Eine OBE nach der Fernblickmethode

Mit der guten, alten Fernblickmethode, die ich in meinem Buch ausgearbeitet hatte, induziere ich heute eine klassische „außerkörperliche Erfahrung“. Im Prozess denke ich darüber nach, dass der Praktizierende dabei nie wissen kann, wo er herauskommt (im Land der Elben und Elfen) oder sonstwo. Es ist immer ein neues Abenteuer.

Schließlich finde ich mich im falschen Wachliegen in einem großen leeren Zimmer ähnlich dem Wohn-Schlafzimmer meines alten Appartements wieder.
Alles erscheint mir normal und in meinem halbbewussten Zustand bin ich mir auch gar nicht über die Sonderbarkeit dieses Ortes im Klaren. Dennoch führe ich einen Zeigefingertest durch und staune, dass er mir deutlich meinen astralen Zustand anzeigt!

Mit dem Baumstammrollverfahren winde ich mich nach links von der großen Matratze herunter und habe dabei das deutliche Gefühl, physisch zu werden, und meine, mich diesmal mitsamt der Bettwäsche, die sich um meinen Leib wickelt, auf den Boden gerollt zu haben. Schon erwarte ich, mich voll erwacht mit dem Bettzeug auf der Erde liegend vorzufinden. Ein nochmaliger RC bestätigt aber, dass der Astralzustand wieder erwarten noch immer stabil ist.

Sogleich stehe ich entschlossen auf, um in den Traum davonzugehen, wobei mich eine von blassen, weiß-grauen Lichtflecken durchsetzte Dunkelheit einhüllt.
Ich wende mich nach rechts und finde im Dunkeln eine Zimmertür, diesmal die meines alten Kinderzimmers. Ich durchschreite den Flur meiner elterlichen Wohnung; sie ist leer und frühmorgendlich dunkel.

Schnurstracks gehe ich auf den Balkon. Auf dem Hof liegt der alte Spielplatz, so wie er vor vielen Jahren aussah, ehe dort unten alles gepflastert und mit Garagen zugebaut wurde.
Zu meiner Überraschung ist der Platz tief verschneit; es ist schön anzusehen und verbreitet eine weihnachtliche Stimmung. Wenige Fenster sind erhellt, z.B. eines in der Spitalbachstraße und eines im gegenüberliegenden Wohnblock, wo eine spezielle Freundin meiner Mutter wohnt.

Ich möchte die Umgebung im Flug erkunden, starte auf dem sicheren Balkon und schwenke dann halbrechts über die Brüstung hinaus.
Sogleich beschließe ich, jene spezielle Freundin der Familie aufzusuchen; sie hat neuerdings irgendeine technische Anlage genau vor dem Fenster stehen und es ist nicht ganz klar, um was es sich dabei handelt.

Ich wage einen schwungvollen Anflug, verpasse aber den Einflug ins Fenster. So nehme ich erneut aus großer Höhe Anlauf, tauche rasant abwärts, steige an der Fensterfront auf und schwinge mich hinein in das spärlich möblierte Zimmer einer älteren, dunkel gekleideten Frau mit dunklem Pagenschnitt und dunkler Hornbrille. Sie bemerkt mich nicht, sondern beobachtet, im Zimmer stehend, ganz fasziniert eine Art Musik-on-Demand-Anlage, zumindest steht „on demand“ deutlich in chromfarbenen Lettern auf der Apparatur zu lesen. Das Gerät sieht wie ein PC-Monitor aus, doch zwischen zwei chromglänzenden Streifen auf schwarzem Grund zeigt ein Display in roter Digitalschrift die gespielten Musikstücke an.

Als ich die Anlage genauer in Augenschein nehme, erwache ich.
Es ist 5:12 Uhr. Den im Nachhinein betrachtet wenig realistischen Wahrnehmungen zum Trotz bin ich sehr zufrieden mit dieser klassisch eingeleiteten AKE.

