Das goldene Netz

Kurz nach 6 Uhr beginne ich mit den hypnagogen Bildern zu experimentieren. Wenig später sitze ich auf Knien auf einem Esstisch in einem rollladenverdunkelten Raum; aus dem Treppenhaus fällt Tageslicht in den Raum. Auf dem Tisch sortiere ich Arbeits- und Bastelblätter aus rotem Kartonpapier in eine Religionsmappe ein. S., einer meiner Nachbarn, ist ebenfalls – indes unkörperlich – in dem Raum anwesend und spricht beiläufig mit mir.

Schließlich verlasse ich das Zimmer und gehe zum Treppenaufgang; es ist eine geradläufige Treppe, die unten eine Linkskehre ins Untergeschoss nimmt. Ich schaue an mir herunter und bemerke, dass ich eine hellblaue Jeans trage. Ich bücke mich, um den Saum ordentlich über meine braunen Lederschuhe zu ziehen. Dann gehe ich schnell und leichtfüßig nach unten. Auf einem weiteren Absatz in der Diele bleibe ich stehen und denke daran, jetzt einfach zu fliegen, denn ich bin mir im Klaren, in einem Traum zu sein. So gleite ich durch die Luft in das ebenfalls rollladenverdunkelte EG hinein. Es ist ein weitläufiger, leerer Raum mit hellen, polierten Granitfliesen. Die Aktion wirkt wie ein zusätzlicher Realitätstest und erhöht die Bewusstseinsklarheit immens. Ich wende bei einer Zwischentür mit Mattglaseinsatz, lande mitten in dem Raum und setze mich sofort zu Boden, um meine Meditation zu beginnen. Dabei stellt sich ein physisches Gefühl ein, das ich durch intensives Händereiben ausgleiche.

Mit Beginn der Meditationsübung spüre ich einen Zug nach hinten, der mich in die Rückenlage bringt. Zugleich beginne ich mich unwillentlich um eine Achse in Bauchhöhe schnell um mich selbst zu drehen.

Die meditative Vertiefung bewirkt einen Zustrom mattgoldener Farbe in mein dunkles Gesichtsfeld, der von einem verdichteten Zentrum, einer mattgoldenen Kreisform mit unscharf verwaschenen Rändern, ausgeht. Schließlich beginne ich, den Boden im Rücken, einfach so rasant aufwärts zu rasen. Dabei durchbreche ich mehrere Schichten golden glühenden, dickstrangigen Gewebes, die in der Dunkelheit erscheinen, und spüre dabei einen kontinuierlichen Zustrom an Spannung und Kraft.

Durch diese Ebenen hindurch gelange ich unvermittelt auf ein Wiesengelände unter freiem Himmel und sehe, als ich den Kopf hebe, in einiger Entfernung einen braunen Esel oder ein Pony in einer Koppel, und denke, nun erwacht zu sein. Ein über Kopf ausgeführter Zeigefingertest scheint die Fehlannahme irreführender Weise zu bestätigen, wobei ich schon im nächsten Moment tatsächlich aus dem falschen Wachliegen heraus erwache. Es ist 6:38 Uhr. Übungsbeginn ca. 6:12 Uhr.

Kleine Störenfriede

Vielleicht eine halbe Stunde nach Übungsbeginn gerate ich in ein falsches Erwachen mit ausgeprägten akustischen Hypnagogie-Phänomenen: Eine Gruppe von Kindern scheint in mein Schlafzimmer einzufallen. Es macht den Eindruck, als wollten sie mich im Schlaf überraschen, verhalten sich dazu aber zu laut. Die Situation ist mir ein wenig unangenehm, da ich auf derartige Überraschungen jetzt so gar keine Lust habe. Ich blicke mich im morgendlichen Schlafzimmer um und alles sieht völlig normal aus; Kinder sind keine zu sehen, nur deren Stimmen sind so deutlich wahrnehmbar, als umringten sie mein Bett bzw. hätten sich nur unterhalb dem Bettrandes versteckt. Eines der unsichtbaren Kinder entdeckt an der rechten Schlafzimmerwand eine kleine weiße Dose mit einem grünen Lichtchen.
„Was ist das für ein Licht?“, fragt die Kinderstimme.
Ich schaue kurz hinüber und antworte ihr:
„Das ist der Brandmelder.“
Daraufhin ereignet sich eine kurze Bewusstseinsunterbrechung, als wäre ich in einen Sekundenschlaf gefallen.
Als ich wieder erwache, finde ich mich erneut in einer ähnliche Lage vor.
Wiederum liege ich auf dem Rücken in meinem halbdunklen Schlafraum. Aus dem Erdgeschoss höre ich Geräusche: Unten dringen die Kinder, mindestens zwei, ins Haus ein, als hätte ihnen irgendeine der Personen, die einen Zweitschlüssel für meine Haustür besitzen, Zugang verschafft. Erneut verspüre ich ein flaues Gefühl im Magen, das mir der unliebsame Besuch bereitet.
„Hopp! Auf!“, ruft eines der Kinder und so stürmen sie ins Obergeschoss hinauf und erreichen mein Schlafzimmer. Zugleich wird mir völlig bewusst, dass in Wirklichkeit niemand in meinem Haus und in meinem Zimmer anwesend ist. Ich erkenne das Ganze als intensives hypnopompisches Erlebnis. Als ich die Augen öffne und ins Zimmer blicke, bestätigt sich diese Interpretation: Der Raum ist leer.
Die Arme über dem Kopf auf dem Rücken liegend führe ich einen Fingertest durch, um den Zustand zu kontrollieren. Das Ergebnis bringt die volle Bestätigung, dass es sich um ein falsches Erwachen handelt. Ich beschließe, eine Exkursion zu versuchen.
Umgehend schließe ich die Augen und will mit dem Ausrollen beginnen, scheitere aber durch das endgültige Erwachen um 8:15 Uhr.

