Diana

Am fortgeschrittenen Nachmittag mache ich mich mit M. auf den Weg, einen Berg an der Haardt zu ersteigen. Ich bin zu Fuß unterwegs, M. jedoch eilt mir, zeitweise das Vorderrad hochreißend und auf dem Hinterrad fahrend, auf einem Mountainbike den Asphaltweg voraus und ist bald nicht mehr zu sehen.
Ich indes kehre in eine Art Bergstation am Fuß des Gebirges ein, denn scheinbar muss man für das Gipfellokal mindestens 5 € berappen.
Im Inneren des Gebäudes stehe ich schließlich an einer Glasscheibe und blicke in den davorliegenden Flur.
Da fällt mir eine junge blonde Frau auf. Ich blicke sie an, sie erwidert den Blick, tritt näher, so nah, dass sie ihr mit kleinen Mitessern besetztes Knollennäschen fast an der Scheibe platt drückt. Durch die Scheibe hindurch fragt sie wortlos (reine Telepathie), ob wir uns kennenlernen wollten.
„Warum nicht?“, gebe ich zurück und komme um die Scheibe herum nach draußen auf den Gang zu ihr.
Zusammen gehen wir den Flur entlang; er ist schmal, so dass ich hinter ihr gehen muss.
Dabei fällt mir ihr kindlicher Körperbau auf, den ich, wie mit einem Röntgenblick, durch ihre Kleidung hindurch klar bis auf die Einzelheiten der Haut erkennen kann. Ihrem Körper fehlen noch die weiblichen Rundungen und kurz wundere ich mich darüber. Im der Astralwelt ist es jedoch normal, dass Körper nicht immer der physischen Form perfekt entsprechen, manchmal sind sie rudimentär entwickelt, gelegentlich wirkt man jünger als man in der physischen Realität ist.
Im Vorraum umarmen und drücken wir uns. Nebenbei überprüfe ich kurz mein eigenes physisches Erscheinungsbild, indem ich an mir herunterblicke. Dort sehe ich meinen normalen Körper; Beine in dunkelblauen Jeans, meine neuen Turnschuhe.
Alsdann meint sie kurzangebunden, jetzt hätte auch sie einen Mann. Und es klingt ein bisschen so, als hätte sie eine Weile lang Ausschau gehalten und sich nun ganz spontan entschieden. Wie meine allererste Freundin scheint sie diesbezüglich offenbar von der ganz schnellen Truppe zu sein.
Während wir uns zu einem Sofa begeben, will ich überhaupt erst einmal ihren Namen erfahren.
„Diana“, antwortet sie und eher wirr als schlagfertig vergreife mich gleich mit einer von Halbwissen diktierten Replik:
„Wie die griechische Liebesgöttin!“
Auf dem Sofa kuschelnd möchte ich sodann noch herausfinden, wie alt meine Gespielin denn nun eigentlich ist.
Es kommt unverwandt heraus, dass sie erst 16 ist, was mir ein wenig zu denken gibt.
Schließlich begeben wir uns nach draußen und laufen die Betontreppe vor dem Gebäude herunter.
Von ihrem geringen Alter etwas irritiert interessiert es mich, was sie wohl in mir sieht, und frage sie, wie alt sie mich schätze.
„39“, antwortet sie wie aus der Pistole geschossen. Es scheint ihr also völlig klar zu sein, dass sie hier mit jemandem anbandeln möchte, der mehr als 20 Jahre älter ist als sie!
„Das Doppelte von dir ist richtig: 38“, gebe ich zurück. „Ich habe genau heute Geburtstag.“
Nach einigen Schritten, die wir, Arm in Arm, unter dem blauen Himmel nach links von der Treppe ab weitergehen, erfolgt das Erwachen. Traumende kurz nach 5 Uhr.
Erst im Nachhinein fällt mir auf, dass ich bei diesem „Traumdate“ nur Quatsch von mir gegeben hatte: 16 plus 16 gleich 38! Und Diana als Liebes- und nicht als Jagdgöttin! Immerhin war mein Gegenüber so jung, dass es das wohl gar nicht bemerkt und gar nicht so sehr auf die Worte geachtet hat.
Jedenfalls war es ein bemerkenswertes Erlebnis mit nach und nach ansteigender Luzidität. Interessant ist auch, dass diese Erfahrung eine quasi unmittelbare Antwort auf mein gerade gestern Abend nochmals überdachtes Vorhaben war, die Astralwelt nach meiner Wesensverwandten auszukundschaften.

