Auf dem Spielbrett

Im trübgrauen Morgenlicht laufe ich, noch in den Schlafanzug gewandet, kurz nach dem Aufstehen einen betonierten Treppenweg hinab. Ich befinde mich in einer in Hanglage errichteten Wohnsiedlung aus zwei- bis dreistöckige Gebäuden, die Eigentumswohnungen beherbergen. In einer dieser Wohnungen sind derzeit meine Eltern untergebracht. Und ich suche sie, indem ich mithilfe eines quasi-telepathisch erweiterten akustischen Wahrnehmungsvermögens in die Wohnungen zur Rechten meines Weges hineinlausche.
Auch nach dem zweiten oder dritten erfolglosen Versuch, auf diese Weise meine Leute aufzuspüren, gelange ich auf einen länglichen, gepflasterten Platz, an dessen westlichem Rand ein Aussichtsgeländer einen Ausblick über die ausgedehnte Stadt am Fuß der Anhöhe gewährt.
Als blickte man von der Haardt in die Rheinebene hinaus, liegt unten Haus an Haus auf einer Fläche, die sich zum Horizont hin in morgendlichen Dunst hüllt. Luzid geworden überwinde ich mich, über das Aussichtsgeländer hinwegzufliegen und in schwindelerregender Höhe über die Hausdächer unter mir hinwegzugleiten. Kurz darauf beschließe ich, mich in die Stadt unter mir hinabsinken zu lassen.
In dem Moment, in dem ich den Abstieg einleite, weiß aber schon, dass mir diesmal erneut etwas widerfahren wird, das ich – beim ersten Mal noch zu meiner großen Überraschung und Enttäuschung – schon einmal erlebt habe: Die lebhafte Stadt verwandelt sich in eine Art gigantisches Spielbrett. Was zuvor dreidimensional erschien, nimmt den Charakter von schematischen Zeichnungen und ebenen geometrischen Formen an, die auf den dunkelgrauen Asphalt gemalt wurden. Auf diesem Spielfeld stehend bzw. knapp darüber schwebend, schwanke ich, was ich in dieser einförmigen und uninteressant gewordenen Umgebung nun unternehmen soll. Halbwegs bereitwillig überlasse mich schließlich der Auflösung der Szenerie und der Reintegration in die Wachwirklichkeit.
Das Ganze ist ein typisches Beispiel jener kurzen Luzidtraumerlebnisse, die sich auch dann noch bei mir einstellen, wenn ich, aufgrund der Verlagerung meiner Interessen, mehrere Wochen lang gar kein gezieltes Bewusstseinstraining mehr durchführe.