Die ewige Heimat

Ich träume, dass Besucher bei mir zuhause sind. Sie stehen vor dem Veranda-Fenster im Erdgeschoss und unterhalten sich. Ich gehe Richtung Küche davon. Unvermittelt steht Frau B. vor mir, schaut mir ernst ins Gesicht und sagt, ich sähe blass aus und man mache sich Sorgen um mich. Ich bin irritiert, denn ich fühle mich augenblicklich wohl und leide, außer den altbekannten Maladien, auch an nichts Schwerwiegendem. Dennoch will sich Frau B. unbedingt mit mir unterhalten, was ich indes vor den Gästen vermeiden möchte.
„Kommen Sie mal mit!“, sage ich und auf der Suche nach einem ungestörten Fleck landen wir schließlich in meinem von der eingeschalteten Neonlampe erhellten Keller. Dort in der Ecke will ich diese Sache klären. Die Hände rechts und links an den zulaufenden Wänden abgestützt, starre ich in auf den von einigen Spinnweben überzogenen Winkel und wundere mich, weil Frau B. urplötzlich spurlos verschwunden ist. Die Ecke fixierend werde ich mir klar, dass dies eine Traumsituation sein muss, drehe mich um und steige zur Prüfung des Zustands in den Flug im Schwimmmodus auf. Das klappt und vollendet die Luzidität.
Geschwind schwimme ich die Wendeltreppe aus dem Keller ins EG hinauf. Das Haus hat sich in faszinierender Weise verändert: Es ist jetzt komplett leer; Böden und Wände bestehen aus kahlem, allerdings mit hellgrauer Farbe ordentlich gestrichenem Beton!
„Warum ist jetzt alles grau und leer?“, frage ich mich.
Linkerhand zur Veranda hin befindet sich ein gewaltiges Panoramafenster. Der Blick nach draußen zieht mich an.
Obwohl ich gleich einem meiner Projekte nachgehen möchte, will ich dennoch erst einmal die Landschaft vor dem Fenster ins Auge fassen.
Neugierig gehe ich hinüber und der Sog wird so stark, dass ich ihm bedeutenden Widerstand entgegen setzen muss, um nicht hinausgezogen zu werden.
Das Panoramafenster ist beschlagen und nur ein vielleicht 1,50 auf 2 m breites Rechteck gewährt klaren Durchblick.
Als sei mein Haus in großer Höhe auf einen steilen Hang gebaut, blicke ich in ein schmales Tal hinunter, jenseits steigen die Berge eines Mittelgebirgszugs auf, dem Haardtrand nicht unähnlich. Alles ist in ein ungeheuer interessantes, überirdisches Licht getaucht; die Lichtverhältnisse gleichen denen, die oft kurz vor einem Gewitter herrschen. Über den Bergen thronen tiefgraue Wolkenbänke, doch vom gegenüberliegenden Horizont her bestrahlt goldenes Sonnenlicht gedämpft die dunkelgrüne Waldeseinsamkeit auf den Hängen.
Es wirkt fast unwirklich, beinahe wie ein Kunstwerk.
Ich ziehe mich vom Fenster zurück und denke daran, dass ich im Zusammenhang mit meinen Plänen zum Lebenselixier auf den Gedanken kam, im Traumzustand die eigene ewige Heimat, gewissermaßen meine ewige Wirklichkeit aufzusuchen, das, was bleibt, wenn alles Vergängliche vergangen ist. Die Translation (Überführung) dorthin will ich jetzt versuchen.
Entschlossen wende ich meine übliche „Kreislauf“-Technik bei geschlossenen Augen an und spüre, wie ich irgendwoanders hin wechsle.
Als ich die Augen öffne, finde ich mich auf einer schmalen, links von Bäumen gesäumten Asphaltstraße wider, die parallel zu einem länglichen und geradezu übernatürlich tiefblauen See (dem Farbspiel nach dem berühmten Blautopf vergleichbar, nur dunkler) verläuft. Zu den Bäumen hin sind viele Kleinwagen in einer Reihe geparkt. Rechts der Straße reihen sich kleine Bungalos, offenbar in Holzbauweise, mit kleine Gartenparzellen auf. Weiße Straßenlaternen (?), die Krankonstruktionen an einem Pier nachempfunden zu sein scheinen, fallen mir ins Auge.
Ich stehe auf einer über eine Treppe erreichbaren Erhöhung über dieser bis zum Horizont verlaufenden Straße. Zm Flug ansetzend will ich treppab auf die Straße hinunter und vielleicht den Pfad zum See hinunter nehmen.
Allerdings merke ich umgehend, dass ich mich in dieser Umgebung wesentlich physischer fühle als sonst. Ich fühle mich recht schwer und kann nicht höher als etwa zwei Meter über den Boden aufsteigen.
Das ist schade, denn ich würde wohl gerne etwas höher gehen, um den Ort aus der Vogelperspektive zu erfassen.
Ich lande kurz, um mich durch Händereiben zu stabilisieren.
Immerhin komme ich im zweiten Anlauf hoch genug, um nach einer kurzen Vernebelung meines Blicks zu erkennen, dass dies eine bis zum Horizont reichende Flachlandumgebung und die Ansiedlung sehr ausgedehnt ist.
Es ist ein idyllischer, was die Vielzahl geparkter Autos betrifft offenbar auch sehr gut frequentierter Seeort, der sich da im Gelb einer morgendlichen Sonne erstreckt. Alles ist morgendlich still und kein Mensch ist zu sehen. Die Umgebung kommt mir völlig unbekannt vor. Allenfalls einige Küstenorte in Schottland hatten einen entfernt ähnlichen Flair.
„Das also ist ein Teil deiner ewigen Heimat?“, frage ich mich. So richtig anfangen kann ich damit noch nichts. Und schließlich denke ich ans Aufwachen, um all das aufzuzeichnen, ohne allzu viele Details zu vergessen.
Dieser Gedanke und die mit diesem Ort verbundene Irritation lässt mich schließlich ins tatsächliche Erwachen übergehen.
Es ist 8:15 Uhr.