„Stalker“ im Zug und OBE

Im Zug begegne ich einem sehr unangenehm aufdringlichen und unverschämten Glatzkopf, fast so eine Art Stalker, der Provokationen von sich gibt und mich sogar antatscht! So versuche ich, mich vor ihm in Sicherheit zu bringen.
Schließlich gehe ich über einen Busparkplatz und besteige, in den Gedanken noch mit dem üblen Gesellen beschäftigt, einen Reisebus. In der Tür stehend schließt sich diese auch schon und der Bus fährt an. Anbei erwarte ich, mich in dem Bus Verwandten anschließen zu können, stelle aber schnell fest, dass ich das falsche Fahrzeug bestiegen habe. Die Situation im Bus ist mehr als merkwürdig: Er ist übervoll, nicht nur die Sitze, sondern auch alle Ecken sind mit hockenden und kauernden Menschen vollgepfercht, und ich blicke in unfrohe Gesichter von Personen, die ihre Umwelt kaum registrieren. Triste Violinenmusik dringt aus den Lautsprechern. Zudem ist das Innere des Busses in ein dunkles, nebliges und bläuliches Licht getaucht, was die sinistre Grundstimmung noch unterstreicht. Bie Sitzreihen nach hinten entlanggehend, erwarte ich schon nicht mehr, hier jemanden Bekanntes zu entdecken, sondern werde ob der seltsamen Umstände schnell traumklar. Umgehend mache ich mich fliegend durch den Decke des Busses davon, weg von diesem eigentümlichen Ort. Dabei tritt der altbekannte Sichtverlust ein und ich finde mich im außerkörperlichen Zustand in meinem Zimmer wieder. Ich vollziehe einen positiven RC, habe aber dennoch das Gefühl, den Zustand nicht halten zu können und zu erwachen. Doch muss es sich um falsches Erwachen handeln, denn ich schwebe nunmehr unter der Schlafzimmerdecke und betrachte einen mit Wasserfarbe braunrot bemalten Korken, der dort in die Decke eingelassen ist.
„Das muss immer noch ein AKE-Zustand sein!“, denke ich und führe einen weiteren RC durch. Meine Sicht ist instabil und meine Lage etwas unklar. Befinde ich mich unter der Zimmerdecke oder näher unten bei der Matratze? Außerdem fühle ich mich müde und kraftlos.
Mit aller Macht sage ich mir selbst: „Arbeite jetzt was!“ und denke an meine aktuelle Versuchsreihe.
Mit der Baumstammmethode rolle ich mich zwei- bis dreimal über links über den Bettrand, komme auf die Füße und stehe neben dem Bett auf. Dabei halte ich die Zustandskontrolle mit dem Zeigefinger kontinuierlich aufrecht. Ich bemühe mich, den Grauschleier vor meinen geschlossenen Augen – es ist, als blickte man an einem sehr grauen Tag die Sonnenscheibe hinter einer dichten Wolkendecke an – zu durchdringen und durch die Lider hindurch zu sehen. Ehe mir das aber gelingt, verliere ich den Anschluss; ich spüre direkt, wie sich die Position meines Zeigefingers innerhalb der Handfläche verschiebt bzw. verliert, bis er ganz normal neben meiner linken Hand auf meiner Brust liegt. Damit ist die Überblendung ins gewöhnliche Erwachen abgeschlossen.
Es ist 8:16 Uhr. Es wundert mich daher nicht, dass ich den Zustand nicht stabilisieren könnte. Für mich als „Lerche“ ist das bereits ziemlich spät am Morgen.

Im Betonbunker

In einem Schulgebäude mit massiven dunkelgrauen Betonwänden laufe ich in einem geräumigen Treppenhaus eine breite Treppenflucht herunter; ich eile einer kleinen Gruppe von Personen voraus, in der sich auch meine Kollegin H. befindet.
Nach dem Treppenabsatz nehme ich nach gerade einmal zwei bis drei Stufen den Rest der langen Treppe in einem einzigen Satz und komme unten sanft wie eine Feder auf.
H. meint, dass dies vielleicht etwas übermütig und gefährlich wäre, doch bin ich so beschwingt, dass ich um den Treppenabsatz herumgehe und dasselbe bei der nächsten Treppe wiederhole, ja einfach ins Fliegen übergehe, um H. einerseits das Gegenteil zu beweisen, andererseits meine besondere magische Fähigkeit zur Levitation vorzuführen. Dabei werde ich vollkommen luzid (war schon früher in dem Traum präluzid, als ich daran dachte, auf einem Blitz die Treppe nach unten zu reiten). Unten gelangen wir alsbald in eine Art Aula, wo sich sehr viele mir unbekannte Erwachsene aufhalten. Hier jage ich vor aller Augen unter der hohen Decke entlang, die sich in meinem Rücken anfühlt, als wäre sie mit einem weichen Filzteppich überzogen. Erstaunte und begeisterte Blicke folgen mir. Schließlich lande ich, um meine Kontaktexperimten fortzusetzen. Schnell führe ich noch einen gelingenden Zeigefingertest zur Absicherung durch und will mich sodann auf die Suche nach meiner S… begeben, spüre aber im gleichen Moment, dass ich den Anschluss verliere und durch einen Grey-out ins Erwachen übergehe. Der Ansatz war da, die Ausführung aber leider gescheitert.

