den Bettrand und kann mich frei bewegen.
Auf das Sehvermögen muss ich mich eine Weile konzentrieren, ehe es sich einstellt. Und so laufe ich erst einmal blind los.
Schließlich ergibt sich eine gut bevölkerte Hotelszene, die einen kurzen, leicht trübtraumhaften Einschub erfährt. Ich gehe mit K.D. durch den Hotelflur und an den Fahrstühlen vorbei. Für mich überraschend ist, dass sie ungewohnt persönlich mit mir spricht und mir vom Besuch guter Bekannter erzählt.
Gleich darauf gelingt es mir, die Klartraum wieder vollbewusst aufzunehmen. Ich begebe mich in den Treppenaufgang und mache mich auf den Weg nach unten. Dabei unternehme ich mehrere Versuche, von den Treppenabsätzen abspringend Purzelbäume in der Luft auszuführen, bleibe aber merkwürdigerweise nach einer halben Rolle in der Luft hängen und muss mich anstrengen, die Luftrolle zu vollenden.
Nach unten hin wird das Hotel bevölkerter.
In der Hotelhalle muss ich über abgestelltes Gepäck steigen und schlüpfe schließlich durch eine Strandtür nach draußen.
Der Meeresstrand ist hier märchenhaft und nachgerade surreal. Um auf den Sandstrand zu gelangen, muss ich zunächst einmal an einem gigantischen schwarzen Hund mit langem glänzenden Fell und spitzer Schnauze vorbei. Das geht aber problemlos, da der Riese friedlich ist und gar nicht großartig auf mich reagiert.
Nun schreite ich hinaus auf den grauen feinen Sand; unter dem blauen Himmel liegen Leute ruhig und entspannt auf Badetüchern, einige von ihnen tragen Solariumbrillen. Hinter einigen querliegenden grauen Felsen geht es sacht hinab zum Wasser.
Gelegentlich kommen mächtige Wellen herein, die den Strand hoch überspülen, ohne indes den Sand nass zurückzulassen (!); in den hereinflutenden Wassermassen treibt u.a. ein Buckelwal über den Strand!
Kurz teste ich die Wassertemperatur und stelle fest, dass es tropisch warm ist, obgleich der Strand eher die Anmutung eines Nordseestrandes hat.
Ich gehe zurück, um mir bei, auf oder hinter den Felsen einen Handtuchplatz zu suchen.
Noch ehe ich meine Suche abschließen kann, erwache ich. Es ist 6:46 Uhr. Der Klartraum war spontan, intensiv und zeitlich ziemlich prolongiert.