Zustandskontrolle

Schon in der meditativen Phase zum Einstieg spüre ich, dass ich heute kaum in einen besonders tiefen Schlafzustand übergehen werde. Ich bin einfach zu wach. Nach mehreren Anläufen finde ich mich schließlich in den Grünanlagen wieder, wie sie vor vielen Jahren hinter dem Haus meiner Eltern existierten, und gehe auf den Hauseingang zu. Ich bin in die Zeit vor meinem zweiten Staatsexamen zurückversetzt. Als ich die geöffnete Haustür passiere und die Treppe hinaufsteige, denke ich darüber nach, wie schön es wäre, endlich den Prüfungsdruck los zu sein.
„Wenn ich nur, wenn ich nur!“, geht es mir durch den Kopf. Doch auf dem zweiten Treppenabsatz dämmert mir schließlich, dass ich all das in Wirklichkeit doch schon lange hinter mir habe und werde klar.
Bewusster Traumzustand erreicht, denke ich und will von der Treppe aus durch die Wand losfliegen. Stattdessen entschließe ich mich aber erst einmal die Situation durch einen Realitätstest abzusichern.
Der Zeigefingertest kommt zu dem erwarteten Ergebnis, doch seltsamerweise wird es nächtlich dunkel im Treppenaufgang.
In der Absicht, die Landschaft draußen in Augenschein zu nehmen, schwinge ich mich durch das stockdunkle Fenster im Treppenhaus und schwimme draußen in absoluter Finsternis ein paar Züge durch die Luft.
Derweil orientiere ich mich, was ich nun eigentlich unternehmen will, und komme auf meinen Plan zurück, mir in der Traumwelt die Zutaten eines Lebenselixiers zusammenzustellen.
In der dunklen Void werde ich diesbezüglich ganz sicher nicht weiterkommen.
So bringe ich mich in eine senkrechte Haltung und versuche, in der dunklen Luft im Kreis zu gehen, um eine andere Traumdimension zu erreichen. Ich denke dabei einfach daran, in eine schöne Landschaft zu gelangen. Obwohl ich kein realistisches Gefühl für das Laufen im Kreis erzeugen kann, gelingt der Wechsel.
Ich finde mich in einem sonnigen Umraum voller Herbstfarben wieder; vor mir erhebt sich eine Reihe herbstlicher Laubbäume, vielleicht ein Waldrand (?); links von mir fällt mir sofort ein knallroter Sportwagen mit runden Scheinwerfen ins Auge (ein Porsche?). Der Wagen befindet sich in voller Fahrtbewegung – und ich auch! Wie in einer Art Parallelverschiebung, die die Szenerie um mich optischen Verzerrungen unterwirft, rase ich, ohne selbst etwas zu dieser Bewegung beizutragen, zusammen mit diesem Wagen durch den Raum. Die irritierende Wahrnehmung hält einige Sekundenbruchteile an und leitet mich dann ins Erwachen über. Es ist 6:45 Uhr.
Es ist einigermaßen schade, aber da ich heute offenkundig keine ausreichende Schlaftiefe erreiche, kommt trotz vielversprechender Ansätze kein stabiler Klartraum zustande.
In der zweiten Übungsrunde, die eher noch halbherziger ist, als die Erste, laufe ich alsbald in den noch erhaltenen unterirdischen Räumen einer Felsenburg entlang.
Im hinteren Teil muss ich einen schmalen Durchgang im Fels durchqueren, um in den nächsten Raum zu gelangen.
Zu meiner Überraschung stoße ich hier aber auf einen Durchgang, der wie die Jenseitstunnel aussieht, die man von künstlerischen Darstellungen kennt! Am Ende des Tunnels in einigen Metern Entfernung ist eine kreisrunde Öffnung zu erkennen, ein sachtgelbes Leuchten erfüllt von dort her den gesamten Tunnel.
In diesem Moment wird mir wieder völlig klar, mich erneut in einen astralen Zustand begeben zu haben. Als ich das gelbe Licht am Ende des Tunnels passiere, gelange ich auf eine schmale Plattform vor einem Fenster in großer Höhe; es ist sonnig und freundlich hier, doch der schmale Sims, offenbar nicht zu einer Burg, sondern eher zu einem alten Fabrikgebäude aus dunkelrotem Ziegelstein gehörig, ist zu schmal, um hier viel zu erkunden oder zu unternehmen. Anstatt einfach abzuheben, will ich erneut probieren, durch den Rotationstrick irgendwoanders hin zu gelangen. Da der Traumzustand heute Morgen recht instabil ist, sichere ich jeden Schritt mit einer erneuten Zustandskontrolle ab.
Das Drehen über links führt nur in die dunkle Void. In der anderen Drehrichtung erreiche ich einen kleinen Raum in einer Wohnung, vielleicht eine Abstellkammer mit einem kleinen Fenster mit einem Sichtschutz, durch das Sonnenlicht in die Kammer fällt. Ein weiterer RC zeigt, dass der Zustand noch stabil ist.
Wie an eine höhere Instanz meiner Selbst gerichtet, frage ich mich, wie ich nun weiter vorgehen soll, und erhalte durch eine fremde Stimme in meinem Inneren eine Antwort. Spontan geht mir durch den Sinn, dass es die Stimme Gottes sei:
„Bin mit anderem beschäftigt“, gibt mir die innere Stimme zu verstehen, „habe hier gerade irgendeinen Quatsch gemacht, um den ich mich jetzt kümmern muss!“
Ein „Gott“, der zugibt, dass ihm „Quatsch“ und Fehler unterlaufen – das ist doch auch einmal etwas!
Folglich muss ich allein sehen, wie ich fortfahren soll. Klar ist mir, dass ich weiterhin probieren will, hier die Integrenzien für mein Elixier zusammenzusuchen.
Das Naheliegenste scheint es mir zu sein, die enge Kammer durch das Fenster zu verlassen. Ich hebe ab, fliege nach draußen – und lande in einem schlagartigen Szenenwechsel in meinem heimischen Bett.
Erst denke ich, dass es jetzt vorbei sei, stelle aber durch einen weiteren RC fest, dass ich nur im falschen Wachliegen gelandet bin.
Umgehend will ich aufstehen, um im Haus, vielleicht unten in der Küche, auf die Suche nach meinen Utensilien zu gehen.
Als ich versuche, meinen Oberkörper zu erheben, öffne ich versehentlich die Augen, blicke in Richtung der halb geöffneten Schlafzimmertür und spüre dabei, wie ich in die physische Wirklichkeit übergehe. Ich schließe die Augen, lasse mich zurückfallen und kann mich gerade noch einmal abfangen. Der x-te Zeigefinger-RC heute Morgen beweist, dass es gerade nochmal geklappt hat. Zur Sicherheit lasse ich den Zeigefinger einfach in meiner Handfläche stecken und will beginnen, mit dem alten „Baumstammrolltrick“ von der Physis loszukommen. Dabei bemerke ich aber, dass mir die Zustandskontrolle entgleitet und sich das Gefühl der normal im Bett liegenden Hände einstellt. Damit ist es wirklich vorbei. Es ist 8:50 Uhr.