Schabernack

Heute wieder ein sehr prolongierter Klartraum. Um 4:30 Uhr wurde mit der Einleitung begonnen; Ende um 6:16 Uhr.
Ich fand mich, zunächst unluzid, in einem großen Bungalow wieder, überprüfte irgendwann meinen Zustand mit einem RC, der aber negativ ausfiel. Dennoch hatte ich irgendwie das Gefühl loslegen zu können und legte eine Flugprobe ein, die sogleich für Klarheit sorgte.
Umgehend wollte ich mit der Klärung jener existenziellen Frage fortfahren, die ich schon gestern am liebsten dem Doppelgänger gestellt hätte.
So wünsche ich mir einen weisen Gesprächspartner herbei.
Eine Art männliche Putte mit krausen Blondhaaren und kleinen blauen Augen erscheint mir und empfiehlt mir dazu jemanden, der in das Papier eine Chipstüte (!) wie in einen Umhang gekleidet in Erscheinung treten werde.
Gleich darauf erhalte ich tatsächlich eine längliche Chipstüte, die in meinen Händen erscheint. Im Umherschweben im Inneren des Hauses gelange ich mehr oder minder gleichzeitig in einen leicht dämmrigen Flur, wo eine junge Frau mit dunklem Haar, dunkelbraunen Augen und braunem Teint die Tür eines Zimmers öffnet, um eine der dort in einer kleinen Gruppe wartenden Personen einzulassen – es scheint sich um die Warteschlange vor dem Behandlungszimmer einer Heilerin oder Schamanin (?) zu handeln.
Ich verweile nur kurz am Rande der Wartegruppe und ziehe mich dann, die Chipstüte öffnend und meine Fragen in die Öffnung hineinsprechend, in einen größeren angrenzenden Raum zurück. Irgendwie weiß ich ganz von selbst, dass so zu verfahren sei.
Anschließend halte ich die Öffnung der Tüte an mein rechtes Ohr und fliege lauschend in langsamen weiten Kreisen in dem Raum umher.
Tatsächlich tönt aus der nicht etwa mit Chips, sondern mit einer popcornähnlichen Masse gefüllten Tüte eine salbungsvolle weibliche Stimme hervor, die mir u.a. verkündet, meine Sache sei bei Gott, auch bei „Maria“ und „Allah“, gut angenommen, zudem hätte ich „Trump“ nur an einer Stelle zugestimmt …
Das mehr und mehr sich ausdehnende Gerede enttäuscht mich zunehmend, denn es ist einfach nur das Gewäsch einer billigen Jahrmarktswahrsagerin, das nicht einmal ansatzweise auf meine Fragen eingeht. Am Ende höre ich nur noch mit halbem Ohr zu und bin froh, als das Popcorn der wertlosen „Instantwahrsagetüte“ ausgelaugt ist und die Stimme nichts Weiteres mehr zu sagen hat. Verdrossen stelle ich fest, dass ich nichts von Bedeutung erfahren habe.
Dennoch will ich nicht aufgeben; der luzide Traumzustand ist stabil genug, um fortfahren zu können. Entschlossen quetsche ich mich durch die Außenwand des Bungalows, sie leistet mir nur kurz einen etwas härteren Widerstand, ins Freie. Unter dem frühmorgendlich blauen Himmel, hinter mir geht wohl gerade die Sonne auf, pausiere ich kurz auf der umgelegten Rückbank eines Kombis und kämpfe einen Moment mit der Enttäuschung, die ich soeben erlebt habe. Für einen Moment taucht ein junger Soldat in Tarngrün am Wagen auf. Offenbar gehört das Fahrzeug ihm.
Schließlich raffe ich mich auf und fliege weiter in eine herrliche Landschaft hinein. Es handelt sich um eine Wiese an einem Waldrand.
Dort begegnet mir sogleich eine Art orientalischer Jägersmann! Er trägt einen Anzug aus bräunlich-olivgrünem Filz mit vielen Taschen, eine Flinte über der Schulter und einen roten Topfhut mit weißem Rand. Vom Gesicht her könnte er vielleicht türkischer Herkunft sein. Ihn frage ich ohne viele Umschweife, wo ich die weiseste Person dieser Welt finden könne. Doch der Jäger reagiert abweisend und geht, ohne auf mich einzugehen, nach rechts weiter eine überdachte hölzerne Treppe, wie im Märchen ist sie stellenweise mit weißen Pilzhüten bewachsen, in ein bewaldetes Tal hinunter.
Weiter hinten am Waldrand entdecke ich in diesem Augenblick eine weitere Person und mache mich auf, diese zu befragen.
Doch in diesem Moment gehe ich ins Erwachen über.
Im Wachen fühle ich mich sehr ernüchtert, weil ich rein gar nichts in meiner Sache erreichen könnte. Es fühlt sich regelrecht so an, als hätten sich die Helfer hier diesmal einen rechten Schabernack mit mir erlaubt.