Rausschmiss

Ab ca. 4:30 Uhr meditiere ich einen Zustrom von Lebenskraft, heilender Lebensenergie, und sehe und spüre dabei, in einem erhellten Schlafraum liegend, alsbald das Auflegen einer Hand durch eine Präsenz im Umraum, die mir tatsächlich mehr oder minder deutlich spürbar einen solchen Kraftzustrom zukommen lässt. Dass dies funktioniert, scheint mir etwas mit meinem Kontakt zum innersten Kern meiner Selbst zu tun zu haben.
Schließlich gerate ich in einen ausgedehnteren Traum, in dessen Verlauf ich mich in der Schule wiederfinde. Ich halte mich dabei in einem der oberen Stockwerke meiner ehemaligen Realschule auf, die Klassenräume gleichen aber eher denen im alten Schulhaus der Grundschule, an der ich heute unterrichte.
Gerade beginne ich – durch einiges organisatorisches Durcheinander bedingt – etwas unvorbereitet den Unterricht. Es geht um irgendwelche Hexenrezepte, wozu ich zunächst einmal irgendeinen albernen Hexenspruch rezitiere in der Hoffnung, dass die Kinder selbst darauf kommen, dass es in dieser Deutschstunde um kreatives Schreiben zu Hexensprüchen und dergleichen gehen soll. Der Unterrichtseinstieg klappt nur lahm; auch bemerke ich, dass das Arbeitsblatt, das mir vorliegt, vom Niveau her eher für Erst- oder Zweitklässler, jedoch kaum für meine Viertklässler geeignet ist.
Dummerweise sind jetzt plötzlich auch noch drei Fachleiter im Raum, beobachten den Unterricht und sind bereits heftig dabei, das mangelhafte Lernarragement und das kaum einen Lernzuwachs versprechende Unterrichtsmaterial zu kritisieren.
In diesem Moment werde ich luzid und weiß, dass ich mir all das nicht bieten lassen muss. Entschlossen nehme ich die zwei Frauen am Arm und eskortiere sie wortlos aus dem Raum. In gleicher Weise werfe ich den männlichen Fachleiter raus. Keiner von ihnen vermag jetzt auch nur noch ein weiteres Wort zu äußern. Ich führe ihn zu einem dunklen Treppenaufgang, den er ohne jeden weiteren Protest nach unten geht. Anbei denke ich daran, dass er am besten alles vergessen solle. Sein Gesichtsausdruck wird leer und unwissend, sodass mir die gewalttätige Geistesmanipulation an dem Mann umgehend Leid tut. Mit einem Fingerschnippen mache ich sie rückgängig. Er biegt mit ernster Miene um den nächsten Treppenabsatz und verschwindet, während ich umgehend kehrt mache und in den Raum zurückkehre.
Dort möchte ich durch eines der Fenster fliegen, finde aber keinen Weg nach draußen und verliere bald den Traum. Das Gefühl, die totale Oberhand über die Situation errungen und eigenmächtig das Blatt gewendet zu haben, bleibt mir indes gegenwärtig und ist einfach großartig! Es begeistert mich noch geraume Zeit nach dem Erwachen.

