Eine Bauchrednerpuppe

Seit Sommer habe ich mich darauf verlegt, tagsüber zu meditieren und die etwas mühsameren bewusstseinsverändernden Übungen in der Nacht bzw. am frühen Morgen sein zu lassen. Infolgedessen sind die Klarträume seltener bzw. so kurz geworden, dass sie wenig berichtenswert sind.
Erst heute Morgen gab es spontan ein etwas ausgedehnteres Erlebnis.
In einem leeren Haus, meinem eigenen verwandt, aber traumtypisch abgewandelt und verfremdet, werde ich luzid und gehe die Treppe nach unten.
Neugierig öffne ich die Tür zu einem Kellerraum, der aber stockdunkel und uninteressant ist. Ich wende mich ab und schaue mich im Untergeschoss um. Es ist leer. Die Lichtverhältnisse erwecken den Anschein, als würde draußen ein bedeckter Tag herrschen. Meine Sehfähigkeit ist sehr schwankend; immer wieder entgleite ich in die Dunkelheit, sodass ich mir mit traumstabilisierenden Techniken aushelfen muss. Schließlich entscheide ich mich, einfach durch die Zwischendecken des Hauses nach oben aufzusteigen.
Mühelos durchfliege ich Zimmerdecken und Fußböden und gelange ins Dachgeschoss, wo die Stabilisierungsübungen schließlich zu greifen beginnen und sich ein stabiler optischer Eindruck manifestiert. Kurz drücke ich mein Gesicht in einen schrägen Dachbalken; mein Gesichtsfeld verdunkelt sich. Als ich es wieder herausziehe, habe ich einen unveränderten Blick in das Dachzimmer. Die Stabilisierung hat also funktioniert.
In der Dachkammer stehen etwas wahllos Möbel herum. Es macht den Eindruck, als hätte ein Kind sein Puppenhaus eingerichtet.
Besonders seltsam erscheint mir eine Art Kreuzung aus Puppe und Kleinkind. Das Wesen steht mitten im Raum auf einem Stuhl und stützt sich mit beiden Händen auf die Rückenlehne. Ich greife es unter den Achseln und hebe es an. Es hat ein dickes, rundes Gesicht mit kleinen hellblauen Augen; Nase und Mund fehlen. Trotzdem spricht das Wesen zu mir – und zwar aus seinem Bauchnabel, der sich dabei wie ein Mund öffnet und schließt!
Was es mir sagen will, begreife ich nicht. Es scheint sich nur um wirres Zeug zu handeln, das ich nicht nachvollziehen kann.
Verwirrt blicke ich mich um; mein Blick fällt auf einen niedrigen Schrank mit in Leder gebundenen Büchern mit Goldschnitt. Kurz muss ich an die Annahme der Esoteriker denken, dass diese eigentümliche Welt die Existenzweise sei, in der wir uns nach dem Tod wiederfinden! Ein Gefühl der Fremdheit und Sinnleere überkommt mich angesichts dieses Gedankens, denn nichts besitzt hier Beständigkeit, Verbindlichkeit und Bedeutung. Hier gibt es nur, was man sich selbst erschafft, wofür man sich mit voller Bewusstheit entscheidet!
Vielleicht, so überlege ich, kann mir mein Paredros Mayfield bei der Frage helfen, wie ich mit der Seinsweise in der Anderwelt umgehen soll? Ich rufe ihn, spüre aber irgendwie, dass diese Kontaktaufnahme heute nicht mehr klappen wird. Denn unmittelbar auf meinen Ruf falle ich in die dunkle Void und erlebe einen sehr langsamen Übergang in mein Schlafzimmer.
Es ist 8:17 Uhr.