Der Doppelgänger

Ich komme eine Treppe herunter und blicke, als käme ich aus dem Bad, in mein Schlafzimmer hinein. Dort steht im Halblicht eine Person in einem weißen T-Shirt und weißen Boxershorts links neben dem Bett, das Gesicht zur Wand gewendet.
Irritiert, was der Fremdling in meinem Haus zu tun habe, rufe ich ihn laut an, was er hier zu suchen habe, und hoffe ich, ihn so vertreiben zu können. Dann gehe ich auf ihn zu, er dreht sich um und mit Erschrecken stelle ich fest, dass ich selbst es bin (!) – aber wer bin ich dann, wenn der da ich ist? Enerviert werfe ich mich auf den Doppelgänger und wir starren uns in die Gesichter, während der Schreck sich bei mir mit aufkeimender Luzidität mischt. Was sagt mir sein erstarrter Gesichtsausdruck? Wirkt auch er erstaunt? Was sieht er in mir? Sollen wir wieder zu einem verschmelzen?
Noch während mir all dies durch den Kopf jagt erwache ich als ein wieder vereinigter (?) Dritter und wundere mich gewaltig über das Erlebnis, wobei der alptraumhafte Schrecken, durch meine vielfältige Erfahrung mit traumhaften Sonderbarkeiten, schnell nachlässt. Dumm, dass ich mich durch das Erschrecken um eine sicherlich hochinteressante luzide Erfahrung gebracht habe.
Gestern hatte ich die bei Platon überlieferte Jenseitsreise des Er nochmals studiert und mir daraufhin die Frage vorgelegt, warum ich mir dieses, mein jetziges Schicksal gewählt habe. Ob die heutige Erfahrung etwas damit zu tun hat? Die Beweggründe zu kennen und besser zu verstehen wäre jedenfalls gewiss eine bedeutende Hilfe, denn wer weiß, von welcher Ausgangslage er herkommt, kann auch besser begreifen, wo es mit ihm hingeht. Womöglich hätte eine Unterhaltung mit dem Doppelgänger Licht in dieses Dunkel bringen können?

Erleuchtung

Heute früh eine Erfahrung, die gar nicht richtig in Worte gefasst werden kann! Das spontane Erlebnis des Erleuchtungszustandes: Das Sehen und Spüren des inneren Lichtes, als würde, irgendwo von der Körpermitte ausgehend, reines weißes Licht den Astralkörper überfluten, was dann auch zu dem merkwürdigen Effekt führte, dass meine Augäpfel irgendwie von innen und unten, vom Hals her, von diesem hellen inneren Licht beleuchtet wurden!
An diese schnell ansteigende und kulminierende Strahlkraft knüpfte sich das überwältigende Gefühl der Wärme, Annahme und Zuneigung, gefolgt aber auch von der konträren Erkenntnis, dass es keine Konsequenzen dieser Erfahrung im alltäglichen Leben geben würde, da ich ihr, in die alltäglichen Zusammenhänge verstrickt, nicht gerecht werden könne und z.T. auch gar nicht gerecht werden möchte, weil die daraus erwachsenden Erfordernisse menschenunmöglich wären. In dem Sinne war es eine paradoxe Erfahrung, die sich trotzdem sehr danach anfühlte, als wäre meine jahrelange Meditationspraxis das erste Mal wirklich an ein Ziel gelangt!
Zusätzlich merkwürdig war, dass es zunächst gar nicht danach aussah, als würde mir selbst diese Erfahrung zuteil werden.
Stattdessen träumte ich, in der Rolle Martin Luthers zu sein und an dessen Stelle eine tiefe religiöse Erleuchtung zu erfahren. Schnell fiel diese traumhafte Überlagerung des Erlebens jedoch weg und die Erleuchtung wurde zu meiner ganz persönlichen.
Die seltsame Überlagerung geht auf jeden Fall darauf zurück, dass ich gestern Abend den TV-Film „Katharina Luther“ angeschaut hatte. Schließlich erlebte ich mich ja kurzzeitig in der Gestalt des in der Verfilmung agierenden Schauspielers!
Der Rest ist indes weniger leicht erklärlich und traf mich aus heiterem Himmel.