Der innerste Kern

Nach Einbruch der Dunkelheit bin ich im Osten Neustadts auf einem Feldweg unterwegs; es ist bereits stockdunkel, nur weißes Straßenlaternenlicht in der Ferne erhellt das Umfeld ein wenig. Auf dem Feld zu meiner Linken wurde ein gewaltiger Nachbau des Eiffelturms aus Holzbalken errichtet! Diese faszinierende Unmöglichkeit lässt mich umgehend luzid werden und ich beschließe, den riesigen Holzbau hinaufzufliegen. Obwohl er schwindelerregend hoch ist und ich, wohlwissend, dass mir im Traum eigentlich gar nichts zustoßen kann, etwas Höhenangst entwickle, fliege und hangle ich mich bis zu der zweigeteilten Spitze der Holzkonstruktion hinauf, die zwei schmale, nebeneinanderliegende Absätze formiert, auf denen genau meine Füße Platz haben. In gerader Haltung stelle ich mich breitbeinig dort oben hin und schaue, meine Ängste überwindend, aus ca. 120 Meter Höhe in die Tiefe und über das Panorama an Wiesen und Feldwegen hinweg. Es ist etwas heller geworden und ermöglicht ein Sehen in Graustufen wie am frühen Morgen. In einem letzten Schritt stoße ich mich mit beiden Beinen in die dämmrige Luft ab, fliege einige Züge und beschließe nun, zum „innersten Kern“ meines Selbst vorzudringen. Sofort wechselt die Umgebung und ich finde mich im Zimmer einer kleinen Wohnung wieder, deren Einrichtung fast ein bisschen wie die eines alten Puppenhauses wirkt (kleine Möbel, weiße Spitzendeckchen). Zwei Kinder, ein Junge und ein Mädchen, das J. sehr ähnelt, sind anwesend. Sie sind blond, blauäugig und freundlichen Wesens; mit ihren weißen Gewändern nehmen sie sich beinahe wie Engelchen aus.
„Helft ihr mir, meinen innersten Kern zu finden?“, frage ich die beiden und das Mädchen lächelt mich zustimmend an.
Wie nehmen die Tür in den nächsten Raum, der aber leer ist. Häufig findet man das, was man sucht, nachdem man eine Sichtbarriere überwunden hat, im nächsten Raum. Doch diesmal scheint nichts und niemand anwesend zu sein.
Ich schaue leicht enttäuscht eines der Möbelstücke an. Und eines der Kinder gibt mir zu verstehen, dass der innerste Kern nicht immer leicht zu finden sei.
Plötzlich sehe ich aus dem Augenwinkel eine schnelle Bewegung; irgendjemand oder etwas ist rasant in das vorhergehende Zimmer zurückgewechselt!
So begebe ich mich ebenfalls dorthin zurück und finde, versteckt zwischen den weißen Laken und Decken eines Bettes, ein weiteres blondes und blauäugiges Kind. Beinahe wie ein Säugling liegt es unbewegt auf dem Rücken und besitzt ein für ein Kind ungewöhnlich breites und kantiges Gesicht. Ohne weitere Reaktionen meinerseits abzuwarten, konfrontiert mich das Kind mit mir selbst! Urplötzlich stehen mir, wie auf die Bettdecke gelegt, meine eigenen handschriftlichen Notizen vor Augen, aus denen mir bewiesen wird, dass es das Ziel meines Daseins ist, mich in Bescheidenheit und Bedürfnislosigkeit zu üben; wenig angetan von dieser eher drögen Wahrheit, driftet meine Aufmerksamkeit schnell weg. Eilig versuche ich mich abzufangen, indem ich, in der Reihe meiner Experimente zum Thema „Kontaktversuche“, auf einen anderweitigen Anknüpfungsversuch umschalte. Den Dreh bekomme ich jedoch nicht hin; ich verliere die Bewusstheit und den Anschluss an den Traum.