Meditation

Astral

Unter Anleitung eines Bademeisters oder Trainers übe ich zusammen mit anderen Kindern mit einem Schwimmbrett über die Wasseroberfläche eines kleinen Schwimmbeckens in einer Halle zu gleiten. Dazu springen die Übenden mit Anlauf in die Bauchlage und ziehen dann auf der Schwimmhilfe über das Wasser.
Als ich an der Reihe bin, Anlauf zu nehmen und abzuspringen, fliege ich indes eine Runde im Gleitflug einige zehn Zentimeter über das Wasser. Bei einer zweiten Runde mache ich dasselbe ohne Schwimmhilfe und gebe so vor den anderen Teilnehmern ein wenig an, dass es so ja wesentlich eleganter und kunstvoller ginge.
Luzid geworden hebe ich völlig ab und fliege meine Kapriolen über dem Schwimmbecken in der weiß gekachelten Halle. Eine Frau mit hochgesteckten Haaren gleitet ebenfalls in die Höhe, zeigt sich jedoch durch diese eigentümliche Möglichkeit verwirrt.
Wie ist das möglich, fragt sie sich.
„Das ist die Welt des luziden Traumes, die luzide Traumwelt!“, antworte ich ihr, wodurch sich meine eigene Bewusstheit noch steigert.
Eine Zeit lang fliege ich noch angenehm, aber ziellos über dem Becken umher, bis ich zu dem Schluss komme, dass ich die Traumzeit nicht mit Spielereien vergeuden sollte.
Ich erinnere mich, dass ich mir – im Zusammenhang mit meinem Castañeda-Test – sinnvollere Experimente vorgenommen hatte.
Neben dem Schwimmbecken bringe ich mich auf die Füße, führe zur Absicherung einen RC durch und verlasse die Schwimmhalle durch den nächstgelegenen Ausgang direkt vor mir.
Durch einen Flur betrete ich rechts die offene Tür zu einem halbdunklen Zimmer.
Ich schließe die Augen, reibe zur Traumstabilisierung intensiv die Hände und beabsichtige dabei, dass es im Raum erst einmal heller wird. Das klappt auch; nach dem Öffnen der Augen ist es, als wäre eine 40-Watt-Glühbirne an der Decke eingeschaltet worden; dem Seheindruck fehlt allerdings noch ein wenig die Schärfe.
Andauernd die Hände reibend schließe ich wieder die Augen, setze mich im Schneidersitz nieder, um im Traumzustand eine Meditation durchzuführen.
Wie ich ins Dunkle vor den geschlossenen Augen starre, denke ich unwillkürlich, dass das Erwachen eintreten könnte. Nicht optimal, überlege ich. Wenn man ans Aufwachen denkt, geschieht es auch bald.
Ich intensiviere die Traumstabilisierung. Und das hilft auch. Ich versuche mich auf die Meditationsübung zurückzubesinnen, bin mir aber meines Zieles nicht sicher. Schließlich habe ich das Gefühl, mich aus einer linken Seitenlage aufzurichten (keine Ahnung, wie ich in die geraten sein sollte). Die Meditation bildet ohne Bewusstseinsunterbruch einen Übergang ins Erwachen im dunklen Schlafzimmer.
Es ist kurz nah 5 Uhr. Nach 4:30 Uhr hatte ich nur ohne jede Anstrengung daran gedacht, dass ein luzider Traum doch ganz nett wäre.