Zombie und Paredros

Im Inneren eines burgartigen Innenhofs oder Innenraums (quadratische Grundfläche, hoch aufragende fensterlose Wände aus grauem Stein mit relativ schmalen und niedrigen Zugängen) hebe ich luzid ab, drehe eine kurze Runde über die schmale Treppenflucht entlang der Wände und bringe mich dann zur Rechten meiner Begleiterin, einer dunkelrothaarigen Frau mit Sommersprossen, wieder herunter. Im Moment meiner Landung wandelt sich das Gesicht der Frau – ich betrachte es im Profil – schädelähnlich ab! Die Augen werden starr und unheimlich und sind blicklos geradeaus gerichtet; die Gesichtshaut beginnt wie über bei einer schwer abgemagerten Person über den hervortretenden Knochen zu spannen. Die irritierende Veränderung bringt mich dazu, mich abzuwenden und nach meinem Paredros „Mayfield“ zu rufen. Ich habe das Gefühl, dass es etwas zu besprechen gibt. Tatsächlich erscheint sofort sein Gesicht in meinem Blickfeld direkt vor meinen Augen: ein älterer Herr mit schwarzem, breitkrempigen Hut, gebräuntem Gesicht und einem Lächeln auf den Lippen. Unbedingt muss ich mit ihm etwas besprechen, was mich dieser Tage umtreibt. Seine Antworten haben mir dieses Wochenende schon sehr geholfen, die Dinge aus einer anderen Blickrichtung zu sehen und inneren Frieden zu finden.

Eine Bauchrednerpuppe

Seit Sommer habe ich mich darauf verlegt, tagsüber zu meditieren und die etwas mühsameren bewusstseinsverändernden Übungen in der Nacht bzw. am frühen Morgen sein zu lassen. Infolgedessen sind die Klarträume seltener bzw. so kurz geworden, dass sie wenig berichtenswert sind.
Erst heute Morgen gab es spontan ein etwas ausgedehnteres Erlebnis.
In einem leeren Haus, meinem eigenen verwandt, aber traumtypisch abgewandelt und verfremdet, werde ich luzid und gehe die Treppe nach unten.
Neugierig öffne ich die Tür zu einem Kellerraum, der aber stockdunkel und uninteressant ist. Ich wende mich ab und schaue mich im Untergeschoss um. Es ist leer. Die Lichtverhältnisse erwecken den Anschein, als würde draußen ein bedeckter Tag herrschen. Meine Sehfähigkeit ist sehr schwankend; immer wieder entgleite ich in die Dunkelheit, sodass ich mir mit traumstabilisierenden Techniken aushelfen muss. Schließlich entscheide ich mich, einfach durch die Zwischendecken des Hauses nach oben aufzusteigen.
Mühelos durchfliege ich Zimmerdecken und Fußböden und gelange ins Dachgeschoss, wo die Stabilisierungsübungen schließlich zu greifen beginnen und sich ein stabiler optischer Eindruck manifestiert. Kurz drücke ich mein Gesicht in einen schrägen Dachbalken; mein Gesichtsfeld verdunkelt sich. Als ich es wieder herausziehe, habe ich einen unveränderten Blick in das Dachzimmer. Die Stabilisierung hat also funktioniert.
In der Dachkammer stehen etwas wahllos Möbel herum. Es macht den Eindruck, als hätte ein Kind sein Puppenhaus eingerichtet.
Besonders seltsam erscheint mir eine Art Kreuzung aus Puppe und Kleinkind. Das Wesen steht mitten im Raum auf einem Stuhl und stützt sich mit beiden Händen auf die Rückenlehne. Ich greife es unter den Achseln und hebe es an. Es hat ein dickes, rundes Gesicht mit kleinen hellblauen Augen; Nase und Mund fehlen. Trotzdem spricht das Wesen zu mir – und zwar aus seinem Bauchnabel, der sich dabei wie ein Mund öffnet und schließt!
Was es mir sagen will, begreife ich nicht. Es scheint sich nur um wirres Zeug zu handeln, das ich nicht nachvollziehen kann.
Verwirrt blicke ich mich um; mein Blick fällt auf einen niedrigen Schrank mit in Leder gebundenen Büchern mit Goldschnitt. Kurz muss ich an die Annahme der Esoteriker denken, dass diese eigentümliche Welt die Existenzweise sei, in der wir uns nach dem Tod wiederfinden! Ein Gefühl der Fremdheit und Sinnleere überkommt mich angesichts dieses Gedankens, denn nichts besitzt hier Beständigkeit, Verbindlichkeit und Bedeutung. Hier gibt es nur, was man sich selbst erschafft, wofür man sich mit voller Bewusstheit entscheidet!
Vielleicht, so überlege ich, kann mir mein Paredros Mayfield bei der Frage helfen, wie ich mit der Seinsweise in der Anderwelt umgehen soll? Ich rufe ihn, spüre aber irgendwie, dass diese Kontaktaufnahme heute nicht mehr klappen wird. Denn unmittelbar auf meinen Ruf falle ich in die dunkle Void und erlebe einen sehr langsamen Übergang in mein Schlafzimmer.
Es ist 8:17 Uhr.