Diana

Am fortgeschrittenen Nachmittag mache ich mich mit M. auf den Weg, einen Berg an der Haardt zu ersteigen. Ich bin zu Fuß unterwegs, M. jedoch eilt mir, zeitweise das Vorderrad hochreißend und auf dem Hinterrad fahrend, auf einem Mountainbike den Asphaltweg voraus und ist bald nicht mehr zu sehen.
Ich indes kehre in eine Art Bergstation am Fuß des Gebirges ein, denn scheinbar muss man für das Gipfellokal mindestens 5 € berappen.
Im Inneren des Gebäudes stehe ich schließlich an einer Glasscheibe und blicke in den davorliegenden Flur.
Da fällt mir eine junge blonde Frau auf. Ich blicke sie an, sie erwidert den Blick, tritt näher, so nah, dass sie ihr mit kleinen Mitessern besetztes Knollennäschen fast an der Scheibe platt drückt. Durch die Scheibe hindurch fragt sie wortlos (reine Telepathie), ob wir uns kennenlernen wollten.
„Warum nicht?“, gebe ich zurück und komme um die Scheibe herum nach draußen auf den Gang zu ihr.
Zusammen gehen wir den Flur entlang; er ist schmal, so dass ich hinter ihr gehen muss.
Dabei fällt mir ihr kindlicher Körperbau auf, den ich, wie mit einem Röntgenblick, durch ihre Kleidung hindurch klar bis auf die Einzelheiten der Haut erkennen kann. Ihrem Körper fehlen noch die weiblichen Rundungen und kurz wundere ich mich darüber. Im der Astralwelt ist es jedoch normal, dass Körper nicht immer der physischen Form perfekt entsprechen, manchmal sind sie rudimentär entwickelt, gelegentlich wirkt man jünger als man in der physischen Realität ist.
Im Vorraum umarmen und drücken wir uns. Nebenbei überprüfe ich kurz mein eigenes physisches Erscheinungsbild, indem ich an mir herunterblicke. Dort sehe ich meinen normalen Körper; Beine in dunkelblauen Jeans, meine neuen Turnschuhe.
Alsdann meint sie kurzangebunden, jetzt hätte auch sie einen Mann. Und es klingt ein bisschen so, als hätte sie eine Weile lang Ausschau gehalten und sich nun ganz spontan entschieden. Wie meine allererste Freundin scheint sie diesbezüglich offenbar von der ganz schnellen Truppe zu sein.
Während wir uns zu einem Sofa begeben, will ich überhaupt erst einmal ihren Namen erfahren.
„Diana“, antwortet sie und eher wirr als schlagfertig vergreife mich gleich mit einer von Halbwissen diktierten Replik:
„Wie die griechische Liebesgöttin!“
Auf dem Sofa kuschelnd möchte ich sodann noch herausfinden, wie alt meine Gespielin denn nun eigentlich ist.
Es kommt unverwandt heraus, dass sie erst 16 ist, was mir ein wenig zu denken gibt.
Schließlich begeben wir uns nach draußen und laufen die Betontreppe vor dem Gebäude herunter.
Von ihrem geringen Alter etwas irritiert interessiert es mich, was sie wohl in mir sieht, und frage sie, wie alt sie mich schätze.
„39“, antwortet sie wie aus der Pistole geschossen. Es scheint ihr also völlig klar zu sein, dass sie hier mit jemandem anbandeln möchte, der mehr als 20 Jahre älter ist als sie!
„Das Doppelte von dir ist richtig: 38“, gebe ich zurück. „Ich habe genau heute Geburtstag.“
Nach einigen Schritten, die wir, Arm in Arm, unter dem blauen Himmel nach links von der Treppe ab weitergehen, erfolgt das Erwachen. Traumende kurz nach 5 Uhr.
Erst im Nachhinein fällt mir auf, dass ich bei diesem „Traumdate“ nur Quatsch von mir gegeben hatte: 16 plus 16 gleich 38! Und Diana als Liebes- und nicht als Jagdgöttin! Immerhin war mein Gegenüber so jung, dass es das wohl gar nicht bemerkt und gar nicht so sehr auf die Worte geachtet hat.
Jedenfalls war es ein bemerkenswertes Erlebnis mit nach und nach ansteigender Luzidität. Interessant ist auch, dass diese Erfahrung eine quasi unmittelbare Antwort auf mein gerade gestern Abend nochmals überdachtes Vorhaben war, die Astralwelt nach meiner Wesensverwandten auszukundschaften.