Der Gasthof

Während eines längeren Flugtraum, der u.a. an der Einmündung Stettiner- und Breslauer Str. in Neustadt spielt, werde ich, nachdem ich die Straße in südlicher Richtung entlanggeflogen war, vollluzid und fliege in nordwestlicher Richtung auf eine weite unbebaute Ebene hinaus. Die Sonne ist gerade untergegangen und der atmosphärische Glanz einer Abenddämmerung im hochsommerlichen August liegt über der Landschaft. Goldgelbe Stoppelfelder, von schmalen Grasstreifen getrennt, liegen tief unter mir im abendlichen Halbschatten. Im Brustschwimmstil treibe ich mich einigermaßen schnell voran, einem großen Gebäude zu, das bereits im Schatten liegend auf dem Ausläufer einer Anhöhe in der Ferne zu sehen ist. Ich überlege, ob ich das Gebäude noch erreichen kann oder ob ich landen soll, um die Landschaft unter mir zu erkunden. Was allerdings sollte es mitten auf dem Acker zu entdecken geben? So beschließe ich, mich weiter bis zu dem Gebäude, einer Art Schloss oder Burg, vorzuarbeiten.
Tatsächlich erreiche ich das Gebäude unerwartet zügig. Es stellt sich als Gasthof heraus, aus dessen hohen kassettenverglasten Fenstern einladend helles und warmes Licht nach draußen fällt. Durch eine Holztür mit Glaseinsatz, dem Stil nach genau den Fenstern entsprechend, betrete ich den Vorraum des Gasthauses, wo mir sofort ein Herr mit schwarzem Überwurf entgegen tritt. Mit seinem Hut, seiner Barttracht und der altertümlichen Kleidung sieht er wie eine Amtsperson des 17. Jahrhunderts aus, obgleich ich hier definitiv nicht in eine andere Zeit versetzt bin, da das Innere des Gasthauses offenkundig mit elektrischem Licht erhellt ist.
Höchst entgegenkommend und freundlich geht mir der Herr entgegen und offeriert mir umgehend eine Willkommensspeise. Ich wundere mich, ein Entree angeboten zu bekommen, ehe die Angebote und Preise in diesem Restaurant überhaupt geklärt sind. Wie sich herausstellt spricht er nur französisch und so radebreche ich mit Handzeichen und meinen wenigen erhaltenen Brocken Schulffranzösisch, um die Bezahlung zu klären.
Der Herr winkt nur lächelnd ab, auf eine Bezahlung scheint es in diesem Gasthof mitnichten anzukommen! Stattdessen öffnet sich die Tür zum Hauptraum und eine Platte mit Zitronensorbet wird herausgereicht. Ich habe mir gerade das schönste Sorbet herausgesucht, als ich erwache. Es ist 5:54 Uhr.