Psychopompos

In einem stillgelegten, mitten im Wald gelegenen Krankenhauskomplex laufe ich einen geraden Weg entlang. Weiter hinten steigt der Weg an und führt mich zu einem Durchgang in einem hoch aufgeschütteten Wall aus rotbrauner Erde. Dahinter tut sich unter dem weiß überzogenen Himmel eine Ebene auf. Ein Hinweisschild auf dem Weg hat mir verraten, dass es dort eine besondere Naturattraktion zu bestaunen gebe, den „See des I.“ (irgendein Heiligenname wie Isidor von Sevilla, Ignatius oder Irenäus, genau entsinne ich mich nicht mehr).
Auf einer Anhöhe stehend blicke ich auf die Ebene hinaus. Linkerhand befindet sich eine Ansammlung von Wohnhäusern, einige mit rotem Ziegel verklinkert.
Das Gefühl der Leichtigkeit, das mich hier oben überkommt, lässt mich klar werden und ich kontrolliere den Zustand mit einem RC.
Sofort fliege ich hoch, um einen Blick auf den See des I. zu werfen, nehme aber nur einzelne Tümpel auf der erdigen Ebene wahr.
Ich kümmere mich nicht weiter darum, sondern rufe meinen Schutzhelfer Mayfield, der sofort erscheint und mich an der rechten Hand nimmt. Sehen kann ich ihn nicht (bei dem Versuch stellen sich sofort Sehstörungen ein), nur fühlen.
Hand in Hand fliegen wir über die Eben aufsteigend in einen Grey-Out hinein.
Ich frage ihn, wie es in meinem Leben weitergehen wird.
Die Fragen, die mich gegenwärtig beschäftigen, so der Tenor seiner Antwort, würden mich mein Leben lang beschäftigen (enttäuschenderweise klingt das für mich so, als würde es für verschiedene Dinge nie eine klare Lösung geben), doch es würde ein glückliches Leben werden.
Ich frage ihn auch, ob ich etwas tun könne. Doch kenne ich in diesem Fall die Antwort schon: Es gebe nichts, was ich konkret unternehmen könne.
Durch den Grey-Out hindurch schwebe ich ins Erwachen hinüber und die Unterhaltung mit dem Schutzhelfer ist beendet. Gerne hätte ich etwas präziser gewusst, auf welche meiner gegenwärtigen Fragen (davon gibt es nicht zu wenige) er sich nun eigentlich genau bezogen hat, doch das muss vorerst offen bleiben.
Eine interessante Begegnung, die wie so oft zu Ergebnissen führt, die so nicht zu erwarten waren. Nicht umsonst hat der Umgang mit diesen geistigen Entitäten in der Magie große Tradition, weshalb es auch viele verschiedene Namen für sie gibt: psychopompos (Seelenführer), paredros (Beisitzer), Genius bzw. Familiar- oder Schutzgeist …; u.a. der antike Schriftsteller Ammianus Marcellinus erwähnt sie, indem er dem neupythagoreischen Thaumaturgen Apollonios von Tyana einen solchen „genius“ zuschreibt und erwähnt, dass jeder Menschen einen solchen beigeordnet habe, aber nur wenigen Tugendhaften es vergönnt sei, diesen wahrzunehmen und von ihm unmittelbar belehrt zu werden (Ammianus Marcellinus, Res gestae 21,14).