Die Ebene der streitlustigen Schläfer

Mithilfe der WILD-Technik steige ich heute ab ca. 3 Uhr früh ziemlich mühelos dreimal hintereinander in unterschiedliche Traumsituationen ein und setze diesmal meine Versuche zur Kontaktaufnahme mit Traumpersonen fort. Die Ergebnisse sind unerwartet.
Im ersten Anlauf rolle ich mich während des hypnagogen Bildersehens mit einem begleitenden RC nach links aus, krieche aus dem Bett hinein in die OBE-typische Schlafzimmersituation; drüben im Arbeitszimmer (es wirkt leerer als normal) beobachte ich kurz die Nachbarsfamilie auf ihrem Grundstück. Die älteste Tochter scheint Besuch von gleichaltrigen Jungs zu haben und man hält sich im Garten auf. Sogleich will ich die Suche nach einer Kontaktperson beginnen, will dies aber angemessen bekleidet angehen und experimentiere daher mit Kleidungsstücken, die ich u.a. auf meinem Bett im Schlafzimmer finde. Interessanterweise findet dabei ein Wandel der Umgebung statt. Es entsteht eine kuriose Vermischung der Gegebenheiten in meinem Haus und dem Interieur eines Feriendomizils aus meiner Jugendzeit. Leider kostet mich die Kleiderprobe vor dem Spiegel zu viel Traumzeit, sodass ich aus dem ersten Klartraum erwache, ohne mein Vorhaben richtig in Angriff genommen zu haben.
Im zweiten Luzidtraum werde ich bewusst, während ich in einem großen, verwinkelten, in etwa krankenhausähnlichen Gebäude einen Gang entlanggehe. Eingedeck der Erfahrung aus dem Vorerlebnis gehe ich diesmal schneller ans Werk. Ich quetsche mich einfach durch eine Mauer ins Freie, wobei ich das Material in der Wand körperlich spüren kann, und gelange auf eine Ebene, die sich als ein städtisches, parkähnliches Umfeld präsentiert. Dort wiederhole ich meine astralen Kontaktaffirmationen und laufe los, zu einer Begegnung bereit. Leider treffe ich nicht die erhoffte Person. Stattdessen stellt sich heraus, dass es eine Ebene voller Traumschläfer zu sein scheint. Man erkennt sie daran, dass sie völlig unsinnig auf einen reagieren: So gerate ich mit einem Rad fahrenden Rentnerehepaar aneinander; vor allem der weißköpfige Mann geht mich ziemlich an, sodass mich zurückziehe. Dann treffe ich einige Frauen ebenfalls fortgeschrittenen Alters, die mitten auf dem Gehweg in rosa Plastikwannen Wäsche waschen und so in ihre eigenen Gedankeninhalte versponnen sind, dass bei der Begegnung mit mir keine sinnvolle Interaktion entsteht. Enttäuscht steige ich senkrecht zum Himmel auf und versuche dort, zu einer höheren, vielleicht bewusstseinsklareren Traumebene vorzudringen. Doch gelange ich dort in ein schwarzweiß gemustertes, immer dichter werdendes Gespinst, das sich wie eine Zeichnung über mein Gesichtsfeld legt, und gleite ins Erwachen über.
Die dritte Runde bringt mich in eine Schwimmhalle, in der es mir kaum besser ergeht. Im 25-Meter-Becken erspähe ich in der Menge der Schwimmer ein dunkelblondes Mädchen mit übernatürlich hellgrünen Augen, das ich kontaktieren will, das auf meine Telepathie aber nicht reagiert; möglicherweise handelt es sich ebenfalls um eine Traumschläferin. Das zu überprüfen gelingt mir jedoch nicht, da zumindest ein junger Kerl mit schwarzer Badehose, welcher der Freund des Mädchens zu sein scheint, meinen Versuch bemerkt. Der Kerl kommt gleich zum Beckenrand und will mich angehen.
Die eigentümliche Mischung aus Absenz und Aggressivität, die mir von den Traumschläfern entgegenschlägt, sorgt dafür, dass ich mich mit einem Gefühl höchster Unzufriedenheit auch aus diesem Traum zurückziehe.
Ich verstehe nicht ganz, was hier geschehen ist; ich muss wohl die benutzten Affirmationen überdenken – sie scheinen mich bei diesem Experimenten in irgendeiner Weise fehlzuleiten. Alfred Ballabene jedenfalls empfiehlt, solche Versuche mit dem innigen Wunsch nach Kontakt und dem Verströmen von Liebe zu verbinden – insbesondere Letzteres muss womöglich intensiviert werden, um derartige Pleiten zukünftig zu vermeiden.