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Der Castañeda-Test

Astral

Carlos Castañeda war ein amerikanischer Schriftsteller und New-Age-Guru, im Jahr 1925 geboren, verstarb er 1998 wahrscheinlich an Leberkrebs; wenige Tage nach seinem Ableben folgten ihm drei seiner engsten Anhängerinnen vermutlich durch Selbstmord in den Tod. Zwei von ihnen sind bis heute spurlos verschollen; die sterblichen Überreste der Dritten wurden 2006 im berühmten „Tal des Todes“ aufgefunden!
Seine Werke, als anthropologische Studien u.A. über schamanische Zauberpraktiken der Yaqui-Indianer herausgegeben, gelten heute als reine Fiktion und werden in Anthropologie und Ethnologie als obsolet angesehen.
Dennoch ist er in esoterischen und (plastik-)schamanischen Kreisen bis heute eine wichtige und vielgelesene Referenz geblieben; auch in der Literatur zum Thema „Klartraum“ ist er ungebrochen präsent, sodass ich, womöglich selbst nicht ausreichend kritisch, Verweise auf Castañeda in meinem eigenen Buch verarbeitet habe.
Durch den Hinweis einer Leserin meines Blogs habe ich dieser Tage Castañedas „Die Kunst des Träumens“ (US-amerikanisches Original „The Art of Dreaming“, New York 1993) aus dem Schrank gezogen und einer gründlichen Lektüre unterzogen. Castañeda beschreibt darin u. A. seine Begegnungen mit potenziell tödlich gefährlichen Wesenheiten aus anderen Universen, zu denen man in der Traumwelt Zugang finden könne. Beim Lesen fielen mir diesmal einige Punkte auf, die mir zuvor nicht in dem Maße bewusst geworden waren, mir nun aber einige Einsichten in die Arbeitsweise Castañedas vermittelten.
Bemerkenswert war zunächst, dass Castañedas Traumberichte, isoliert betrachtet, völlig unspektakulär mithin banal wirkten; erst die oft extrem weit hergeholt erscheinenden und überzogenen Deutungen bzw. Vorankündigungen aus dem Mund seines alten Egos Don Juan Matus überhöhten die Erlebnisse zu Dramen auf Leben und Tod, als die sie ohne diese Inszenierung und Illuminierung aus dem Kontext niemals durchgehen würden!
Dies scheint ein wesentlicher literarischer Konstruktionstrick dieser Texte zu sein, dass die Inhalte eines Traumtagebuchs durch fiktionale Einschübe und ausgreifende, teils übergriffige Reflexionen, die einer aus uralten Quellen schöpfenden Zauberer-Gruppe um den fiktiven Don Juan zugeschrieben werden, zu einem magischen Erfahrungsbericht verschmolzen werden.
Interessanterweise kann selbst beim genauen Lesen häufig nicht genau eruiert werden, ob die geschilderten Ereignisse nun in der physischen Realität oder im Zustand der „zweiten Aufmerksamkeit“ (also im Traum) erfolgt sein sollen. So vollzieht sich eine Manipulation des Lesers, dem durch erzähltechnische Kunstgriffe und gezielt als literarisches Instrument eingesetzte Irreführungen machtvolle und unvorstellbare Erfahrungen vorgegaukelt werden. Dies geschieht schlicht indem das umgekehrte Ockhamsche Rasiermesser angewendet wird: Einfache und naheliegende Deutungen werden durch komplizierte und hochfahrende Assoziationen und nicht überprüfbare Behauptungen Don Juans (sprich durch ein nur dem Eingeweihten zugängliches Geheimwissen) ersetzt. Eine logische Herleitung der Aussagen aus dem Gegebenen ist oft nicht möglich. Ihre Unangemessenheit wird aber nur dann erkannt, wenn sie gründlich hinterfragt und mit den konkreten Traumberichten gegengeprüft werden.
Ferner entsteht durch dieses Verfahren der Darstellung generell eine ins Mystische entrückte Beschreibung, die nicht überprüft, also weder bestätigt noch widerlegt werden kann. Dies soll womöglich auch der Anforderung des alten Egos Castañedas entsprechen, dass der Zauberer die eigene Biografie verschleiern und auslöschen müsse, um zur Freiheit von allen Festlegungen durch das Umfeld und durch die eigene Vergangenheit zu gelangen.
Leider gewann ich den Eindruck, dass noch nicht einmal die berichteten Träume selbst völlig authentisch sind, sondern aller Wahrscheinlichkeit nach selbst Fakten und Fiktionen bis zur Nichtunterscheidbarkeit vermischen. Die Lektüre authentischer Erfahrungen löst bei mir im Nachgang oft spontane und sehr klare nächtliche Erlebnisse aus, während Material, das ich intuitiv als Makulatur empfinde, das Bewusstsein trübt und zu scheinbar traumlosen Nächten, verringerter Traumintensität und Traumerinnerung führt.
Bei der Lektüre von „Die Kunst des Träumens“ ging die Bewusstseinstrübung streckenweise sogar so weit, dass sie sich auf den Alltag in der Wachwirklichkeit auswirkte! So kehrte ich von meinen täglichen Spaziergängen zurück und stellte hinterher fest, dass ich so wenig bewusst war, dass ich im Nachgang nur mit Mühe und großer Unsicherheit rekonstruieren konnte, welchen Weg ich auf dem mehr oder minder mechanisch abmarschierten Rundgang nun eigentlich genau abgelaufen hatte! Das war derart unüblich, dass es mir sogleich auffiel.
Zumindest was Castañedas Traumberichte betrifft, lässt sich indes – wesentlich leichter als bezüglich der sonstigen Angaben – relativ sicher eine Verifizierung bzw. Falsifizierung durchführen. Castañeda schildert, wie er von Don Juan angeleitet worden sei, in seinen Träumen Gegenstände zu fixieren, um in einen anderen Traum überzugehen, also in einem anderen Traum zu „erwachen“. Castañeda beschreibt diesen Vorgang als ein Hineingezogenwerden in einen Strudel, der in einen anderen Traum überführt.
Meist sollen sich die Traumgegenstände beim Anstarren verändern und in andere Gegenstände umwandeln.
Zudem sollen unter den Traumgegenständen Gegenstände identifiziert werden können, die sich von gewöhnlichen Traumillusionen unterscheiden, weil sie imstande sind, Energie zu emittieren und im Sinne der „Scouts“ Castañedas als Schlupflöcher oder Führer in andere Realitäten, andere Universen fungieren. Sie sollen erkannt und gesehen werden können, einfach indem man die Absicht dazu äußert bzw. mit dem kleinen Finger auf sie deutet.
Auch der Hinweis auf die angeblich sehr machtvollen „Zwillingspositionen“, also die Methode, im Traum noch einmal in exakt derselben Körperlage einzuschlafen, die man beim Einschlafen im Bett innehatte, bietet sich an, durch eine Reihe von Experimenten überprüft zu werden. Dadurch soll laut Castañeda z. B. ein geträumtes Schlafzimmer, wie es in bewussten Träumen sehr häufig erlebt wird, in höchster „Konkretheit“ in die volle Wahrnehmung des realen Schlafraums überführt werden können!
Daraus ergeben sich einige experimentell überprüfbare Fragestellungen.