Flugkünste und magische Elixiere

Nachdem ich jetzt bis Mitte September nicht so recht in der Stimmung war, schaffe ich es heute Morgen zu einem netten Flugtraum. Anfangs fällt er inhaltlich sehr wechselhaft aus, sodass es schwer fällt, ihn vollständig und in der korrekten Reihenfolge zu erinnern. U.A. bin ich mit einer Reisegruppe, die fast ausschließlich aus älteren Leuten besteht, auf einem Freizeitareal unterwegs, das mich (mal wieder) entfernt an einen Ort erinnert, den ich aus meiner Jugend kenne.
Nach einigem Hin und Her (Anstehen fürs Abendessen und dergleichen) gerate ich erneut ins Fliegen und kann dabei nach und nach mein Bewusstsein klären.
Schließlich fliege ich, draußen ist es bereits Nacht, im Inneren des Vorzeltes eines feststehenden Campingwagens umher, wobei einige aus der Reisegruppe anwesend sind, unter deren Augen ich meine Flugkünste erprobe. Helle Deckenlichter erleuchten den Raum. Wie so oft in der Traumwelt handelt es sich bei dem Ort, an dem ich hier unterwegs bin, um eine merkwürdige „Mischlokalität“. Das Vorzelt geht nämlich im hinteren Teil in eine schmale hölzerne Wendeltreppe über, die an ihrem oberen Absatz in ein kleines Schlafzimmer führt, das fast vollständig vom Doppelbett meiner Großmutter M. ausgefüllt ist. Oma ist schon in den 1990ern gestorben; hier lebt sie indes noch, ist aber offenkundig sehr alt, wirr und bettlägerig.
Wenn ich heute Abend noch ausgehen wolle, könne sie ja auch noch aufbleiben und ausgehen, sagt Oma zu mir, obwohl sie dazu wahrscheinlich gar nicht mehr in der Lage wäre.
Ja, das könne sie, bestätige ich ihr und verlasse dann wieder, nach wie vor im Flugmodus, den Raum, ziehe die schmale Holztür hinter mir zu und gleite über den Treppenaufgang zurück in das Vorzelt.
Dort experimentiere ich ein bisschen mit der Flugtechnik. Dabei stelle ich fest, dass ich, sobald ich nicht wie ein Schwimmer mit den Beinen und Armen gegen die Schwerkraft arbeite, langsam, aber sicher wie eine Feder zu Boden sinken würde. Der Astralkörper ist also auch hier einer Art Gravitationswirkung unterworfen.
Rudernd bringe ich mich unter die Decke, die mit bräunlichen Holzquadraten getäfelt ist, sodass das Ganze wie eine Kassettendecke wirkt.
Hier oben erinnere ich mich an eine Stelle aus der Romanreihe Beautiful Creatures. In dieser Szene liegen Lena und John an der Zimmerdecke, wie andere sich aufs Bett legen.
Ich versuche, diesen kleinen Trick nachzumachen. Dazu muss ich erst einmal meinen Rücken an die Zimmerdecke bringen, was sich in ungefähr so anfühlt, als wolle man sich, gegen den Auftrieb im Wasser anarbeitend, auf den Grund eines Schwimmbeckens legen.
Ich schwimme zur Wand, stoße mich dort ab und treibe so zur Decke hinauf und lege mich dort hin. Es ist allerdings alles andere als ein bequemes Liegen; sobald meine Körperspannung nachlässt, merke ich, wie ich wieder nach unten zu sinken beginne.
Nach einer gefühlten Minute beende ich den Versuch, drehe noch eine Runde in dem hell beleuchteten Raum und tauche dann durch die geöffnete Tür nach draußen.
Dort herrscht nach wie vor dunkle Nacht über den Parzellen dieses Campingplatzes.