Schabernack

Heute wieder ein sehr prolongierter Klartraum. Um 4:30 Uhr wurde mit der Einleitung begonnen; Ende um 6:16 Uhr.
Ich fand mich, zunächst unluzid, in einem großen Bungalow wieder, überprüfte irgendwann meinen Zustand mit einem RC, der aber negativ ausfiel. Dennoch hatte ich irgendwie das Gefühl loslegen zu können und legte eine Flugprobe ein, die sogleich für Klarheit sorgte.
Umgehend wollte ich mit der Klärung jener existenziellen Frage fortfahren, die ich schon gestern am liebsten dem Doppelgänger gestellt hätte.
So wünsche ich mir einen weisen Gesprächspartner herbei.
Eine Art männliche Putte mit krausen Blondhaaren und kleinen blauen Augen erscheint mir und empfiehlt mir dazu jemanden, der in das Papier eine Chipstüte (!) wie in einen Umhang gekleidet in Erscheinung treten werde.
Gleich darauf erhalte ich tatsächlich eine längliche Chipstüte, die in meinen Händen erscheint. Im Umherschweben im Inneren des Hauses gelange ich mehr oder minder gleichzeitig in einen leicht dämmrigen Flur, wo eine junge Frau mit dunklem Haar, dunkelbraunen Augen und braunem Teint die Tür eines Zimmers öffnet, um eine der dort in einer kleinen Gruppe wartenden Personen einzulassen – es scheint sich um die Warteschlange vor dem Behandlungszimmer einer Heilerin oder Schamanin (?) zu handeln.
Ich verweile nur kurz am Rande der Wartegruppe und ziehe mich dann, die Chipstüte öffnend und meine Fragen in die Öffnung hineinsprechend, in einen größeren angrenzenden Raum zurück. Irgendwie weiß ich ganz von selbst, dass so zu verfahren sei.
Anschließend halte ich die Öffnung der Tüte an mein rechtes Ohr und fliege lauschend in langsamen weiten Kreisen in dem Raum umher.
Tatsächlich tönt aus der nicht etwa mit Chips, sondern mit einer popcornähnlichen Masse gefüllten Tüte eine salbungsvolle weibliche Stimme hervor, die mir u.a. verkündet, meine Sache sei bei Gott, auch bei „Maria“ und „Allah“, gut angenommen, zudem hätte ich „Trump“ nur an einer Stelle zugestimmt …
Das mehr und mehr sich ausdehnende Gerede enttäuscht mich zunehmend, denn es ist einfach nur das Gewäsch einer billigen Jahrmarktswahrsagerin, das nicht einmal ansatzweise auf meine Fragen eingeht. Am Ende höre ich nur noch mit halbem Ohr zu und bin froh, als das Popcorn der wertlosen „Instantwahrsagetüte“ ausgelaugt ist und die Stimme nichts Weiteres mehr zu sagen hat. Verdrossen stelle ich fest, dass ich nichts von Bedeutung erfahren habe.
Dennoch will ich nicht aufgeben; der luzide Traumzustand ist stabil genug, um fortfahren zu können. Entschlossen quetsche ich mich durch die Außenwand des Bungalows, sie leistet mir nur kurz einen etwas härteren Widerstand, ins Freie. Unter dem frühmorgendlich blauen Himmel, hinter mir geht wohl gerade die Sonne auf, pausiere ich kurz auf der umgelegten Rückbank eines Kombis und kämpfe einen Moment mit der Enttäuschung, die ich soeben erlebt habe. Für einen Moment taucht ein junger Soldat in Tarngrün am Wagen auf. Offenbar gehört das Fahrzeug ihm.
Schließlich raffe ich mich auf und fliege weiter in eine herrliche Landschaft hinein. Es handelt sich um eine Wiese an einem Waldrand.
Dort begegnet mir sogleich eine Art orientalischer Jägersmann! Er trägt einen Anzug aus bräunlich-olivgrünem Filz mit vielen Taschen, eine Flinte über der Schulter und einen roten Topfhut mit weißem Rand. Vom Gesicht her könnte er vielleicht türkischer Herkunft sein. Ihn frage ich ohne viele Umschweife, wo ich die weiseste Person dieser Welt finden könne. Doch der Jäger reagiert abweisend und geht, ohne auf mich einzugehen, nach rechts weiter eine überdachte hölzerne Treppe, wie im Märchen ist sie stellenweise mit weißen Pilzhüten bewachsen, in ein bewaldetes Tal hinunter.
Weiter hinten am Waldrand entdecke ich in diesem Augenblick eine weitere Person und mache mich auf, diese zu befragen.
Doch in diesem Moment gehe ich ins Erwachen über.
Im Wachen fühle ich mich sehr ernüchtert, weil ich rein gar nichts in meiner Sache erreichen könnte. Es fühlt sich regelrecht so an, als hätten sich die Helfer hier diesmal einen rechten Schabernack mit mir erlaubt.