„Klarnacht“

Diese Nacht durfte ich ein seltenes und erstaunliches Phänomen erleben: die sogenannte „Klarnacht“, in welcher der luzide Traumzustand über mehrere Stunden hinweg nahezu mühelos stabil gehalten werden kann!
Zunächst begann diese Erfahrung bald nach dem abendlichen Einschlafen mit einem ganz normalen Klartraum mit diversen Flugübungen. So will ich im Inneren eines hohen und luftigen Gebäudes einen tiefen Treppenschacht überfliegen, habe aber mit einer irrationalen Höhenangst zu kämpfen, die ich, völlig luzid, als unsinnig erkenne. Um es mir selbst zu beweisen, dass Höhe im Traumzustand eigentlich kein Problem darstellt, fliege ich durch das Fenster nach draußen.
Im Weiteren fliege ich im Inneren eines weit verzweigten Anwesens mit breiten, offenen Fensterfronten und auf dem davorliegenden gigantischen und parkähnlichen Wiesengelände mit gewaltig hoch aufragenden grünen Hecken umher.
Allein schon dieser erste Teil des Traums ist zeitlich bereits unheimlich lang ausgedehnt.
Zurück im Gebäude bin ich, in der Rückenlage auf dem Boden liegend, damit befasst, mir eine lange Jeans (sie stört mich irgendwie und ich will sie los haben) vom Körper zu strampeln. Nebenbei denke ich daran, meinen Schutzhelfer Mayfield aufzurufen. Merkwürdigerweise erscheint er auf meine Rufe hin nicht.
„Na ja, gut“, denke ich mir, „es mag ja fast so aussehen, als wollte ich ihn darum bitten, mir dabei zu helfen, eine Hose auszuziehen! Das wird er mich schon alleine machen lassen!“
Als ich fertig bin, verlasse ich den Raum durch die vordere Tür und gelange in eine von warmem und gemütlichem Licht erfüllte Küche. Dort an der Anrichte sitzt eine dunkelhaarige Fee, in Größe und Statur einem Grundschulkind entsprechend. Sie hat ein rundes Puppengesicht und dunkelbraune Augen.
Ich frage mich, ob ihr Erscheinen etwas mit meinem Ruf nach dem Schutzhelfer zutun haben könnte. Die Frage bleibt allerdings unbeantwortet, denn die Fee bestürmt mich sogleich telepathisch mit mir nur teilweise verständlichen Aussagen. Es scheint, als sei ich ihr ein Mitwisser eines bedeutsamen und schicksalsmächtigen Geheimnisses. Entsprechend konspirativ und dunkel sind ihre Aussagen und, das Spiel mitspielend, versäume ich es leider, um eine genauere Erklärung zu bitten.
In der Folge verwickle ich mich in eine Art „Agentengeschichte“, wobei ich mit anderen traumbewussten Personen zusammenkomme und mit diesen umherziehe. Was genau wir eigentlich zu tun haben, bleibt mir schleierhaft, doch erfahre ich in kürzeren Einblendungen (sie erinnern mich ein bisschen an einige Szenen aus „Thor“, dessen Anfang ich mir gestern Abend angesehen hatte), dass es irgendwie darum zu gehen scheint, die Welt gegen feindliche Mächte zu verteidigen. Ohnehin handelt es sich bei dieser „Agentenstory“ nur um eine, dem gewöhnlichen Träumen sehr ähnliche Nebenhandlung, die ich gar nicht als sonderlich bedeutsam erlebe. Zu gezielten Konfrontationen und Unternehmungen kommt es jedenfalls nicht.
Stattdessen sitze ich mit meinen Mitträumern u.a. vor einem Hauseingang. Einer meiner Begleiter betrachtet die Oberfläche einer Glasscheibe mit Drahtgeflecht und meint, er könne diese nicht klar wahrnehmen, woran er erkennen könne, dass all dies nicht real, sondern ein Traumerlebnis sei. Als ich die Glasfläche und die Lichtreflexe darauf betrachte, erscheint mir alles völlig klar und realistisch, sodass ich die Ausführungen meines Begleiters nicht nachvollziehen kann.
Über die immer unglaublicher erscheinende Länge und Stabilität dieses luziden Traumes immer stärker verwundert, führe ich immer mal wieder eine Zustandskontrolle in Gestalt eines RCs durch, mit dem immer gleichen Ergebnis, dass dieser Klartraum sich unverändert immer weiter ausdehnt!
Maßlos erstaunt, versuche ich mich irgendwann auch einmal mit Hilfe einer Wanduhr über die verstrichene Zeit zu orientieren. Diese zeigt zwölf Uhr mittags, woraus ich die Schätzung ableite, dass es in „realer“ Zeit jetzt ca. zwölf Uhr nachts sein müsste, was bedeutet, dass dieser Klartraumzustand nun schon mehr denn eine Stunde stabil ist! In dieser Form hatte ich das noch nicht erlebt!
Als ich nach einem, nach meinem Gefühl, über Stunden ausgedehnten Luzidtraum erwache, zeigt der Wecker 1:55 Uhr an.
Merkwürdigerweise habe ich beim Erwachen ein sehr unangenehmes Körperempfinden. Es handelt sich um ein sehr fremdartiges und unangenehmes Verspannungsgefühl im oberen Rücken und im Nacken, das sich als Spannungs- und Druckgefühl über den Kopf bis in die Stirn fortsetzt. Kurzum, ich fühle mich wie gerädert und frage mich, ob dieser unangenehme Zustand eine unmittelbare Folgewirkung des stundenlang ausgedehnten Klartraumzustandes sei. Dies würde bedeuten, dass ein langer Luzidtraum anstrengend und schlauchend ist und einem „normalen“ Traumschlaf hinsichtlich der Erholsamkeit nicht entspricht. Andererseits könnte das alles auch nur ein zufälliger Zusammenfall zweier Phänomene sein, die so gar nichts miteinander zu tun haben. Das werde ich spätestens erfahren, wenn mir erneut eine „Klarnacht“ gelingen sollte.