Absturz eines Angebers

Zwar bin ich dadurch von meinem aktuellen Projekt abgeirrt, doch hat sich so immerhin das erste Mal seit Längerem ein Erlebnis ergeben, das ich auch in menschliche Worte fassen kann.
Bei einer Art Fortbildung (?) halte ich mich in einem Turnhallenkomplex von gewaltigen Ausmaßen auf. Mit einem Gefühl der Eile muss ich die große Haupthalle erreichen und rase zu diesem Zweck einen weitläufigen Treppenaufgang hinunter. Nun muss ich noch eine kleinere Übungshalle durchqueren, gerate hier ins Fliegen und werde hierdurch bewusst.
Unter der Hallendecke entlanggleitend will ich die – wie alle Turnhallen dieses Komplexes – mit Holzbrettern verschalte Wand einfach durchfliegen mit dem Ziel, die Wirklichkeitsdimension zu wechseln und mein derzeitiges Projekt aufzunehmen.
Das Passieren der Wand gelingt jedoch nicht, sie bleibt fest.
Kurzentschlossen lasse ich mich nach unten sinken, öffne die Hallentür und fliege in die große Halle dahinter, die in der unbewussten Astralreise zuvor mein Ziel gewesen war. Merkwürdigerweise lässt mich diese Entscheidung mein Vorhaben aus dem Blick verlieren, indem sich wohl so etwas wie eine leichte Bewusstseinstrübung einstellt, die das weitere Erleben etwas weniger tagbewusst, etwas stärker von Traumelementen durchwirkt erscheinen lässt.
Von der puren Lust erfasst fliege ich in der großen Halle rasant über den Grüppchen von Turnenden hinweg, so schwungvoll, dass es mir mulmig wird.
Nahe der Hallenmitte gehe ich schließlich herunter und treffe dort auf Sportlehrer L.; der meint, ich wolle ihn mit meiner Flugvorführung wohl beeindrucken, was mir bei einem der Sportlehrer, mit denen ich in der Oberstufe zu tun hatte, freilich mit keiner Übung jemals gelingen könnte.
An den Wochenenden betätige er sich als Freikletterer, gibt er mir mit dem Unterton zu verstehen, dass das nämlich wirklich etwas sei!
Anschließend hängt er sich einfach an mich dran und lässt sich von mir im Flug zum kürzeren Hallenende mitnehmen, wo in der rechten Hallenecke anstelle der üblichen Sprossenwand eine aus Sandsteinfelsen geformte Kletterwand aufragt!
Behände hechtet er die Kletterwand hoch, springt in einem beeindruckenden Satz, zu dem ich ihm nur gratulieren kann, von der obersten Plattform auf einen einige Meter entfernten Felsvorsprung zu seiner Rechten und von dort aus auf eine Felsnase an der linken Wand. Die Nase hält jedoch nicht; Zement bröckelt und der Sportlehrer stürzt zum Hallenboden und die Felsnase kommt auf ihm zu liegen! Unsinnigerweise komme ich mir in diesem Moment schuldig an dieser Misere vor, war ich es doch, der ihn zu seiner Angeberei „verführt“ hatte?!
Zwar ist L. nichts Ernsthaftes zugestoßen (das passiert in der Astralwelt ohnehin im Grunde nie). Dennoch will ich mich engagiert zeigen und halte daher einen zweiten, sehr lockeren und absturzgefährdeten Felsen, ein langes, flaches Gebilde aus rotem Sandstein, fest, bis ich ihn unter Ankündigung kontrolliert abstürzen lasse.
Lehrer L. scheint mir indes den Vorfall wirklich übel zu nehmen (als sei er tatsächlich meine Schuld!). Er sitzt finstere Blicke werfend unten auf dem Hallenboden. Und so entschließe ich mich zu handeln. Ich kreise über ihm, spreche in grottefalschem Latein, das mir gerade so in den Sinn kommt, einen Zauber über ihn, mit dem ich ihn alles vergessen lassen will. Als ich den Zauber zwei- bis dreimal wiederholt habe, wandelt sich L. in ein gelbes, missmutig dreinblickendes Legofigürchen (!) mit weißem Plastikbart, das am Ende des Zaubers gänzlich in der Grasnarbe versinkt, die unvermittelt am Hallenboden aufgetaucht ist. Als ich mich gerade frage, ob mein Zauber etwa gewirkt hat, erwache ich.
Leider habe ich mein eigentliches „Arbeitsziel“ schon bei der erfolglosen Wandpassage aus dem Blick verloren. Wohl war das Ganze den abendlichen Meditationsinhalten geschuldet. Sowohl diesen Abend kurz und dann am Morgen länger anhaltend habe ich beim konzentrierten Einschlafen Flugbewegungen im Schwimmmodus imaginiert, die sich dann auf die Traumebene übertragen haben.

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Schutzhelfer

Einige Zeit nach Beginn der Meditation kommt mir der Gedanke, dass es jetzt endlich an der Zeit sei, mal wieder loszufliegen. Rücklings beginne ich mit Schwimmbewegungen und spüre, dass ich mich mit einiger Mühe freimachen kann.