„Stalker“ im Zug und OBE

Im Zug begegne ich einem sehr unangenehm aufdringlichen und unverschämten Glatzkopf, fast so eine Art Stalker, der Provokationen von sich gibt und mich sogar antatscht! So versuche ich, mich vor ihm in Sicherheit zu bringen.
Schließlich gehe ich über einen Busparkplatz und besteige, in den Gedanken noch mit dem üblen Gesellen beschäftigt, einen Reisebus. In der Tür stehend schließt sich diese auch schon und der Bus fährt an. Anbei erwarte ich, mich in dem Bus Verwandten anschließen zu können, stelle aber schnell fest, dass ich das falsche Fahrzeug bestiegen habe. Die Situation im Bus ist mehr als merkwürdig: Er ist übervoll, nicht nur die Sitze, sondern auch alle Ecken sind mit hockenden und kauernden Menschen vollgepfercht, und ich blicke in unfrohe Gesichter von Personen, die ihre Umwelt kaum registrieren. Triste Violinenmusik dringt aus den Lautsprechern. Zudem ist das Innere des Busses in ein dunkles, nebliges und bläuliches Licht getaucht, was die sinistre Grundstimmung noch unterstreicht. Bie Sitzreihen nach hinten entlanggehend, erwarte ich schon nicht mehr, hier jemanden Bekanntes zu entdecken, sondern werde ob der seltsamen Umstände schnell traumklar. Umgehend mache ich mich fliegend durch den Decke des Busses davon, weg von diesem eigentümlichen Ort. Dabei tritt der altbekannte Sichtverlust ein und ich finde mich im außerkörperlichen Zustand in meinem Zimmer wieder. Ich vollziehe einen positiven RC, habe aber dennoch das Gefühl, den Zustand nicht halten zu können und zu erwachen. Doch muss es sich um falsches Erwachen handeln, denn ich schwebe nunmehr unter der Schlafzimmerdecke und betrachte einen mit Wasserfarbe braunrot bemalten Korken, der dort in die Decke eingelassen ist.
„Das muss immer noch ein AKE-Zustand sein!“, denke ich und führe einen weiteren RC durch. Meine Sicht ist instabil und meine Lage etwas unklar. Befinde ich mich unter der Zimmerdecke oder näher unten bei der Matratze? Außerdem fühle ich mich müde und kraftlos.
Mit aller Macht sage ich mir selbst: „Arbeite jetzt was!“ und denke an meine aktuelle Versuchsreihe.
Mit der Baumstammmethode rolle ich mich zwei- bis dreimal über links über den Bettrand, komme auf die Füße und stehe neben dem Bett auf. Dabei halte ich die Zustandskontrolle mit dem Zeigefinger kontinuierlich aufrecht. Ich bemühe mich, den Grauschleier vor meinen geschlossenen Augen – es ist, als blickte man an einem sehr grauen Tag die Sonnenscheibe hinter einer dichten Wolkendecke an – zu durchdringen und durch die Lider hindurch zu sehen. Ehe mir das aber gelingt, verliere ich den Anschluss; ich spüre direkt, wie sich die Position meines Zeigefingers innerhalb der Handfläche verschiebt bzw. verliert, bis er ganz normal neben meiner linken Hand auf meiner Brust liegt. Damit ist die Überblendung ins gewöhnliche Erwachen abgeschlossen.
Es ist 8:16 Uhr. Es wundert mich daher nicht, dass ich den Zustand nicht stabilisieren könnte. Für mich als „Lerche“ ist das bereits ziemlich spät am Morgen.