Frage 1: Was geschieht, wenn im luziden Traum systematische Versuche mit dem Anstarren von Gegenständen vorgenommen werden? Verhalten sich die Dinge so, wie Castañeda es beschreibt? Verändern sich Traumgegenstände wirklich, wenn man sich anstarrt?

Frage 2: Kann man durch die Absicht dazu bzw. durch das Zeigen auf irgendwelche Traumgegenstände mit dem kleinen Finger tatsächlich Energieströme sehen, durch die man gewöhnliche Traumillusionen von Portalen oder Führern in andere Universen unterscheiden kann?

Frage 3: Lassen sich auf diese Weise tatsächlich „Scouts“ isolieren? Und hat irgendjemand Erfahrung im Umgang mit derartigen Scouts?

Frage 4: Was geschieht, wenn man die beschriebenen „Zwillingspositionen“ erprobt? Wirken sie wirklich in der Art, wie Castañeda es beschreibt?

Darüber Näheres herauszufinden wäre wirklich interessant! All die Klarträumer da draußen, die Lust haben, solchen Fragen in eigenen Tests nachzugehen oder bereits einschlägige Erfahrungen besitzen, sind eingeladen, mir ihre Statements und Berichte zukommen zu lassen! Das lässt sich einfach über die Kommentarfunktion erledigen.

Einen ersten „Zwillingspositionen“-Test kann ich jedenfalls schon einmal für heute Morgen vermelden: Im falschen Erwachen führte ich in der Rückenlage bei geschlossenen Lidern eine WILD-Übung durch; die Matratze meines Bettes war dabei nach links erweitert und dort lag Z., der ich die Technik erklärte und, durch das Eigengrau auf den Augenhintergrund blickend, die Sache praktisch demonstrierte. Irgendwann verlor ich allerdings in diesem Prozess die Bewusstheit, schlief einfach ein. Im Grunde war hier also ein den Vorgaben Castañedas entsprechendes zweites Einschlafen im Traumzustand erfolgt, ohne dass dies in diesem Fall jedoch zu spektakulären Ergebnissen gesteigerter „Konkretheit“ geführt hätte.