Psychopompos

In einem stillgelegten, mitten im Wald gelegenen Krankenhauskomplex laufe ich einen geraden Weg entlang. Weiter hinten steigt der Weg an und führt mich zu einem Durchgang in einem hoch aufgeschütteten Wall aus rotbrauner Erde. Dahinter tut sich unter dem weiß überzogenen Himmel eine Ebene auf. Ein Hinweisschild auf dem Weg hat mir verraten, dass es dort eine besondere Naturattraktion zu bestaunen gebe, den „See des I.“ (irgendein Heiligenname wie Isidor von Sevilla, Ignatius oder Irenäus, genau entsinne ich mich nicht mehr).
Auf einer Anhöhe stehend blicke ich auf die Ebene hinaus. Linkerhand befindet sich eine Ansammlung von Wohnhäusern, einige mit rotem Ziegel verklinkert.
Das Gefühl der Leichtigkeit, das mich hier oben überkommt, lässt mich klar werden und ich kontrolliere den Zustand mit einem RC.
Sofort fliege ich hoch, um einen Blick auf den See des I. zu werfen, nehme aber nur einzelne Tümpel auf der erdigen Ebene wahr.
Ich kümmere mich nicht weiter darum, sondern rufe meinen Schutzhelfer Mayfield, der sofort erscheint und mich an der rechten Hand nimmt. Sehen kann ich ihn nicht (bei dem Versuch stellen sich sofort Sehstörungen ein), nur fühlen.
Hand in Hand fliegen wir über die Eben aufsteigend in einen Grey-Out hinein.
Ich frage ihn, wie es in meinem Leben weitergehen wird.
Die Fragen, die mich gegenwärtig beschäftigen, so der Tenor seiner Antwort, würden mich mein Leben lang beschäftigen (enttäuschenderweise klingt das für mich so, als würde es für verschiedene Dinge nie eine klare Lösung geben), doch es würde ein glückliches Leben werden.
Ich frage ihn auch, ob ich etwas tun könne. Doch kenne ich in diesem Fall die Antwort schon: Es gebe nichts, was ich konkret unternehmen könne.
Durch den Grey-Out hindurch schwebe ich ins Erwachen hinüber und die Unterhaltung mit dem Schutzhelfer ist beendet. Gerne hätte ich etwas präziser gewusst, auf welche meiner gegenwärtigen Fragen (davon gibt es nicht zu wenige) er sich nun eigentlich genau bezogen hat, doch das muss vorerst offen bleiben.
Eine interessante Begegnung, die wie so oft zu Ergebnissen führt, die so nicht zu erwarten waren. Nicht umsonst hat der Umgang mit diesen geistigen Entitäten in der Magie große Tradition, weshalb es auch viele verschiedene Namen für sie gibt: psychopompos (Seelenführer), paredros (Beisitzer), Genius bzw. Familiar- oder Schutzgeist …; u.a. der antike Schriftsteller Ammianus Marcellinus erwähnt sie, indem er dem neupythagoreischen Thaumaturgen Apollonios von Tyana einen solchen „genius“ zuschreibt und erwähnt, dass jeder Menschen einen solchen beigeordnet habe, aber nur wenigen Tugendhaften es vergönnt sei, diesen wahrzunehmen und von ihm unmittelbar belehrt zu werden (Ammianus Marcellinus, Res gestae 21,14).

„Stalker“ im Zug und OBE

Im Zug begegne ich einem sehr unangenehm aufdringlichen und unverschämten Glatzkopf, fast so eine Art Stalker, der Provokationen von sich gibt und mich sogar antatscht! So versuche ich, mich vor ihm in Sicherheit zu bringen.
Schließlich gehe ich über einen Busparkplatz und besteige, in den Gedanken noch mit dem üblen Gesellen beschäftigt, einen Reisebus. In der Tür stehend schließt sich diese auch schon und der Bus fährt an. Anbei erwarte ich, mich in dem Bus Verwandten anschließen zu können, stelle aber schnell fest, dass ich das falsche Fahrzeug bestiegen habe. Die Situation im Bus ist mehr als merkwürdig: Er ist übervoll, nicht nur die Sitze, sondern auch alle Ecken sind mit hockenden und kauernden Menschen vollgepfercht, und ich blicke in unfrohe Gesichter von Personen, die ihre Umwelt kaum registrieren. Triste Violinenmusik dringt aus den Lautsprechern. Zudem ist das Innere des Busses in ein dunkles, nebliges und bläuliches Licht getaucht, was die sinistre Grundstimmung noch unterstreicht. Bie Sitzreihen nach hinten entlanggehend, erwarte ich schon nicht mehr, hier jemanden Bekanntes zu entdecken, sondern werde ob der seltsamen Umstände schnell traumklar. Umgehend mache ich mich fliegend durch den Decke des Busses davon, weg von diesem eigentümlichen Ort. Dabei tritt der altbekannte Sichtverlust ein und ich finde mich im außerkörperlichen Zustand in meinem Zimmer wieder. Ich vollziehe einen positiven RC, habe aber dennoch das Gefühl, den Zustand nicht halten zu können und zu erwachen. Doch muss es sich um falsches Erwachen handeln, denn ich schwebe nunmehr unter der Schlafzimmerdecke und betrachte einen mit Wasserfarbe braunrot bemalten Korken, der dort in die Decke eingelassen ist.
„Das muss immer noch ein AKE-Zustand sein!“, denke ich und führe einen weiteren RC durch. Meine Sicht ist instabil und meine Lage etwas unklar. Befinde ich mich unter der Zimmerdecke oder näher unten bei der Matratze? Außerdem fühle ich mich müde und kraftlos.
Mit aller Macht sage ich mir selbst: „Arbeite jetzt was!“ und denke an meine aktuelle Versuchsreihe.
Mit der Baumstammmethode rolle ich mich zwei- bis dreimal über links über den Bettrand, komme auf die Füße und stehe neben dem Bett auf. Dabei halte ich die Zustandskontrolle mit dem Zeigefinger kontinuierlich aufrecht. Ich bemühe mich, den Grauschleier vor meinen geschlossenen Augen – es ist, als blickte man an einem sehr grauen Tag die Sonnenscheibe hinter einer dichten Wolkendecke an – zu durchdringen und durch die Lider hindurch zu sehen. Ehe mir das aber gelingt, verliere ich den Anschluss; ich spüre direkt, wie sich die Position meines Zeigefingers innerhalb der Handfläche verschiebt bzw. verliert, bis er ganz normal neben meiner linken Hand auf meiner Brust liegt. Damit ist die Überblendung ins gewöhnliche Erwachen abgeschlossen.
Es ist 8:16 Uhr. Es wundert mich daher nicht, dass ich den Zustand nicht stabilisieren könnte. Für mich als „Lerche“ ist das bereits ziemlich spät am Morgen.