Der Doppelgänger

Ich komme eine Treppe herunter und blicke, als käme ich aus dem Bad, in mein Schlafzimmer hinein. Dort steht im Halblicht eine Person in einem weißen T-Shirt und weißen Boxershorts links neben dem Bett, das Gesicht zur Wand gewendet.
Irritiert, was der Fremdling in meinem Haus zu tun habe, rufe ich ihn laut an, was er hier zu suchen habe, und hoffe ich, ihn so vertreiben zu können. Dann gehe ich auf ihn zu, er dreht sich um und mit Erschrecken stelle ich fest, dass ich selbst es bin (!) – aber wer bin ich dann, wenn der da ich ist? Enerviert werfe ich mich auf den Doppelgänger und wir starren uns in die Gesichter, während der Schreck sich bei mir mit aufkeimender Luzidität mischt. Was sagt mir sein erstarrter Gesichtsausdruck? Wirkt auch er erstaunt? Was sieht er in mir? Sollen wir wieder zu einem verschmelzen?
Noch während mir all dies durch den Kopf jagt erwache ich als ein wieder vereinigter (?) Dritter und wundere mich gewaltig über das Erlebnis, wobei der alptraumhafte Schrecken, durch meine vielfältige Erfahrung mit traumhaften Sonderbarkeiten, schnell nachlässt. Dumm, dass ich mich durch das Erschrecken um eine sicherlich hochinteressante luzide Erfahrung gebracht habe.
Gestern hatte ich die bei Platon überlieferte Jenseitsreise des Er nochmals studiert und mir daraufhin die Frage vorgelegt, warum ich mir dieses, mein jetziges Schicksal gewählt habe. Ob die heutige Erfahrung etwas damit zu tun hat? Die Beweggründe zu kennen und besser zu verstehen wäre jedenfalls gewiss eine bedeutende Hilfe, denn wer weiß, von welcher Ausgangslage er herkommt, kann auch besser begreifen, wo es mit ihm hingeht. Womöglich hätte eine Unterhaltung mit dem Doppelgänger Licht in dieses Dunkel bringen können?