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Begrenztheit

Astral

Zurückversetzt in ein Alter von vielleicht 12 oder 13 Jahren halte ich mich mit zahllosen anderen Kindern in einer gigantischen Schwimmhalle mit Besucherrängen auf. Treppauf und durch einen Vorraum gehe ich links in den Jungsbereich und suche meinen Platz, finde ihn aber nicht.
Irgendwann denke ich: „Wenn du hier in der Luft schwimmen kann, dann bist du im Traum!“
Es folgt eine Überblendung ins dunkle Schlafzimmer, wo ich mich auf der Matratze liegend im Rückenschwimmen erprobe. Ich komme zwar nicht von der Stelle, es klappt aber halbwegs. Dennoch habe ich noch Zweifel, eine Exkursion hinzubekommen. Ein Realitätstest bestätigt aber die grundsätzliche Möglichkeit dazu. Schließlich drehe ich mich über links in die Luft und bringe, das Gesicht Richtung Fußende des Bettes, meine Füße links neben dem Bett zu Boden.
Noch kann ich nichts sehen, doch rhythmisches Klatschen auf den Körper als haptische Stabilisierung lässt einen Schein goldenen Lichts in meinem Gesichtsfeld erscheinen, das von der Schlafzimmertür herkommt. Schon kann ich gut sehen und fliege durch das realistisch anmutende Schlafzimmer hinüber in das ebenso unauffällige Arbeitszimmer. Das gedämpfte goldene Morgenlicht dringt dort durch die ostseitigen Fenster hinein.
Kurz überlege ich, ob ich stoppen, einfach hier im Raum bleiben und innerhalb dieses Traumzustandes eine Meditationsübung beginnen soll. Meditationen sollen innerhalb des Traumzustandes ausgeführt wesentlich effektiver sein als im Wachzustand. Nachdem ich zur Sicherung noch einen fixen RC eingeschoben habe, fliege ich jedoch schnellentschlossen durch die Fensterscheibe nach draußen in den Garten.
Dunkelgrünes hochgewachsenes Gras und Kräuter bedecken sowohl mein als auch die beiden benachbarten Gartengrundstücke.
Richtung Osten existiert indes keinerlei Bebauung. Alle Häuser, die dort in der physischen Wirklichkeit stehen, sind nicht vorhanden. Ich habe ungehinderten Ausblick in die Rheinebene, in die ich immer geradeaus fliegen will, soweit ich irgend komme.
Leider erkenne ich schon kurz vor dem Grundstücksende, das der Osten von dunkelgrauen Nebelschwaden und Wolkengebilden verhangen ist. Fliege ich dort hinein, wird die Szenerie in ein graues, undifferenziertes Nichts übergehen.
Der Eindruck entsteht, ich bewegte mich innerhalb eines begrenzten Lichtspots, der nur die drei Gartengrundstücke hinter dem Haus erfasst.
Ich beschließe, innerhalb dieses Kreises zu verbleiben, auch wenn ich es ein wenig unbefriedigend und begrenzend empfinde.
In schwungvollen Kreisen jage ich dort auf und ab, fühle mich aber durch ein flatterndes weißes Hemd gestört, das sich im Armbereich eng um meinen Oberkörper gewickelt hat. Ich werfe es ab; ebenso das weiße T-Shirt, das ich darunter trage. Nun fühle ich die kühle, aber nicht unangenehme Luft im Flug an meinem unbekleideten Körper entlangstreifen. In der Rückenlage meine nackten Beine betrachtend probiere ich kurz, eine Hose zum Erscheinen zu bringen, doch das hat keinen Effekt und würde sicher nur mit hohem, aber wohl kaum lohnendem Konzentrationsaufwand zu realisieren sein. Ich fliege lieber weiter.
Zu meiner Verwunderung sind urplötzlich begrenzende Wände um mich erschienen. Es ist, als flöge ich nun in einem großen Zimmer und nicht mehr im Freien umher. Das Zimmer hat genau an derselben Stelle sonnenbeschienene Fenster wie mein reales Arbeits- bzw. mein Wohnzimmer im EG. Erneut durchfliege ich die Fenster und gerate in eine wesentlich hellere Gartenszenerie. Diesmal sind die Grundstücke von einem ausgedehnten Feld gemähten Rasens von lebhaftem Grün dominiert. Im Osten steht die helle Sonnenscheibe am Himmel. Als ich ein wenig aufsteige, entdecke ich etwas Erstaunliches: Auf der Höhe des Dachfirsts schiebt sich von oben her eine schwarze runde Blende über die Sonne! Eine Sonnenfinsternis tritt ein. Schwebe ich wieder einige Meter nach unten, verschwindet die Blende wieder. Es ist, als reichten die paar Meter Höhenunterschied hier aus, um über eine Bedeckung der Sonnenscheibe durch den Mond zu entscheiden! Auch ein zweiter Versuch bringt dasselbe Ergebnis!
Schließlich vertreibe ich mir die Zeit mit Fliegen, wobei ich aus dem Garten zurück ins unmöbliert erscheinende Zimmer gleite und umgekehrt. Einmal muss ich auf dem Rückweg in den Garten eine geschlossene Schiebetür aus Holzimitat anstelle des Fensters durchqueren, was aber kein Problem darstellt.
Zuletzt wünsche ich mir beim Durchqueren der Scheibe bei geschlossenen Augen, einen Umraum voller Realismus, Schönheit und Liebe zu betreten. In der Tat wird es vor Augen heller und heller und ich glaube schon fast, mich beim Öffnen der Augen in der hellen Void vorzufinden. Doch treffe ich stattdessen auf die dunkelgraue Leere und gehe ins Erwachen über.
Es ist kurz vor 6 Uhr. Die Wochenendübung begann wie üblich um 4:30 Uhr.