Im Betonbunker

In einem Schulgebäude mit massiven dunkelgrauen Betonwänden laufe ich in einem geräumigen Treppenhaus eine breite Treppenflucht herunter; ich eile einer kleinen Gruppe von Personen voraus, in der sich auch meine Kollegin H. befindet.
Nach dem Treppenabsatz nehme ich nach gerade einmal zwei bis drei Stufen den Rest der langen Treppe in einem einzigen Satz und komme unten sanft wie eine Feder auf.
H. meint, dass dies vielleicht etwas übermütig und gefährlich wäre, doch bin ich so beschwingt, dass ich um den Treppenabsatz herumgehe und dasselbe bei der nächsten Treppe wiederhole, ja einfach ins Fliegen übergehe, um H. einerseits das Gegenteil zu beweisen, andererseits meine besondere magische Fähigkeit zur Levitation vorzuführen. Dabei werde ich vollkommen luzid (war schon früher in dem Traum präluzid, als ich daran dachte, auf einem Blitz die Treppe nach unten zu reiten). Unten gelangen wir alsbald in eine Art Aula, wo sich sehr viele mir unbekannte Erwachsene aufhalten. Hier jage ich vor aller Augen unter der hohen Decke entlang, die sich in meinem Rücken anfühlt, als wäre sie mit einem weichen Filzteppich überzogen. Erstaunte und begeisterte Blicke folgen mir. Schließlich lande ich, um meine Kontaktexperimten fortzusetzen. Schnell führe ich noch einen gelingenden Zeigefingertest zur Absicherung durch und will mich sodann auf die Suche nach meiner S… begeben, spüre aber im gleichen Moment, dass ich den Anschluss verliere und durch einen Grey-out ins Erwachen übergehe. Der Ansatz war da, die Ausführung aber leider gescheitert.

Rausschmiss

Ab ca. 4:30 Uhr meditiere ich einen Zustrom von Lebenskraft, heilender Lebensenergie, und sehe und spüre dabei, in einem erhellten Schlafraum liegend, alsbald das Auflegen einer Hand durch eine Präsenz im Umraum, die mir tatsächlich mehr oder minder deutlich spürbar einen solchen Kraftzustrom zukommen lässt. Dass dies funktioniert, scheint mir etwas mit meinem Kontakt zum innersten Kern meiner Selbst zu tun zu haben.
Schließlich gerate ich in einen ausgedehnteren Traum, in dessen Verlauf ich mich in der Schule wiederfinde. Ich halte mich dabei in einem der oberen Stockwerke meiner ehemaligen Realschule auf, die Klassenräume gleichen aber eher denen im alten Schulhaus der Grundschule, an der ich heute unterrichte.
Gerade beginne ich – durch einiges organisatorisches Durcheinander bedingt – etwas unvorbereitet den Unterricht. Es geht um irgendwelche Hexenrezepte, wozu ich zunächst einmal irgendeinen albernen Hexenspruch rezitiere in der Hoffnung, dass die Kinder selbst darauf kommen, dass es in dieser Deutschstunde um kreatives Schreiben zu Hexensprüchen und dergleichen gehen soll. Der Unterrichtseinstieg klappt nur lahm; auch bemerke ich, dass das Arbeitsblatt, das mir vorliegt, vom Niveau her eher für Erst- oder Zweitklässler, jedoch kaum für meine Viertklässler geeignet ist.
Dummerweise sind jetzt plötzlich auch noch drei Fachleiter im Raum, beobachten den Unterricht und sind bereits heftig dabei, das mangelhafte Lernarragement und das kaum einen Lernzuwachs versprechende Unterrichtsmaterial zu kritisieren.
In diesem Moment werde ich luzid und weiß, dass ich mir all das nicht bieten lassen muss. Entschlossen nehme ich die zwei Frauen am Arm und eskortiere sie wortlos aus dem Raum. In gleicher Weise werfe ich den männlichen Fachleiter raus. Keiner von ihnen vermag jetzt auch nur noch ein weiteres Wort zu äußern. Ich führe ihn zu einem dunklen Treppenaufgang, den er ohne jeden weiteren Protest nach unten geht. Anbei denke ich daran, dass er am besten alles vergessen solle. Sein Gesichtsausdruck wird leer und unwissend, sodass mir die gewalttätige Geistesmanipulation an dem Mann umgehend Leid tut. Mit einem Fingerschnippen mache ich sie rückgängig. Er biegt mit ernster Miene um den nächsten Treppenabsatz und verschwindet, während ich umgehend kehrt mache und in den Raum zurückkehre.
Dort möchte ich durch eines der Fenster fliegen, finde aber keinen Weg nach draußen und verliere bald den Traum. Das Gefühl, die totale Oberhand über die Situation errungen und eigenmächtig das Blatt gewendet zu haben, bleibt mir indes gegenwärtig und ist einfach großartig! Es begeistert mich noch geraume Zeit nach dem Erwachen.