Als ich langsam und noch etwas unentschlossen, was ich als nächstes tun soll, hier draußen entlangtreibe, muss ich an gewisse Andeutungen in der magisch-okkulten Literatur denken, die darauf hinweisen, dass fast alle magischen Rituale dann erfolgsversprechend sind, wenn sie nicht etwa in der physischen Realität, sondern in der Astralwelt ausgeführt werden.
Also sollte ich doch einmal versuchen, hier z.B. ein vitalisierendes Elixier herzustellen. Schon will ich mich kraftvoll in die Dunkelheit vor mir abstoßen, um in irgendeiner anderen Traumumgebung ans Werk zu gehen, besinne mich aber eines Besseren. Genauso gut könnte ich doch auch in dem Vorzelt die benötigten Integrenzien zusammensuchen! Langsam im Kreis fliegend repetiere ich, was ich zu diesem Vorhaben nötigen könnte: Sinnigerweise müsste ich mir symbolkräftige Zutaten suchen, die beispielsweise Glück, Gesundheit, Erfolg und Wohlergehen repräsentieren und diese zu einer machtvollen Gesamtkomposition zusammenfügen.
Noch während mir der letzte Gedanke durch den Kopf geht, spüre ich eine schnelle und unaufhaltsame Destabilisierung und der Traumzustand endet ohne Bewusstseinsunterbrechung, indem ich aus dem Flug über der Campingwiese in mein Bett überwechsle. Es ist 4:29 Uhr.

Die Ex

Mal wieder ist mir eines meiner Experimente schön in die Hose gegangen. Und die Arbeit nach dem Ferienende sorgte dafür, dass ich, obgleich das Erlebnis schon einige Tage alt ist (06.09.15), jetzt erst dazu komme, das Ganze in groben Zügen aufzuschreiben:
Nach einer kurzen, etwas schlampig ausgeführten Meditationsphase finde ich mich im Astral wieder und gehe mit meiner Ex in einem Wohnblock das Treppenhaus hoch; sie eilt mir auf dem Absatz voraus. Und als ich ihr von der Seite ins Gesicht sehe, weiß ich ganz klar, dass es ein Traum sein muss, da ich inzwischen keinerlei Kontakt mit dieser Verflossenen mehr habe.
Anstatt aus dem Traum auszutreten und mir eine andere Beschäftigung zu suchen, bleibe ich bewusst innerhalb der gegebenen Traumhandlung. Ich will sehen, wie es hier mit meiner Ex weitergeht.
Auf dem Speicher des Gebäudes haben wir eine Wohnung. Jenseits einer nach Süden hin gelegenen Tür betreten wir ein geräumiges Schlafzimmer mit einem riesigen Hochbett zur Linken des Raumes, helles Holz und eine Matratze, die beinahe so breit wie in einem Doppelbett ist.
Meine Ex will sich aufs Bett verziehen. Da es mein Traum ist, denke ich daran, sie mit diversem erotischem Spielzeug und der ein oder anderen Sache zu konfrontieren, die wir in der Realität nie ausprobiert hatten. Mal sehen, wie sie in diesem Traum darauf reagiert! Dazu muss ich aber erst einmal die benötigten Utensilien beschaffen.
Dummerweise verliere ich durch diese Entscheidung schnell den Anschluss an die gegebene Situation und verzettele mich in der Folge.
In meinem weiter unten im Haus liegenden Zimmer will ich mich – es ist scheinbar relativ früh am Morgen – umziehen, komme aber nicht dazu, da meine Eltern, offenbar soeben erst wach geworden, aus dem Schlafzimmer kommen und für Ablenkung sorgen. So gleitet der luzide Traum in die Dynamik eines gewöhnlichen Traumes ab. Und ehe ich, entsprechend präpariert, in die Dachkammer zurückkehren kann, erwache ich gegen 6:30 Uhr.
Zu dumm, bei diesem Experiment hätte ich gerne noch den zweiten Schritt in Angriff genommen!