Nach links fliege ich aus dem Bett heraus und hinüber zur geschlossenen Schlafzimmertür. Meine Sicht ist „verpixelt“ und weist Krümmungen auf, als blickte ich durch ein Fischauge. Ich ignoriere die Sehstörungen, öffne die Tür und gehe die Wendeltreppe ins EG hinunter, führe zugleich einen RT durch und setze darauf, dass sich meine Sicht bessern wird, wenn ich einfach nur konsequent weitermache. Tatsächlich stellt sich allmählich eine Besserung ein. Unten angekommen, gehe ich im EG umher und rufe meinen „Schutzhelfer“. Da ich in letzter Zeit das Gefühl hatte, allein nicht mehr weiterzukommen, hatte ich geplant, es einmal auf diese Weise zu versuchen.

Mit der sich schärfenden Sehfähigkeit erlebe ich einen Ortswechsel; erst finde ich mich kurz vor meinem Haus, dann auf der alten Campingplatzparzelle wieder, die meine Familie Anfang der 1990er Jahre besaß. Dort balanciere ich eine in Ost-West-Richtung über den Boden gespannte grüne Wäscheleine entlang und rufe weiterhin nach meinem „Schutzhelfer“. Ein kleines, dunkelgraues und gnomenartiges Männchen taucht in einigem Abstand auf und gibt mir den Hinweis, dass es vielleicht der alte Mann sei, den ich soeben auf dem Gehweg links habe entlanglaufen sehen.

Ich folge dem Tipp, steige auf und fliege zu der Stelle, wo der Mann um die Ecke verschwunden war.

Auf dem Platz neben der Zufahrt zur Zeltwiese scheint er mich bereits zu erwarten. Vom Äußeren her macht er den Eindruck eines alten indianischen Lehrers. Er trägt dunkle Jeansklamotten und auf seinem schlohweißen Haarschopf sitzt ein schwarzer Hut mit breiter Krempe. Die dunkle Haut seines Gesichts und die große Nase sind wettergegerbt und etwas pockennarbig.

Er lächelt warm und freundlich und führt sich als „Mayfield“ ein.

Ein junger Begleiter, der im Hintergrund bleibt, gibt mir zu verstehen, dass ich bis etwa halb zehn bleiben könne und für alles, was mich jetzt erwarte, ausreichend Zeit sei.

Mayfield und ich lassen uns etwas versetzt gegenüber auf dem geschotterten Platz in den Schneidersitz nieder. Noch kann ich allerdings noch nicht bequem sitzen. Ich muss im Wortsinn Ballast loswerden! Ich trage drei geschlossene Westen übereinander, deren Reißverschlüsse ich nacheinander öffne. Mich gegen eine weiß verputzte Wand in meinem Rücken lehnend muss ich zum Schluss noch ein dickes, wie mit Körnern gefülltes Kissen unter meinem T-Shirt herausziehen, das mich extrem am Sitezn hindert. Dann bin ich breit für was auch immer jetzt hier kommen mag.

Links neben mir entdecke ich im nächsten Augenblick ein blondes, sommersprossiges Mädchen, das mit einem Magazin aus Hochglanzpapier auf einem Campingstuhl lümmelt. Irgendwie meine ich zu wissen, dass das Mädchen blind ist. Trotzdem blättert es in einem Magazin, das mit Sicherheit keine Blindenschrift enthält. Wir unterhalten uns. Sie nennt mir auch ihren etwas merkwürdigen Namen und erklärt ihn sogar, doch kann ich mich an die Details dieses Teils der Konversation nicht mehr entsinnen. Insgesamt ist die Blonde recht zurückhaltend und herb im Umgang, ermutigt mich aber zu guter Letzt, etwas zu wagen. Genau deshalb sei ich ja hier, gebe ich ihr zu verstehen.

Mayfield ist inzwischen bereit fortzufahren. Er beginnt eine Art Achtsamkeitsübung mit mir. Dazu legt er mir eine aus drei Streifen bestehende Puzzle-Unterlage vor, die ich auf dem Boden vor mir zusammensetze. Darauf gilt es dann ein Puzzle zusammenzufügen, das wie eine Raumsondenfotografie der Jupiteratmosphäre wirkt. Mayfields Demonstrationen und Erklärungen sind (bewusst?) etwas kurzangebunden und fahrig, sodass es mir an einigen Stellen schwer fällt zu folgen. Daher bastle ich am Ende einfach alles so zusammen, wie ich es für richtig halte. Mayfield zeigt sich sehr kritisch, ist aber am Schluss mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Es sei eines der besten Ergebnisse, sagt er zu dem jungen Begleiter im Hintergrund, ganz so, als habe er das im Grunde nicht anders erwartet. Das Lob aus seinem Mund weckt ein wenig Stolz in mir.