Der innerste Kern

Nach Einbruch der Dunkelheit bin ich im Osten Neustadts auf einem Feldweg unterwegs; es ist bereits stockdunkel, nur weißes Straßenlaternenlicht in der Ferne erhellt das Umfeld ein wenig. Auf dem Feld zu meiner Linken wurde ein gewaltiger Nachbau des Eiffelturms aus Holzbalken errichtet! Diese faszinierende Unmöglichkeit lässt mich umgehend luzid werden und ich beschließe, den riesigen Holzbau hinaufzufliegen. Obwohl er schwindelerregend hoch ist und ich, wohlwissend, dass mir im Traum eigentlich gar nichts zustoßen kann, etwas Höhenangst entwickle, fliege und hangle ich mich bis zu der zweigeteilten Spitze der Holzkonstruktion hinauf, die zwei schmale, nebeneinanderliegende Absätze formiert, auf denen genau meine Füße Platz haben. In gerader Haltung stelle ich mich breitbeinig dort oben hin und schaue, meine Ängste überwindend, aus ca. 120 Meter Höhe in die Tiefe und über das Panorama an Wiesen und Feldwegen hinweg. Es ist etwas heller geworden und ermöglicht ein Sehen in Graustufen wie am frühen Morgen. In einem letzten Schritt stoße ich mich mit beiden Beinen in die dämmrige Luft ab, fliege einige Züge und beschließe nun, zum „innersten Kern“ meines Selbst vorzudringen. Sofort wechselt die Umgebung und ich finde mich im Zimmer einer kleinen Wohnung wieder, deren Einrichtung fast ein bisschen wie die eines alten Puppenhauses wirkt (kleine Möbel, weiße Spitzendeckchen). Zwei Kinder, ein Junge und ein Mädchen, das J. sehr ähnelt, sind anwesend. Sie sind blond, blauäugig und freundlichen Wesens; mit ihren weißen Gewändern nehmen sie sich beinahe wie Engelchen aus.
„Helft ihr mir, meinen innersten Kern zu finden?“, frage ich die beiden und das Mädchen lächelt mich zustimmend an.
Wie nehmen die Tür in den nächsten Raum, der aber leer ist. Häufig findet man das, was man sucht, nachdem man eine Sichtbarriere überwunden hat, im nächsten Raum. Doch diesmal scheint nichts und niemand anwesend zu sein.
Ich schaue leicht enttäuscht eines der Möbelstücke an. Und eines der Kinder gibt mir zu verstehen, dass der innerste Kern nicht immer leicht zu finden sei.
Plötzlich sehe ich aus dem Augenwinkel eine schnelle Bewegung; irgendjemand oder etwas ist rasant in das vorhergehende Zimmer zurückgewechselt!
So begebe ich mich ebenfalls dorthin zurück und finde, versteckt zwischen den weißen Laken und Decken eines Bettes, ein weiteres blondes und blauäugiges Kind. Beinahe wie ein Säugling liegt es unbewegt auf dem Rücken und besitzt ein für ein Kind ungewöhnlich breites und kantiges Gesicht. Ohne weitere Reaktionen meinerseits abzuwarten, konfrontiert mich das Kind mit mir selbst! Urplötzlich stehen mir, wie auf die Bettdecke gelegt, meine eigenen handschriftlichen Notizen vor Augen, aus denen mir bewiesen wird, dass es das Ziel meines Daseins ist, mich in Bescheidenheit und Bedürfnislosigkeit zu üben; wenig angetan von dieser eher drögen Wahrheit, driftet meine Aufmerksamkeit schnell weg. Eilig versuche ich mich abzufangen, indem ich, in der Reihe meiner Experimente zum Thema „Kontaktversuche“, auf einen anderweitigen Anknüpfungsversuch umschalte. Den Dreh bekomme ich jedoch nicht hin; ich verliere die Bewusstheit und den Anschluss an den Traum.