Psychokinese

Früh am Morgen, es muss kurz vor Sonnenaufgang sein, fährt mich mein Vater mit dem Auto durch die Straßen eines Dorfes in der Vorderpfalz.
Irgendwie müssen wir zuvor am Parkplatz der Grundschule in Böhl vorbeigekommen sein, denn er wundert sich, wie viele teure Autos dort auf dem Lehrerparkplatz stehen. In den Siebzigern hätte man auf dem Parkplatz einer Grundschule wohl vorwiegend VW-Käfer und dergleichen gesehen.
Während ich anfänglich ganz normal auf dem Beifahrersitz sitze, ändert sich die Lage plötzlich und ich liege bequem halb in der Rückenlage an das Amaturenbrett gelehnt und strecke meine Beine unter den Beifahrersitz aus. Schräg von rechts unten beobachte ich meinen Vater beim Fahren.
Dieser muss jetzt einige enge Kurven passieren und innerhalb des Dorfes abbiegen. Dabei hat er offenbar auf verschiedene Verkehrsteilnehmer zu achten, fährt aber dennoch (für mein Gefühl) etwas schnell. In Gedanken bremse ich mit, indem ich vor mich in den Fußraum blicke und auf ein imaginäres Bremspedal trete, das sich unsichtbar unter dem Sitz zu befinden scheint. Und interessanterweise hat dies tatsächlich einen Effekt.
„Höf auf zu bremsen!“, sagt mein Vater zu mir.
Verwundert nehme ich das zur Kenntnis, denn es gibt doch in seinem Auto gar keine Doppelpedale wie in der Fahrschule, vor allem nicht solche, die – eigentlich ja völlig widersinnig – unter dem Beifahrersitz angebracht sind!
Ich blicke aus dem Wagenfenster auf die beige gestrichene Fassade eines Wohnblocks entgegen der Fahrtrichtung des Wagens und sage mir, dass hier wohl ein klarer Fall von Psychokinese vorliegt.
Noch während ich diesen Gedanken denke, gehe ich schnurstracks ins Erwachen aus diesem Traum über und es wird deutlich, dass es sich um einen Telekinese-Fall im Traumzustand handelte, wo so etwas gar nicht so selten vorkommt und bewusst forciert werden kann.
Sogleich beginne ich, das Ereignis in meinem Notizbuch zu protokollieren.
Gerade überlege ich, wie ich die letzte Formulierung meines Eintrags perfektionieren könnte, als ich abermals erwache.
Dieses Erlebnis war folglich ein Traum im Traum, in welchem ich in einem falschen Erwachen meine Notizen anfertigte.
Da sieht man es mal wieder: Diese verwirrende Vervielfältigung der Wirklichkeit lässt einen oft den Überblick verlieren, wenn man nicht auf ständige Zustandskontrolle hinwirkt.
Es ist ca. 7:30 Uhr.

Vom Schneebett in die Exkursion

Ich träume, noch bis Mittwoch auf einer Besichtigungstour in irgendeiner Großstadt unterwegs zu sein. Und so erwache ich an diesem Morgen in einem fremden Bett, das sich seltsamerweise unter einem freien, bedeckten Himmel befindet. Noch eigentümlicher ist, dass es sich um eine Art Schneebett handelt.
Mein Oberkörper ist nackt und mein linker Arm liegt halb in einer Schneewelle zu meiner Seite verborgen. Es fühlt sich nicht kalt, sondern nur feucht an.
Eine Schneedecke kann wärmen, denke ich, nicht umsonst heißt es ja, dass man sich bei einem Notfall im Winter schützen und wärmen könne, indem man sich in den Schnee eingräbt.
Ich ziehe den Arm aus der Schneewelle und blicke an mir herunter. Auf dem schneeweißen Bett liegend trage ich eine über und über mit Eisblumen bedeckte Jeans, die sich ebenfalls nicht kalt, sondern nur etwas feucht anfühlt, und streiche erstaunt mit den Handflächen über die Eisblumen.
Anschließend lege ich mich in meinem merkwürdigen Bett, in dem ich ein wenig quer liege, in die richtige Position zurecht und ziehe von rechts eine dicke weiße Bettdecke, die aus einer Mischung aus Schnee, knirschenden Eisstücken und Daunen zu bestehen scheint, bis über das Gesicht über mich.
Unter der Decke ist es tiefdunkel und leicht klamm.
Als ich mein Gesicht wieder aufdecke, ist die Sensation des Schneebettes geschwunden und ich tauche in einem geräumigen Hotelzimmer auf.
M. liegt zu meiner Linken, als befänden wir uns noch immer auf Urlaubstrip und hätten in diesem Hotelzimmer übernachtet. Gerne wäre ich allein und hätte etwas Zeit und Ruhe für mich, doch das ist jetzt nun einmal nicht so.
M. produziert seltsame Geräusche. Es klackert und schabt, als würde er neben mir im Bett stricken! Nach kurzer Irritation stelle ich fest, dass er nur in seinem Bart kratzt und darin herumzwirbelt.
Kaum habe ich das Rätsel um das Geräusch gelöst, ergibt sich ein urplötzlicher Positionswechsel des Bettes. Es steht jetzt, Kopf und Fußende vertauscht, auf einer hellgrünen Anhöhe an einem Waldrand. Nach links fällt das Gelände sacht zu einer schmalen Landstraße ab. Auch hier ist der Himmel wieder neblig und bedeckt weiß.
Nach einer relativ langen prä-luziden Phase werde ich jetzt langsam bewusst und beginne Kontrolle zu gewinnen.
Völlig egal, das M. hier ist, denke ich. Da dies mein Traum ist, kann ich hier tun und lassen, was ich will – mit einem Pferd ausreiten oder sonstwas – und M. würde sich hinterher wohl nur erinnern, irgendetwas Blödsinniges geträumt zu haben.
So hebe ich ab vom Bett und fliege schwimmend hoch über der gelblich-grünen Wiese der Landstraße zu, wobei die Landschaft schnell in die dimensionslose dunkle Void übergeht.
Ich bemerke umgehend, dass meine Schlaftiefe nicht besonders stark ausgeprägt ist, versuche aber dennoch, in eine andere Traumumgebung überzugehen. Ich stoppe in der einförmigen Dunkelheit, will landen, spüre aber zunächst keinen Boden unter mir. Trotzdem beginne ich die Teleportationsübung, indem ich, scheinbar unverändert in der Luft hängend, im Kreis zu laufen anfange.
Kurz nehme ich stellenweise eine gräuliche Aufhellung der Void sowie lotrecht verlaufende und unregelmäßig geformte mattweiße Streifen wahr, kann den Traumzustand aber nicht halten und erwache mit Blick ins Zimmer in meinem Bett.
Es ist ca. 7 Uhr.