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Chaos

Astral

Die Traumarbeit entgleitet heute Morgen zu einem ziemlich wilden Durcheinander an Traumhandlungen und unbefriedigenden Gefühlswahrnehmungen; irgendwann sitze ich wieder in unseren alten Familiendomizil in Ingenheim und bin mit all dem ziemlich unzufrieden. Auf der Sitzecke gegenüber dem Gasofen schließe ich die Augen und konzentriere mich darauf, meinen Geist zu leeren und loszulassen.
Die Vision eines relativ nah vor meinen Augen an dem dunkelbraun lackierten Ofen hängenden roten Ofenhandschuhs erscheint. Die Wahrnehmung entspricht der eines hypnagogen Bildes beim Einschlafen und bleibt recht stabil.
Vielleicht kann ich mich in die Wahrnehmung hineinbegeben? Den Blick abwendend probiere ich mich in der Szenerie vor meinen Augen umzusehen, doch das Bild wandert nur aus, verdunkelt sich und ich blicke in tiefgrauen Schatten. Als ich mich wieder auf den Ofenhandschuh fixiere, stellt sich das klare Ausgangsbild wieder ein.
Ein direktes Übergehen oder „Hineindrehen“ in das Wahrnehmungsfeld, um eine andere Traumebene zu erreichen, scheint leider hier nicht möglich. Die gelinde Enttäuschung bewirkt völligen Bewusstseinsverlust. Ich falle zurück in die schwer erinnerlich wirren Traumerlebnisse, die den Morgen prägten.

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Phasenwechsel?