Stabilisierungstechnik

Ich bin mir sicher, dass folgendem Erlebnis eines vorausging, das allerdings weniger klar und einprägsam war, um es im Nachgang noch erinnern zu können. Jedenfalls blicke ich, in dem Glauben, völlig wach im Bett zu liegen, in eine fremde Wohnung mit glänzendem Parkettboden und reichhaltiger Einrichtung. Am Boden liegen Teppiche, die zu meinem Erstaunen wie große Häkeltopflappen aussehen (sogar die Schlaufen zum Aufhängen sind sichtbar). Die Wahrnehmung dieser Teppichtopflappen muss wohl ein Streich aus dem Unterbewusstsein sein, denke ich, denn so etwas gibt es wohl kaum in irgendeiner Wohnung.
Schließlich spiele ich beiläufig an meiner Kleidung herum und ertaste dort ein merkwürdiges Gewölle, das ich herauslöse, um es mir genauer anzusehen. Allerdings ist mein Sehvermögen sehr gestört; ich wende mich hin und her, versuche, mit dem Licht auf dem Nachttisch besser zu sehen (es ist ohne mein Zutun an und anschließend auch sofort wieder aus!), bemerke dann beim Blick ins Zimmer Richtung Schlafzimmertür, dass meine rechte Hand und mein rechter Arm, die ich direkt vor Augen halte, völlig durchsichtig, total unsichtbar sind! In diesem Moment erkenne ich meinen Astralzustand. Ich bin also im falschen Erwachen gelandet, ohne es zunächst zu bemerken! Auf dem Rücken rutsche ich links aus dem Bett und bringe meine Füße zu Boden, warte und beobachte meine Wahrnehmungsfähigkeit und die Stabilität meines Zustands. Sie scheint ausreichend zu sein. Und die Sehfähigkeit bessert sich. Zusätzlich zur optischen Stabilisierung durch Fixieren einer Stelle im Raum stabilisiere ich haptisch durch Händereiben, muss aber feststellen, dass die Konzentration auf das Körpergefühl den Sehsinn verblassen lässt. Außerdem fühlen sich meine Handflächen teigig wie Knetmasse an, sodass das Reiben nur mühsam erfolgen kann. Scheinbar ist die haptische Stabilisierung, sobald eine gewisse Sehfähigkeit erreicht wurde, eher kontraproduktiv und als Stabilisierungsmaßnahme ungeeignet. Daher lasse ich das sein und gehe ums Bett, um weiterzukommen. Zugleich beschließe ich, ein wenig mit den astralen Gegenstücken irdischer Kleidungsstücke zu experimentieren. Vom Bett greife ich mir eine Jeans, die auf der Matratze liegt. Das Stück sieht ganz normal und realistisch aus. Mit dem linken Bein komme ich auch gut ins Hosenbein hinein, der rechte Fuß jedoch bleibt irgendwie am Hosenbund hängen, sodass ich rechts nicht reinkomme. Leider werde ich in diesem Augenblick schnell physisch, der Zustand fällt in sich zusammen und ich bin wach. Schade, aber hier gibt wieder die alte Lehre, die selbst immer wieder missachte: Man soll sich im falschen Erwachen nicht mit solchen ablenkenden Spielchen aufhalten, sondern schleunigst zusehen, dass man schnell vom Ausgangspunkt wegkommt. Dann steigern sich auch die Chancen für eine stabile und länger anhaltende Erfahrung!

Ätherprojektion

In einer traumhaft abgewandelten Version meines ehemaligen Gymnasiums rase ich im Sauseschritt eine breite, dunkle Betontreppe hinunter und denke daran, wie sehr ich doch solche riesigen Gebäude liebe, deren weitläufige Innenräume so ungemein viel Platz und Bewegungsfreiheit bieten.
Als ich um den letzen Absatz herumgehe und in einen großen, kellerartigen Raum, einen grauen Betonbunker, einschwenke, überkommt mich der Traumverdacht. Ich überprüfe ihn mit einem prompt geliegenden Flugversuch.
Sogleich muss ich im Flug an meinen Paredros denken; ich habe das Bedürfnis, ihn zu sehen, bin mir aber unsicher, ob es mir in der gegebenen Situation glücken kann.
So fliege ich kurzzeitig weiter, um den Zustand zu stabilisieren, entsinne mich aber sogleich, dass dies häufig kein probates Mittel ist, sondern oft auch ins Gegenteil ausschlagen kann.
Umgehend bringe ich mich senkrecht herunter, erlebe aber eine Enttäuschung. Sobald ich den Boden berühre, knicken mir die Beine ein und ich spüre, wie ich physisch werde. Mit den Einsinken der Beine ereilt mich ein Sehverlust und ich versinke in Dunkelheit.
Eilig unternehme ich einen Rettungsversuch, in dem ich vorwärts wegfliegen will in ein unmittelbar auftauchendes, unscharfes Licht vor mir. Dabei vernehme ich den Vorwurf einer inneren (?) Stimme, dass sie, gemeint sind die Paredroi, mir seit Wochen nicht helfen (!). Es ist, als würde ein Beobachter meiner Entwicklung mit diesem Kommentar meine tatenlosen Helfer kritisieren wollen.
Derweil kämpfe ich weiter mit einem sehr zähen, fast gelähmten Flug, wobei ich insbesondere meine Beine nur mit extremer Kraftanstrengung ausstrecken kann, was das Fliegen äußerst mühsam macht. Nach kurzem Kampf werde ich schnell physisch. Mit angewinkelten Beinen liege ich auf der linken Seite. Vermutlich hatte ich es also mit einem Erlebnis im „Ätherkörper“ zu tun, einem Zustand sehr nah der Physis; der Sehverlust und die Dunkelheit sind ebenfalls Indizien dafür.
Es ist 6:25 Uhr; fünf Minuten später hätte mich ohnehin der Wecker aus dem Astralzustand gerissen.