Peter Pan

So, gestern bin ich von meinem zweiten Kurzurlaubstrip nach Meersburg zurückgekehrt: Sommer, Sonne, Bodensee; alles in allem sehr nett.
Und einen kleinen Nachtrag fürs Klartraumblog aus diesen Tagen (genauer vom 24.08.15) gibt´s auch noch.
Nachdem ich aus einem Traum erwache, in dem ich aus großer Höhe von einem Gebäude abstürze, nehme ich mir vor, in der nächsten Runde Schlaf einen luziden Traum zu versuchen. Und es klappt auch.
In stockdunkler Nacht finde ich mich auf einem Campingplatz wieder. Im Eingangsbereich des Platzes befindet sich der von einer Buchshecke abgeschirmte Zugang zu einem Wasch- und Toilettenhaus. Eine weiße Straßenlaterne spendet kühles Licht. In deren Lichtkegel fliege ich in engen Kreisen umher und entdecke dabei einige nachtaktive Kinder, die in der Szenerie unterwegs sind.
Ein kleinerer Junge hängt sich an meine Hand. Unwillkürlich muss ich an den Namen „Peter Pan“ denken und benenne den Kleinen kurzerhand einfach so.
Über uns leuchtet der Mond zwischen Nebelschwaden und dunklen Nachtwolken hervor und ich frage Peter Pan, ob er es schaffen könnte, mit mir von hier aus über die Erdatmosphäre hinaus zum Mond zu fliegen.
Kurzzeitig steigen wir höher, dem Mond entgegen, doch Peter Pan meint, dass er es nicht könne, dass unsere Kraft dazu nicht ausreiche.
Da ich noch anderes vorhabe, entlasse ich Peter Pan an dieser Stelle und fliege noch eine Runde durch die dunkle Luft über dem Campingplatz, bis mir diese Umgebung zu langweilig wird.
Ich lande auf dem Splittweg vor einem alten Spielplatz neben einer Garage, hinter der das Wasch- und Toilettenhaus zu finden ist.
Auf dem Weg laufe ich im Kreis und wünsche mich in den Vorgarten meines Elternhauses. Wohl ist meine Angabe für das Teleportieren nicht genau genug. Und so beame ich mich nicht etwa in den Garten, sondern komme auf der Matratze meines alten Bettes in meinem Elternhaus zu stehen.
Ich stoße mich ab und fliege in den Flur. In der nach links vom Flur abzweigenden Küche steht man Vater in einem dunkelweinroten Schlafanzug an der geöffneten Kühlschranktür und grüßt mich wie üblich.
Ich behalte den Flug bei und passiere die Wohnzimmertür vor mir und staune darüber, wie wirklichkeitsecht mir alles bis hierher erscheint.
Im Wohnzimmer ist das gedimmte Deckenlicht über dem Sofatisch eingeschaltet und das Zimmer macht einen völlig realistischen Eindruck, der aber in dem Moment verfliegt, als ich mir darüber Gedanken zu machen beginne.
Nun stellt sich der Eindruck ein, an der holzgetäfelten Decke seien an weißen Schnüren lauter undefinierbare, weitgehend weiße Gegenstände aufgehängt, die sich z. T. um sich selbst drehen wie Spieluhren. An einem der besonders schnell rotierenden Gegenstände bleibt meine Aufmerksamkeit für einen Moment lang haften, dann blicke ich nach unten ins Zimmer und entdecke, dass dort nun alles über und über mit weißen Porzellangegenständen (Vasen, Figürchen) vollgestellt ist. Niemals würde sich meine Mutter solchen Nippes in ihre Wohnung stellen – zumindest nicht in solcher Zahl, denke ich verwundert und erwache noch im selben Augenblick.