Astral

Nachdem die Forschungsreisen in nicht-alltägliche Wirklichkeiten über einen längeren Zeitraum hinweg durch Luzidwerden innerhalb von Traumsequenzen begannen, bringt die Samstagsübung diesmal falsches Wachliegen und Erwachen mit eingeschobenen bzw. „eingeblendeten“ Trauminhalten.
Ich träume, in die Innenräume eines altes Herrenhaus zu blicken und eine innere Stimme erzählt mir dazu die Geschichte, dass hier auf einer Etage ein Geist in der Gestalt eines 80 bis 90jährigen Herrn umgehe; Personen, die diesem Ruhelosen begegnet seien, geben an, dass er ihnen eine Art Tattoo an seinem Handgelenk gezeigt habe, dass einen Leitspruch oder Formel zusammenfasse, eine Art Handlungsanleitung für Adepten: Flüstern, zuhören, schweigen … An dieser Stelle des Traumes blendet sich nun mein morgendliches Schlafzimmer unaufdringlich ein; die Mitteilungen werden indes fortgesetzt: Eine kirchliche Autorität, ich sehe kurz in der Rückenansicht einen älteren Herrn mit kurzgeschorenem weißen Haar und Glatze, kritisiert heimliches, geheimnistuerisches Flüstern und sich Austauschen als Mitursache von Unaufrichtigkeit und Sektierertum.
Als diese eigentümlichen Mitteilungen enden, finde ich mich in mein Schlafzimmer übergeblendet. Im morgendlichen Zwielicht betrachte ich die lange Wand gegenüber dem Fußende meines Bettes. Normalerweise steht dort eine Schrankwand; nun aber ist die Wand leer und halblinks zur Fensterseite ist ein seltsames Bullauge zu sehen, das Durchblick in das angrenzende Badezimmer gewährt. Kurzzeitig mache ich mir Gedanken über den Sinn dieses Einrichtung.
Schließlich unternehme ich einen Ablösungsversuch: Ich richte meinen Oberkörper aus der Rückenlage auf und führe dabei einen Realitätstest mit verwirrendem Ergebnis durch: Im ersten Augenblick scheint er positiv auszufallen, dann aber verkehrt er sich ins Gegenteil und scheint für gewöhnliches Wachliegen zu sprechen. Schnell probiere ich noch, mich mit einigen Schwimmbewegungen nach vorne wegzutreiben, doch das funktioniert genauso wenig, als würde ich es aus dem normalen Wachliegen heraus versuchen.
Nach diesem Misserfolg kommt es schnell zu einem „Rückfall“ in die vorherige Traumsequenz; diesmal wird mir kurz eine Tafel mit spirituellen Entwicklungsstufen gezeigt, an deren unteren Ende ich mich selbst einordne. Die Stufe ist auf dieser Schautafel mit einem einzelnen Kleinbuchstaben bezeichnet: g oder c.
Zu guter Letzt gleitet das Träumen in einige sexuell gefärbte Kapriolen ab.
Es ist kurz nach 6:30 Uhr, als ich meine Notizen beginne. Mal sehen, ob die Vermutung stimmt, dass nun wieder eine Phase folgt, die von vermehrten OBE-Zuständen als Ablösungserlebnis geprägt ist.