Der mysteriöse Raum

In einem kleinen Café ärgere ich mich mit einer Kuchenverkäuferin herum, die behauptet, ich hätte ein Stück Kuchen verzehrt, das für einen anderen Kunden reserviert gewesen sei, und verlangt doch glatt 300 € für dieses „Vergehen“ von mir! Letztlich wird es mir zu blöd. Die dumme Kuh kennt doch meinen Namen nicht, denke ich, und mache mich eilends durch die Glastür davon. Draußen herrscht ein angenehmer Tag irgendwo in einer Innenstadt. Ich suche mich unter die Menschen zu mischen und entschließe mich sodann, durch eine hohe gräulich-braune Holztür zu treten, die ich an der Ecke seitlich eines schmalen Platzes entdecke. Nach meiner Auffassung führt sie in die Bibliothek dieser Stadt. Drinnen bringe ich mich mit kräftigen Armschwüngen am Treppenaufgang vorbei nach oben und klare dabei auf. Ich gelange in einen Raum mit graubraunen, fensterlosen Holzwänden und steige bis zu dessen gewaltig hoher Decke auf. Dort treffe ich auf ein großes lamellenbestücktes Oberlicht, durch das, von der linken Seite her, weißes Tageslicht in den Raum fällt. Durch die Höhe und die gewaltigen Dimensionen empfinde ich den mysteriösen Raum irgendwie als majestätisch. Diesen Gedanken im Kopf drehe ich ein halbe Runde unter der Decke und komme zu einem kistenförmigen Absatz, an dem ich für einen Moment das Gefühl habe, die Szenerie würde um 180° kippen und ich befände mich mit einem Male nicht mehr an der Decke, sondern am Grund dieses seltsamen Raumes. Einen Sekundenbruchteil später stellt sich indes wieder die alte Orientierung ein und, mein Spiel fortsetzend, lasse ich mich von dem hölzernen Absatz in undefinierbarer Höhe immer weiter in die Tiefe und Dunkelheit gleiten, bis ich schließlich aufwache. Es ist ca. 6:20 Uhr.

Das astrale Hotel

Ich träume, dass an einer Straßeneinmündung zur Konrad-Adenauer-Str. zwei ehemalige Schüler in meinen Wagen einsteigen; kaum geschehen werde ich von der Polizei kontrolliert, der es verdächtig erscheint, dass ich zwei offenbar nicht zu mir gehörige Kinder in meinem Auto mitnehme. Ich überlege schon, wie ich diese Situation erklären kann, als mir klar wird, mich in einem Traum zu befinden.
Sogleich schwinge ich mich auf und lasse die Situation einfach hinter mir, fliege hoch und lande in einem reinweißen Gebäudekomplex, dem obersten Stockwerk einer wahrhaft gigantomanischen Hotelanlage, die scheinbar völlig menschenleer ist! Über die weiße Brüstung fliege ich hinaus in die blaue Luft in schwindelerregender Höhe. Die Hotelanlage bildet ein gewaltiges U aus unvorstellbar vielstöckigen Gebäuden. Alles wirkt merkwürdig steril, weiß und unbehaust. In der Mitte der Anlage liegt ein riesiger Swimmingpool mit blauem Wasser. Sobald ich mich vom Gebäude abgestoßen habe, versagen rätselhafterweise meine Flugkünste und ich stürze rasant in die Tiefe, dem Poolwasser zu. Dabei wird mir umgehend bewusst, dass ich unweigerlich ins Erwachen übergleite.
Aufgewacht stelle ich fest, dass ich mich gar nicht wohlfühle; ich hoffe nur, dass ich nicht ernstlich krank werde – mal sehen, wie es sich über den Tag entwickelt.