Die Ebene der streitlustigen Schläfer

Mithilfe der WILD-Technik steige ich heute ab ca. 3 Uhr früh ziemlich mühelos dreimal hintereinander in unterschiedliche Traumsituationen ein und setze diesmal meine Versuche zur Kontaktaufnahme mit Traumpersonen fort. Die Ergebnisse sind unerwartet.
Im ersten Anlauf rolle ich mich während des hypnagogen Bildersehens mit einem begleitenden RC nach links aus, krieche aus dem Bett hinein in die OBE-typische Schlafzimmersituation; drüben im Arbeitszimmer (es wirkt leerer als normal) beobachte ich kurz die Nachbarsfamilie auf ihrem Grundstück. Die älteste Tochter scheint Besuch von gleichaltrigen Jungs zu haben und man hält sich im Garten auf. Sogleich will ich die Suche nach einer Kontaktperson beginnen, will dies aber angemessen bekleidet angehen und experimentiere daher mit Kleidungsstücken, die ich u.a. auf meinem Bett im Schlafzimmer finde. Interessanterweise findet dabei ein Wandel der Umgebung statt. Es entsteht eine kuriose Vermischung der Gegebenheiten in meinem Haus und dem Interieur eines Feriendomizils aus meiner Jugendzeit. Leider kostet mich die Kleiderprobe vor dem Spiegel zu viel Traumzeit, sodass ich aus dem ersten Klartraum erwache, ohne mein Vorhaben richtig in Angriff genommen zu haben.
Im zweiten Luzidtraum werde ich bewusst, während ich in einem großen, verwinkelten, in etwa krankenhausähnlichen Gebäude einen Gang entlanggehe. Eingedeck der Erfahrung aus dem Vorerlebnis gehe ich diesmal schneller ans Werk. Ich quetsche mich einfach durch eine Mauer ins Freie, wobei ich das Material in der Wand körperlich spüren kann, und gelange auf eine Ebene, die sich als ein städtisches, parkähnliches Umfeld präsentiert. Dort wiederhole ich meine astralen Kontaktaffirmationen und laufe los, zu einer Begegnung bereit. Leider treffe ich nicht die erhoffte Person. Stattdessen stellt sich heraus, dass es eine Ebene voller Traumschläfer zu sein scheint. Man erkennt sie daran, dass sie völlig unsinnig auf einen reagieren: So gerate ich mit einem Rad fahrenden Rentnerehepaar aneinander; vor allem der weißköpfige Mann geht mich ziemlich an, sodass mich zurückziehe. Dann treffe ich einige Frauen ebenfalls fortgeschrittenen Alters, die mitten auf dem Gehweg in rosa Plastikwannen Wäsche waschen und so in ihre eigenen Gedankeninhalte versponnen sind, dass bei der Begegnung mit mir keine sinnvolle Interaktion entsteht. Enttäuscht steige ich senkrecht zum Himmel auf und versuche dort, zu einer höheren, vielleicht bewusstseinsklareren Traumebene vorzudringen. Doch gelange ich dort in ein schwarzweiß gemustertes, immer dichter werdendes Gespinst, das sich wie eine Zeichnung über mein Gesichtsfeld legt, und gleite ins Erwachen über.
Die dritte Runde bringt mich in eine Schwimmhalle, in der es mir kaum besser ergeht. Im 25-Meter-Becken erspähe ich in der Menge der Schwimmer ein dunkelblondes Mädchen mit übernatürlich hellgrünen Augen, das ich kontaktieren will, das auf meine Telepathie aber nicht reagiert; möglicherweise handelt es sich ebenfalls um eine Traumschläferin. Das zu überprüfen gelingt mir jedoch nicht, da zumindest ein junger Kerl mit schwarzer Badehose, welcher der Freund des Mädchens zu sein scheint, meinen Versuch bemerkt. Der Kerl kommt gleich zum Beckenrand und will mich angehen.
Die eigentümliche Mischung aus Absenz und Aggressivität, die mir von den Traumschläfern entgegenschlägt, sorgt dafür, dass ich mich mit einem Gefühl höchster Unzufriedenheit auch aus diesem Traum zurückziehe.
Ich verstehe nicht ganz, was hier geschehen ist; ich muss wohl die benutzten Affirmationen überdenken – sie scheinen mich bei diesem Experimenten in irgendeiner Weise fehlzuleiten. Alfred Ballabene jedenfalls empfiehlt, solche Versuche mit dem innigen Wunsch nach Kontakt und dem Verströmen von Liebe zu verbinden – insbesondere Letzteres muss womöglich intensiviert werden, um derartige Pleiten zukünftig zu vermeiden.