Versetzt

So, nach dem Urlaub geht´s jetzt hier mal ein bisschen weiter – und zwar ein wenig irritierend (mal wieder!).
Nachdem ich um 4:30 Uhr mit meiner üblichen Meditationstechnik in den luziden Traum gestartet bin, finde ich mich irgendwann im falschen Wachliegen wieder. Ich liege auf dem Rücken unten in einem Stiegebett und blicke nach rechts in einen von Neonlicht erhellten Raum, einer Küche.
Eine hübsche junge Frau ist anwesend; ich fokussiere sie, wobei meine Augen wie Kameralinsen reagieren und erst einmal in schneller Folge verschiedene Schärfeebenen abfahren. Dabei werde ich bewusst.
Kraft meiner Gedanken beeinflusse ich das Mädchen, zu mir herüberzukommen. Ich selbst liege vollkommen nackt unter einer zusammengeknüllten Bettdecke, die mich nur noch knapp bedeckt, und meine Erregung beim Anblick der dunkelblonden und gut gebauten Schönheit steigt.
Und wie es scheint, reagiert die Hübsche auf meinen mentalen Einfluss, denn sie streift sich das dunkelgrüne Baumwolltop über den Kopf (darunter trägt sie keinen BH), öffnet ihre Jeans und wirft sie ab, sodass ein weißes Unterhöschen zum Vorschein kommt. Dann tritt sie auf mich zu.
In diesem Moment gerate ich, von der Situation im Wortsinn „beflügelt“, in Schwung und fliege in der Rückenlage in Kopfrichtung nach hinten in einem weiten Rechtsbogen aus dem Raum hinaus ins Freie. Anbei erkenne ich, dass sich der Raum in Inneren jenes Feriendomizils befunden haben muss, in dem ich in meiner Jugend sehr oft gewesen bin. Unter freiem Himmel komme ich splitternackt auf dem Dach eines niedrigen Schuppens auf dem Nachbargrundstück jenseits der splittgestreuten Straße und einer niedrigen Buchshecke zu liegen. Dort warte ich darauf, dass das Mädchen nachkommt. Doch es bleibt aus. Ich fliege kurz zurück zum Ausgangspunkt und blicke durch die Tür. Drinnen ist es dunkel und das Mädel ist nicht mehr da.
Interessant, so bin also das erste Mal im luziden Traum versetzt worden!
Etwas enttäuscht steige ich zu größere Höhe über dem Platz auf und fliege (nun urplötzlich wieder bekleidet) mehrere Runden in weiten Linkskreisen über eine paradiesische Parklandschaft in übernatürlich schönen Grüntönen; Wiesenflecken sind von ordentlich gestutzten Hecken bzw. schmalen Bächen voneinander abgegrenzt. Das faszinierende goldene Licht einer Abendsonne taucht alles in honigfarbene Schattierungen.
Mit allergrößter Selbstverständlichkeit grüßen mich da und dort Leute von unten, die mich zu kennen scheinen, während ich mir bei manchen nicht sicher bin, woher. Sie winken und werfen mir Worte zu. Und ich erwidere die Grüße im Vorüberflug. Dies scheint mir ein Teil des berühmten „Sommerlandes“ zu sein, von dem viele Esoteriker berichten.
Auf einer gen Westen von Zitterpappeln abgegrenzten Wiese gehe ich herunter und lande.
Mir kommt der Gedanke, doch einfach mal zu versuchen, mich zu dem Mädchen zu teleportieren, das mich zuvor versetzt hat.
Ich drehe mich auf der Stelle um die eigene Achse und das Gras und die herrlich begrünten Bäume vor meinen Augen verwischen und dehnen sich im Rotieren zu einer optischen Verzerrung, als blickte ich in einen Zerrspiegel.
Nach einer schnellen Umdrehung verliere ich kurz das Gleichgewicht, kann mich aber schnell abfangen.
Die Landschaft verschwindet und, wie durch einen engen Raum-Zeit-Schlauch gequetscht, lande ich in einer tiefen Dunkelheit. Rechts neben mir nehme ich indes einen mattsilbernen Lichtstreifen wahr. Er erinnert mich an einen Türspalt. Dort drücke ich mich einfach hindurch, er weitet sich und ich gerate in den dämmrigen Flur einer fremden Wohnung. In den nur matt erhellten Küche treffe ich auf eine mir unbekannte Frau um die 45 Jahre; sie erscheint mir sehr groß und trägt ihr blondiertes Haar in einem schulterlangen Pagenschnitt. Und im Gegensatz zu mir scheint sie mich gut zu kennen. Sie weiß, wen ich suche, und nimmt mit großer Vertrautheit mein Gesicht in ihre Hände und blickt von oben auf mich herab. Sie wird gleich da sein, ist nur kurz weg, gibt sie mir zu verstehen, schiebt mich über den Flur in ein Mädchenzimmer und schließt die Tür hinter mir. An der Tür habe ich auf einem Schildchen schwarz auf weiß den Namen des Mädchens gesehen; sie heißt Ines. Ich stehe in einem typischen Teenagerzimmer. Ich gehe hinüber zum Bett, auf dem Plüschzeug aus ihrer Kinderzeit, darunter auch zwei herzförmige rote Kissen liegen. Dazwischen liegt ein Zettel mit meinem Namen – eine Nachricht für mich?
Ehe ich das genauer feststellen kann, gleite ich ohne Bewusstseinsunterbrechung ins Erwachen über. Mein halbdunkles Schlafzimmer blendet sich einfach ein, überlagert alles andere und die Sensation, vor dem Bett einer jungen Frau zu stehen, schwindet.
Es ist 5:44 Uhr.
Es ist beschlossene Sache: In den nächsten Projektionen werde ich wieder auf die Suche nach Ines gehen!