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Tischleindeckdich

Astral

In der heutigen Samstagsübung bin ich mal wieder mit meinem Auto unterwegs und befahre schließlich die Zufahrt unseres alten Ferien- und Wochenenddomizils in Billigheim-Ingenheim; auf der Einfahrt laufen mir Jugendliche achtlos, ohne sich auch nur mal umzudrehen, vor dem Kühler herum. Mich durch die Gruppe unaufmerksamer Teenager durchlavierend biege ich nach dem Zufahrtsbereich links in den ersten Sand- und Splittweg ein, der zu unserer Parzelle führt.
Unvernünftiges Volk, denke ich, mir muss nur versehentlich die Kupplung wegrutschen und schon kommen sie unter die Räder!
Beim Befahren des Weges dunkelt es, als bräche die Nacht herein; das Auto verschwindet unmerklich und ich betrete zu Fuß den Platz.
Als ich das Wiesenstück auf unserer Parzelle überquere, bin ich vollluzid. Im Lauf überprüfe ich kurz den Bewusstseinszustand, indem ich für einen Moment in den Flug übergehe und in den Vorraum unserer Unterkunft eintauche. Das bringt völlige Klarheit. Sofort bringe ich mich aber wieder in den „normalen“ Gehmodus, denn ich beschließe, ohne besondere Spielchen in Interaktion mit der Situation vor Ort zu treten.
Durch den Vorraum gehe ich in den Schlafbereich. Interessant ist, dass es in der Traumszenerie jetzt nicht mehr Abend oder Nacht, sondern bereits früher Morgen geworden zu sein scheint. Meine Eltern sind bereits wach. Und mein Bett sieht so aus, als hätte ich darin geschlafen; Bücher und zerknüllte Taschentücher liegen auf der Bettdecke. Ich mache mich daran, sie aufzuräumen und Ordnung zu schaffen.
Vater kommt hinter mir im Schlafanzug vorbei und fragt, wieso ich so verzückt dreinschaue. Er scheint sich nicht bewusst zu sein, dass dieses Erlebnis in einer nicht-alltäglichen Wirklichkeitsdimension stattfindet und versteht daher meine Faszination nicht.
Vor dem Fenster jenseits meines Bettes ist jetzt ein strahlender Morgen voll goldenem Licht angebrochen und ich beobachte, wie ein großer brauner Hase durch das Buschwerk und das hohe Gras auf der Nachbarparzelle außer Sicht hüpft.
Nun gehe ich zurück in den Vorraum, wo Mutti, ihrerseits noch im Schlafanzug, offenbar mit der Vorbereitung des Frühstücks befasst ist.
Rechts neben der Sitzecke (dieser Standort entspricht nicht der damaligen Raumaufteilung) steht ein älterer Kühlschrank, dessen Oberseite ziemlich in die Jahre gekommen ist. Hier versuche ich ein „magisches“ Experiment. Mit Handbewegungen und Konzentration will ich die leere Ablagefläche obenauf als Tischleindeckdich nutzen und dort Frühstücksutensilien erscheinen lassen. Doch meine Bemühungen fruchten nicht. Vielleicht ist die Bewusstheit nicht ausgeprägt genug?
Nochmals führe ich eine Zustandskontrolle durch, indem ich unter die Holzdecke aufsteige und mich dort kurz in der Bauchlage um den eigenen Schwerpunkt drehe. Alles ist in Ordnung, der Zustand stabil.
„Merkwürdig, das ist das einzige Wunderding, das ich hier wirklich zuverlässig beherrsche!“, sage ich aus dem Flug heraus zu meiner Mutter. „Aber den Frühstückstisch wie ein Tischleindeckdich zu füllen, vermag ich nicht!“
Sie wirkt keineswegs überrascht, dass ich unter der Zimmerdecke herumfliege.
Das mit dem Fliegen hätte ich schon öfter und auch von anderen berichtet, antwortet sie sinngemäß und fügt die seltsame Frage „Aber meine Füße nehmen kannst du?“ an.
„Ja!?“, meine ich verwundert.
Plötzlich liegt Mutter bäuchlings in der Luft, die Füße in Richtung Esstisch, auf dessen Plastiktischdecke noch Dinge vom Vortag herumliegen und der vor dem Frühstück eigentlich noch abgewischt gehört.
Ihren Anweisungen folgend lege ich meine Arme um ihr Beinpaar und schlage die mit dünnen Halbsöckchen bewehrten Füße in einem langsamen Takt auf den Tisch, da es nicht ganz einfach ist, den Schwerpunkt des in der Luft liegenden Körpers auszutarieren.
„Schneller!“, meint Mutter.
So schlage ich schneller: Tapp, tapp, tapp.
Nun manifestieren sich, für einen Sekundenbruchteil transparent, dann aber sofort völlig materiell, zwei Essbestecke, funkelnd polierte Gabeln, Messer und Löffel, auf zwei dunkelgrünen Papierservietten an den beiden langen Seiten des Tisches!
Ich schlage erwartungsvoll weiter, doch es passiert nichts Weiteres; Speisen oder weitere Gegenstände tauchen nicht aus dem Nichts auf. Zumal spüre ich in diesem Augenblick, wie ich in ein Erwachen in der Rückenlage im Bett übergehe. Es ist kurz nach 5:30 Uhr.

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