Absturz eines Angebers

Zwar bin ich dadurch von meinem aktuellen Projekt abgeirrt, doch hat sich so immerhin das erste Mal seit Längerem ein Erlebnis ergeben, das ich auch in menschliche Worte fassen kann.
Bei einer Art Fortbildung (?) halte ich mich in einem Turnhallenkomplex von gewaltigen Ausmaßen auf. Mit einem Gefühl der Eile muss ich die große Haupthalle erreichen und rase zu diesem Zweck einen weitläufigen Treppenaufgang hinunter. Nun muss ich noch eine kleinere Übungshalle durchqueren, gerate hier ins Fliegen und werde hierdurch bewusst.
Unter der Hallendecke entlanggleitend will ich die – wie alle Turnhallen dieses Komplexes – mit Holzbrettern verschalte Wand einfach durchfliegen mit dem Ziel, die Wirklichkeitsdimension zu wechseln und mein derzeitiges Projekt aufzunehmen.
Das Passieren der Wand gelingt jedoch nicht, sie bleibt fest.
Kurzentschlossen lasse ich mich nach unten sinken, öffne die Hallentür und fliege in die große Halle dahinter, die in der unbewussten Astralreise zuvor mein Ziel gewesen war. Merkwürdigerweise lässt mich diese Entscheidung mein Vorhaben aus dem Blick verlieren, indem sich wohl so etwas wie eine leichte Bewusstseinstrübung einstellt, die das weitere Erleben etwas weniger tagbewusst, etwas stärker von Traumelementen durchwirkt erscheinen lässt.
Von der puren Lust erfasst fliege ich in der großen Halle rasant über den Grüppchen von Turnenden hinweg, so schwungvoll, dass es mir mulmig wird.
Nahe der Hallenmitte gehe ich schließlich herunter und treffe dort auf Sportlehrer L.; der meint, ich wolle ihn mit meiner Flugvorführung wohl beeindrucken, was mir bei einem der Sportlehrer, mit denen ich in der Oberstufe zu tun hatte, freilich mit keiner Übung jemals gelingen könnte.
An den Wochenenden betätige er sich als Freikletterer, gibt er mir mit dem Unterton zu verstehen, dass das nämlich wirklich etwas sei!
Anschließend hängt er sich einfach an mich dran und lässt sich von mir im Flug zum kürzeren Hallenende mitnehmen, wo in der rechten Hallenecke anstelle der üblichen Sprossenwand eine aus Sandsteinfelsen geformte Kletterwand aufragt!
Behände hechtet er die Kletterwand hoch, springt in einem beeindruckenden Satz, zu dem ich ihm nur gratulieren kann, von der obersten Plattform auf einen einige Meter entfernten Felsvorsprung zu seiner Rechten und von dort aus auf eine Felsnase an der linken Wand. Die Nase hält jedoch nicht; Zement bröckelt und der Sportlehrer stürzt zum Hallenboden und die Felsnase kommt auf ihm zu liegen! Unsinnigerweise komme ich mir in diesem Moment schuldig an dieser Misere vor, war ich es doch, der ihn zu seiner Angeberei „verführt“ hatte?!
Zwar ist L. nichts Ernsthaftes zugestoßen (das passiert in der Astralwelt ohnehin im Grunde nie). Dennoch will ich mich engagiert zeigen und halte daher einen zweiten, sehr lockeren und absturzgefährdeten Felsen, ein langes, flaches Gebilde aus rotem Sandstein, fest, bis ich ihn unter Ankündigung kontrolliert abstürzen lasse.
Lehrer L. scheint mir indes den Vorfall wirklich übel zu nehmen (als sei er tatsächlich meine Schuld!). Er sitzt finstere Blicke werfend unten auf dem Hallenboden. Und so entschließe ich mich zu handeln. Ich kreise über ihm, spreche in grottefalschem Latein, das mir gerade so in den Sinn kommt, einen Zauber über ihn, mit dem ich ihn alles vergessen lassen will. Als ich den Zauber zwei- bis dreimal wiederholt habe, wandelt sich L. in ein gelbes, missmutig dreinblickendes Legofigürchen (!) mit weißem Plastikbart, das am Ende des Zaubers gänzlich in der Grasnarbe versinkt, die unvermittelt am Hallenboden aufgetaucht ist. Als ich mich gerade frage, ob mein Zauber etwa gewirkt hat, erwache ich.
Leider habe ich mein eigentliches „Arbeitsziel“ schon bei der erfolglosen Wandpassage aus dem Blick verloren. Wohl war das Ganze den abendlichen Meditationsinhalten geschuldet. Sowohl diesen Abend kurz und dann am Morgen länger anhaltend habe ich beim konzentrierten Einschlafen Flugbewegungen im Schwimmmodus imaginiert, die sich dann auf die Traumebene übertragen haben.