Im Betonbunker

In einem Schulgebäude mit massiven dunkelgrauen Betonwänden laufe ich in einem geräumigen Treppenhaus eine breite Treppenflucht herunter; ich eile einer kleinen Gruppe von Personen voraus, in der sich auch meine Kollegin H. befindet.
Nach dem Treppenabsatz nehme ich nach gerade einmal zwei bis drei Stufen den Rest der langen Treppe in einem einzigen Satz und komme unten sanft wie eine Feder auf.
H. meint, dass dies vielleicht etwas übermütig und gefährlich wäre, doch bin ich so beschwingt, dass ich um den Treppenabsatz herumgehe und dasselbe bei der nächsten Treppe wiederhole, ja einfach ins Fliegen übergehe, um H. einerseits das Gegenteil zu beweisen, andererseits meine besondere magische Fähigkeit zur Levitation vorzuführen. Dabei werde ich vollkommen luzid (war schon früher in dem Traum präluzid, als ich daran dachte, auf einem Blitz die Treppe nach unten zu reiten). Unten gelangen wir alsbald in eine Art Aula, wo sich sehr viele mir unbekannte Erwachsene aufhalten. Hier jage ich vor aller Augen unter der hohen Decke entlang, die sich in meinem Rücken anfühlt, als wäre sie mit einem weichen Filzteppich überzogen. Erstaunte und begeisterte Blicke folgen mir. Schließlich lande ich, um meine Kontaktexperimten fortzusetzen. Schnell führe ich noch einen gelingenden Zeigefingertest zur Absicherung durch und will mich sodann auf die Suche nach meiner S… begeben, spüre aber im gleichen Moment, dass ich den Anschluss verliere und durch einen Grey-out ins Erwachen übergehe. Der Ansatz war da, die Ausführung aber leider gescheitert.

Rausschmiss

Ab ca. 4:30 Uhr meditiere ich einen Zustrom von Lebenskraft, heilender Lebensenergie, und sehe und spüre dabei, in einem erhellten Schlafraum liegend, alsbald das Auflegen einer Hand durch eine Präsenz im Umraum, die mir tatsächlich mehr oder minder deutlich spürbar einen solchen Kraftzustrom zukommen lässt. Dass dies funktioniert, scheint mir etwas mit meinem Kontakt zum innersten Kern meiner Selbst zu tun zu haben.
Schließlich gerate ich in einen ausgedehnteren Traum, in dessen Verlauf ich mich in der Schule wiederfinde. Ich halte mich dabei in einem der oberen Stockwerke meiner ehemaligen Realschule auf, die Klassenräume gleichen aber eher denen im alten Schulhaus der Grundschule, an der ich heute unterrichte.
Gerade beginne ich – durch einiges organisatorisches Durcheinander bedingt – etwas unvorbereitet den Unterricht. Es geht um irgendwelche Hexenrezepte, wozu ich zunächst einmal irgendeinen albernen Hexenspruch rezitiere in der Hoffnung, dass die Kinder selbst darauf kommen, dass es in dieser Deutschstunde um kreatives Schreiben zu Hexensprüchen und dergleichen gehen soll. Der Unterrichtseinstieg klappt nur lahm; auch bemerke ich, dass das Arbeitsblatt, das mir vorliegt, vom Niveau her eher für Erst- oder Zweitklässler, jedoch kaum für meine Viertklässler geeignet ist.
Dummerweise sind jetzt plötzlich auch noch drei Fachleiter im Raum, beobachten den Unterricht und sind bereits heftig dabei, das mangelhafte Lernarragement und das kaum einen Lernzuwachs versprechende Unterrichtsmaterial zu kritisieren.
In diesem Moment werde ich luzid und weiß, dass ich mir all das nicht bieten lassen muss. Entschlossen nehme ich die zwei Frauen am Arm und eskortiere sie wortlos aus dem Raum. In gleicher Weise werfe ich den männlichen Fachleiter raus. Keiner von ihnen vermag jetzt auch nur noch ein weiteres Wort zu äußern. Ich führe ihn zu einem dunklen Treppenaufgang, den er ohne jeden weiteren Protest nach unten geht. Anbei denke ich daran, dass er am besten alles vergessen solle. Sein Gesichtsausdruck wird leer und unwissend, sodass mir die gewalttätige Geistesmanipulation an dem Mann umgehend Leid tut. Mit einem Fingerschnippen mache ich sie rückgängig. Er biegt mit ernster Miene um den nächsten Treppenabsatz und verschwindet, während ich umgehend kehrt mache und in den Raum zurückkehre.
Dort möchte ich durch eines der Fenster fliegen, finde aber keinen Weg nach draußen und verliere bald den Traum. Das Gefühl, die totale Oberhand über die Situation errungen und eigenmächtig das Blatt gewendet zu haben, bleibt mir indes gegenwärtig und ist einfach großartig! Es begeistert mich noch geraume Zeit nach dem Erwachen.