Nachdem wir fertig sind, werfe ich einen Blick auf eine Uhr, die über den Gehweg hinweg an der Außenwand einer Art Garage (?) mit weißen Wänden hängt. Es ist halb neun; offenbar ticken die Uhren hier anders, scheinen sogar rückwärts zu laufen, denn zu Beginn der Übung war es schon beinahe halb zehn!

Mein indianischer Lehrmeister ist inzwischen zur Küchenzeile eines Wohnwagens, die seltsamerweise halb unter freiem Himmel steht, hinübergegangen und hantiert dort mit einem hellgrauen Plastikkoffer – womöglich einer Art Werkzeugkoffer. Seitlich des Tragegriffs entdecke ich die aus grauem Kunststoff gesetzten Buchstaben „asg“ oder „asd“ und lasse meinen Blick dort für einen Moment verweilen, als wäre das in irgendeiner mir jetzt noch nicht erkennbaren Form wichtig.

Dann ist der Moment des Abschieds gekommen. Mayfield verabschiedet sich kurz und ohne viele Worte, die Szenerie verschwimmt und ich erwache.

In der „realen“ Welt ist es 6:49 Uhr.

Das goldene Netz

Kurz nach 6 Uhr beginne ich mit den hypnagogen Bildern zu experimentieren. Wenig später sitze ich auf Knien auf einem Esstisch in einem rollladenverdunkelten Raum; aus dem Treppenhaus fällt Tageslicht in den Raum. Auf dem Tisch sortiere ich Arbeits- und Bastelblätter aus rotem Kartonpapier in eine Religionsmappe ein. S., einer meiner Nachbarn, ist ebenfalls – indes unkörperlich – in dem Raum anwesend und spricht beiläufig mit mir.

Schließlich verlasse ich das Zimmer und gehe zum Treppenaufgang; es ist eine geradläufige Treppe, die unten eine Linkskehre ins Untergeschoss nimmt. Ich schaue an mir herunter und bemerke, dass ich eine hellblaue Jeans trage. Ich bücke mich, um den Saum ordentlich über meine braunen Lederschuhe zu ziehen. Dann gehe ich schnell und leichtfüßig nach unten. Auf einem weiteren Absatz in der Diele bleibe ich stehen und denke daran, jetzt einfach zu fliegen, denn ich bin mir im Klaren, in einem Traum zu sein. So gleite ich durch die Luft in das ebenfalls rollladenverdunkelte EG hinein. Es ist ein weitläufiger, leerer Raum mit hellen, polierten Granitfliesen. Die Aktion wirkt wie ein zusätzlicher Realitätstest und erhöht die Bewusstseinsklarheit immens. Ich wende bei einer Zwischentür mit Mattglaseinsatz, lande mitten in dem Raum und setze mich sofort zu Boden, um meine Meditation zu beginnen. Dabei stellt sich ein physisches Gefühl ein, das ich durch intensives Händereiben ausgleiche.

Mit Beginn der Meditationsübung spüre ich einen Zug nach hinten, der mich in die Rückenlage bringt. Zugleich beginne ich mich unwillentlich um eine Achse in Bauchhöhe schnell um mich selbst zu drehen.

Die meditative Vertiefung bewirkt einen Zustrom mattgoldener Farbe in mein dunkles Gesichtsfeld, der von einem verdichteten Zentrum, einer mattgoldenen Kreisform mit unscharf verwaschenen Rändern, ausgeht. Schließlich beginne ich, den Boden im Rücken, einfach so rasant aufwärts zu rasen. Dabei durchbreche ich mehrere Schichten golden glühenden, dickstrangigen Gewebes, die in der Dunkelheit erscheinen, und spüre dabei einen kontinuierlichen Zustrom an Spannung und Kraft.

Durch diese Ebenen hindurch gelange ich unvermittelt auf ein Wiesengelände unter freiem Himmel und sehe, als ich den Kopf hebe, in einiger Entfernung einen braunen Esel oder ein Pony in einer Koppel, und denke, nun erwacht zu sein. Ein über Kopf ausgeführter Zeigefingertest scheint die Fehlannahme irreführender Weise zu bestätigen, wobei ich schon im nächsten Moment tatsächlich aus dem falschen Wachliegen heraus erwache. Es ist 6:38 Uhr. Übungsbeginn ca. 6:12 Uhr.